Heinen, Ernst (Bearb.): Friedrich Baudri Tagebücher 1854-1871: Vierter Band 1868-1871 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde LXXIII), Köln 2020 - erscheint im November 2020!

Der hier edierte vierte Band der Tagebücher von Friedrich Baudri beleuchtet die Jahre 1868–1871. Er reflektiert die für die deutsche Geschichte bedeutsame Phase der Reichsgründung aus dem Blick eines rheinischen Katholiken von großdeutscher Gesinnung. Als Vorkämpfer des Ultramontanismus und früher Repräsentant des politischen Katholizismus begrüßte Friedrich Baudri die Ergebnisse des I. Vatikanischen Konzils (Infallibilität). Er hielt Distanz zur Entstehung des kleindeutschen Reiches unter kulturprotestantischem Vorzeichen. Seine soziale Empathie als langjähriger Stadtverordneter in Köln hatte ihre Grenzen bei der Lösung der sozialen Frage. Baudri bezog sich ausdrücklich auf die traditionelle christliche Nächstenliebe, die ihm den Blick auf die moderne Struktur des Massenelends in seiner Gegenwart versperrte.
Als Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses (1873/74) und des Reichstages (1874) trat er in die Zentrumsfraktion ein. Sein plötzlicher Tod (1874) versagte ihm dort eine längere Wirksamkeit.

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Kürzlich erschienene Bände der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde

BildBecker-Jákli, Barbara (Bearb.): Eberhard von Groote: Tagebuch 1815-1824. Zweiter Band: 1816 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde LXXXII), Köln 2020.
592 Seiten, ISBN: 978-3-412-51708-3 (80,00€) 

Eberhard von Groote war Sohn einer Kölner Adelsfamilie, studierter Jurist, städtischer Amtsträger und ambitionierter Germanist. Sein Tagebuch aus den Jahren 1815 bis 1824 ist eine reichhaltige Quelle zur Geschichte und Kultur Kölns und des Rheinlandes in dieser Zeit. Anschaulich geben Grootes Aufzeichnungen Einblick in seine Lebenswelt und sein gesellschaftliches Netzwerk, das Hunderte von Personen umfasste: Staatsmänner, Regierungskritiker und deren Frauen, Wissenschaftler, berühmte Salonnièren, Künstler und Kunstsammler – unter ihnen Ferdinand Franz Wallraf, General August Neidhardt von Gneisenau, Prinzessin Marianne von Preußen und Karl Friedrich Schinkel.

Der zweite Band der Tagebuch-Edition umfasst seine Aufzeichnungen aus dem Jahr 1816, einschließlich der von ihm verfassten Briefe und Schriften. Dieses erste Friedensjahr nach einer langen Periode von verheerenden Kriegen war voller Herausforderungen. Gerade in den Rheinlanden vollzogen sich durch die Eingliederung in den preußischen Staat entscheidende Veränderungen. Für eine kurze Periode schien vieles möglich zu sein: eine Wiederherstellung alter Strukturen oder der Anbruch einer „neuen Zeit". Der junge Eberhard von Groote war hierbei ein präziser, manchmal kritischer, mal naiver Beobachter, der sich aber auch engagiert für seine Stadt einsetzte.

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BildBischoff, Frank/Hitze, Guido/Reininghaus, Wilfried (Hg.): Aufbruch in die Demokratie. 100 Jahre Revolution im Rheinland und Westfalen. Beiträge der Tagung am 8. und 9. November 2018 in Düsseldorf (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Neue Folge 51; Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Vorträge 37), Münster 2020.
680 Seiten, ISBN 978-3-402-15135-8 (59,00€) 

Wie genau verlief 1918/19 im Rheinland und in Westfalen der Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik? Die Rahmenbedingungen waren schwierig – unmittelbar nach einem verlorenen Krieg, bei Krankheit und Hunger, Streiks und Putschversuchen. Trotz aller Belastungen erbrachten die Monate von November 1918 bis März 1919 unverkennbar einen entscheidenden Aufbruch zur Demokratie. Erstmals in der deutschen Geschichte erhielten alle Frauen und Männer über 20 Jahre das freie, gleiche und geheime Wahlrecht. In den einzelnen Landesteilen gestaltete sich der Übergang zur Demokratie durchaus unterschiedlich, die Rahmenbedingungen wichen erheblich voneinander ab. Die im vorliegenden Band dokumentierte Tagung im Düsseldorfer Landtag am 8. und 9. November 2018 beschäftigte sich eingehend mit den Ereignissen in den verschiedenen Regionen des Landes, Fallstudien führen in die lokalen und regionalen Besonderheiten der Revolutionsmonate ein. Die Beiträge untersuchen das Ruhrgebiet mit Essen und Dortmund, die rheinischen Städte Düsseldorf und Bonn, außerdem das Bergische Land und das Sauerland...

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Rönz, Helmut/Andre, Elsbeth: Rheinische Lebensbilder, Band 20; Redaktion: Keywan Klaus Münster, Köln 2019. 
276 S., 978-3-412-51705-2 (30,00€)

Was haben der Fernsehmoderator Wim Thoelke, der Schriftsteller Joseph Breitbach und die Klostergründerin Paula Reinhard gemeinsam? Sie alle stammen aus dem Gebiet der alten preußischen Rheinprovinz. Frauen und Männer, die im Rheinland wirkten und lebten, werden in den „Rheinischen Lebensbildern" vorgestellt.

In Band 20 werden außerdem porträtiert: Karl von der Salzgasse (gestorben 1213/14), Kölner Ritterbürger und Abt des Zisterzienserklosters Villers-en-Brabant; Hermann Löher (1595–1678), ein Gegner der Hexenverfolgung; Johann Friedrich Karg von Bebenburg (1648–1719) und sein Großneffe Friedrich Karl (1709–1773), Kurkölnischer Kanzler bzw. Reichstagsgesandter; der Natur- und Heimatforscher Philipp Wirtgen (1806–1870); der langjährige Oberbürgermeister von Solingen August Dicke (1859–1929); der Generalvikar des Erzbistums Köln Emmerich David (1882–1953); der Benediktinerpater und Mitbegründer des Salzburger Hochschulwochen Thomas Michels (1892–1979) sowie der Schriftsteller Stefan Andres (1906–1970). 12 Lebensbilder aus über 800 Jahren rheinischer Geschichte!

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Anton, Hans Hubert/Pfeiffer, Friedrich (Bearb.): Regesten der Bischöfe und Erzbischöfe von Trier. Band I,3: Die Trierer Kirche und die Trierer Bischöfe in der ausgehenden Antike und am Beginn des Mittelalters (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, LXXXIII, I, 3), Köln 2019.
752 S., 978-3-412-51527-0 (100,00€)

Der vorliegende Band führt das Projekt einer völligen Neuerarbeitung der Trierer Bischofsregesten weiter. Er erfasst für die Bischöfe von (Felix) Mauricius bis Sabaudus, also in etwa für das 5. bis 6. Jahrhundert, das einschlägige Quellenmaterial in innovativer Form. Das von den Bischöfen als Amts- und Herrschaftsträgern ausgehende und auf sie bezogene Schriftgut bildet das chronologische Gerüst, in das die relevanten Zeugnisse anderer Quellen wie Geschichtsschreibung, Biographik u. a. eingefügt sind. Damit werden für die Frühzeit des Bistums zahlreiche Möglichkeiten eines interdisziplinären Zugriffs eröffnet. Der Band stellt daher nicht nur eine Basis für die politische Geschichte, die Kirchengeschichte und die Landesgeschichte dar, sondern zeigt in seinen ausführlichen Kommentierungen auch neue Perspektiven und Befunde zu geschichtswissenschaftlicher Hermeneutik und Methodologie auf.

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BildDer Rhein in alten Luftaufnahmen. Teil 1: von Eltville bis Bonn, hrsg. v. Matthias Meusch im Auftrag des Landesarchivs NRW und der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Jünkerath 2019. 
176 Seiten, 175 Abb., ISBN 978-3-935873-61-1 (29,90€) 

Der Rhein zwischen Eltville und Bonn - der Mittelrhein - ist eine der berühmtesten Landschaften Deutschlands, geprägt von Weinbergen, Burgen und Schlössern, großen und kleinen Städten mit ihren Monumenten und Häfen, Villen und mondänen Hotels. Sein oberer Teil zwischen Bingen und Koblenz wurde 2002 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Diese uralte Kulturlandschaft an einer der wichtigsten Verkehrsachsen und Handelsrouten der Geschichte war über Jahrhunderte hart zwischen geistlichen und weltlichen Territorien und Herrschaften umkämpft. In der Rheinromantik des 19. Jahrhunderts regte sie die Fantasie der Künstler und Literaten an, gerade das Mittelrheintal entwickelte sich zu einem nationalen Mythos. Von jeher wurde diese Landschaft in Worten beschrieben und in Bildern festgehalten, zunächst in der Malerei, dann auch in der Fotografie. Der vorliegende Band zeigt den Mittelrhein in einer ganz besonderen Art von Bildern, in über 150 Luftaufnahmen, die zwischen 1925 und 1939 entstanden und im Landesarchiv NRW überliefert sind. Diese Bilder zeigen bekannte Motive und bieten doch neue Ansichten, sie dokumentieren die Veränderungen, die im Abstand eines Menschenalters stattfanden. Ein einleitender Text des Herausgebers gibt einen Überblick über die Geschichte der Luftbildfotografie in Deutschland und den einzigartigen Bestand im Landesarchiv NRW. Der Band eröffnet die neue Publikationsreihe der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde "Historische Bilder des Rheinlandes".

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