200 Jahre Ahrtal-Tourismus Von der „niederrheinischen Schweiz“ zum „Paradies für Genießer“

Jürgen Haffke (Bonn)

Die Ahr bei Blankenheim, 2003, Foto: Willy Horsch.

Einleitung

Den be­rühm­tes­ten Ab­schnitt des zwi­schen Blan­ken­heim und Re­ma­gen-Kripp et­wa 90 Ki­lo­me­ter lan­gen Ahr­tals, für die meis­ten Gäs­te aus den gro­ßen Städ­ten an Rhein und Ruhr das Ahr­tal schlecht­hin, stellt das et­wa 20 Ki­lo­me­ter lan­ge Mitt­le­re Ahr­tal zwi­schen Al­te­n­ahr und Ahr­wei­ler dar. Der ge­wun­de­ne Fluss­lauf mit sei­nem en­gen Tal­bo­den, den stei­len, zum Teil fel­si­gen re­ben­be­stan­de­nen Süd- und ge­gen­über dicht be­wal­de­ten Nord­hän­gen und den Rui­nen der Burg Are und Saf­fen­burg bie­tet ei­ne Fül­le ein­drucks­vol­ler Bil­der. Ent­schei­dend für die tou­ris­ti­sche At­trak­ti­vi­tät der Mit­telahr ist heu­te die sym­bio­ti­sche Ver­bin­dung der Orts­bil­der mit ei­ner voll in­tak­ten Wein­bau­land­schaft im un­mit­tel­ba­ren Hin­ter­grund, bes­tens er­leb­bar vom Rot­wein­wan­der­weg und ab 2010 auch vom Ahr­steig. Die­se Be­schrei­bung klingt so selbst­ver­ständ­lich, als kön­ne es nie­mals an­ders ge­we­sen sein. Und doch wur­zeln die An­fän­ge und die ers­ten 100 Jah­re des Tou­ris­mus im 19. Jahr­hun­dert hier in ei­ner gänz­lich an­de­ren Be­wer­tung der land­schaft­li­chen At­trak­tio­nen des Tals.

1. Das Mittlere Ahrtal - „die niederrheinische Schweiz“

„Dich­ter Busch nimmt den Wand­rer all­mä­lig wie­der auf und beut ihm er­qui­cken­de Küh­lung. Der schat­ti­ge Pfad führt aber noch fort­wäh­rend über Hö­hen. Nach und nach wird´s lich­ter; er tritt aus dem Ge­bü­sche und – ein nicht zu schil­dern­der An­blick! – die schöns­te, ro­man­tisch gro­ßar­ti­ge Grup­pe des Ahrtha­les bei Al­te­n­ahr, der man nicht oh­ne Un­recht den Na­men ´die klei­ne Schweiz` gab, liegt in ih­rer gan­zen un­be­schreib­li­chen Herr­lich­keit und ma­le­ri­schen Pracht vor ihm ent­fal­tet. In wun­der­sam ge­stal­te­ten Za­cken und Schich­ten hebt sich rings um ihn die Kup­pe des Berg­rie­sen, der sein kah­les Haupt hoch em­por­reckt über die Berg­spit­zen, die sich vor des Wan­de­rers Blick in ma­le­ri­schen Ab­stu­fun­gen mit ih­ren Schluch­ten und Grün­den über ein­an­der thür­men und an ein­an­der­rei­hen. (…) Matt und todt muß hier je­de Schil­de­rung sein. (…) Ver­ge­bens suchst du ei­nen Punkt im gro­ßen Rheintha­le, der ma­le­ri­scher und rei­cher an wild­ro­man­ti­schen Par­thie­en, wie die­ses er­ha­be­ne Rund­ge­mäl­de. – Hier be­te an den Herrn der Schöp­fung!“

Ernst Wey­den (1805-1869) stand 1835 mit der­ar­ti­gen Schil­de­run­gen nicht al­lein. Nicht der Wein und die Wein­bau­land­schaft hat­ten die tou­ris­ti­schen Pio­nie­re und in ih­rem Ge­fol­ge zahl­lo­se Gäs­te ab et­wa 1820 an die Mit­telahr ge­zo­gen, son­dern es war in ers­ter Li­nie „die klei­ne Schwei­z“ oder „die nie­der­rhei­ni­sche Schwei­z“, das hei­ßt die Fel­sen­land­schaft zwi­schen Kreuz­berg/Al­te­n­ahr und Wal­porz­heim/Ahr­wei­ler. Al­te­n­ahr und sei­ne fel­si­ge Um­ge­bung be­dien­ten im 19. Jahr­hun­dert noch im­mer ein Ge­fühl, das schon Jahr­zehn­te vor­her im 18. Jahr­hun­dert ent­stan­den war und in dem Be­griff „Schwei­z“ sein Syn­onym ge­fun­den hat­te. Man hat er­mit­telt, auf der Er­de ge­be es über 200 Land­schafts­na­men, da­von über 60 in Deutsch­land, die sich des Zu­sat­zes „Schwei­z“ be­die­nen, dar­un­ter Krop­pa­cher Schweiz im Wes­ter­wald, Ber­gi­sche Schweiz (Wer­mels­kir­chen) oder Säch­si­sche Schweiz.

Jean-Jac­ques Rous­seau (1712-1778) war es ge­we­sen, der mit sei­nem Ro­man „Ju­lie oder die Neue Hé­loï­se“ 1761 ei­ner sich seit län­ge­rem ver­än­dern­den Wahr­neh­mung der Na­tur, be­son­ders der Al­pen, Aus­druck und wei­te Ver­brei­tung ge­ge­ben hat­te. Al­brecht von Hal­lers (1708-1778) po­pu­lä­res Ge­dicht „Die Al­pen“ von 1729/1732 hat­te nicht mehr von den Schre­cken und Ge­fah­ren des Hoch­ge­bir­ges ge­spro­chen, son­dern „die Ber­ge [als] Zeu­gen für die Gro­ßar­tig­keit und Schön­heit der Schöp­fung [ge­deu­tet]. […] Das stets mit ei­nem Schau­er, ei­ner Pri­se Angst ge­würz­te Ge­fühl der Er­ha­ben­heit bil­det gleich­sam die Brü­cke vom al­ten Na­tur-Schre­cken zum neu­en Na­tur-Ge­nuss. In ge­nau­er Um­keh­rung der tra­di­tio­nel­len Kon­zep­ti­on wird die Na­tur da­bei über die Kul­tur er­ho­ben: Ge­ra­de weil der Mensch hier noch nicht sei­ne Spu­ren hin­ter­las­sen hat, er­freut und stärkt sie die See­le“ (Spo­de). Al­te­n­ahr mit sei­nen Fel­sen als Zen­trum „der klei­nen Schwei­z“ zu be­zeich­nen, woll­te im re­li­giö­sen Sin­ne die Schöp­fung prei­sen, „zum ur­tüm­lich-rei­nen Ar­ka­di­en [und Men­schen füh­ren, die] un­ver­dor­ben von den zwei­fel­haf­ten Seg­nun­gen der Zi­vi­li­sa­ti­on, frei von ih­ren Zwän­gen und Fes­seln“ leb­ten (Spo­de). Im Mitt­le­ren Ahr­tal soll­te die­se Bot­schaft da­mals vie­le An­hän­ger fin­den.

2. Die touristische Entdeckung des Ahrtals durch Maler und Literaten

Der tou­ris­ti­schen Ent­de­ckung des Ahr­tals gin­gen die An­fän­ge der Rhein­ro­man­tik vor­aus. Jo­seph Gre­gor Lang (1755-1834) schrieb 1789 „die ers­te ge­nieß­ba­re Rhein­rei­se“ von Mainz bis Düs­sel­dorf, wie ein Zeit­ge­nos­se ur­teil­te. Da­bei be­rühr­te er das Ahr­tal nur am Ran­de zwi­schen Sin­zig und Re­ma­gen und be­schränk­te sich auf den Hin­weis: „Das Flüss­chen ent­springt in der Ei­fel, nimmt ei­ni­ge star­ke Bä­che mit, strömt zu­wei­len wild aus und ist den vor­bei­fah­ren­den Flö­ßen ge­fähr­lich. Die gan­ze Ge­gend, wel­che die­ses un­be­schiff­te Ström­chen be­wäs­sert, ist durch den kost­ba­ren Ah­rer Blei­chert be­rühm­t“. Im Un­ter­schied zum Mit­tel­rhein­tal blie­ben Skiz­zen, Zeich­nun­gen und Sti­che von Or­ten in Ahr­tal und Ei­fel zu­nächst sel­ten, Land­schaf­ten wur­den fast gar nicht fest­ge­hal­ten. Li­te­ra­tur und Bil­den­de Kunst hat­ten die Im­pul­se zur Rhein­ro­man­tik ge­setzt, die auch in der Mu­sik in kon­ge­nia­len Ver­to­nun­gen man­cher Ge­dich­te gro­ße Po­pu­la­ri­tät fan­den. Die „pa­trio­ti­sche“ Rhein­ro­man­tik tat ein Üb­ri­ges, den Blick auf den „deut­schen Strom“ zu len­ken. Auch wenn sie kei­nen gro­ßen li­te­ra­ri­schen Nie­der­schlag ge­fun­den hat, darf die „tri­via­le Rhein­ro­man­ti­k“ (Knoll) kei­nes­falls un­ter­schätzt wer­den, die schlich­te Freu­de an „Wein, Weib und Ge­san­g“ als Mo­tiv für ei­nen Aus­flug, die ver­mut­lich mehr Men­schen in Be­we­gung ge­setzt hat als li­te­ra­ri­sche, künst­le­ri­sche und pa­trio­ti­sche Rhein­ro­man­tik zu­sam­men. Deut­li­che Fort­schrit­te im Ver­kehrs­we­sen be­güns­tig­ten den Er­folg. Das ei­ner Opern­in­sze­nie­rung ver­gleich­ba­re „Ge­samt­kunst­werk Mit­tel­rhein“ war um 1820 fer­tig. Jetzt konn­te das Pu­bli­kum kom­men - und es kam in Scha­ren.

Er­staun­li­cher­wei­se war es die im Ver­gleich zu Mo­sel und Lahn viel klei­ne­re Ahr, die als ers­te der mit­tel­rhei­ni­schen Ne­ben­flüs­se bald nach 1820 in den Wir­kungs­be­reich der Rhein­ro­man­tik ge­riet, und 1838/1839 konn­te man in deut­scher und fran­zö­si­scher Spra­che le­sen: „Der Rhein fängt an alt zu wer­den. Dich­ter und Ma­ler, die so vie­les im Zau­ber­klei­de der Ju­gend er­bli­cken, ha­ben ihm schon längst den Bei­na­men des al­ten Rheins ge­ge­ben, und stel­len ihn uns in Grei­sen­ge­stalt mit Sil­ber­lo­cken und runz­lich­tem Ge­sich­te vor. Was hat denn die­sen Nes­tor der Flüs­se so alt ge­macht? Si­cher­lich nicht die Zeit, denn die­se ver­moch­te ihm, vom Rei­che der Ni­be­lun­gen an bis auf un­se­re Ta­ge, nichts von sei­ner Schön­heit zu rau­ben; wohl aber ha­ben uns die Tou­ris­ten, bis zum Über­druss so viel da­von ge­zeich­net und ge­schrie­ben, dass uns, so zu sa­gen, kein Stoff mehr üb­rig bleibt, um et­was Neu­es zu­brin­gen. Dar­um ha­ben Ma­ler und Dich­ter ih­re Bli­cke nach an­de­ren Punk­ten, ´nem­lich nach den Quer­t­hä­lern des al­ten Rheins hin` ge­wandt, und dort ei­nen wah­ren Schatz von Na­tur­schön­hei­ten ent­deckt. Sie sind den Krüm­mun­gen der Lahn und Wied ge­folgt, ha­ben den Ne­ckar und die Mo­sel bis zu ih­ren Quel­len ver­folgt, und vie­le an­de­re Thä­ler auf und ab­wärts be­gan­gen. Vor al­lem aber ver­weil­ten sie ger­ne in dem trau­ten Ahrtha­le; und wahr­lich, die Ahr ver­dien­te die­sen Vor­zug.“

So steht es 1838/1839 in der Ein­füh­rung zu Jean-Ni­co­las Ponsarts (1788-1870) Samm­lung sei­ner Ahr­talsti­che, die sein Her­aus­ge­ber An­dré van Has­selt (1806-1874) schrieb. Ob es zu­erst die Ma­ler oder die Li­te­ra­ten wa­ren, die das Ahr­tal als tou­ris­ti­sches Ziel ent­deck­ten, lässt sich nicht ge­nau ent­schei­den. Ernst Mo­ritz Arndt, schon in na­po­leo­ni­scher Zeit als Mit­be­grün­der der pa­trio­ti­schen Rhein­ro­man­tik her­vor­ge­tre­ten, war seit 1818 ers­ter Pro­fes­sor für neue­re Ge­schich­te an der eben ge­grün­de­ten Bon­ner Uni­ver­si­tät. Be­reits vor der Sus­pen­die­rung von sei­nem Lehr­stuhl 1820 in­fol­ge po­li­ti­scher Dif­fe­ren­zen mit dem preu­ßi­schen Kö­nig hat­te er das Bon­ner Um­land und Ahr­tal ken­nen ge­lernt, aber sei­ne Auf­zeich­nun­gen über die „Wan­de­run­gen aus und um Go­des­ber­g“ ent­stan­den erst et­wa 1830 und er­schie­nen dann nur we­nig ver­än­dert 1844.

Karl Le­be­recht Im­mer­mann, Ju­rist, Dich­ter und Thea­ter­in­ten­dant, leb­te von 1827 bis zu sei­nem Tod in Düs­sel­dorf und pfleg­te in­ten­si­ve Kon­tak­te mit Wil­helm Scha­dow, seit 1826 Lei­ter der Düs­sel­dor­fer Kunst­aka­de­mie. Im Sep­tem­ber 1832 be­reis­te er Ahr- und Lahn­tal und hielt im An­ge­sicht der Burg Are fest: „Die­se Na­tur war uns nicht un­be­kannt, schon viel­fach hat­ten wir sie im Bil­de an­ge­schaut. Das Ahr­thal ist die Stu­di­en­kam­mer der Düs­sel­dor­fer Land­schaf­ter. […] Da­mit uns aber die voll­stän­di­ge Wie­der­ho­lung der Ge­mäl­de, die wir so oft mit Ver­gnü­gen ge­se­hen hat­ten, wür­de: über dem Gan­zen zit­ter­te das fah­le Licht ei­nes trü­ben un­ge­wis­sen Ta­ges“. Sein kur­zer Be­richt über den Be­such im Ahr­tal er­schien schon 1833 in „Im­mer­manns Rei­se­jour­nal“ und be­schrieb mit freund­li­chen Wor­ten Ein­drü­cke zwi­schen Al­te­n­ahr und Ahr­wei­ler.

Zu den „Land­schaf­tern“ ge­hör­te auch der Zeich­ner und Li­tho­graph Jean-Ni­co­las Pons­art aus Malme­dy, der 1818 bis 1825 an der Düs­sel­dor­fer Aka­de­mie bei Scha­dows Vor­gän­ger Pe­ter Cor­ne­li­us stu­diert hat­te und 1831 wie auch 1838/1839 über 40 An­sich­ten aus dem Ahr­tal, vor­wie­gend zwi­schen Kreuz­berg und May­schoß, pu­bli­ziert hat. Zu­dem gab er 1840 die ers­te Wan­der­kar­te für die­sen Ahr­ab­schnitt her­aus und lie­fer­te da­mit ei­nen an­schau­li­chen Be­leg, wo sich da­mals das tou­ris­ti­sche Zen­trum des Tals be­fand. Wei­te­re Ma­ler (Les­sing, Schlick­um, Chris­ti­an Ho­he, From­mel, Ver­has und an­de­re) könn­ten für die Fol­ge­zeit auf­ge­führt wer­den und al­le wa­ren sich ei­nig, dass die fel­sen­rei­che Mit­telahr die bes­ten Mo­ti­ve bot. Gott­fried Kin­kel fass­te 1846 zu­sam­men: „Der Düs­sel­dor­fer Land­schaf­ter „Stu­dier­kam­mer war kurz nach Grün­dung der Schu­le die­se Stre­cke des Thals, ih­re Fe­ri­en­re­si­denz Al­te­n­ahr: seit­dem ha­ben sie sich mehr der wil­den Eif­fel und ent­fern­ten Ge­gen­den des Va­ter­lan­des zu­ge­wen­det. Man darf viel­leicht sa­gen, dass sie zu­erst, noch be­vor die neue Stra­ße fer­tig war, die Schön­heit die­ses Thals für die Welt da drau­ßen ent­deckt ha­ben.“

Aber auch Rang und Zahl der Poe­ten und Li­te­ra­ten, die in je­nen Jah­ren häu­fig ge­mein­sam mit den Ma­lern das Ahr­tal be­sucht und bis­wei­len schwär­me­risch ver­ewigt ha­ben, ist be­acht­lich: Ne­ben Arndt und Im­mer­mann wa­ren es zum Bei­spiel Karl Sim­rock, Wolf­gang Mül­ler von Kö­nigs­win­ter, Ema­nu­el Gei­bel (1815-1884),Fer­di­nand Frei­li­grath, Gott­fried Kin­kel, Ja­kob Burck­hardt (1818-1897) und Alex­an­der Kauf­mann (1817-1893). Düs­sel­dorf, Köln und be­son­ders Bonn mit sei­ner jun­gen Uni­ver­si­tät er­wei­sen sich als die Zen­tren, von de­nen aus das Ahr­tal als tou­ris­ti­sches Ziel ent­deckt wor­den ist. Al­le we­sent­li­chen Zeug­nis­se aus der In­iti­al­pha­se des Frem­den­ver­kehrs stam­men von Re­prä­sen­tan­ten des Bil­dungs­bür­ger­tums, die sich fast im­mer un­ter­ein­an­der gut kann­ten. Es scheint kaum ein Zu­fall zu sein, dass mit Arndt, Sim­rock und Kin­kel drei frü­he Au­to­ren von grö­ße­ren Ahr­tal­be­schrei­bun­gen ih­re Tex­te aus­ge­rech­net in den Jah­ren ver­fasst ha­ben, in de­nen sie we­gen Dif­fe­ren­zen mit dem preu­ßi­schen Staat nicht ih­ren wis­sen­schaft­li­chen Haupt­in­ter­es­sen nach­ge­hen konn­ten und statt des­sen „un­ver­däch­ti­ge“ Wer­ke schu­fen.

Ernst Mo­ritz Arndt lei­te­te 1844 sei­ne Schil­de­run­gen der land­schaft­li­chen Rei­ze des Ahr­tals mit den Wor­ten ein: Wir be­gin­nen jetzt uns­re Wan­de­run­gen an und um die Ar, oh­ne Be­den­ken der ro­man­ti­sches­te Fluß von al­len, wel­che ih­re Was­ser in den Rhein gie­ßen; so dass man mit Recht sa­gen kann, dass wer in die­sen Ge­gen­den ge­we­sen ist und ver­säumt ihn zu se­hen das Bes­te ver­säumt hat. Zehn Sei­ten spä­ter be­grün­de­te der Weit­ge­reis­te sei­ne Ein­schät­zung: „Bis […] In­sul hat man die wil­de Ar ge­se­hen. Von hier bis Hün­nin­gen mil­dert sie sich all­mä­lig, und er­hebt sich von da bis Kreuz­burg zu dem Ka­rak­ter des Gro­ßen und Er­ha­be­nen. Von Kreuz­burg bis Ar­wei­ler, was dem ge­wöhn­li­chen Wan­de­rer vier Stun­den sind, ist das Fan­tas­ti­sche, Selt­sa­me und Wun­der­vol­le die­ses Flus­ses, wel­ches sich nicht wei­ter be­schrei­ben lässt und wes­we­gen er, selbst Do­nau und Rhein nicht aus­ge­nom­men, durch die Win­dun­gen, Ver­schlin­gun­gen und Fuchs­gän­ge sei­nes Lau­fes und durch die selt­sa­men und über­ra­schen­den Bil­dun­gen sei­ner Ufer in Deutsch­land ein ganz ein­zi­ger Strom ist und wo­ge­gen zum Bei­spiel die wun­der­sa­men Ge­bil­de, die man auch zu San­s­pa­reil in Fran­ken und zu Aders­bach in Böh­men mit Er­stau­nen sieht, nur klein­li­che Spie­le­rei­en der Na­tur dün­ken. Von hier­ab muß da­her der Wan­de­rer je­de hun­dert Schritt still ste­hen und schau­en, weil fast mit je­der Wen­dung der Fü­ße und der Bli­cke auch die Ge­stal­ten und Ab­bil­dun­gen der Ge­stal­ten und Ge­gen­stän­de wech­seln.“

„Das Ahr­thal. Ein Füh­rer von der Mün­dung der Ahr bis zu ih­rer Quel­le. His­to­risch to­po­gra­phi­sche Skiz­zen und na­tur­his­to­ri­sche An­deu­tun­gen“ lau­te­te 1835 der Ti­tel des ers­ten Rei­se­füh­rers für das Tal, ver­fasst von dem Köl­ner Schrift­stel­ler und Leh­rer der Hö­he­ren Bür­ger­schu­le Dr. Ernst Wey­den. Wey­den hat­te zu­vor schon ei­ni­ge Stu­di­en zur Köl­ner Ge­schich­te ge­schrie­ben und spä­ter auch ei­nen Füh­rer über Go­des­berg und das Sie­ben­ge­bir­ge (1838) und das Sieg­tal (1865) vor­ge­legt. Er ge­hör­te si­cher­lich nicht zu den staats­kri­ti­schen Geis­tern sei­ner Zeit, im Ge­gen­teil, sei­ne Loya­li­tät zu Preu­ßen floss auch in den Ahr­tal­füh­rer ein. Wey­dens ein­füh­ren­de Wor­te in sei­nen Füh­rer sind hin­sicht­lich der tou­ris­ti­schen Ent­de­ckung des Ahr­tals im Ge­fol­ge der Rhein­ro­man­tik von be­son­de­rer Be­deu­tung: „Un­ter al­len nörd­li­chen Ne­bent­hä­lern des Rhei­nes näm­lich ver­dient das Ahr­thal, dem die­se Skiz­zen aus­schlie­ß­lich ge­wid­met sein sol­len, vor­züg­lich die Auf­merk­sam­keit al­ler Freun­de der schö­nen Na­tur, da es al­le ih­re Schön­hei­ten in der reichs­ten An­muth und Man­nig­fal­tig­keit in sich schlie­ßt. Und den­noch war es vor we­ni­gen Jah­ren selbst für sei­ne Nach­barn eben so gut, wie nicht vor­han­den. […] Der Na­me Ei­fel schreck­te – zwar zu Un­recht – die Meis­ten ab, hie­her ih­ren Wan­der­stab zu wen­den, und so blieb das Thal völ­lig un­be­kannt.  […] Mö­ge es die­sen Blät­tern, wel­che nur ei­ne flüch­ti­ge Skiz­ze der Na­tur­schön­hei­ten und ge­schicht­li­chen Merk­wür­dig­kei­ten des Ahrtha­les, der nie­der­rhei­ni­schen, klei­nen Schweiz, ge­ben sol­len, ver­gönnt sein, den Ei­nen oder And­ren auf das­sel­be auf­merk­sam zu ma­chen, ihm als treu­er Be­glei­ter und Füh­rer zu die­nen, und den Frem­den, wenn er im Flu­ge über die schö­ne Land­stra­ße da­hin­rollt oder des Rhei­nes Wo­gen auf flüch­ti­gem Kie­le durch­schnei­det, ver­mö­gen, sich zu ei­nem Ab­ste­cher in das ro­man­ti­sche Thal be­wo­gen zu füh­len.“

Für ei­nen sol­chen Ab­ste­cher war­ben bald ei­ni­ge Sei­ten in Karl Sim­rocks weit ver­brei­te­tem Werk „Das ma­le­ri­sche und ro­man­ti­sche Rhein­lan­d“ von 1838. Auch van Has­selt ver­wies 1838/1839 aus­drück­lich auf Wey­dens Dar­stel­lung des Ahr­tals und folg­te ihm in der Dik­ti­on: Es ist „ei­ne be­zau­bern­de Ge­gend, die in mit­ten der Rhein­pro­vinz, an den Pfor­ten von Bonn und Co­blenz, al­le Na­tur­schön­hei­ten Hel­ve­ti­ens zu ver­ge­gen­wär­ti­gen ver­mag. (…) Man fra­ge sich, ob nicht die Schweiz ei­nen ih­rer schöns­ten Thei­le nach der Rhein­pro­vinz ver­pflanzt und ob nicht et­wa der Rhein selbst die­sen köst­li­chen Raub ver­übt ha­be, um ihn in der Ei­fel, zwi­schen Bonn und Co­blenz zu ber­gen, und der Ahr­braut als Mit­ga­be zu brin­gen.“ (Pons­art 1982)

Der aus Neu­wied stam­men­de, zwi­schen­zeit­lich auch in Re­ma­gen un­ter­rich­ten­de und spä­ter in Ko­blenz an der Hö­he­ren Stadt­schu­le tä­ti­ge Leh­rer Dr. h.c. Phil­ipp Wirt­gen (1806–1870), der als be­deu­tends­ter Flo­rist und Pflan­zen­geo­graph der Rhein­lan­de gilt, är­ger­te sich da­ge­gen über all­zu schwär­me­ri­sche Be­schrei­bun­gen des Mit­tel­rheins und brach­te selbst 1839 „Das Ahr­thal und sei­ne se­hens­wer­thes­ten Um­ge­bun­gen. Ein Leit­fa­den für Rei­sen­de“ her­aus.

Sei­nem aka­de­mi­schen Leh­rer Arndt, des­sen „Wan­de­run­gen aus und um Go­des­ber­g“ mit der Ahr­tal­be­schrei­bung end­lich 1844 und in ei­ner zwei­ten Auf­la­ge als „Rhein- und Ahr­wan­de­run­gen“ 1846 er­schie­nen wa­ren, folg­te im glei­chen Jahr 1846 Gott­fried Kin­kel,, des­sen Werk „Die Ahr. Land­schaft, Ge­schich­te und Volks­le­ben. Zu­gleich ein Füh­rer für Ahr­rei­sen­de“ be­reits da­mals als um­fang­reichs­te Dar­stel­lung ei­nen be­son­de­ren Rang ein­nahm. Das Buch er­leb­te meh­re­re Nach­dru­cke und bis heu­te un­ter­schied­lich ge­kürz­te Neu­aus­ga­ben. Noch stär­ker auf die Be­dürf­nis­se der „Ahr­rei­sen­den“ ori­en­tiert, er­schien 1849 ei­ne Aus­ga­be un­ter dem Ti­tel: „Der Füh­rer durch das Ahr­thal nebst Be­schrei­bung der Städ­te Linz, Re­ma­gen und Sin­zi­g“. Kin­kel, in Ober­kas­sel bei Bonn ge­bo­ren, kann­te Ahr­tal und Ei­fel seit Kin­der­ta­gen. Seit 1846 in Bonn ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Pro­fes­sur für Kunst-, Li­te­ra­tur- und Kul­tur­ge­schich­te ein­neh­mend, spiel­te er im brei­te­ren Kon­text der Bür­ger­li­chen Re­vo­lu­ti­on 1848/1849 als An­hän­ger li­be­ra­len, na­tio­na­len und re­pu­bli­ka­ni­schen Ge­dan­ken­guts ei­ne her­aus­ra­gen­de Rol­le.

Rech­net man die kür­ze­ren Dar­stel­lun­gen des Ahr­tals in Rhein­rei­se­füh­rern der glei­chen Zeit hin­zu, er­kennt man die er­staun­li­che Viel­falt an Schrif­ten auch da­mals schon re­nom­mier­ter Au­to­ren über die­ses Tal. Der in Bild und Wort häu­fig an­zu­tref­fen­de Be­zug zum „Rhein“ und zur „Schwei­z“ ge­nüg­te als Ver­weis auf die her­aus­ra­gen­den Qua­li­tä­ten des Ahr­tals. Und wie die Ma­ler wa­ren sich auch die Li­te­ra­ten ei­nig: Der land­schaft­li­che Hö­he­punkt be­fand sich zwi­schen Al­te­n­ahr und May­schoß im Um­feld und auf der Rui­ne der Burg Are, wie Karl Ba­ede­ker 1849 no­tier­te, der „Glanz­punkt des gan­zen Ahrt­hals, in die­ser Ei­gen­t­hüm­lich­keit von kei­ner des Rheinthals er­reich­t“. Die Re­zep­ti­on des Ahr­tals zeigt vie­le Par­al­le­len zum Rhein, ob­gleich sich das Tal nicht son­der­lich für ei­ne da­mals ak­tu­el­le po­li­ti­sche Auf­la­dung mit an­ti­fran­zö­si­schem Ak­zent eig­ne­te.

Den­noch ent­hält Kin­kels Buch, nur zwei Jah­re vor der Deut­schen Re­vo­lu­ti­on 1848 er­schie­nen, zeit­ty­pi­sche Ele­men­te, wenn er zum Bei­spiel sei­nen Wan­der­freund Ja­kob Burck­hardt, der von ei­nem mit­ter­nächt­li­chen feucht-fröh­li­chen Um­trunk im Al­te­n­ah­rer Tun­nel dich­te­risch Zeug­nis gab, in zu­gleich ro­man­ti­scher wie auch li­be­ral-pa­trio­ti­scher Tra­di­ti­on zi­tier­te:

„[…] Drau­ßen – wie zu ei­ner Hoch­zeit hat die kla­re Früh­lings­nacht

Al­le Fel­sen rings um­krän­zet mit der ew`gen Ster­ne Pracht.

Se­lig­froh im Fest­es­sturm­schritt eilt die Schar zum Fel­sen­gang,

Los bricht wie mit Don­ner­to­sen dort der ju­beln­de Ge­sang.

Dann ge­trun­ken, dann ge­ru­fen: ´Al­te­n­ahr hoch, drei­mal hoch!`

´Teu­fels­lei, sie mö­ge le­ben hoch! und drei­mal hö­her noch!`

´Ja, die gan­ze Eif­fel le­be!`schreit ein gu­ter Trie­rer drein  –

´Únd der Wes­ter­wald!` ein And­rer, und ein Drit­ter: ´Hoch der Rhein!`

´Und der Harz!`  –  ´Und hoch die Al­pen!`  –  ´Und Thü­rin­gens Wal­des­nacht!`

´Nein, der gro­ßen Mut­ter Al­ler sei ein feu­rig Hoch ge­bracht!`

´Ha, wie dröhnt es durch die Nacht von Fel­sen­wand zu Fel­sen­wand!` –

´Auf, die Fa­ckeln hoch! Stimmt an: Was ist des Deut­schen Va­ter­land?`

Wie sie aus dem Fel­sen tre­ten – schö­ner glänzt der Ster­ne Chor,

Sü­ßer duf­ten al­le Wie­sen – schwebt um uns ein Zau­ber­flor?

Nein, es ist die Macht des Lie­des, das vom Va­ter­lan­de singt

Und ver­borg­ne Lieb` im Bu­sen still zu sel`gem Blü­hen bringt! […]“.

Das Ge­dicht ver­weist nicht nur auf Ernst Mo­ritz Arndts be­rühm­te Ver­se von 1813 „Was ist des Deut­schen Va­ter­lan­d“, son­dern auch auf For­mu­lie­run­gen, wie sie in Hoff­mann von Fal­lers­le­bens (1798-2874) „Lied der Deut­schen“ (1841) und ähn­li­chen Tex­ten ver­tre­ten sind. Die­sen As­pekt un­ter­schla­gen al­le Neu­aus­ga­ben von Kin­kels Ahr­buch, wenn sie zum Bei­spiel auf Burck­hardts Ge­dicht dort ver­zich­ten oder um die ent­spre­chen­den Stro­phen kür­zen. Gänz­lich un­po­li­tisch sind die Rei­se­füh­rer­tex­te al­so nicht. War­um aber war es an der Ahr so schön, dass sie durch zahl­lo­se Be­su­cher zu ei­nem tou­ris­ti­schen Ziel wur­de?

3. Das Erleben der Landschaft

Es wa­ren die am Be­ginn des Ka­pi­tels zi­tier­ten Fel­sen des Mitt­le­ren Ahr­tals, zu­nächst bei der Bun­ten Kuh (Wal­porz­heim), dann noch bes­ser bei der Loch­müh­le (May­schoß) und nicht mehr zu über­tref­fen bei Al­te­n­ahr: bei Son­nen­auf­gang, bei Tag, bei Son­nen­un­ter­gang, bei Mon­den­schein, bei Herbst­ne­bel, bei Re­gen. Es wa­ren die Ab­grün­de, die Schroff­heit, die Za­cken und Klüf­te, der Kon­trast zwi­schen Düs­ter­nis hier und glei­ßen­dem Licht dort, die Kühn­heit der Burg Are, die Ver­schlun­gen­heit des Tals, wel­che die Ge­müts­la­ge al­ler Au­to­ren - und of­fen­sicht­lich auch ih­rer Le­ser - im Gra­de zwar un­ter­schied­lich, aber doch grund­sätz­lich be­weg­ten und hier in we­ni­gen Bei­spie­len zi­tiert sei­en:

Wey­den an der Bun­ten Kuh bei Wal­porz­heim: „Grau­sen er­fasst den Wand­rer, wenn er über den schma­len Fels­pfad, der müh­sam den sich steil an­t­hür­men­den rie­si­gen Fel­sen­mas­sen am lin­ken Ah­ru­fer in dem düs­tern Tha­le hin­ter Wal­porz­heim ab­ge­won­nen, da­hin schrei­tet, und der Gisch des wild hin­brau­sen­den Stro­mes sei­nen Fuß be­netzt, gi­gan­ti­sche Schat­ten­bil­der ihn flüch­tig um­spie­len. Ein­zel­ne Fels­blö­cke schei­nen, von der schwin­deln­den Hö­he weit­her­über­ra­gend, ihn zer­schmet­tern zu wol­len, und ge­ben durch ih­re ma­le­risch wil­de Schich­tung, ih­re man­nig­fal­ti­gen gro­tes­ken For­men der Phan­ta­sie rei­che Nah­rung, be­son­ders wenn wech­seln­de Be­leuch­tung dem en­gen Tha­le ih­re ma­gi­schen Ef­fek­te leiht.“

Er ver­stand es, sei­ne Weg­be­schrei­bung von Dernau über die Hö­he bis ober­halb Al­te­n­ahr, noch über dem Wei­ßen Kreuz, dra­ma­tisch zu stei­gern und in der An­be­tung Got­tes gip­feln zu las­sen:

„Der trunk­ne Blick kann hier sich selbst kaum trau­en,

Weit starrt er hin, ur­plötz­lich fest ge­bannt;

Vor An­dacht bebt die See­le und vor Grau­en,

Da nim­mer sie ge­ahnt, was sie hier fand.

Die Fel­sen steil sich über Fel­sen bau­en

Ge­krönt mit Wald und Re­ben bis zum Rand

Des Stroms, der brau­send hier vor­über­rauscht,

Und tief ver­steckt dort hin­ter Ber­gen lauscht.

Es wech­seln in dem bunt­ver­schlung`nen Tha­le

In ho­her Pracht die Schre­cken der Na­tur

Mit ih­rem schöns­ten Schmuck; mit ei­nem Ma­le

Ent­schlei­ert hier sie ih­rer All­macht Spur - “

Arndt kam 1830 da­ge­gen von der Ober­ahr tal­ab­wärts nach Al­te­n­ahr und be­stieg dann Burg Are: „Die­se bei­den, Kreuz­burg und Al­de­nar, sind die wun­der­volls­ten Stel­len an dem gan­zen Strom, doch be­hält Al­de­nar auch vor dem ers­te­ren bei wei­tem den Preis. Wenn man sich hier ge­stärkt hat, be­steigt man die Trüm­mer des Schlos­ses […]. Von der Hö­he die­ser Trüm­mer her­ab ge­nie­ßt man ein Stünd­chen der schöns­ten und sel­tens­ten Aus­sicht, die ge­dacht wer­den kann. Auf der ei­nen dem düs­tern Nor­den zu­ge­kehr­ten Sei­te die schroffs­ten fürch­ter­lich durch­zack­ten Fel­sen­ufer, 600 bis 700 Fuß so steil auf­stei­gend, dass dem Bli­cke zwei­felt, ob ei­ne Gem­se sol­che jä­hen Wän­de hin­an­lau­fen kön­ne, auf der an­de­ren ein sanf­te­res Ge­sta­de, fast bis an den Gip­fel hin­an mit Re­ben be­klei­det. Das Wun­der­sams­te aber sind die Schlin­gun­gen des Stroms um und durch die­se Fel­sen­mau­ern, wel­che den Schau­en­den so täu­schen, dass er meh­re­re In­seln zu se­hen und den Strom drei vier Mal wie­der wie zu­rück­lau­fend wähnt, wie ihm auch be­geg­net, dass er nicht weiß, ob er an dem lin­ken oder rech­ten Ufer des­sel­ben wan­delt: ei­ne Täu­schung, die bei dem selt­sa­men Lau­fe des Flus­ses auch die fol­gen­den zwei Stun­den We­ges noch mehr­mals wie­der­kehrt, doch nicht in der­sel­ben bun­ten fan­tas­ti­schen Art wie hier. Dar­um ist und bleibt hier auf die­sem Punk­te, auf dem Wip­fel der al­ten Burg, die er­ha­bens­te Stel­le der Ar, wo man an­be­ten muß.“

Ne­ben Hin­wei­sen auf wei­te­re Aus­sichts­punk­te (Fel­sen­ter­ras­se für den Kron­prin­zen­be­such 1833, wei­ßes Kreuz, Berg­rü­cken dar­über, Teu­fels­loch) emp­fah­len Wirt­gen und Kin­kel mit über­schwäng­li­chen Wor­ten auch ei­nen Gang durch das un­weg­sa­me Lang­fig­tal, den Ahr­bo­gen bei Al­te­n­ahr.

Die Fel­sen­land­schaft um Al­te­n­ahr mit der zen­tra­len Burg­rui­ne ver­ein­te künst­le­ri­sche, his­to­ri­sche, li­te­ra­ri­sche, pa­trio­ti­sche und tri­via­le Rhein­ro­man­tik. Und weil „die Schwei­z“ nach da­ma­li­gem Emp­fin­den der In­be­griff des­sen war, was ei­ne See­le von ei­ner Land­schaft er­träu­men konn­te, war hier „die Schwei­z“. Wahr­haf­tig ein Schwei­ze­ri­sches Tal, be­kun­de­te selbst der Nie­der­län­der Ma­ler Christ und, um das Bild har­mo­nisch ab­zu­run­den, schil­der­te er, dass auf dem Bel­ve­de­re der Burg Are ei­ne Grup­pe von mu­si­zie­ren­den Wald­horn­blä­sern stand, de­ren Echo zwi­schen den Fel­sen hall­te, und aus der Al­te­n­ah­rer Kir­che Cho­rä­le her­über­weh­ten (Aan­te­e­ke­nin­gen 1840). Das war dem bür­ger­lich ro­man­ti­schen Zeit­geist ge­mäß nun wirk­lich nicht mehr zu über­tref­fen und Ba­ede­ker hielt für Kreuz­berg ab­schlie­ßend fest: Die se­hens­wer­ten Ge­gen­den des Ahrtha­les hö­ren hier auf, und man thut wohl, auf dem­sel­ben We­ge wie­der an den Rhein zu­rück zu keh­ren.

Erst die Fel­sen, die „Schwei­z“, dann die Burg­rui­nen und in we­sent­li­chem Ab­stand da­zu der Wein wa­ren die kul­tur­land­schaft­li­chen At­trak­tio­nen des frü­hen, ro­man­ti­schen Tou­ris­mus im Ahr­tal. Auf die tie­fe­re Be­deu­tung des Be­grif­fes „Schwei­z“ wur­de schon hin­ge­wie­sen. „Ro­man­ti­sch“ mein­te ur­sprüng­lich „ro­man­haft-mit­tel­al­ter­li­ch“ (Spo­de). Die tou­ris­ti­sche In­wert­set­zung der kul­tur­land­schaft­li­chen Ele­men­te, die wie Burg­rui­nen und mau­er­um­wehr­te Städ­te mit­tel­al­ter­li­che Zeug­nis­se dar­stel­len, ver­wan­del­te ei­ne Rei­se über wei­te Stre­cken zu ei­ner Pil­ger­fahrt in die Tie­fe na­tio­na­ler My­then. Mit den „got­hic no­vel­s“ im Eng­land des 18. Jahr­hun­derts und dann am Mit­tel­rhein war die Idee we­nig mehr als ei­ne Ge­ne­ra­ti­on zu­vor ge­bo­ren wor­den, die sich an der Ahr zwi­schen 1830 und 1850 als höchst vi­tal er­wies. Es wur­den hier zwar kei­ne neu­en My­then, ver­gleich­bar der „Lo­re­ley“, ge­schaf­fen, aber man gar­nier­te die his­to­ri­schen Schil­de­run­gen reich­lich mit Le­gen­den und Sa­gen in Poe­sie und Pro­sa, ein Dar­stel­lungs­sche­ma der „li­te­ra­ri­schen Rhein­ro­man­ti­k“, dem al­le frü­hen Ahr­talau­to­ren ge­folgt sind. Be­flü­gelt durch die „pa­trio­ti­sche Rhein­ro­man­ti­k“ wur­de die Er­for­schung und Ver­brei­tung der Ge­schich­te des mit­tel­al­ter­li­chen Kai­ser­reichs bis in ih­re lo­ka­len Ver­äs­te­lun­gen für Re­stau­ra­ti­on und Li­be­ra­lis­mus glei­cher­ma­ßen zur Vor­aus­set­zung und Recht­fer­ti­gung des Na­tio­nal­staats­ge­dan­kens. Ahr­tal und Hoch­ei­fel bo­ten da mit ih­ren vie­len, zu­dem spek­ta­ku­lär ge­le­ge­nen Burg­rui­nen rei­chen Stoff für na­tio­na­le Ge­füh­le.

Im Ver­gleich zu Fel­sen und Burg­rui­nen er­fuhr die Wein­bau­land­schaft erst an drit­ter Stel­le ih­re tou­ris­ti­sche Wür­di­gung. Wein­bau an Rhein, Mo­sel, Lahn und Ahr ge­hör­ten um 1820/1850 noch zu den Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten der Re­gi­on. Das war für Ma­ler und Li­te­ra­ten wie auch Be­su­cher aus Düs­sel­dorf, Köln und Bonn nichts Be­son­de­res, denn noch do­mi­nier­te die Agrar­ge­sell­schaft. Der Wein selbst er­hielt hin­sicht­lich sei­nes Ge­schmacks durch­weg freund­li­che, aber nicht ge­nau­er um­schrie­be­ne Kom­men­ta­re. Spe­zi­el­le Hin­wei­se auf ein­zel­ne Win­zer oder Schank­stu­ben fehl­ten fast völ­lig. Wein­ge­nuss im heu­ti­gen Sin­ne je­den­falls, in­sze­niert und ze­le­briert in Gour­met-Tem­peln, kom­for­ta­blen Wein­kel­lern und rus­ti­ka­len Schän­ken, wur­de we­der von den Win­zern ge­bo­ten, noch von den Be­su­chern des Ahr­tals ge­sucht.

Der Blick in die Tou­ris­mus­ge­schich­te des Ahr­tals be­weist, dass wie das UNESCO-Welt­er­be Obe­res Mit­tel­rhein­tal auch die Mit­telahr ei­ne hoch­gra­dig as­so­zia­ti­ve tou­ris­ti­sche Kul­tur­land­schaft ist. An­ge­sichts der en­gen räum­li­chen und zeit­li­chen Ver­flech­tung der Ent­ste­hung des Rhein- und Ahr­tou­ris­mus ist die­se Er­kennt­nis nicht über­ra­schend. Ro­man­ti­sche, bür­ger­li­che See­len ha­ben sich in Kunst und Li­te­ra­tur ih­re Traum­bil­der zu­erst kon­stru­iert, dann in der Rea­li­tät ge­sucht und schlie­ß­lich in der Schweiz, am Mit­tel­rhein und nicht zu­letzt im Ahr­tal auch ge­fun­den. Der „Staa­t“ in un­se­rem heu­ti­gen Sin­ne spiel­te kei­ne ak­ti­ve Rol­le als be­wuss­ter För­de­rer des Tou­ris­mus, ob­wohl man die wirt­schaft­li­chen Po­ten­tia­le die­ses Er­werbs­zweigs durch­aus ge­se­hen hat. Den­noch war die Be­deu­tung des „Staa­tes“ nicht un­we­sent­lich, da die pa­trio­ti­sche Rhein­ro­man­tik ein Re­flex auf die herr­schen­den po­li­ti­schen Ver­hält­nis­se des na­po­leo­ni­schen wie auch re­stau­ra­ti­ven Zeit­al­ters ge­we­sen ist. Die Ent­de­ckung der Ahr, der „nie­der­rhei­ni­schen Schwei­z“, für den Tou­ris­mus um 1820 war al­so un­trenn­bar mit der künst­le­ri­schen, his­to­ri­schen, li­te­ra­ri­schen, pa­trio­ti­schen und tri­via­len Rhein­ro­man­tik ver­bun­den. Al­te­n­ahr wur­de das Zen­trum des frü­hen Frem­den­ver­kehrs im Mitt­le­ren Ahr­tal. Bad Neue­nahrs Auf­schwung zum „Rhei­ni­schen Karls­ba­d“ folg­te erst Jahr­zehn­te spä­ter. Hoch­ei­fel, Obe­re und Jun­ge Ahr blie­ben noch lan­ge tou­ris­ti­sches Pio­nier­land. Wie aber ge­stal­te­te sich der Wan­del des Images der Mit­telahr auf dem Weg zur Ge­gen­wart hin?

 

4. Von der „niederrheinischen Schweiz“ zum „Paradies für Genießer“

1926 er­schien der ers­te „Hei­mat­ka­len­der für den Kreis Ahr­wei­ler“. In sei­nem An­zei­gen­teil be­fin­det sich ein Text der Kreis­ver­wal­tung Ahr­wei­ler „Die Mit­tel-Ahr“, in dem es un­ter an­de­rem hei­ßt: „Hier brü­tet die Son­ne mit süd­län­di­scher Kraft und lässt in den stei­len Hän­gen den herr­lichs­ten deut­schen Rot­wein her­an­rei­fen. Die­ser, lei­der im ei­ge­nen Va­ter­lan­de we­ni­ger ge­kann­te Edel­trop­fen nimmt es mit dem schwe­ren Süd­bur­gun­der Frank­reichs voll auf und bot sei­nen bie­de­ren Win­zern bis nach dem Krie­ge, wenn auch ein kar­ges, so aber ge­nü­gen­des Brot. Nun, da den weit bil­li­ge­ren Süd­wei­nen Tür und Tor ge­öff­net sind, schei­det der Wein­bau und -Han­del an der Ahr als Haupt­fak­tor im Er­werbs­le­ben aus. An sei­ne Stel­le muss der (Frem­den-)Ver­kehr tre­ten. An­zie­hungs­punk­te hier­für be­sitzt die Ahr über­reich­lich. Die gan­ze Mit­telahr bil­det auf ih­rem 15 km Lauf ein ein­zi­ges zu­sam­men­hän­gen­des Pa­ra­dies, zu dem un­ter­halb das herr­li­che Welt- und Lu­xus­bad Neue­nahr die wür­digs­te Ein­tritts­pfor­te dar­stellt. […] Ge­gen 80 Gast­stät­ten im Ge­bie­te der Mit­telahr wer­den al­len An­sprü­chen der Som­mer­frisch­ler, Pas­san­ten und Wan­de­rer ge­recht. […] Deut­sche! Be­su­chet die Ahr und trinkt deut­schen Rot­wein!“

Meh­re­re As­pek­te an die­sem Text sind be­mer­kens­wert: Nicht mehr die Fel­sen- und Bur­gen ste­hen im Vor­der­grund der Wer­bung, son­dern der Wein selbst, aus­drück­lich der Rot­wein als Al­lein­stel­lungs­merk­mal in Deutsch­land und we­ni­ger die Wein­bau­land­schaft. Dem Wein­bau geht es schlecht. Ab­satz­pro­ble­me in­fol­ge Un­kennt­nis der deut­schen Kon­su­men­ten, bil­li­ge Kon­kur­renz aus dem Sü­den, Ab­kehr vom Win­zer­be­ruf und Rück­gang der Reb­flä­chen kenn­zeich­nen die Si­tua­ti­on. Das tou­ris­ti­sche Po­ten­ti­al wird den­noch auf­fal­lend hoch und als al­ter­na­ti­ve Er­werbs­quel­le be­wer­tet. Schon das jet­zi­ge An­ge­bot spricht län­ger ver­wei­len­de Gäs­te an („Som­mer­frisch­ler“), ist aber be­son­ders auf Kurz­zeit- und Ta­ges­gäs­te ein­ge­rich­tet („Pas­san­ten“, „Wan­de­rer“). Der Ver­weis auf Neue­nahr zielt auf Mit­nah­me­ef­fek­te im Wind­schat­ten des un­mit­tel­bar be­nach­bar­ten, un­gleich grö­ße­ren Kur­tou­ris­mus, des­sen ei­ge­ne Pro­ble­me man ver­schweigt. Ei­ne (kom­mu­na­le) Be­hör­de or­ga­ni­siert die Ver­mark­tung des tou­ris­ti­schen An­ge­bots und zum Teil un­ab­hän­gig da­von die Wein­wer­bung. Nicht nur der Ahr­tal­be­su­cher mö­ge deut­schen Rot­wein trin­ken!

5. Weinabsatzkrise und Tourismus (1919-1939)

Die Grün­de für den Po­si­ti­ons­wech­sel des Weins von Platz Drei des tou­ris­ti­schen Ahr­tal-Images auf Platz Eins lie­gen in re­gio­na­len und na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen. Im Ge­fol­ge des durch die In­dus­tria­li­sie­rung aus­ge­lös­ten ge­sell­schaft­li­chen Wan­dels, mas­si­ver Struk­tur­schwä­chen des re­gio­na­len Wein­baus (Kleinst­be­sitz, Zer­split­te­rung der Par­zel­len, man­gel­haf­te Er­schlie­ßung durch We­ge usw.) und Auf­tre­tens des schlimms­ten Schäd­lings, der Reb­laus, er­leb­te auch das Ahr­tal ei­nen dra­ma­ti­schen Ein­bruch sei­nes Wein­baus.

Da­bei wird deut­lich, dass nach ei­ner Reb­land­aus­deh­nung im 19. Jahr­hun­dert der stärks­te Rück­gang in den bei­den Jahr­zehn­ten am Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts be­son­ders die Un­ter­ahr ge­trof­fen hat (mi­nus 72 Pro­zent!). Die­se Si­tua­ti­on an der Un­ter­ahr und ent­lang des Rheins er­klärt die Kon­zen­tra­ti­on der tou­ris­ti­schen „Wei­nahr“ auf die Mit­telahr. Seit den 1920er Jah­ren ge­hör­ten naht­los re­ben­be­stan­de­ne Hän­ge nicht mehr zu den Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten des Un­te­ren Mit­tel­rheins und Ahr­tals, wie es noch im 19. Jahr­hun­dert ge­we­sen war. Wer jetzt aus den Groß­städ­ten an Nie­der­rhein und Ruhr an­reis­te, sah zu­nächst ent­lang des Rheins über­wie­gend auf­ge­las­se­nes Reb­land und traf erst an der Mit­telahr trotz auch dor­ti­ger Flä­chen­ver­lus­te auf ei­ne re­la­tiv ge­schlos­se­ne Wein­bau­land­schaft. Wenn der Wein­ab­satz hier vom Frem­den­ver­kehr pro­fi­tier­te, war das nicht das Er­geb­nis ei­ner von den hei­mi­schen Win­zern be­wusst ent­wi­ckel­ten Stra­te­gie, son­dern ein er­freu­li­cher Ne­ben­ef­fekt. Die de­mo­kra­ti­sche Ver­fas­sung der Wei­ma­rer Re­pu­blik und das wirt­schafts- und so­zi­al­po­li­ti­sche En­ga­ge­ment der Par­tei­en der „Wei­ma­rer Ko­ali­ti­on“ schu­fen die Grund­la­ge für die im Kai­ser­reich sel­te­nen (zum Bei­spiel „Ei­fel­fond­s“ 1883) und jetzt häu­fi­gen In­itia­ti­ven des Staa­tes zur re­gio­na­len Wirt­schafts-, das hei­ßt in die­sem Fall Wein­ab­satz­för­de­rung, die trotz der Wid­rig­kei­ten in­fol­ge der fran­zö­si­schen Be­sat­zung (bis 1930) stark auf die Schaf­fung und den Aus­bau tou­ris­ti­scher Po­ten­tia­le setz­ten.

Ha­ben die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten und ihr to­ta­li­tä­rer Staat den Tou­ris­mus und die tou­ris­ti­sche In­wert­set­zung der Kul­tur­land­schaft an der Wei­nahr ge­gen­über dem de­mo­kra­ti­schen und li­be­ra­len Staat ver­än­dert? Im Fall der „Wei­nahr“ lässt sich die Fra­ge mit „Nein“ be­ant­wor­ten. Die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ha­ben le­dig­lich mehr Pro­pa­gan­da ge­macht. Wei­ter­hin ging es hier in der Haupt­sa­che um ei­ne Stei­ge­rung des Wein­ab­sat­zes und nicht um den Tou­ris­mus för­dern­de, kost­spie­li­ge Maß­nah­men wie Bau von Wan­der­we­gen oder Aus­sichts­tür­men. Der to­ta­li­tä­re Staat war al­ler­dings in der La­ge, „Wein­pa­ten­schaf­ten“ zwi­schen den Win­zer­dör­fern der Ahr und vor­wie­gend nord-, in ge­rin­ge­rem Ma­ße auch süd­deut­schen Krei­sen und Städ­ten zu ver­ord­nen, die den Wein­ab­satz und die Ver­kaufs­prei­se tat­säch­lich auch er­heb­lich stei­ger­ten (Dö­ring). Die Idee der­ar­ti­ger Part­ner­schaf­ten war nicht neu und schon Jah­re zu­vor prak­ti­ziert wor­den, nur eben frei­wil­lig und nicht ver­ord­net. Die För­de­rung des Wein­ab­sat­zes er­hielt jetzt selbst in ei­ner Lo­kal­zei­tung ei­ne be­zeich­nen­de zu­sätz­li­che Recht­fer­ti­gung, da sich vie­le An­bau­ge­bie­te im Wes­ten des Deut­schen Reichs be­fan­den. Sie war nicht an der Ahr er­fun­den wor­den und wur­de von nur we­ni­gen in ih­rem hin­ter ver­brei­te­ten na­tio­na­len Pa­ro­len ver­deckt ag­gres­si­ven Cha­rak­ter er­kannt oder ernst ge­nom­men: „Das Wein­land der West­mark ist Schick­sals­land deut­scher Ge­schich­te. Nicht zu­letzt sind es die Win­zer, die im­mer wie­der, erd­ver­bun­den ih­rer Hei­mat­schol­le, der sie ihr kar­ges Da­sein ab­rin­gen müs­sen, an der West­gren­ze die treue Wacht hal­ten. Wirt­schaft­li­che Stär­kung die­ser Volks­tei­le hei­ßt po­li­ti­sche Stär­kung der Grenz­wacht.“ (Ahr­wei­ler Zei­tung 19.10.1935, zi­tiert nach Dö­ring 2001).

An­läss­lich des ers­ten „Wein- und Win­ze­rin­nen-Fes­tes“ An­fang Ok­to­ber 1933 in Al­te­n­ahr hat­te der Köl­ner Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Gün­ter Rie­sen (1892-1951, Amts­zeit 1933-1936) die Pa­ten­schaft über Al­te­n­ahr und sei­nen Wein­bau über­nom­men und da­mit das Mus­ter ge­lie­fert, das zwi­schen 1935 und 1937 durch den Reichs­nähr­stand als „Win­zer­hilfs­wer­k“ reichs­weit in hun­der­ten Pa­ten­schaf­ten ko­piert wur­de. Die Win­zer­fes­te auch an­de­ren­orts wa­ren 1935 bis 1937 Tei­le ei­nes reichs­wei­ten „Fes­tes der deut­schen Trau­be und des Wei­nes“. 1937 und 1938 trat das zen­tra­le „Wein­fest der West­mar­k“ an sei­ne Stel­le. Ar­beits­lo­sig­keit in ge­werb­li­chen Be­ru­fen und ein sich stei­gern­der Wein­ab­satz mach­ten es für man­che Win­zer at­trak­tiv, auf­ge­ge­be­ne Reb­flä­chen wie­der zu ak­ti­vie­ren oder so­gar Neu­flä­chen zu be­sto­cken. Letz­te­rem stand al­ler­dings ein Dik­tum der NS-Agrar­po­li­tik ent­ge­gen: „Wo der Pflug kann ge­hen, darf kei­ne Re­be ste­hen“ (zi­tiert nach Ueing). Hin­zu kam, dass die Win­zer als Re­ak­ti­on auf die Kun­den­wün­sche vor­wie­gend Weiß­wein­sor­ten an­pflanz­ten. Das aber stieß auf den Wi­der­stand des Reichs­nähr­stan­des, der den Auf­bau be­grenz­te und auf Rot­wein kon­zen­trie­ren woll­te. In die­sem Sin­ne ord­ne­te die Kreis­bau­ern­schaft an: „Es soll kei­nen wei­ßen Ahr­wein mehr ge­ben. Das Vor­recht des wei­ßen Wei­nes soll der Mo­sel und dem Rhein über­las­sen blei­ben. Wie kei­ner je­mals auf den Ge­dan­ken kommt, ro­ten Mo­sel­wein zu bau­en, zu kel­tern oder trin­ken zu wol­len, so soll es auch um­ge­kehrt mit dem Ahr­wein sein oder zu min­des­ten wer­den.“ (zi­tiert nach Ueing). Mit Kriegs­be­ginn 1939 und wäh­rend des ge­sam­ten Krie­ges stell­te sich wie­der ei­ne Pha­se der kon­junk­tu­rel­len De­pres­si­on ein, die al­le Er­fol­ge der Pro­pa­gan­da­maß­nah­men der ver­gan­ge­nen Jah­re hin­fäl­lig wer­den ließ.

6. Strukturwandel des Weinbaus und touristische Auswirkungen

Zer­stör­te Städ­te, Mil­lio­nen Aus­ge­bomb­te und Ver­trie­be­ne auf der Su­che nach ei­ner Blei­be, ei­ne zu­sam­men­ge­bro­che­ne Ver­kehrs­in­fra­struk­tur, Nah­rungs­mit­tel- und Brenn­stoff­man­gel, po­li­tisch-ad­mi­nis­tra­tiv auf al­len Ebe­nen die Ver­hält­nis­se im Um­bruch, das sind nur ei­ni­ge von vie­len Fak­to­ren, die nach dem Zwei­ten Welt­krieg im Vor­der­grund des All­tags der Be­völ­ke­rung stan­den. Der all­ge­mei­nen Si­tua­ti­on ent­sprach auch die La­ge im Ahr­tal. Die Gren­ze zwi­schen fran­zö­si­scher und eng­li­scher Be­sat­zungs­zo­ne bei Ro­lands­werth/Meh­lem schnitt das Ahr­tal bis Au­gust 1948 zu­dem von den Groß­städ­ten an Nie­der­rhein und Ruhr ab, dem Quell­ge­biet des hie­si­gen Tou­ris­mus. Wie in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und im ge­sam­ten Mit­tel­rhein­ge­biet wa­ren in­fol­ge der po­li­ti­schen und all­mäh­li­chen wirt­schaft­li­chen Kon­so­li­die­rung ab 1950 auch an der Wei­nahr deut­li­che An­zei­chen ei­nes Wie­der­auf­le­bens des Frem­den­ver­kehrs zu ver­spü­ren. Wend­ling re­sü­mier­te: „Nach der Wäh­rungs­re­form und dem Ab­zug der Be­sat­zungs­mäch­te setz­te dann ein Frem­den­ver­kehr ein, wie ihn das Ahr­tal noch nicht vor­her er­lebt hat.“ Die­ser Be­fund ist hin­sicht­lich der tou­ris­ti­schen In­wert­set­zung der Wein­bau-Kul­tur­land­schaft al­ler­dings ir­ri­tie­rend. Denn gleich­zei­tig tra­ten bald nach 1950 ver­stärkt Er­schei­nun­gen auf, die auf ei­nen ra­pi­den Rück­gang des Wein­baus an der Mit­telahr hin­wie­sen. Ei­ner­seits er­leb­ten die Win­zer­dör­fer Jahr für Jahr an den Som­mer- und erst recht Herbst­wo­chen­en­den ei­nen wach­sen­den Mas­sen­an­sturm mit ent­spre­chen­dem Wein­kon­sum, an­de­rer­seits fie­len im­mer mehr Reb­par­zel­len brach. Gut 50 Jah­re spä­ter zeigt sich, dass die­ser Ent­wick­lung Ein­halt ge­bo­ten wer­den konn­te, der Wein­bau an Mit­tel- und Un­ter­ahr ins­ge­samt - zwar re­du­ziert et­wa auf die hal­be Flä­che des 19. Jahr­hun­derts - so­gar auf­ge­blüht ist.

So wich­tig die durch den mas­sen­haf­ten Tou­ris­mus in­du­zier­ten Ver­än­de­run­gen der Win­zer­dör­fer der Mit­telahr ge­we­sen sein mö­gen, viel au­gen­fäl­li­ger war der Wan­del im Bild der Wein­ber­ge, der bald nach dem Zwei­ten Welt­krieg ei­ne Ent­wick­lung fort­setz­te, de­ren Wur­zeln weit ins 19. Jahr­hun­dert zu­rück­rei­chen. Der 1972 zwi­schen Al­te­n­ahr und Lohrs­dorf (1982 bis Bad Bo­den­dorf ver­län­gert) er­öff­ne­te „Rot­wein­wan­der­we­g“ durch die Reb­hän­ge auf der Son­nen­sei­te der Ahr wur­de nicht nur zum Mar­ken­zei­chen des Ahr­tal-Tou­ris­mus, son­dern er de­mons­triert zu­gleich den be­trächt­li­chen Struk­tur­wan­del, den der Ahr­wein­bau in den ver­gan­ge­nen 60 Jah­ren er­lebt hat. So flos­sen in dem Zu­stan­de­kom­men des ers­ten die Ahr-Win­zer­dör­fer ver­bin­den­den aus­sichts­rei­chen Hang­we­ges die In­ter­es­sen des Wein­baus und Tou­ris­mus auf das engs­te zu­sam­men. Wein­bergs­we­ge hat­te es schon im­mer ge­ge­ben, aber die­se wa­ren aus­nahms­los auf das je­wei­li­ge Dorf aus­ge­rich­tet.

Seit 1957 ha­ben zahl­rei­che Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren die Be­triebs­ver­hält­nis­se und das Land­schafts­bild der Wein­ber­ge grund­le­gend ver­än­dert. Bis es da­zu kam, be­durf­te es je­doch, wie es der Di­rek­tor der Lan­des-Lehr- und Ver­suchs­an­stalt für Land­wirt­schaft, Wein­bau und Gar­ten­bau (Sitz 1902-2003 in Ahr­wei­ler), Ger­hard Stumm, aus­drück­te, „ei­nes lang­wie­ri­gen und nur mit un­er­mess­lich viel Mü­hen her­bei­ge­führ­ten Um­den­kungs­pro­zes­ses bei den ein­zel­nen Win­zern, bis sie die Mög­lich­keit der Struk­tur­ver­bes­se­rung auf­grif­fen.“ Der Land­rat des Krei­ses Ahr­wei­ler, Heinz Kor­bach, der Vor­sit­zen­de der Orts­grup­pe Dernau des Ei­fel­ver­eins, Dr. Karl Nä­kel, und we­ni­ge Mit­strei­ter wa­ren es En­de der 1960er Jah­re, die aus der Viel­zahl der  neu ent­stan­de­nen Wirt­schaft­we­ge ei­ne durch­ge­hen­de Wan­der­rou­te, den Rot­wein­wan­der­weg, er­dach­ten. Die tou­ris­ti­sche In­wert­set­zung der neu struk­tu­rier­ten Wein­ber­ge durch die­sen Pan­ora­ma­weg er­gab sich als sehr preis­wer­ter Zu­satz­nut­zen der be­trächt­li­chen fi­nan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen für die dras­ti­sche Um­ge­stal­tung der tra­di­tio­nel­len Ter­ras­sen­land­schaft.

Da­bei war of­fen­sicht­lich das Bild der Wein­bau­land­schaft bis En­de der 1980er Jah­re se­kun­där. Und es war nicht der Tou­ris­mus, son­dern die Denk­mal­pfle­ge, wel­che 1990 die Fra­ge nach der Schutz­wür­dig­keit al­ter Reb­ter­ras­sen für das Kul­tur­land­schafts­bild auf­ge­wor­fen hat, nach­dem schon seit 1979 mit der Flur­be­rei­ni­gung in Ba­chem Be­lan­ge des Na­tur­schut­zes als Fol­ge des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes von 1976 Ein­gang in die lau­fen­den Ver­fah­ren ge­fun­den hat­ten. Be­denkt man, dass von den ge­gen­wär­tig et­wa 540 Hekt­ar Reb­land im Er­trag von 1957 bis heu­te un­ge­fähr 440 Hekt­ar flur­be­rei­nigt wor­den sind, wird deut­lich, wel­chen Um­fang der Flä­chen­ver­lust der al­ten Ter­ras­sen­land­schaft ein­nimmt und in wel­chem Ma­ße sich das Bild der Wein­bau­land­schaft Ahr­tal ver­än­dert hat. An der Mit­telahr ist ahr­auf­wärts nur vom Ahr­bo­gen um die Saf­fen­burg be­gin­nend, über May­schoß und Reim­erz­ho­fen bis zum Um­feld der Burg Are vor Al­te­n­ahr rei­chend das tra­dier­te Bild weit­ge­hend er­hal­ten ge­blie­ben. Macht man sich zu­sätz­lich be­wusst, dass die Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­ren Ma­ri­en­thal und Dernau I zeit­gleich zu den Bau­maß­nah­men für den sich über 17 Ki­lo­me­ter er­stre­cken­den Re­gie­rungs­bun­ker un­ter den glei­chen Hän­gen voll­zo­gen wor­den sind und dass ein wan­der­freu­di­ger Land­rat mit sei­nen Freun­den aus dem Ei­fel­ver­ein eben­so gleich­zei­tig den Rot­wein­wan­der­weg durch die­ses be­mer­kens­wer­te Ge­län­de durch­ge­setzt hat, dann wird er­kenn­bar, wel­che kom­ple­xen ge­sell­schaft­li­chen Dis­kur­se sich hin­ter ei­ner auch tou­ris­ti­schen In­wert­set­zung von Kul­tur­land­schaf­ten an der Ober­flä­che und im - wie man bald fest­stel­len muss­te - eben nicht atom­bom­ben­si­che­ren Un­ter­grund ver­ber­gen kön­nen.

Der Wan­del in Struk­tur und Land­schafts­bild des Wein­baus an der Ahr hat­te aber auch Fol­gen für das tou­ris­ti­sche Image der Re­gi­on. Ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on von Win­zern setz­te seit Be­ginn der 1980er Jah­re ver­stärkt auf Qua­li­täts­wein­bau, nach­dem ei­ni­ge Skan­da­le zu­vor den hie­si­gen Wein zu Un­recht pau­schal un­ter Ma­ni­pu­la­ti­ons­ver­dacht ge­bracht hat­ten. Nicht mehr die Mas­se der Trau­ben war ent­schei­dend, son­dern, im wah­ren Sin­ne des Wor­tes, die Aus­le­se, die schon bei den her­an­wach­sen­den Trau­ben be­ginnt, im Kel­ler durch in­no­va­ti­ve Ver­fah­ren ih­re Fort­set­zung fin­det und in ei­ner an­spre­chen­den Ver­mark­tung en­det. Zahl­rei­che höchs­te Prä­mie­run­gen ha­ben dem Ahr­wein seit­dem zu neu­em An­se­hen weit über die Re­gi­on hin­aus ver­hol­fen.

In den gut 90 Jah­ren von 1919 bis heu­te hat sich an der Ahr durch wach­sen­den Ein­fluss des Staa­tes das zu­nächst lo­se Ver­hält­nis zwi­schen Wein­bau­land­schaft und Tou­ris­mus im­mer mehr zu ei­ner sich ge­gen­sei­tig be­güns­ti­gen­den Sym­bio­se ent­wi­ckelt, die im Bild der Land­schaft mar­kan­ten Nie­der­schlag ge­fun­den und ih­re Wahr­neh­mung durch Ein­hei­mi­sche wie Tou­ris­ten be­wusst und un­be­wusst ge­prägt hat. Die Fel­sen- und Bur­gen­land­schaft der „nie­der­rhei­ni­schen Schwei­z“ ver­schwand als At­trak­ti­on aus dem tou­ris­ti­schen Be­wusst­sein, an ih­re Stel­le trat mehr und mehr der Wein. Ging es bis cir­ca 1955 vor­nehm­lich um den Wein­ab­satz för­dern­de Maß­nah­men, die kaum Ein­fluss auf das Bild der Kul­tur­land­schaft hat­ten, fand die Ver­bes­se­rung der Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen durch die Wein­bergs­flur­be­rei­ni­gun­gen star­ken kul­tur­land­schaft­li­chen Nie­der­schlag. Was in ers­ter Li­nie für die Über­le­bens­fä­hig­keit der Win­zer­be­trie­be ge­dacht war, wur­de zu­sätz­lich ein tou­ris­ti­scher Ma­gnet für Hun­dert­tau­sen­de. Er­folg­reichs­tes Bei­spiel ist der Rot­wein­wan­der­weg, der seit 1972 ei­ne Per­spek­ti­ve auf das Ahr­tal er­öff­net, die es so nie zu­vor ge­ge­ben hat. Ein Blick in den Tou­ris­mus­ka­ta­log „Ahr, Rhein, Ei­fel. Drei­mal so gut!“ von 2009 do­ku­men­tiert die heu­ti­ge Sicht, war­um ein Be­such des Ahr­tals loh­nens­wert er­scheint:

„Die Ahr - Pa­ra­dies für Ge­nie­ßer“

„Wer ein­mal hier war, kommt im­mer wie­der! Denn das idyl­li­sche Ahr­tal zählt zu den schöns­ten Sei­ten­tä­lern des Rheins. Das be­son­ders mil­de Kli­ma und die Schön­heit der ab­wechs­lungs­rei­chen Na­tur zie­hen Na­tur­lieb­ha­ber in ih­ren Bann. Wein­freun­de aus al­ler Welt sind be­geis­tert von den Rot­wein­spe­zia­li­tä­ten der Ahr, ins­be­son­de­re von Früh- und Spät­bur­gun­der und Fein­schme­cker schät­zen vor al­lem die Viel­falt ex­qui­si­ter Re­stau­rants und Gast­stät­ten. Ge­sund­heits­be­wuss­te fin­den hier Er­ho­lung und an­er­kann­te Pro­gram­me zur Ge­sund­heits­för­de­rung. Ein Auf­ent­halt im Ahr­tal ist al­so in je­dem Fall ein Ge­nuss für al­le Sin­ne!“

Literatur

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Rebflächen im Ahrtal 1820-2007.

 
Zitationshinweis

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Haffke, Jürgen, 200 Jahre Ahrtal-Tourismus Von der „niederrheinischen Schweiz“ zum „Paradies für Genießer“, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/200-jahre-ahrtal-tourismus-von-der-niederrheinischen-schweiz-zum-paradies-fuer-geniesser/DE-2086/lido/57d128fd1a8294.52801302 (25.05.2018)