Das Rheinland auf dem Weg nach Preußen 1815-1822

Neuerscheinung: 6. Band der Reihe "Stadt und Gesellschaft. Studien zur Rheinischen Landesgeschichte"

Das Jahr 1815 bildete nicht nur für das internationale Staatensystem ein Epochenjahr. Denn die auf dem Wiener Kongress getroffenen Entscheidungen waren auch der Ausgangspunkt für den Übergang der bislang unter französischer Herrschaft stehenden Rheinlande an Preußen. Die Beschlüsse markierten den Anfang einer häufig von gegenseitigem Unverständnis und Vorurteilen begleiteten Beziehung, welche die Geschichte bis weit ins 20. Jahrhundert hinein prägen sollte. Spätestens 1822, im Gründungsjahr der preußischen Rheinprovinzen, war ein Rheinland entstanden, das nicht nur durch kulturelle, konfessionelle, soziale und demographische Unterschiede gekennzeichnet war, sondern das auch Gegensätze im Hinblick auf staatliche Traditionen vereinigte. Die Beiträge des Bandes zeichnen ein breites und vergleichendes Panorama des schwierigen Weges zueinander und gehen den damit einhergehenden Entwicklungen in den Bereichen von Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Kultur nach.

Herausgeber des Buches sind Dr. Thomas Becker, Prof. Dr. Dominik Geppert und Dr. Helmut Rönz. Das Buch erscheint in unserer Reihe "Stadt und Gesellschaft" und kann bei böhlau bestellt werden: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/geschicht…

348 Seiten, mit 57, teils farb. Abb., gebunden
30,00 Euro, ISBN 978-3-412-50912-5

Isaac Offenbach. Ein Kölner Kantor oder der vergessene Vater des Genies Jacques

Buchvorstellung mit Professor Dr. Jürgen Wilhelm

Sonntag, 20. Oktober 2019, 15.00 Uhr
Eintritt 3,– Euro
(inkl. Besichtigung der Gebäude und der Dauerausstellung)

Isaac Offenbach, Vater des berühmten Komponisten Jacques, wurde 1779 als Isaac Juda Eberst in Offenbach geboren. Er kam 1802 in das rechtsrheinische Deutz und 1816 nach Köln, wo er 30 Jahre als Kantor der Kölner jüdischen Gemeinde wirkte. Er hatte als Musiker, Komponist und Reformer der synagogalen Abläufe starken Einfluss auf zwei seiner talentierten Kinder: Julius und Jakob (Jacques). Nachdem es insbesondere für Jakob in Köln keine musikalische Weiterentwicklung gab, brachte Isaac die Brüder nach Paris und ließ sie dort bei den berühmtesten Musikern der Zeit unterrichten.
Er selbst schrieb eine Haggada, ein Gebetbuch für die Jugend, Schauspiele, Gedichte, komponierte Lieder und verfasste anspruchsvolle Predigten und Reden. Er starb 1850. Sein Grab ist bis heute auf dem jüdischen Friedhof in Köln-Deutz zu finden.

Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, geb. 1949, war bis 2018 Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland. Seit dem Jahr 2000 ist der promovierte Jurist Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und seit 2013 Vorsitzender der Historischen Gesellschaft Köln e.V.
Wilhelm ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher, u.a. „Kölner Personenlexikon“ und „Zwei Jahrtausende jüdische Kunst und Kultur in Köln“. Zuletzt erschien in der Reihe „Jüdische Miniaturen“ die Biografie Isaac Offenbachs.
 

LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen
Mühlenend 1, 52445 Titz-Rödingen
www.synagoge-roedingen.lvr.de
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Wahrnehmungen - Reaktionen - Widerstand

III. Hartheimer Forschungskolloquium zur NS-Euthanasie

Über 70.000 Menschen fielen in den Jahren 1940 und 1941 der NS-Euthanasieaktion "T4" zum Opfer. Es war dies der erste industriell durchgeführte Massenmord des NS-Regimes. Im August 1941 kam es zum Stopp der "Aktion T4", die über insgesamt sechs Einrichtungen im Deutschen Reich verfügte, in denen Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch Kohlenmonoxid ermordet wurden.

Widerstand seitens Angehöriger und der Kirchen, aber auch die Information einer breiten Öffentlichkeit mittels der deutschsprachigen Welle des britischen Senders BBC im Sommer 1941 oder durch Flugzettel der Alliierten trugen wesentlich dazu bei.

Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim und das Franz und Franziska Jägerstätter Institut wollen sich im III. Hartheimer Forschungskolloquium der Frage widmen, in welchen Kontexten das Wissen um die NS-Euthanasie auf ablehnende Reaktionen stieß und Widerstand gegen die NS-Euthanasie zur Handlungsoption wurde. Unter welchen Rahmenbedingungen mündeten WAhrnehmungen in eine Haltung oder gar Handlung des Widerstands gegen die NS-Euthanasie im Speziellen oder des Nationalsozialismus insgesamt und welche Ausformungen konnten diese Reaktionen zeitigen? Welches Echo fanden geheime und öffentliche Proteste in unterschiedlichen Kreisen der Bevölkerung und im Staatsapparat?

Das Forschungskolloquium soll dazu beitragen, die Bandbreite der Reaktionen auf die NS-Euthanasie herauszuarbeiten. Die Beiträge jüngerer und aktueller Forschung beleuchten das Thema aus biografischer und regionalhistorischer Perspektive mit Beispielen aus Österreich und Deutschland. Als Basis dient ihnen dabei einerseits ein differenziertes Verständnis von "Widerstand" im Nationalsozialismus und der Rolle von Kirchen im Nationalsozialismus andererseits. Zur Diskussion steht mit dem III. Forschungskolloquium letztlicher auch die Frage, welche Rolle die NS-Euthanasie bei der Formierung von widerständischen Haltungen und Aktionen gegen das NS-Regime einnahm.

 

Freitag, 4. Oktober 2019, 10:00 - 16:15, Teilnahme kostenlos, um Anmeldung bis spätestens 20. September 2019 wird gebeten

Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim | Schlossstraße 1 | A-4072 Alkoven | E-Mail: office@schloss-hartheim.at