Die Universität Bonn und der Geist Wilhelm von Humboldts

René Schulz (Bonn) & Helmut Rönz (Bonn)

Wilhelm vom Humboldt (1767-1835), Gemälde von Gottlieb Schick (1776-1812), Rom, 1808/1809, Öl/Leinwand. (Deutsches Historisches Museum, Berlin / A. Psille, Inv.-Nr.: Gm 97/19)

Die Uni­ver­si­tät Bonn war mit ih­rer Grün­dung am 18. Ok­to­ber 1818 die drit­te neue Uni­ver­si­tät Preu­ßens in­ner­halb von nur acht er­eig­nis­rei­chen Jah­ren zwi­schen Sieg und Nie­der­la­ge, re­for­me­ri­schem Auf­bruch und Be­har­rung. Ihr vor­aus­ge­gan­gen wa­ren die Uni­ver­si­tä­ten Ber­lin und Bres­lau, mit de­nen sie lan­ge Zeit zu­nächst ei­ne Na­mens­lo­sig­keit und schlie­ß­lich ih­ren Na­men – Fri­de­ri­co-Guil­hel­mi­na, Fried­rich-Wil­helms-Uni­ver­si­tät – teil­te. Die­se Hoch­schu­len ver­bin­det aber we­sent­lich mehr als die­se Äu­ßer­lich­kei­ten, näm­lich der Ty­pus der hum­boldt­schen Re­for­m­u­ni­ver­si­tät, der in Ber­lin sei­nen Aus­gang nahm und auch in Bonn sei­ne Ver­wirk­li­chung fand. Bei die­sem Ty­pus han­delt es sich nicht bloß um ei­ne Er­fin­dung der Jahr­hun­dert­wen­de, wie et­wa Syl­via Pa­let­schek in Ver­ken­nung von Wir­kung und Fort­le­ben der Re­for­men Hum­boldts be­haup­te­te. Auch wenn der Be­griff der hum­boldt­schen Re­for­m­u­ni­ver­si­tät erst durch ih­re ei­ge­ne Er­for­schung und Re­zep­ti­on  nach der Jahr­hun­dert­wen­de auf­tauch­te, so war ih­re Kon­zep­ti­on schon viel frü­her dar­ge­legt und um­ge­setzt wor­den.1 

 

1. Zwischen Niederlage und Sieg: Der reformerische Aufbruch

Auf die­sem Be­ginn lag der Schat­ten ei­ner Ka­ta­stro­phe, wel­che – wie so häu­fig - die Funk­ti­on ei­nes Ka­ta­ly­sa­tors in sich trug: Die ver­nich­ten­de Nie­der­la­ge des preu­ßi­schen Hee­res ge­gen Na­po­le­on in der Schlacht von Je­na und Au­er­stedt hat­te 1806 das von Ja­cob Burck­hardt (1818-1897) nicht un­zu­tref­fend als mi­li­tä­ri­schen Not­staat[2] cha­rak­te­ri­sier­te Preu­ßen Fried­richs des Gro­ßen hin­weg­ge­fegt und da­mit ei­nen Pro­zess der in­ne­ren Re­form und Re­or­ga­ni­sa­ti­on der Ho­hen­zol­lern­mon­ar­chie ein­ge­lei­tet, an des­sen En­de der preu­ßi­sche Kul­tur­staat stand.[3] Die­se Ent­wick­lung fin­det ih­ren Aus­druck in dem be­rühm­ten, aber in sei­ner Au­then­ti­zi­tät um­strit­te­nen Wort Fried­rich Wil­helms III. (1770-1840), dass der Staat durch geis­ti­ge Kräf­te das zu er­set­zen ha­be, was er an phy­si­schen ver­lo­ren. Mag man auch die Echt­heit des so­ge­nann­ten Kö­nigs­wor­tes von Me­mel, wo­hin der ge­schla­ge­ne Mon­arch vor dem fran­zö­si­schen Heer ge­flo­hen war, be­zwei­feln,[4] die ein­set­zen­den Re­form­an­stren­gun­gen ziel­ten je­doch, wie es der Hee­res­re­for­mer Au­gust Neid­hardt von Gnei­senau (1760-1831) aus­drück­te, auf den drei­fa­chen Pri­mat der Waf­fen, der Wis­sen­schaft und der Ver­fas­sung.[5] Dies ver­deut­licht den von der preu­ßi­schen Mon­ar­chie voll­zo­ge­nen Schritt die Pfle­ge der Wis­sen­schaft ne­ben dem selbst­ver­ständ­li­chen Er­halt und Aus­bau ih­rer Macht zum Staats­ziel zu er­he­ben.

Universität und Anatomie, Lithographie von Laurenz Lersch, 1837. (Archiv der Universität Bonn)

 

Die geis­ti­ge Kom­pen­sa­ti­on der ver­lo­re­nen Macht be­deu­te­te zu­al­ler­erst ei­nen Er­satz für die an den na­po­leo­ni­schen Sa­tel­li­ten­staat des Kö­nig­reichs West­fa­len ge­fal­le­ne Uni­ver­si­tät Hal­le zu schaf­fen, die bis da­hin strah­len­des Flagg­schiff der preu­ßi­schen Bil­dungs­land­schaft ge­we­sen war. Die Wahl, der schon vor dem Zu­sam­men­bruch ge­wich­ti­ge Über­le­gun­gen und Pla­nun­gen vor­aus­ge­gan­gen wa­ren, fiel auf ei­ne Neu­grün­dung in der Haupt- und Re­si­denz­stadt Ber­lin, die ei­ne aus­rei­chend kri­ti­sche Mas­se an Ein­rich­tun­gen be­saß,  da­mit die neue Hoch­schu­le ei­ne ei­ge­ne Dy­na­mik ent­wi­ckeln konn­te.[6] Die Wei­chen stel­len­de Ent­schei­dung an die­ser Wahl war aber die Ab­sa­ge an das fran­zö­si­sche Mo­dell ei­ner spe­zia­li­sier­ten Fach­schu­le und die Fort­füh­rung der tra­di­tio­nel­len Form ei­ner Uni­ver­si­tät. Der nach der Nie­der­la­ge zum Di­rek­tor der Sek­ti­on des Kul­tus und öf­fent­li­chen Un­ter­richt er­nann­te Wil­helm von Hum­boldt (1767-1835) ent­schied sich da­mit be­wusst ge­gen die Vor­stel­lun­gen des Jus­tiz­mi­nis­ters Carl Fried­rich von Bey­me (1765-1838) und des Phi­lo­so­phen Jo­hann Gott­lieb Fich­te (1762-1814), de­nen ei­ne ra­di­kal neue Lehr­an­stalt ober­halb der Uni­ver­si­tät vor­schweb­te, und für die Kon­zep­ti­on Fried­rich Schlei­er­ma­chers (1768-1834). Der Theo­lo­ge, Phi­lo­soph und Phi­lo­lo­ge Schlei­er­ma­cher sprach sich für ei­ne Bei­be­hal­tung der Fa­kul­tä­ten und die Ein­heit der sich ge­gen­sei­tig be­fruch­ten­den Wis­sen­schaf­ten aus, die er vor al­lem un­ter dem Dach der Phi­lo­so­phi­schen Fa­kul­tät ge­wahrt sah.[7] 

Friedrich Schleiermacher (1768-1834). (UB der HU zu Berlin, Porträtsammlung: Friedrich Schleiermacher (Lithograph: L. Sachse))

 

Die wei­te­re Aus­ge­stal­tung und Um­set­zung die­ser Kon­zep­ti­on wie der Bil­dungs­re­for­men ins­ge­samt konn­te Wil­helm von Hum­boldt nach nur knapp ein­jäh­ri­ger Tä­tig­keit als Sek­ti­ons­chef al­ler­dings nicht mehr mit­ge­stal­ten. Die mit der Sta­bi­li­sie­rung Preu­ßens wie­der er­stark­ten Re­form­geg­ner im Staats­ap­pa­rat und der letzt­lich ge­schei­ter­te Ver­such sei­ne ge­fähr­de­te Stel­lung mit ei­nem ei­ge­nen Mi­nis­te­ri­um auf­zu­wer­ten, zwan­gen den stets auf sei­ne Wir­kungs­mög­lich­kei­ten be­dach­ten Hum­boldt am 29. April 1810 zum Rück­tritt.[8] An­de­re tra­ten an sei­ne Stel­le und setz­ten das be­gon­ne­ne Re­form­werk des bald dar­auf­hin nach Wien ent­sand­ten Hum­boldt fort. Je­ner half in den fol­gen­den Jah­ren auf sei­nem dor­ti­gen Ge­sand­ten­pos­ten die Ko­ali­ti­on schmie­den, an der die na­po­leo­ni­sche Vor­herr­schaft in Eu­ro­pa schlie­ß­lich zer­bre­chen soll­te. Aber auch er konn­te an der Sei­te des Staats­kanz­lers Karl Au­gust von Har­den­berg (1750-1822) nicht das Haupt­ob­jek­t  preu­ßi­scher Be­gehr­lich­kei­ten auf dem Wie­ner Kon­gress er­rin­gen. Statt des zur Ar­ron­die­run­g  sei­nes bran­den­bur­gi­schen Kern­lan­des er­sehn­ten Sach­sens ge­wann das in sei­ne al­te Gro­ß­macht­stel­lung wie­der auf­ge­rück­te Preu­ßen die Rhein­lan­de, de­ren Be­woh­ner die­se Ent­wick­lung mit eben­so we­nig Ge­gen­lie­be sa­hen, wie die Preu­ßen selbst. Moch­ten auch die­se halb­ver­wälsch­ten Krumm­st­abs­lan­de[9], wie sie der ge­bür­ti­ge Sach­se und bo­rus­si­sche His­to­rio­graph Hein­rich von Treitsch­ke (1834-1896) in vol­ler Ge­ring­schät­zung be­zeich­ne­te, noch so we­nig zum rest­li­chen Alt­preu­ßen pas­sen, so galt es doch die sich bald nach der Fran­zo­sen­zeit zu­rück­seh­nen­den Rhein­län­der für die preu­ßi­sche Herr­schaft ein­zu­neh­men. Ein kö­nig­li­ches Ver­fas­sungs­ver­spre­chen, der ver­bürg­te Schutz der rö­misch-ka­tho­li­schen Kon­fes­si­on und ei­ne Uni­ver­si­tät soll­ten die Her­zen der Rhein­län­der ge­win­nen.[10] 

2. Die Standortfrage der rheinischen Universität

In den Ge­bie­ten vom Nie­der­rhein bis an die Saar, die 1822 zur preu­ßi­schen Rhein­pro­vinz zu­sam­men­ge­fasst wur­den, gab es bis zur In­be­sitz­nah­me durch den preu­ßi­schen Kö­nig im Jah­re 1815 nur noch ei­ne ein­zi­ge Uni­ver­si­tät: Die vom Gro­ßen Kur­fürs­ten Fried­rich Wil­helm von Bran­den­burg (1620-1688) be­grün­de­te Uni­ver­si­tät Duis­burg, die ih­re be­schei­de­ne Blü­te­zeit im 17. Jahr­hun­dert deut­lich hin­ter sich ge­las­sen hat­te und le­dig­lich aus zwei Pro­fes­su­ren der Me­di­zi­ni­schen Fa­kul­tät be­stand, wel­che ih­re Haupt­auf­ga­be in der wohl­fei­len Er­tei­lung von Pro­mo­tio­nen fan­den.[11]  Das Ver­spre­chen ei­ner neu­en Uni­ver­si­tät ist al­so kaum ver­wun­der­lich, lös­te aber sei­ner­seits ei­nen Kon­kur­renz­kampf rhei­ni­scher Städ­te um die noch zu grün­den­de Hoch­schu­le aus.[12] Das Rhein­land war näm­lich nicht so hoch­schul­arm ge­we­sen, wie es am En­de der na­po­leo­ni­schen Ära den Ein­druck er­weck­te. Ne­ben der alt­ehr­wür­di­gen Uni­ver­si­tät Köln hat­te es kur­fürst­li­che Uni­ver­si­tä­ten in Mainz, Trier und Bonn ge­ge­ben. Nicht zu ver­ges­sen sind auch die zahl­rei­chen Je­sui­ten­kol­le­gi­en und Gym­na­si­en so­wie Pries­ter­se­mi­na­re und Or­dens­schu­len. Sä­ku­la­ri­sa­ti­on und fran­zö­si­scher Zen­tra­lis­mus hat­ten die­se In­sti­tu­tio­nen je­doch be­sei­tigt.[13]

In der De­bat­te um den Stand­ort der rhei­ni­schen Al­ma Ma­ter ent­fal­te­te aber die kon­fes­sio­nel­le Fra­ge die weit­aus grö­ß­te Be­deu­tung. Wie im Fal­le der 1811 durch die Zu­sam­men­le­gung der Frank­fur­ter Vi­a­d­ri­na mit der Bres­lau­er Leo­pol­di­na ge­grün­de­ten Uni­ver­si­tät Bres­lau hat­te es der pro­tes­tan­ti­sche Staat der Ho­hen­zol­lern mit ei­ner ka­tho­li­schen Be­völ­ke­rungs­mehr­heit zu tun, die es dem fer­nen Ber­lin in sei­nen Re­gie­rungs­ge­schäf­ten nicht leicht ma­chen konn­te. Was man dort aber un­ter al­len Um­stän­den ver­mei­den woll­te, war ei­ne ein­sei­ti­ge Aus­rich­tung auf die pro­tes­tan­ti­sche Kon­fes­si­on als auch ei­ne über­mä­ßi­ge Prä­senz des ka­tho­li­schen Kul­tus. Ne­ben dem kon­fes­sio­nel­len Frie­den bang­te man in bei­den Fäl­len um die Of­fen­heit uni­ver­si­tä­rer Struk­tu­ren, die man an­dern­falls – so die Be­fürch­tung – Be­har­rungs­kräf­ten und der bal­di­gen Ver­krus­tung op­fern wür­de.[14] 

Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Lithographie von Franz Krüger.

 

So schie­den trotz er­heb­li­chen Ein­sat­zes ih­rer Für­spre­cher das ka­tho­li­sche Köln und das re­for­mier­te Duis­burg, wel­ches zu­dem kaum Er­wei­te­rungs­mög­lich­kei­ten bot, aus. An­ders stell­te sich die Aus­gangs­la­ge für Bonn dar. Das un­schein­ba­re Ge­bäu­de der al­ten Uni­ver­si­tät war zwar wie­der mit je­nem Gym­na­si­um be­legt, aus dem sie einst her­vor­ge­gan­gen war,[15] aber durch den Weg­fall der Re­si­denz stan­den au­ßer­halb und in­ner­halb der Stadt Schlös­ser leer, die ge­nü­gend Platz für ei­nen mo­der­nen Uni­ver­si­täts­be­trieb bo­ten. Na­ment­lich das kur­fürst­li­che Re­si­denz­schloss am Ran­de der In­nen­stadt konn­te ei­ner Voll­uni­ver­si­tät mit Au­di­to­ri­en, Dienst­zim­mern und kli­ni­schen An­stal­ten spie­lend Un­ter­kunft bie­ten. Ein nicht zu un­ter­schät­zen­der Vor­teil stand mit dem Pop­pels­dor­fer Schloss und dem bo­ta­ni­schen Gar­ten zur Ver­fü­gung, denn der neue preu­ßi­sche Kul­tus­mi­nis­ter und da­mit Nach-Nach­fol­ger Hum­boldts, Karl vom Stein zum Al­ten­stein (1770-1840), des­sen Res­sort end­lich ei­ne Auf­wer­tung zur un­ab­hän­gi­gen Be­hör­de er­fah­ren hat­te, war ein gro­ßer För­de­rer der Bo­ta­nik und wuss­te da­her je­ne Mög­lich­kei­ten Bonns be­son­ders zu schät­zen.[16]

Poppelsdorfer Schloss, auch Clemensruh genannt, Bonn, Druck nach Aquarellen von Laurenz Janscha aus dem Sommer 1792, 1798.

 

Aber ne­ben al­len räum­li­chen Vor­tei­len spiel­te die kon­fes­sio­nel­le Fra­ge ei­ne be­deu­ten­de Rol­le zu­guns­ten der ehe­ma­li­gen kur­fürst­li­chen Re­si­denz­stadt. An­ders als et­wa in Köln, konn­te die Auf­klä­rung un­ter der För­de­rung der letz­ten bei­den Kur­fürs­ten hier Wur­zeln schla­gen. Auch wur­de der Ein­fluss des ka­tho­li­schen Kle­rus, ganz im Ge­gen­teil zur Dom­stadt, deut­lich ge­rin­ger ein­ge­schätzt. Sol­che Ar­gu­men­te führ­te ins­be­son­de­re Jo­hann Au­gust von Sack (1764-1831), ehe­ma­li­ger Ge­ne­ral­gou­ver­neur und nun­meh­ri­ger Ober­prä­si­dent der preu­ßi­schen Pro­vin­zen am Rhein, mit ei­nem sich ex­pli­zit für Bonn aus­spre­chen­den Gut­ach­ten aus dem Jah­re 1815 ins Feld. Sei­ne Aus­füh­run­gen ge­gen ei­ne zu be­fürch­ten­de kon­fes­sio­nel­le Ein­sei­tig­keit und der ihr fol­gen­den In­to­le­ranz, ja so­gar ge­gen die Ge­fahr ei­nes Ob­sku­ran­tis­mus ge­wis­ser ro­man­tisch-mit­tel­al­ter­be­geis­ter­ter Köl­ner Krei­se – hier ist Sack ganz der pro­tes­tan­ti­schen Auf­klä­rung ver­pflich­tet – las­sen auch er­ken­nen, dass Ber­lin von An­fang an ei­ne pa­ri­tä­ti­sche Lö­sung der kon­fes­sio­nel­len Fra­ge ins Au­ge fass­te, wie man sie in Bres­lau schon er­reicht hat­te.[17] In der bi­kon­fes­sio­nel­len Odert­stadt be­hielt man die klas­si­sche Form der Vier-Fa­kul­tä­ten-Uni­ver­si­tät zwar bei, er­gänz­te sie je­doch fak­tisch um ei­ne fünf­te Fa­kul­tät – ei­ne gleich­be­rech­tig­te Ka­tho­lisch-Theo­lo­gi­sche Fa­kul­tät, die ers­te an ei­ner preu­ßi­schen Uni­ver­si­tät. Hier­an wird au­gen­schein­lich, wel­che neu­en We­ge Preu­ßen in sei­ner Uni­ver­si­täts­po­li­tik be­schritt. Sacks Gut­ach­ten war für die Stand­ort­wahl der rhei­ni­schen Al­ma Ma­ter aus­schlag­ge­bend, so­dass Bonn Sitz der zwei­ten pa­ri­tä­ti­schen Uni­ver­si­tät Deutsch­lands wer­den konn­te.

3. Die philosophischen und bildungspolitischen Leitideen

Die bis­he­ri­ge Ge­schich­te ih­rer Er­rich­tung ver­an­schau­licht, wel­che macht­po­li­ti­schen und ganz prag­ma­ti­schen Er­wä­gun­gen lei­tend wa­ren. Die tie­fer lie­gen­den Leit­vor­stel­lun­gen phi­lo­so­phisch-bil­dungs­po­li­ti­scher Art, of­fen­ba­ren sich aber im Blick auf die Sta­tu­ten der drei  neu­ge­grün­de­ten Uni­ver­si­tä­ten. Die Ber­li­ner Sta­tu­ten wur­den von ei­ner Kom­mis­si­on un­ter dem Vor­sitz Schlei­er­ma­chers und der Mit­ar­beit des Be­grün­ders der His­to­ri­schen Rechts­schu­le, Fried­rich Karl von Sa­vi­gny (1779-1861), des Me­di­zi­ners Karl As­mund Ru­dol­phi (1771-1832) und des Phi­lo­lo­gen Au­gust Boeckh (1785-1867) er­ar­bei­tet. Über die­se Kom­mis­si­on nahm Schlei­er­ma­cher, der Wil­helm von Hum­boldt schon die neue Kon­zep­ti­on der preu­ßi­schen Re­for­m­u­ni­ver­si­tät in die Hand ge­ge­ben hat­te, er­neut gro­ßen Ein­fluss auf die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung der Uni­ver­si­tät. Die um­fang­rei­che und kom­men­tier­te Edi­ti­on des Kom­mis­si­ons­ent­wurfs, die wir dem Ber­li­ner Macht- und Geis­tes­his­to­ri­ker Max Lenz (1850-1932) ver­dan­ken, zeigt ei­nen tra­di­tio­nel­len An­satz, der dem Auf­bau der klas­si­schen deut­schen Uni­ver­si­tät folgt, aber be­deut­sa­me Ak­zen­te setzt: Die vier Fa­kul­tä­ten, in de­nen die Or­di­na­ri­en ei­ne Füh­rungs­rol­le ein­neh­men, wer­den von ge­wähl­ten De­ka­nen ver­tre­ten. Uni­ver­si­tä­re Pri­vi­le­gi­en, wie die aka­de­mi­sche Ge­richts­bar­keit und die freie Wahl des Rek­tors blei­ben ge­wahrt. Die fi­nan­zi­el­le Aus­stat­tung wie auch die Be­ru­fung der Pro­fes­so­ren wa­ren aber nun mehr An­ge­le­gen­heit des Staa­tes.[18] 

Johann August Sack (1764-1834), Portrait aus: Johann Georg Krünitz: Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Land- Haus- und Staats-Wirthschaft. Band 122. Berlin: Pauli, 1813. Frontispiz. (Stadtbibliothek Trier)

 

Die Fra­ge der Fi­nan­zie­rung und der da­mit ver­bun­de­nen Be­fug­nis­se des Staa­tes stan­den im Zen­trum von Hum­boldts Re­form­be­mü­hun­gen. Der frü­he Kri­ti­ker des ab­so­lu­tis­ti­schen Für­sor­ge­staa­tes ent­wi­ckel­te auf lan­ge Sicht die Vor­stel­lung, dass nicht der Kö­nig, das be­deu­tet der Staat, son­dern die ih­re Ord­nung selbst re­gu­lie­ren­de Na­ti­on die Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen tra­gen soll­te.[19] In sei­nen Ide­en zu ei­nem Ver­such, die Grän­zen der Wirk­sam­keit des Staats zu be­stim­men von 1792, die zu den Grün­dungs­schrif­ten des deut­schen Li­be­ra­lis­mus zäh­len, for­mu­lier­te der jun­ge Hum­boldt hell­sich­tig für das an­bre­chen­de Zeit­al­ter des Macht­staa­tes: „Es sind nicht mehr ei­gent­lich die Mit­glie­der ei­ner Na­ti­on, die mit sich in Ge­mein­schaft le­ben, son­dern ein­zel­ne Un­tertha­nen, wel­che mit dem Staat, d.h. dem Geis­te, wel­cher in sei­ner Re­gie­rung herrscht, in Ver­hält­niss kom­men, und zwar in ein Ver­hält­niss, in wel­chem schon die über­le­ge­ne Macht des Staats das freie Spiel der Kräf­te hemmt. […] Je mehr al­so der Staat mit­wirkt, des­to ähn­li­cher ist nicht bloß al­les Wir­ken­de, son­dern auch al­les Ge­wirk­te. […] Wer aber für and­re so rai­son­nirt, den hat man, und nicht mit Un­recht, in Ver­dacht, dass er die Mensch­heit mis­kennt und aus Men­schen Ma­schi­nen ma­chen will.“[20] 

Hum­boldts an­vi­sier­tes Ziel war die lang­fris­ti­ge und weit­ge­hen­de Au­to­no­mie der Uni­ver­si­tät, die zu dau­er­haf­tem Ei­gen­tum staat­li­che Do­mä­nen er­hal­ten soll­ten, er­gänzt um so be­zeich­ne­te Bei­trä­ge der Na­ti­on. Das be­deu­te­te gleich­wohl ei­nen Um­bau des Staa­tes, zu dem es frei­lich nicht kam.[21] Der preu­ßi­sche Staat nahm aber die Uni­ver­si­tät in sei­nen Schutz und ga­ran­tier­te ei­ne weit­ge­hen­de Frei­heit der Wis­sen­schaft. Ge­ra­de in der Be­ru­fungs­po­li­tik be­ton­te Sek­ti­ons­chef Hum­boldt ei­ne mit Blick auf Qua­li­fi­ka­ti­on und For­schungs­zie­le zu­rück­hal­ten­de und das Prin­zip wis­sen­schaft­li­cher Au­to­no­mie mög­lichst scho­nen­de Pra­xis, in­dem er la­ko­nisch ver­lau­ten ließ: Man be­ruft eben tüch­ti­ge Män­ner und lässt das Gan­ze all­mäh­lich sich ank­an­die­ren.[22] Ei­ne Pra­xis, die bis zum „Sys­tem Alt­hof­f“  be­stand hat­te, als der Bis­marck des Hoch­schul­we­sens  ge­nann­te Fried­rich Alt­hoff be­gann, vom staat­li­chen Be­ru­fungs­recht en­er­gi­schen Ge­brauch zu ma­chen.

Ideen zu einem Versuch, die Gränzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen, von Wilhelm von Humboldt. Breslau, 1851. (Deutsches Textarchiv)

 

Ver­gleicht man die Ber­li­ner mit den da­nach ent­stan­de­nen Bres­lau­er Sta­tu­ten, er­kannt man die trotz ei­ni­ger Un­ter­schie­de in Aus­for­mu­lie­rung und An­ord­nung bei Wei­tem über­wie­gen­den Ge­mein­sam­kei­ten der Tex­te, die in ih­rer Sub­stanz so­gar als iden­tisch be­zeich­net wer­den kön­nen.[23] Ei­ne Über­nah­me die­ses Mo­dells war aber kei­nes­falls selbst­ver­ständ­lich, blickt man da­zu nach Bonn. Zu­nächst wur­de hier ana­log zu den bei­den an­de­ren Uni­ver­si­tä­ten ein vor­läu­fi­ges Re­gle­ment in Kraft ge­setzt, das sein un­ter dem Ein­fluss Schlei­er­ma­chers ent­stan­de­nes Ber­li­ner Vor­bild nicht ver­leug­nen konn­te. Ei­ne auf Mi­nis­te­rial­in­struk­ti­on Al­ten­steins ein­be­ru­fe­ne Kom­mis­si­on wur­de mit der Er­ar­bei­tung der Sta­tu­ten be­auf­tragt. Auch wenn der Kul­tus­mi­nis­ter be­ton­te „auf die­se Wei­se ei­nes Theils bei der zu er­las­sen­den Ur­kun­de die Ein­sich­ten und Er­fah­run­gen der dor­ti­gen Pro­fes­so­ren be­nut­zen zu kön­nen“,[24] so er­staunt doch das Er­geb­nis. Die Kom­mis­si­on, in der un­ter an­de­rem die ka­tho­li­schen Theo­lo­gen Pe­ter Alois Gratz (1769-1849) und Ge­org Her­mes (1775-1831), der His­to­ri­ker Karl Diet­rich Hüll­mann, der Phi­lo­soph Fer­di­nand Del­brück (1772-1848) so­wie der Bo­ta­ni­ker Nees von Esen­beck sa­ßen, er­ar­bei­te­te auf Grund­la­ge der Ber­li­ner Sta­tu­ten ei­nen Ent­wurf, oh­ne  an­de­re Ar­bei­ten oder Vor­bil­der wei­ter zu ver­fol­gen. So wa­ren die am 1. Sep­tem­ber 1827 in Kraft ge­setz­ten Sta­tu­ten nicht an­ders als die Bres­lau­er ei­ne Ber­li­ner Ad­ap­ti­on. Auch hier fin­den sich ei­ni­ge Um­for­mu­lie­run­gen, aber im Kern ist die­sel­be Sub­stanz er­hal­ten wor­den. Zu den Be­son­der­hei­ten zählt wie in Bres­lau die Pa­ri­tät: Über­all sind die bei­den theo­lo­gi­schen Fa­kul­tä­ten als gleich­be­rech­tigt be­nannt. Dar­über hin­aus wur­de ähn­lich wie an der Oder ver­an­kert, dass stets ein Pro­fes­sor des Kir­chen­rechts ka­tho­li­scher Kon­fes­si­on sein soll­te. Glei­ches galt für die Phi­lo­so­phie, wel­che ne­ben ei­nem or­dent­li­chen Pro­fes­sor evan­ge­li­scher Kon­fes­si­on auch stets ei­nen ka­tho­li­schen be­her­ber­gen soll­te.

Friedrich Althoff (1839-1908). Foto von Fritz Milkau (1859-1934) mit Signatur Althoffs.

 

Über das Ber­li­ner Vor­bild ging gleich­sam ein ei­ge­nes Ka­pi­tel mit dem Ti­tel „Von den Pro­fes­so­ren der Uni­ver­si­tät“ hin­aus. Un­ter der Auf­ga­be der Pro­fes­so­ren ver­stand man hier in ers­ter Li­nie die Leh­re. Vom For­schungs­im­pe­ra­tiv Hum­boldts, der Leh­re und For­schung un­trenn­bar im Vor­an­schrei­ten der Wis­sen­schaf­ten mit­ein­an­der ver­bun­den wis­sen woll­te, ist nicht die Re­de. Ei­ne sich eben­falls von den Ber­li­ner Sta­tu­ten ab­set­zen­de Prä­am­bel be­nennt je­doch zwei gleich­be­rech­tig­te Zie­le der Uni­ver­si­tät: Wäh­rend der Ber­li­ner § 1 le­dig­lich zum Zweck er­klärt, Jüng­lin­ge zum Ein­tritt in die ver­schie­de­nen Zwei­ge des hö­he­ren Staats- und Kir­chen-Diens­tes tüch­tig zu ma­chen, ist dies in Bonn nur ein Ziel, ne­ben dem gleich­be­rech­tigt die Aus­bil­dung und Er­wei­te­rung der Wis­sen­schaft selbst steht.[25] In­so­fern spre­chen die Bon­ner Sta­tu­ten ex­pres­sis ver­bis aus, was in Ber­lin zwar an­ge­legt, aber nicht fest­ge­hal­ten war – das hum­boldt­sche Ver­trau­en in die Ein­heit von Leh­re und For­schung als Mo­tor wis­sen­schaft­li­chen Fort­schritts. Hum­boldt klei­de­te die­ses Prin­zip in ei­ner Frag­ment ge­blie­be­nen Denk­schrift, die mög­li­cher­wei­se 1809 ent­stan­den ist, in die Wor­te, dass die Ge­schäf­te ei­nes Pro­fes­sors an der Ge­gen­wart der Stu­den­ten hän­gen und „oh­ne sie, nicht gleich glück­lich von stat­ten ge­hen; er wür­de, wenn sie sich nicht von selbst um ihn ver­sam­mel­ten, sie auf­su­chen, um sei­nem Zie­le nä­her zu kom­men durch die Ver­bin­dung der ge­üb­ten, aber eben dar­um auch leich­ter ein­sei­ti­gen und schon we­ni­ger leb­haf­ten Kraft mit der schwä­che­ren und noch par­tei­lo­ser nach al­len Rich­tun­gen mut­hig hin­stre­ben­den.[26] 

Ei­ne wei­te­re Ge­mein­sam­keit Bonns mit dem Ber­li­ner Aus­gangs­mo­dell fin­det sich in der Phi­lo­so­phi­schen Fa­kul­tät, die erst durch die Auf­klä­rung aus ih­rer zu­vor tra­di­tio­nell in­fe­rio­ren Po­si­ti­on in der äl­te­ren eu­ro­päi­schen Uni­ver­si­tät zu ei­ner weit­aus do­mi­nie­ren­den Rol­le fand. Schlei­er­ma­cher hat­te in ihr so­gar die Ver­kör­pe­rung der Ein­heit der Wis­sen­schaf­ten ge­se­hen und ih­re Aus­stat­tung zeigt die­se be­son­de­re Wert­schät­zung auch an. Ber­lin über­flü­gel­te mit sei­nen al­lein 17 Lehr­stüh­len der Phi­lo­so­phi­schen Fa­kul­tät die Kon­kur­renz­hoch­schu­len in Gie­ßen, Kiel oder Hei­del­berg. Auch Bonn konn­te die­sen Um­fang vor­wei­sen, nur hat­te man sich an der rhei­ni­schen Al­ma Ma­ter schon von der noch in Ber­lin be­ach­te­ten Tra­di­ti­on ge­löst, Fä­cher wie die Bo­ta­nik oder Zoo­lo­gie in die Me­di­zi­ni­sche Fa­kul­tät zu ver­wei­sen, und al­le Na­tur­wis­sen­schaf­ten der Phi­lo­so­phi­schen Fa­kul­tät zu­ge­ord­net. Bonn war al­so in ei­ner wei­te­ren Be­son­der­heit dem Vor­bild ei­nen Schritt vor­aus und hat­te den Na­tur­wis­sen­schaf­ten da­mit zu ei­ner grö­ße­ren Un­ab­hän­gig­keit ver­hol­fen.[27] 

Christian Nees von Esenbeck, Porträt, Lithographie von C. Beyer, mit eigenhändiger Unterschrift und Refrainzeile aus Theodor Hofferichters (1815-1886) Gedicht. (Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn)

 

4. Eine neue Form der Lehre

Es lässt sich al­so fest­hal­ten, dass die Uni­ver­si­tät Bonn in ih­rem we­sent­li­chen Auf­bau dem von Ber­lin aus­ge­hen­den Ty­pus der hum­boldt­schen Re­for­m­u­ni­ver­si­tät folgt. Es liegt aber auf der Hand, dass uni­ver­si­tä­re Norm das ei­ne ist und uni­ver­si­tä­re Wirk­lich­keit et­was an­de­res. Es lohnt da­her auch ei­nen Blick auf die Form der Leh­re und ih­re Prä­gung zu wer­fen. In ei­ner zu­kunfts­wei­sen­den Lehr­form war näm­lich nicht Ber­lin das Aus­gangs­zen­trum ge­we­sen, son­dern Hal­le und Göt­tin­gen: In der Er­rich­tung von Se­mi­na­ren. Mit die­ser in­sti­tu­tio­na­li­sier­ten Form des Kon­ser­va­to­ri­ums ver­ließ die uni­ver­si­tä­re Leh­re die Me­tho­de des rei­nen Me­mo­rie­rens von Lehr­buch­in­hal­ten und mach­te den ak­tu­el­len Stand der For­schung zum Ge­gen­stand der Aus­bil­dung. In Hal­le und Göt­tin­gen dien­ten die ers­ten Se­mi­na­re der Vor­be­rei­tung ih­rer Mit­glie­der auf den hö­he­ren Schul­dienst durch ver­tief­te Stu­di­en in den Alt­spra­chen.[28] Nur zwei Jah­re nach ih­rer Grün­dung über­nahm die Ber­li­ner Uni­ver­si­tät 1812 die­se In­no­va­ti­on durch die Er­rich­tung ei­nes phi­lo­lo­gi­schen Se­mi­nars un­ter Au­gust Boeckh (1785-1867) und über­trug es auch so­gleich auf ei­ne an­de­re Buch­wis­sen­schaft, denn im glei­chen Jahr rich­te­te Schlei­er­ma­cher ein Se­mi­nar an der Evan­ge­lisch-Theo­lo­gi­schen Fa­kul­tät ein.[29] Der Se­min­ar­ge­dan­ke brei­te­te sich dar­auf­hin rasch auf wei­te­re Wis­sen­schaf­ten aus. In Bonn wur­de schon zum Som­mer­se­mes­ter 1819 ein phi­lo­lo­gi­sches Se­mi­nar ein­ge­rich­tet, dem im fol­gen­den Se­mes­ter ein evan­ge­lisch-theo­lo­gi­sches Se­mi­nar für ex­ege­ti­sche und kir­chen­ge­schicht­li­che Übun­gen folg­te. Ei­ne Be­son­der­heit in die­ser Ent­wick­lung stellt das 1825 – al­so zeit­gleich zu Jus­tus von Lie­bigs (1803-1873) Gie­ße­ner La­bor – ge­grün­de­te Bon­ner „Se­mi­nar für die ge­samm­ten Na­tur­wis­sen­schaf­ten“ dar, dass sich an künf­ti­ge Gym­na­si­al­leh­rer zur Ver­tie­fung ih­rer na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Kennt­nis­se rich­te­te. Mit sei­nem na­tur­phi­lo­so­phi­schen An­satz stand das Se­mi­nar al­ler­dings quer zur em­pi­risch aus­ge­rich­te­ten For­schung des Bon­ner Alum­nus Lie­big, die sich recht schnell durch­set­zen soll­te.[30]

Kurfürstliches Schloss Bonn, Hauptgebäude der Bonner Universität, Photochromdruck, um 1900.

 

5. Ein neuer Typus des Lehrenden

Ne­ben der Form er­hält die Leh­re ih­re Prä­gung na­tür­lich auch durch die Leh­ren­den. Ma­ri­ta Baum­gar­ten hat den Wan­del in der Pro­fes­so­ren­schaft zu Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts in drei Schrit­te un­ter­teilt: Zu­erst ver­schwan­den die auf Ver­wandt­schafts­be­zie­hun­gen ba­sie­ren­den Lehr­kör­per – die so­ge­nann­ten Uni­ver­si­täts­fa­mi­li­en, die staat­li­che Pro­tek­ti­on der Lan­des­kin­der in Be­ru­fungs­ver­fah­ren nahm ra­sant ab und schlie­ß­lich en­de­te die di­rek­te Suk­zes­si­on durch ei­ge­ne Schü­ler.[31] Die preu­ßi­schen Neu­grün­dun­gen bo­ten Uni­ver­si­täts­fa­mi­li­en durch ih­re Maß­stä­be kei­nen Raum mehr, zu­mal sie sich gar nicht erst eta­blie­ren konn­ten. Ei­ne Be­vor­zu­gung von Lan­des­kin­dern fiel, und sei es auch nur auf­grund der ge­rin­gen Mas­se, auch aus. Aber nur in Bonn bot sich die ein­ma­li­ge Chan­ce oh­ne Rück­sicht­nah­men ei­ne leis­tungs­ori­en­tier­te und stan­dard­set­zen­de Be­ru­fungs­po­li­tik durch­zu­set­zen, wie sie Wil­helm von Hum­boldt vor­ge­schwebt hat­te. Für Ber­lin war we­nig Spiel­raum ge­blie­ben, da sich die wich­tigs­ten Uni­ver­si­tä­ten Deutsch­lands, wie Max Lenz klag­te, völ­lig ver­sagt[en].[32] In Bres­lau über­nahm man Mit­glie­der von Frank­fur­ter Vi­a­d­ri­na und Bres­lau­er Leo­pol­di­na, so­dass nur ein re­la­tiv klei­ner Teil Neu­zu­be­ru­fe­ner üb­rig blieb.[33] 

Be­trach­tet man die Zu­sam­men­set­zung der frü­hen Bon­ner Pro­fes­so­ren­schaft, zeigt sich ein glän­zen­des Port­fo­lio, das vor al­lem der um­sich­ti­gen und ge­schick­ten Be­ru­fungs­po­li­tik des Kul­tus­mi­nis­ters Al­ten­stein zu ver­dan­ken ist. Um nicht den Hoch­schul­stand­ort Preu­ßen ins­ge­samt zu schwä­chen, sah sich der Mi­nis­ter ge­ra­de auch nach ge­eig­ne­ten Nicht­preu­ßen um und be­müh­te sich um Quer­ein­stei­ger, die ih­re Qua­li­fi­ka­tio­nen auf an­de­ren Fel­dern un­ter Be­weis ge­stellt hat­ten. So war der Mi­ne­ra­lo­ge und Ober­ber­grat Jo­hann Ja­cob No­eg­gerath (1788-1877), der sich um die Er­schlie­ßung der rhei­ni­schen Koh­le- und Erz­vor­kom­men ver­dient ge­macht hat­te, nicht ein­mal pro­mo­viert, als er sei­nen Ruf nach Bonn er­hielt. Als ähn­li­che Quer­ein­stei­ger sind auch die gro­ßen Na­men der Bon­ner Uni­ver­si­tät zu be­trach­ten: Der Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler Au­gust Wil­helm von Schle­gel war nur für kur­ze Zeit Pro­fes­sor in Je­na ge­we­sen und der His­to­ri­ker Ernst Mo­ritz Arndt hat län­ger als Schrift­stel­ler und Pu­bli­zist ge­wirkt als er in Greifs­wald re­gu­lär ge­lehrt hat. Der Al­ter­tums­wis­sen­schaft­ler Bar­t­hold Ge­org Nie­buhr wech­sel­te lan­ge zwi­schen Staats­dienst und Wis­sen­schaft, ehe der er­folg­rei­che Di­plo­mat und an­ge­se­he­ne Fi­nanz­ex­per­te 1825 sei­nen Bon­ner Lehr­stuhl ein­nahm. Ge­ra­de an­hand die­ser Be­ru­fun­gen wird deut­lich, dass Preu­ßen mit sei­ner Rhein-Uni­ver­si­tät nicht die An­knüp­fung an äl­te­re Uni­ver­si­täts­tra­di­tio­nen such­te, son­dern auf den Ty­pus ei­nes for­schungs­ori­en­tier­ten und leis­tungs­star­ken Wis­sen­schaft­lers setz­te.[34]

Johann Jakob Nöggerath (1788-1877). Stich von Christian Hohe, 1835. (Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn)

 

Schle­gel selbst griff in sei­ner Bon­ner Vor­le­sung über das aka­de­mi­sche Stu­di­um vom Win­ter­se­mes­ter 1819/20 den hum­boldt­schen For­schungs­im­pe­ra­tiv auf und ver­such­te ihn sei­nen Hö­rern zu ver­mit­teln: Der pro­gres­si­ve Geist des Zeit­al­ters in den Wis­sen­schaf­ten muß sich so viel mög­lich den Lehr­an­stal­ten mitt­hei­len. Mit­ten in der all­ge­mei­nen in­tel­lek­tu­el­len Reg­sam­keit der heu­ti­gen ci­vi­li­sier­ten Welt, dür­fen kei­ne ver­här­te­ten Ge­wohn­hei­ten, kein Schlen­dri­an, kein pas­si­ves Nach­be­ten we­der bey Leh­rern noch Schü­lern Statt fin­den. For­schen, den­ken, prü­fen ist die all­ge­mei­ne Lo­sung. […] Kei­ne hin­dern­den Vor­schrif­ten, von Lehr­bü­chern, von Cur­sen pp. Ein ed­ler Wett­ei­fer der Leh­ren­den und Ler­nen­den muß de­ren Stel­le ver­tre­ten.[35] In Bonn hat sich ei­ne die­ser In­ten­ti­on ent­spre­chen­de Be­ru­fungs­po­li­tik durch das ge­sam­te 19. Jahr­hun­dert durch­ge­setzt, so­dass die rhei­ni­sche Al­ma Ma­ter zur zwei­ten preu­ßi­schen End­sta­ti­ons­uni­ver­si­tät für Pro­fes­so­ren­lauf­bah­nen nach Ber­lin auf­rück­te.[36]  Der von Ber­lin aus­ge­hen­de Ge­dan­ke der Voll­uni­ver­si­tät, in der zur wis­sen­schaft­li­chen Ar­beit auf die en­ge Ver­zah­nung von For­schung und Leh­re, auf an­spruchs­vol­le Wis­sens­ver­mitt­lung in Se­mi­na­ren und das Leis­tungs­prin­zip als her­aus­ra­gen­des Qua­li­fi­ka­ti­ons­merk­mal gro­ßen Wert ge­legt wur­de, fand sei­ne Ent­spre­chung am Rhein, wo er le­dig­lich in Hin­sicht auf die Kon­fes­si­ons­fra­ge ei­ne Mo­di­fi­zie­rung er­fuhr. Bonn ent­sprach da­bei auf ei­ni­gen Fel­dern so­gar mehr dem hum­boldt­schen Ide­al, als dies zu­nächst in Alt­preu­ßen über­haupt mög­lich war.

Quellen

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Literatur

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August Wilhelm von Schlegel (1767-1845).

 
Anmerkungen
  • 1: Paletschek, Erfindung der Humboldtschen Universität, S. 183-205.
  • 2: Burckhardt, Zeitalter Friedrichs des Großen, S. 15: „Preussen war ein Notstaat, wesentlich ein militärischer Staat (mit Spiessruten), und der König war der erste Soldat.“
  • 3: Zu Begriff und Ausprägung des preußischen Kulturstaates vgl. Neugebauer, Kultur und Staat, S. 15-36; Holtz, Preußens Kulturstaatlichkeit, S. 55-77.
  • 4: Zum Königswort und seine Echtheit siehe Lenz, Geschichte der Universität Berlin, Bd. 1, S. 78.
  • 5: Zitiert nach: Nipperdey, Deutsche Geschichte, S. 51.
  • 6: Vgl. Vom Bruch, Gründung der Berliner Universität, S. 56ff.
  • 7: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 45f.
  • 8: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 45f.
  • 9: Treitschke, Deutsche Geschichte, Bd. 1, S. 512.
  • 10: Vgl. Janssen, Kleine rheinische Geschichte, S. 272.
  • 11: Vgl. Janssen, Kleine rheinische Geschichte, S. 272.
  • 12: Vgl. Festrede zum Fünfzigjährigen Jubiläum, S. 8.
  • 13: Siehe dazu Höroldt, Das rheinische Hochschulwesen, S. 109-125.
  • 14: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 50.
  • 15: Vgl. Buschmann, Geschichte des Bonner Gymnasiums, S. 16.
  • 16: Vgl. dazu Becker, Rang der Naturwissenschaften, S. 115-131.
  • 17: Vgl. Renger, Gründung und Einrichtung, S. 40-43.
  • 18: Zur Einrichtungskommission vgl. Lenz, Geschichte der Universität Berlin, Bd. 1, S. 220-289; zur Ausarbeitung der Statuten vgl. ebd., S. 431-468. Zu den Entwürfen, Briefen und weiteren Dokumenten vgl. Lenz, Geschichte der Universität Berlin, Bd. 4, S. 199-290.
  • 19: Vgl. Gall, Wilhelm von Humboldt, S. 161f.
  • 20: Humboldt, Gesammelte Schriften, Bd. 1, S. 113f.
  • 21: Vgl. Gall, Wilhelm von Humboldt, S. 162ff.
  • 22: Zitiert nach: Gebhardt, Humboldt als Staatsmann, Bd. 1, S. 207.
  • 23: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 55.
  • 24: Schäfer, Verfassungsgeschichte, S. 28.
  • 25: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 57f.
  • 26: Humboldt, Gesammelte Schriften, Bd. 10, S. 252.
  • 27: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 60f.
  • 28: Vgl. Schubring, Kabinett – Seminar – Institut, S. 270.
  • 29: Vgl. Lenz, Geschichte der Universität Berlin, Bd. 3, S. 208; Paletschek, Humboldt’sches Modell, S. 89.
  • 30: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 63. Zur Entwicklung des Esenbeck’schen Seminars siehe Schubring, Bonner Seminar, S. 133–148.
  • 31: Vgl. Baumgarten, Professoren, S. 112.
  • 32: Lenz, Geschichte der Universität Berlin, Bd. 1, S. 274.
  • 33: Vgl. Herzig, Vereinigung, 246.
  • 34: Vgl. Becker, Diversifizierung eines Modells, S. 66.
  • 35: Schlegel, Vorlesungen über das akademische Studium, S. 45f.
  • 36: Vgl. Baumgarten, Professoren, S. 168f., 177, 248.
Zitationshinweis

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Schulz, René, Rönz, Helmut, Die Universität Bonn und der Geist Wilhelm von Humboldts, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-universitaet-bonn-und-der-geist-wilhelm-von-humboldts/DE-2086/lido/5ad4935d2f6670.70673425 (25.05.2018)