Kreis Mayen-Koblenz

Andrea Rönz (Linz am Rhein)

Blick auf Andernach um 1900. (Library of Congress)

Der Kreis May­en-Ko­blenz liegt im Nor­den von Rhein­land-Pfalz und ist um­grenzt von den Krei­sen Wes­ter­wald, Neu­wied, Ahr­wei­ler, Co­chem-Zell, Vul­kan­ei­fel, dem Rhein-Lahn-Kreis, dem Rhein-Huns­rück-Kreis so­wie der kreis­frei­en Stadt Ko­blenz. Die nord­öst­li­che Gren­ze bil­det so­mit der Rhein, die süd­west­li­che Gren­ze die Mo­sel. Die Kreis­ver­wal­tung hat ih­ren Sitz in der Stadt Ko­blenz, ob­gleich Ko­blenz kreis­freie Stadt ist.

Der Kreis wur­de im Zu­ge der kom­mu­na­len Ge­biets­re­form 1969/1970 aus den Krei­sen May­en mit Sitz in May­en und Ko­blenz(-Land) mit Sitz in Ko­blenz ge­bil­det. Im Zu­ge die­ser Re­form ver­lor der Alt­kreis May­en Ge­bie­te an die Krei­se Daun (Kel­berg) und Ahr­wei­ler (Brohl), der Alt­kreis Ko­blenz-Land ver­lor ein­zel­ne Ge­mein­den an den Stadt­kreis Ko­blenz (Rü­be­nach, Bu­ben­heim, Kes­sel­heim). Zu­dem er­hielt er die nörd­li­chen Mo­sel­ge­mein­den des auf­ge­lös­ten Krei­ses St. Goar. Der 817,06 Qua­drat­ki­lo­me­ter gro­ße Kreis mit 213.236 Ein­woh­nern (2007) zählt heu­te mit An­der­nach, Ben­dorf und May­en drei ver­bands­freie Städ­te so­wie mit Mai­feld, Men­dig, Pel­lenz, Rhens, Un­ter­mo­sel, Val­len­dar, Vor­de­rei­fel und Wei­ßen­thurm acht Ver­bands­ge­mein­den.

Kreis May­en: Bis 1794 ver­teil­te sich das Ge­biet des spä­te­ren Krei­ses May­en vor­nehm­lich auf das Kur­fürs­ten­tum Trier (Amt May­en) und das Kur­fürs­ten­tum Köln (Amt An­der­nach). Au­ßer­dem ge­hör­ten ein­zel­ne Ge­mein­den zu klei­ne­ren Herr­schaf­ten. 1798 kam das Ge­biet an Frank­reich, 1801 wur­de es dem Rhein-Mo­sel-De­par­te­ment ein­ge­glie­dert. Dort ge­hör­te es in Gän­ze zum Ar­ron­dis­se­ment Ko­blenz. Der preu­ßi­sche Kreis May­en wur­de 1816 ge­bil­det und lag im Re­gie­rungs­be­zirk Ko­blenz der Pro­vinz Gro­ßher­zog­tum Nie­der­rhein (ab 1822/1830 Rhein­pro­vinz). Er um­fass­te 1816 die Bür­ger­meis­te­rei­en An­der­nach, Burg­b­rohl, May­en, Müns­ter­mai­feld, Polch und Sankt Jo­hann. In mehr als 100 Jah­ren kam es nur zu ei­ner klei­ne­ren Ge­biets­ver­än­de­rung (1865 Land­tausch mit dem Kreis Ko­blenz bei An­der­nach). 1932 wur­de der Kreis Adenau und die Hälf­te sei­nes Ge­bie­tes an den Kreis May­en über­wie­sen. 1942 er­folg­te mit der Ab­ga­be der Ge­mein­de Sie­ben­bach an den Kreis Ahr­wei­ler ei­ne wei­te­re Kor­rek­tur der Kreis­gren­zen.

Wappen des des Landkreises Mayen-Koblenz.

 

Der Kreis May­en war wirt­schaft­lich zwei­ge­teilt. Dem eher länd­lich, vor al­lem land­wirt­schaft­lich ge­nutz­ten Ei­fel­raum so­wie dem Mai­feld stand ei­ne durch den Ab­bau von Stei­nen und Er­den ge­präg­te Re­gi­on um den Laa­cher See ge­gen­über (Men­dig, Pel­lenz, Och­ten­dung, May­en). Heu­te ist nur noch die Bims­in­dus­trie von Be­deu­tung, we­ni­ger die Ba­salt­in­dus­trie, au­ßer­dem neue­re In­dus­trie­zwei­ge (Kar­to­na­ge­her­stel­lung, Ma­schi­nen­bau in May­en, feu­er­fes­te Pro­duk­te, Be­ton­her­stel­lung u.a. in Kruft) und Dienst­leis­tung (Tou­ris­mus). An­der­nach fun­giert noch heu­te als Um­schlags­platz für Ge­stei­ne und für wei­te­re In­dus­trie­pro­duk­te (Me­tall­pro­duk­te, Bier, Malz). Au­ßer­dem ist An­der­nach Stand­ort der Me­tall­in­dus­trie, von mit­tel­stän­di­schem Ge­wer­be und Dienst­leis­tern. Kreis Ko­blenz(-Land): Bis 1794 ver­teil­te sich das Ge­biet des spä­te­ren Krei­ses Ko­blenz(-Land) vor­nehm­lich auf das Kur­fürs­ten­tum Trier (Ko­blenz, Amt Berg­pfle­ge) und das Kur­fürs­ten­tum Köln (Rhens). Au­ßer­dem ge­hör­ten ein­zel­ne Ge­mein­den zu klei­ne­ren Herr­schaf­ten (u.a. Bas­sen­heim). 1798 kam das Ge­biet an Frank­reich, 1801 wur­de es dem Rhein-Mo­sel-De­par­te­ment ein­ge­glie­dert. Dort ge­hör­te es zum Ar­ron­dis­se­ment Ko­blenz. Der preu­ßi­sche Kreis Ko­blenz wur­de 1816 ge­bil­det und lag im Re­gie­rungs­be­zirk Ko­blenz der Pro­vinz Gro­ßher­zog­tum Nie­der­rhein (ab 1822/1830 Rhein­pro­vinz). Er um­fass­te 1816 die Bür­ger­meis­te­rei­en Bas­sen­heim, Ben­dorf, En­gers, Ko­blenz-Stadt, Ko­blenz-Land, Eh­ren­breit­stein, Val­len­dar-Stadt, Val­len­dar-Land, und Win­nin­gen. Das Land­rats­amt lag in Ko­blenz-Lüt­zel. 1822 trat der Kreis die Bür­ger­meis­te­rei En­gers mit der Ge­mein­de Ihr­lich an den Kreis Neu­wied ab, 1887 wur­de ein neu­er Stadt­kreis Ko­blenz ge­bil­det. Der Land­kreis wur­de in Ko­blenz-Land um­be­nannt. 1902 er­folg­te die Aus­ge­mein­dung von Mo­sel­weiß, 1923 die von Wal­lers­heim und schlie­ß­lich 1937 die von Eh­ren­breit­stein, Horch­heim, Met­ter­nich, Neu­en­dorf, Pfaf­fen­dorf so­wie von Tei­len der Ge­mein­den Arz­heim, Nie­der­berg und Ur­bar in den Stadt­kreis Ko­blenz.

Blick auf Andernach um 1900. (Library of Congress)

 

Der Kreis Ko­blenz(-Land) war durch den An­bau von Son­der­kul­tu­ren ge­prägt. Wein­bau an Rhein und Mo­sel (Ter­ras­sen­mo­sel, Mit­tel­rhein) so­wie Obst- und Ge­mü­se­bau (Nie­der­werth, Mül­heim-Kär­lich) spie­len noch heu­te ei­ne be­deu­ten­de Rol­le. Zur Mit­te des 20. Jahr­hun­derts wa­ren le­dig­lich die Äm­ter Ben­dorf und Wei­ßen­thurm in­dus­tri­ell von Be­deu­tung (Ben­dorf: Me­tall­ge­wer­be, Schwemmstein­in­dus­trie; Wei­ßen­thurm: Schwemmstein­in­dus­trie, Braue­rei­en, Blech­wa­ren; Urmitz: Si­li­kat­stein­wer­ke; Mül­heim und Kär­lich: Schwemmstein­in­dus­trie, Ton­in­dus­trie).

Allgemeine Literatur

Cle­men, Paul (Hg.), Die Kunst­denk­mä­ler der Rhein­pro­vinz, Band 16,3: Land­kreis Ko­blenz, be­arb. v. Hans Erich Ku­bach, Düs­sel­dorf 1944; Band 17,2: Kreis May­en, be­arb. v. Han­na Ade­nau­er, Düs­sel­dorf 1941.
Fi­scher, Heinz u.a., Das Mit­tel­rhei­ni­sche Be­cken, Köln/Wei­mar/Wien 2003.

Verwaltungsgeschichtliche Literatur

Bär, Max, Die Be­hör­den­ver­fas­sung der Rhein­pro­vinz seit 1815, Bonn 1919.
Schütz, Rü­di­ger (Be­arb.), Grund­riß zur deut­schen Ver­wal­tungs­ge­schich­te, Rei­he A, Preu­ßen, Band 7: Rhein­land, Mar­burg 1978.

Kreisperiodika

Hei­mat­ka­len­der für den Land­kreis Ko­blenz (bis 1969).
Hei­mat­buch Land­kreis May­en-Ko­blenz (seit 1970).

Online

Web­site des Krei­ses May­en-Ko­blenz. [On­line]

Koblenzer Marienberg - Weinlese im Weingut Schwaab. (Stadt Koblenz)

 
Zitationshinweis

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Rönz, Andrea, Kreis Mayen-Koblenz, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/kreis-mayen-koblenz/DE-2086/lido/57d1237e19f905.75460744 (08.12.2018)

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