Rheinischer Städteatlas Euskirchen. Teil 3: Herrschaft und Gemeinde

Stadtansicht von Südwesten (31 x 23 cm) von L. Cajetan, um 1840. (Stadtarchiv Euskirchen)

3. 1 Grundherrschaft

Vil­li­ka­ti­on Rü­des­heim (I 6)
Grund­herr ur­sprüng­lich der Erz­bi­schof von Köln, (1160) zu Le­hen ver­ge­ben, vor 1217 an den Her­zog von Lim­burg, dann an den Herrn von Mons­chau (s. u. Ge­rimt­s­herr­schaft). Zur cur­tis ge­hör­ten ca. 180 Mg so­ge­nann­te Jug­ger- (= urspr. Sal­land) und ca. 750 Mg so­ge­nann­te Reu­ßhei­mer (= Erb­pacht­land) Land (LAV NRW R JB III R Eusk. 173 = 1628); Mg der Rü­des­hei­mer Vil­li­ka­ti­on zähl­te 180 Ru­ten (V 6)
 
Hof soll in der Mit­te des 13. Jahr­hun­derts durch die Her­ren von Mons­chau ih­rem Haus­klos­ter Rei­chen­stein über­tra­gen wor­den sein, nach­weis­lich seit 1458 durch Rei­chen­stein in Zeit­pacht ver­ge­ben(LAV NRW R Rei­chen­stein Akt 1 und 2), Grund­herr­schaft 1355 (s. u. Ge­richts­herr­schaft) an Jü­lich
 
Vil­li­ka­ti­on (Eus­kir­chen)
Ur­sprüng­lich wahr­schein­lich Kö­nigs­gut (s. u. Ge­richts­herr­schaft); 1226 (Hil­li­ger, Pan­ta­le­on, S. 99 f) Grund­herr der Herr von Heins­berg (und Fal­ken­burg), der 14 in Wüsch­heim, Kes­se­nich (hier der Herr von Heins­berg be­reits 1190 Grund­herr (NrhUB 1526) und Dis­ter­nich ge­le­ge­ne Al­lo­de, ei­nen Ding­hof, Sal­land, ei­ne Müh­le so­wie 22 jähr­lich aus Dis­ter­nich zu be­zie­hen­de Mal­ter Wei­zen tauschwei­se (ge­gen Hof in Bith) an St. Pan­ta­le­on in Köln über­trägt (vgl. ins­ge­samt Fink) 
 
Vil­li­ka­ti­ons­zen­trum Müh­le und Ding­hof (= Müh­len­hof, LAV NRW R JB III 1151 = 1565 ff) in Eus­kir­chen (II 5), zu­ge­hö­rig das so­ge­nann­te Com­mel­land (= ur­sprüng­lich Sal­land) ca. 270 Mg (LAV NRW R JB III R Eusk. 173= 1628), Mg der Heins­ber­ger Vil­li­ka­ti­on zähl­te 150 Ru­ten (V 6); aus den ge­nann­ten 14 Al­lo­den sind wahr­schein­lich fol­gen­de jü­li­cher (an Pan­ta­le­on grund­zins­pflich­tig) frei­ade­li­ge Hof­gü­ter bzw. Rit­ter­sit­ze her­vor­ge­gan­gen
 
in Eus­kir­chen: Blei­vers- bzw. Schal­len­burg (II 1) mit 138 Mg und Kür­ten- bzw. Je­sui­ten­hof mit 91 Mg
 
in Kes­se­nich: Burg Kes­se­nich (ur­sprüng­lich der Sitz ei­nes vor 1400 aus­ge­stor­be­nen gleich­na­mi­gen Rit­ter­ge­schlech­tes) mit 235 Mg, Plet­ten­ber­ger bzw. Bar­tels­hof mit 134 Mg, Lin­den­hof mit 74 Mg und (um 1642 zer­stör­ter) El­der­hof
 
in Wüsch­heim: Gym­ni­cher Hof mit 87 Mg und Jun­kers­dor­fer Hof mit 93 Mg (viel­leicht ur­sprüng­lich auch noch der Hof des Eus­kir­che­ner Hos­pi­tals)
 
fer­ner Rats­hei­mer Hof (2,5 km öst­lich Eus­kir­chens, am Ge­mar­kungs­rand, vgl. Ta­fel 2, Ur-Mess­tisch­blatt) mit 96 Mg und Au­gen­broi­cher Hof (I 6, 2 km süd­west­lich Eus­kir­chens, am Ge­mar­kungs­rand, vgl. eb­da.) mit 150 Mg (vgl. ins­ge­samt StaE B VIII a 1; B VIII h, mit Mg-Zahl zu 1707 ff und Hei­mat 8, S. 33 ff)
 
Die rest­li­chen drei bzw. vier Al­lo­di­al­gü­ter sind wahr­schein­lich bei Dis­ter­nich zu su­chen, hier­un­ter viel­leicht auch ­die 1628 (LAV NRW R JB III R Eusk.173) ge­nann­te, ca. 1 km süd­öst­lich der mit­tel­al­ter­li­chen Stadt zwi­schen Rü­des­heim und Dis­ter­nich ge­le­ge­ne (Fest­schrift II, S. 240 ff) Adolfs-, Oleffs- bzw. Au­els­burg = 1736 von He­cken (und recht­ecki­gem Gra­ben) um­ge­be­nes, zehnt- und las­ten­frei­es Wie­sen­stück von ca. 5 Mg (StaE Eusk. B VIII a 1 und ins­ge­samt Fink)

3. 1 Gerichtsherrschaft

Eus­kir­chen (Mar­tins­pfar­rei) war ur­sprüng­lich wahr­schein­lich Kö­nigs­gut, da das in­ner­halb der Pfar­rei ge­le­ge­ne Kes­se­nich 856 als Kö­nigs­gut be­zeugt ist (D L II 5) und der Ge­richts­zug des Eus­kir­che­ner Hoch­ge­rich­tes noch 1555 an die Reichs­städ­te Dü­ren und Aa­chen ging (Lac Arch III, S. 373)
 
Die Vil­li­ka­ti­on Rü­des­heim war ur­sprüng­lich Ta­fel­gut der Erz­bi­schö­fe von Köln, be­reits um 1160 (I 6) zu Le­hen ver­ge­ben, vor 1217 Le­hen der Her­zö­ge von Lim­burg, we­nig spä­ter (mit Vog­tei) an die Lim­bur­ger Ne­ben­li­nie der Her­ren von Mons­chau. Vog­tei über Vil­li­ka­ti­on (Eus­kir­chen) 1226 (s. o.) im Be­sitz der Her­ren von Heins­berg (und Fal­ken­burg). Bei­de Vog­tei­en (1270) durch Erb­fall in die Hand Wal­rams (des Ro­ten) von Mons­chau und Fal­ken­burg ver­ei­nigt (über Wal­rams Mut­ter Ber­ta von Mons­chau nach dem Er­lö­schen der Mons­chau­er Li­nie 1265; vgl. ins­ge­samt Fink) 
 
Nach der 1302 durch Wal­ram den Ro­ten u. a. (III 9) zwecks Kon­zen­tra­ti­on al­ler Rechts­ti­tel und Ver­ei­ni­gung bei­der Vog­tei­ge­rich­te voll­zo­ge­nen Stadt­er­he­bung (III 3) 1311 letz­ter, auf die Dau­er er­folg­lo­ser Ver­such der Köl­ner Erz­bi­schö­fe, ur­sprüng­li­che erz­stift­li­che Rech­te bei Eus­kir­chen (pro iuri­bus eccle­sie nost­re apud Eus­kir­gin = Rü­des­heim) wie­der­zu­ge­win­nen (NrhUB III 101 und Fest­schrift I, S. 38) . 1355 er­hält Mark­graf Wil­helm von Jü­lich im Tausch ge­gen Sit­tard von Rein­hard Herr von Mons­chau, Fal­ken­burg und Schön­forst ves­te in Stat zu Eustkirch mit der heer­he­yt ind mit den ge­rich­ten, ho­ge ind neder, ben­nen ind buys­sen Eustkirch ge­le­gin, die zu Eustkirch ge­horint (u. a.) ind mit den ho­ve zu Ru­des­he­ym (Publ. hist. et ar­cheol. de Lim­bourg XI, 1874, S. 293 ff). Um 1368 Aus­gleich mit dem Her­zog von Bra­bant (Lehns­herr in der Nach­fol­ge der Her­zö­ge von Lim­burg), der An­sprü­che an­de­rer Mons­chau­er Er­ben auf Eus­kir­chen er­wor­ben hat­te (But­kens, Tro­phées I 1486), seit 1369 Eus­kir­chen un­an­ge­foch­ten jü­li­cher Stadt, 1614 an Pfalz-Neu­burg (vgl. ins­ge­samt Fink und Fest­schrift II, S. 431 ff, wo aber die ur­sprüng­li­chen zwei Vil­li­ka­tio­nen und zwei Vog­tei­ge­rich­te nicht er­kannt wor­den sind)
 
Her­ren- und Hoch­her­ren­ge­ding
Un­ge­bo­te­nes Ding des vog­tei­li­chen Hoch­ge­richts der Her­zö­ge von Jü­lich in der Nach­fol­ge der Her­ren von Heins­berg, bzw. von Mons­chau-Fal­ken­burg. Ge­richts­ter­mi­ne: Je­weils 1. Mon­tag nach Hei­li­ge-Drei­kö­ni­ge, Wei­ßer Sonn­tag und Mar­ti­ni (StaE A 43)
 
Rü­des­hei­mer Her­ren- bzw. Hoch­her­ren­ge­ding
Un­ge­bo­te­nes Ding des vog­tei­li­chen Hoch­ge­rich­tes der Her­zö­ge von Jü­lich in der Nach­fol­ge der Erz­bi­schö­fe von Köln, Her­zö­ge von Lim­burg, Her­ren von Mons­chau bzw. von Mons­chau-Fal­ken­burg. Ge­richts­ter­mi­ne: Je­weils 1. Mitt­woch nach Hei­li­ge-Drei­kö­ni­ge, Wei­ßer Sonn­tag und Mar­ti­ni (eb­da.) 

Ho­hes Schöf­fen­ge­richt
mit Schult­heiß und sie­ben Schöf­fen in der Nach­fol­ge des ge­nann­ten al­ten vog­tei­li­chen Hoch­ge­rich­tes der Her­zö­ge von Heins­berg. Er­gän­zung durch Ko­op­ta­ti­on: Schöf­fen prä­sen­tie­ren Lan­des­herrn bzw. des­sen Amt­mann zwei oder drei Rats­ver­wand­te, der ei­nen zum Schöf­fen er­nennt (Hei­mat 2, S. 418 f). Haupt­ge­richt (erst­mals 1554 heufft­ge­richt (LAV NRW R JB III R Eusk. 3), für Ge­rich­te des Am­tes (III 9) Eus­kir­chen, sei­ner­seits Ap­pel­la­ti­on an Haupt­ge­richt Dü­ren (Lac Arch III, S. 373)

Rü­des­hei­mer Schöf­fen­ge­richt
mit Schult­heiß (iden­tisch mit dem des vor­ge­nann­ten Haupt­ge­rich­tes) und sie­ben Schöf­fen (nicht iden­tisch mit de­nen des Haupt­ge­rich­tes) in der Nach­fol­ge des ge­nann­ten al­ten vog­tei­li­chen Hoch­ge­rich­tes der Her­zö­ge von Mons­chau, nach der Ver­ei­ni­gung der bei­den Hoch­ge­rich­te (ers­te Hälf­te des 14.Jahr­hun­derts) aber nur noch hof­recht­li­che Kom­pe­ten­zen (weil Grund- und Ge­richts­herr iden­tisch sind). Ta­gungs­ort: vor der An­to­ni­us­ka­pel­le (= in­ner­städ­ti­sche Fi­lia­le der Rü­des­hei­mer Ge­orgs­kir­che, IV 4), Ap­pel­la­ti­on an Haupt­ge­richt, Er­gän­zung wie dort durch Ko­op­ta­ti­on (Lac Arch III, S. 374 und Hei­mat 2, S. 443)

Hof­ge­richt (St. Pan­ta­le­on)
der ur­sprüng­lich Heins­ber­ger, 1226 (s. o. Grund­herr­schaft) an Köl­ner Ab­tei St. Pan­ta­le­on über­tra­ge­nen Vil­li­ka­ti­on mit vom Abt be­stell­ten Schult­heiß und Ge­schwo­re­nen; Ta­gungs­ort: Müh­len­hof (II 5) (Lac Arch III, S. 374 so­wie ins­ge­samt Fink)

3. 1 Weistümer

Her­ren­ge­din­g (StaE A 43 = Kop 1704)
Rü­des­hei­mer Her­ren­ge­din­g (eb­da. A 44 = Kop um 1710)
Hof­ge­richt St. Pan­ta­le­on: Weis­tum und ju­di­ci­alia des Hoff­ge­dings auf der Mul­len zu Eus­kir­chen (StaK Pan­ta­le­on RuH 2 = Ar­chiv­ver­zeich­nis 18. Jahr­hun­dert; ins­ge­samt Fink)

3. 1 Amtsträger und Bedienstete

1248 scul­te­tus (des Her­ren von Mons­chau in Rü­des­heim, AHVN 23, 1871, S. 165 )
1302 scul­te­tus (des Her­ren von Mons­chau-Fal­ken­burg in Eus­kir­chen, III 3)
1322 of­fi­cia­tus, sca­bi­ni (III 2)
1322/24 scul­t­he­tus (des Ab­tes von St. Pan­ta­le­on, Hil­li­ger, Pan­ta­le­on, S. 253)
1355 sie­ben ge­nann­te Schöf­fen (LAV NRW R Schwein­heim 38)
1356 (jü­li­cher) ampt­man (eb­da. Jü­lich 238)
1399 (jü­li­cher) rent­meys­ter (UB Ge­org, S. 57)

3. 2 Bede

1302 bei Stadt­rechts­ver­lei­hung (III 3) Be­frei­ung von om­ni ex­ac­tio­nis mo­le­stia (u. a.) ge­gen Zah­lung ei­ner auf 40 Mark fi­xier­ten jähr­li­chen Herbst­be­de (in fes­to bea­ti Mar­ti­ni)

3. 2 Markt

1302 Stadt­rechts­be­stim­mung: Wenn in fo­ro auf Kos­ten des Lan­des­herrn ein Kauf­haus (rer­um ve­na­li­um do­mus) er­rich­tet wer­den soll­te, ist für des­sen Be­nut­zung ein jähr­li­cher Pacht­zins zu zah­len (III 3)
1322 A­pril 13: Rei­nald, Herr von Mons­chau-Fal­ken­burg ver­leiht sca­bi­nis et uni­ver­sis op­pi­da­nis de Eus­kirhcen ei­nen ge­frei­ten Wo­chen­markt (om­ni sep­ti­ma­na sit li­be­r­um fo­rum) am Mitt­woch, der erst­mals am 5. Mai ge­hal­ten wer­den soll, so­wie ei­nen ein­wö­chi­gen ge­frei­ten Jahr­markt (nun­di­ne an­na­les li­be­re) vom Ta­ge des Hei­li­gen Cor­ne­li­us (14. Sep­tem­ber) an, ver­leiht den an­säs­si­gen und zu­zie­hen­den Hand­wer­kern Ver­güns­ti­gun­gen auf die Dau­er von zehn Jah­ren (III 3), setzt die Hö­he der Markt­bu­ße auf fünf Mark köl­ner Wäh­rung fest und stellt den Kauf­leu­ten, die den Markt be­su­chen, die Wahl des Ge­richts­stan­des frei, be­stimmt un­ter Straf­an­dro­hung ei­ner 60-Schil­ling-Bu­ße, daß al­le Früch­te nur mit dem ge­eich­ten Stadt­maß ge­mes­sen wer­den und der Frucht­ver­kauf erst nach ei­nem ent­sp­che­chen­den Glo­cken­zei­chen be­gin­nen darf; lan­des­herr­li­cher Amt­mann und Schöf­fen wer­den be­auf­tragt, zwei cur­meist­re ge­nann­te Män­ner als Le­bens­mit­tel­po­li­zei ein­zu­set­zen 
1528 Her­zog Jo­hann von Jü­lich ver­leiht ei­nen erff­li­gen vry­en Jair­mart am Si­mon- und Ju­da­tag (28. Ok­to­ber; LAV NRW R Hs A 13)
1579 Her­zog Wil­helm von Jü­lich er­neu­ert die vor lan­gen Zei­ten ver­lie­he­nen (s. o. zu 1528) und durch den Brand (von 1533, II 2) und Kriegs­er­eig­nis­se in Ab­gang ge­ra­te­nen drei frei­en Jahr­märk­te auf St. Pau­li Be­keh­rung (25. Ja­nu­ar), Mat­thäi (21. Sep­tem­ber) und am Si­mon- und Ju­da­tag (28. Ok­to­ber, Katz­fey, Müns­ter­ei­fel II, S. 62 f)
1697 Ver­le­gung ei­nes bis­her auf Pe­ter und Paul (29. Ju­ni) ge­hal­te­nen Jahr­mark­tes auf den Sonn­tag Ju­di­ca (Pas­si­ons­sonn­tag, Hei­mat 3, S. 106 f)
1717 Am 10. Ju­ni zu hal­ten­der Woll­markt er­rich­te­t (StaE B VI a 6)
1772 Ein­rich­tung ei­nes Frucht­mark­tes am Diens­tag mit vom Ma­gis­trat er­las­se­ner Markt­ord­nung und ein­ge­setz­tem Markt­meis­ter (Hei­mat 3, S. 131)
1787 Ver­le­gung des Mat­thä­i­mark­tes (21. Sep­tem­ber) auf den 23. April (Vieh­han­del und Krä­me­rei, StaE B VI a 6)
1789 Ver­le­gung die­ses Mark­tes auf den 1. Sonn­tag im Mai = heu­ti­ger Mai­markt (eb­da.) 
1818 Mai­markt = Kram- und Woll­markt, Si­mon- und Ju­da­markt (28. Ok­to­ber) = Kram- und sehr be­deu­ten­der Vieh­markt (LAV NRW R Hs N V 1)
1833 täg­li­cher Obst­markt ein­ge­rich­tet (Hei­mat 3, S. 98)
1848 Wo­chen­märk­te am Diens­tag und Frei­tag (eb­da.)   
1853 Vier neue Woll­märk­te ein­ge­rich­tet, 1879 auf zwei, 1886 auf ei­nen be­schränkt, 1889 auf­ge­ge­ben (eb­da., S. 132)[
1878 Neue Vieh­märk­te (ne­ben Si­mon- und Ju­da­markt), de­ren Zahl 1925 auf zwölf an­ge­stie­gen war (eb­da.)

3. 2 Akzise

1469 Her­zog Ger­hard von Jü­lich über­trägt Eusk­ri­chen (zum Aus­bau der Stadt­be­fes­ti­gung) auf die Dau­er von zwölf Jah­ren das Recht, die kleyne Zyn­sen und tol­le (in­ner­halb der Stadt) zu er­hö­hen und er­lässt ei­ne Ak­zi­se­ord­nung (Hei­mat 4, S. 137 f oh­ne Ak­zi­se­ord­nung)
1529 Her­zog Jo­hann von Jü­lich über­lässt Eus­kir­chen die Er­he­bung des We­ge­gel­des (von je­dem Pferd, so mit get­zou­we der strais­sen durch un­se Stadt ge­bruy­chen wird, ein Hel­ler) auf Wi­der­ruf (LAV NRW R JB II 4237)
1645 Krä­mer-Ak­zi­se­ord­nung vom Ma­gis­trat er­las­sen (Hei­mat 4, S. 161 f)
Ins­ge­samt im 16.–18. Jahr­hun­dert (in der Rei­hen­fol­ge der Er­trags­hö­he) Bier-, Wein-, Krä­mer-, (seit Mit­te des 17. Jahr­hun­derts Krä­mer- vor Wein­ak­zi­se), Fleisch- und Fel­l­ak­zi­sen er­ho­ben (StaE B III b u. c)

3. 3 Stadtrechtsverleihung bzw. Freiung

1302 Au­gust I. ver­leiht Wal­ram, Herr von Mons­chau und Fal­ken­burg, sei­ner vil­la Eus­kir­chen nä­her ge­nann­te Frei­hei­ten: Be­frei­ung al­ler An­säs­si­gen und Zu­züg­ler ab om­ni ex­ac­tio­nis mo­le­stia ge­gen Zah­lung ei­ner jähr­li­chen Herbst­be­de von 40 Mark. Hand- und Spann­diens­te (fe­riar­um ope­ra per eb­do­ma­das), Bei­steu­er zur Schwert­lei­te und zur Aus­steu­er (für Töch­ter des herr­schaft­li­chen Hau­ses), Bei­trä­ge zu Grund­er­werbs- und Aus­lö­sungs­kos­ten so­wie Hil­fe­leis­tun­gen bei ent­fern­ten (mon­tes Al­pi­um vel ma­re tran­si­re) Kriegs­zü­gen oder Wall­fahr­ten wer­den von den ci­vi­bus ur­bis nicht mehr ver­langt, es sei denn, sie leis­ten die­se frei­wil­lig; da­ge­gen Ver­pflich­tung, Wal­ram und sei­nen Ver­bün­de­ten je­der­zeit und über­all hin Hee­res­fol­ge zu leis­ten und zur stän­di­gen Be­reit­hal­tung der nach Ver­mö­gens­la­ge und Nach­bar­zeug­nis er­wor­be­nen Waf­fen­aus­rüs­tung; For­de­rung zum ge­richt­li­chen Zwei­kampf nur durch auf Jahr und Tag ein­ge­ses­se­ne Bür­ger; Aus­wei­sung frem­der, oh­ne Grün­de in die Stadt ge­flo­he­ner Flücht­lin­ge un­ter Ge­leit­leis­tung bis zur Ho­heits­gren­ze; Ab­zugs­frei­heit, oh­ne Rück­sicht auf Ver­mö­gens­la­ge und nach Er­fül­lung bür­ger­recht­li­cher Ver­pflich­tun­gen, für je­der­mann; freie Ver­wen­dung des nicht mehr be­bau­ten bür­ger­li­chen Grund­be­sit­zes; freie Schwei­ne­mast im herr­schaft­li­chen Wald; Be­frei­ung von der Be­her­ber­gungs­pflicht ge­gen­über herr­schaft­li­chen Ge­fan­ge­nen; lan­des­herr­li­cher Schutz für in Wal­rams Ho­heits­be­reich er­wor­be­nes und Jahr und Tag be­ses­se­nes Grund­ei­gen­tum (ter­ra). Da­ne­ben fol­gen­de Her­ren­rech­te: An­fall er­ben­lo­sen Gu­tes an den Lan­des­herrn; Ver­pflich­tung der ge­sam­ten Bür­ger­schaft (uni­ver­sa ci­vi­tas) zur In­stand­hal­tung der Be­fes­ti­gungs­an­la­gen (fos­sa­ti, ag­ge­ris aut val­li ur­bem am­bi­en­tis) und der öf­fent­li­chen We­ge (pla­teas et vi­as) in­ner- und au­ßer­halb der Stadt; Pacht­zah­lung für ein vom Lan­des­herrn even­tu­ell auf dem Markt zu er­rich­ten­des Kauf­haus (III 2) un­be­scha­det der städ­ti­schen Frei­hei­ten so­wie jähr­li­che Re­ko­gni­ti­on (sechs Den­a­re, zwei Ka­pau­nen) von je­der Hof­statt (de sin­gu­lis areis) ne­ben al­len al­ten (be­ste­hen blei­ben­den) Rech­ten, Zin­sen und Ge­richts­ge­fäl­len (AHVN 51, 1891, S. 99 ff)
1322 April 13: Rei­nald, Herr von Mons­chau-Fal­ken­burg, ver­leiht Eus­kir­chen ei­nen Wo­chen- und ei­nen Jahr­markt (III 2) und be­stimmt, dass al­le be­reits in der Stadt woh­nen­den und al­le noch zu­zie­hen­den Hand­wer­ker (ex­er­cen­ti­bus ol­li­cia seu ope­ra ma­nua­lia) auf die Dau­er von zehn Jah­ren (vom 5. Mai die­ses Jah­res an) sich ih­res Ge­wer­bes und ih­rer Mo­bi­li­en völ­lig frei be­die­nen kön­nen; wenn sie in die­ser Zeit ein Erb­gut (heredi­ta­tem) er­wer­ben, wird nur der hal­be Steu­er­satz fäl­lig, nach Frist­ab­lauf ha­ben sie dann den glei­chen Steu­er­be­trag wie die üb­ri­gen Bür­ger zu zah­len. Die­se Be­frei­ung gilt nicht für zu­zie­hen­de Bä­cker und Brau­er (= Schutz­be­stim­mung für be­reits an­säs­si­ge Ver­tre­ter die­ser Ge­wer­be, AHVN 51, 1891, S. 102)
1355 Mark­graf Wil­helm von Jü­lich be­stä­tigt Eus­kir­chen die von den Her­ren von Fal­ken­burg (s. o.) er­hal­te­nen Pri­vi­le­gi­en (Katz­fey, Müns­ter­ei­fel II, S. 58)
1441 Her­zog Ger­hard von Jü­lich und Ger­hard von Lo­en be­stä­ti­gen, dass die von Eus­kir­chen zur Aus­lö­sung ih­rer ver­pfän­de­ten Lan­de ge­leis­te­te Bei­steu­er nicht von Rechts we­gen, son­dern al­lein (aus) gu­ten ge­tre­wen Hertz ge­zahlt wor­den sei und dass sie – un­ter An­er­ken­nung der bis­he­ri­gen Eus­kir­che­ner Pri­vi­le­gi­en – zu­künf­tig kei­ner­lei un­ge­wöhn­li­che Be­de mehr for­dern wer­den (eb­da., S. 59 f)
1475 Her­zog Wil­helm von Jü­lich be­stä­tigt Eus­kir­che­ner Pri­vi­le­gi­en un­ter zu­sätz­li­cher Ver­pflich­tung zur An­er­ken­nung der Schöf­fen­ur­tei­le (sie­he ins­be­son­de­re bei schef­fen ur­del zu lais­sen ind zo hal­den; eb­da., S. 60 f)
1661 Pfalz­graf Phil­ipp Wil­helm, Her­zog von Jü­lich, be­freit die Bür­ger der vier jü­li­schen Haupt­städ­te Jü­lich, Dü­ren, Müns­ter­ei­fel und Eus­kir­chen für die Gü­ter, die sie zu ih­rem ei­ge­nen Be­darf ein­füh­ren und für die sie bis­her den hal­ben Zoll zahl­ten (laut Pri­vi­leg Her­zog Wil­helms III.), von jeg­li­cher Zoll­zah­lung (LAV NRW R Müns­ter­ei­fel Stadt 19)
1661 Pfalz­graf Phil­ipp Wil­helm, Her­zog von Jü­lich ord­net an, dass die Haupt­städ­te Jü­lich, Dü­ren, Müns­ter­ei­fel und Eus­kir­chen als im­me­di­at landt­s­ten­de nur vor sei­ner Kanz­lei zu Recht ste­hen und ge­ur­teilt wer­den sol­len (Scheins, Beitr. z. Gesch. Müns­ter­ei­fel, S. 97 f)
1856 Ver­lei­hung der preu­ßi­schen Städ­te­ord­nung für die Rhein­pro­vinz

3. 4 Stadtgericht (Bannmeile, Außenbürger)

Stadt­ge­richts­be­zirk durch Ver­ei­ni­gung der bei­den Vog­tei­ge­rich­te (III 1 Ge­richts­herr­schaft) Rü­des­heim und (Eus­kir­chen) ent­stan­den; das zu die­ser Vil­li­ka­ti­on ge­hö­ri­ge Wüsch­heim ist 1449 in dem ge­rich­te von Eus­kir­chen ge­le­gen (StaK Ma­xi­min RuH 1) und wird 1624 mit Kes­se­nich als Eus­kir­chen an­ge­hö­ri­ges Dorf ge­nannt (LAV NRW R JB II 4142).  Au­ßen­bür­ger: Ein­woh­ner von Au­gen­broich (I 6), Rü­des­heim (I 6), Kes­se­nich und Wüsch­heim (bis 1798, III 9, Fink)

3. 5 Schöffen- und Stadtsiegel (Beschreibung)

1333 ge­mei­nes Schöf­fen­sie­gel (si­gil­lum no­strum; AHVN 32, 1878, S. 150  b­zw. 1347 si­gil­lum com­mu­ne nos­tri sca­bi­na­tus; StaK Pan­ta­le­on 170)
1361 Stadt­sie­gel (in­ge­se­gel der bur­ger und ge­meyn­de von Eus­kir­chen; NrhUB III 621)
1468 per­sön­li­che Sie­gel der Schöf­fen des Eus­kir­che­ner und des Rü­des­hei­mer Ge­rich­tes (StaK Pan­ta­le­on 432)

  1. Schöf­fen­sie­gel
    Bild: zwei zin­nen­ge­krön­te Tür­me, die ei­ne Fes­tungs­mau­er ein­fas­sen; seit­lich zwei Wap­pen­schil­de mit nach in­nen ge­wand­tem zwei­ge­schwänz­tem Lö­wen (Lim­burg)
    Um­schrift: S SCA­BI­N­ORVM DE EVS­KIR­CHEN (StaK Pan­ta­le­on 170 = 1347)
  2. (klei­ne­res) Schöf­fen­sie­gel
    Bild: wie er­ses Schöf­fen­sie­gel, oh­ne die bei­den Lö­wen­schil­de 
    Um­schrift: SCHE­FEN ZO EY­KER­CHEN (LAV NRW R JB II 2378 = 1596)
  3. Stadt­sie­gel
    Bild: wie ers­tes Schöf­fen­sie­gel
    Um­schrift: SI­GILLVM VNI­VER­SI­TA­TIS OPI­DI IN EVS­KIR­CHEN (LAV NRW R Mons­chau-Schön­forst 26 = 1361)
  4. Stadt­sie­gel
    Bild: zwei Tor­tür­me mit hoch­ge­zo­ge­nem Fall­gat­ter 
    Um­schrift: STATT EVS­KIR­CHEN (Gis­sin­ger, S. 165 = 1679)
  5. Stadt­sie­gel
    Bild: Tor­burg, seit­lich da­von oh­ne Schild zwei Lö­wen (Jü­lich) 
    Um­schrift: BVR­GER­MEIST VND RATH­SI­GILL DER STAD EVS­KIR­CHEN (Rhein. Sie­gel III, Ta­fel 51 nr 2 = 18. Jahr­hun­dert)

3. 6 Gemeinde, Bürgermeister und Rat

1302 wird die uni­ver­sa ci­vi­tas zur In­stand­hal­tung der Stadt­be­fes­ti­gung ver­pflich­tet (III 3)
1322 er­hal­ten sca­bi­ni und uni­ver­si op­pi­da­ni Markt­pri­vi­leg (III 2)
1355 er­hal­ten stee­de und bur­ge­re von Eus­kirhcen Pri­vi­le­gi­en­be­stä­ti­gung (III 3)
1361 bur­ge­re und ge­meyn­de (NrhUB III 621) 
1364 bur­ger­meis­te­re und ge­mei­ne bur­ge­re (UB Köln IV, S. 498)
1394 bur­ger­meis­ter, schep­pen, ra­de und ge­meyn bur­ge­re (Ni­jhoff, Gel­der­land III 190)
1409 zwei bur­ge­ma­gis­tri (Hei­mat 1, S.42)
1621 hat Ma­gis­trat sein ar­chi­vum im Di­cken Turm bei der Mar­tins­kir­che (Beitr. 1898, S.76)
1741 auf Hoch­her­ren­ge­ding (aus den Meist­be­erb­ten) sechs ge­meins Män­ner (je zwei aus den drei Kirspe­len, s. u.) zur Prü­fung der Rech­nungs­füh­rung des Ma­gis­trats be­stimmt (StaE A 44)
Nach der Zu­sam­men­sied­lung spä­tes­tens bei der Stadt­rechts­ver­lei­hung von 1302 Ge­samt­ge­mein­de der wei­ter­hin exis­ten­ten Nach­bar­schafts­ge­mein­den bzw. Hon­schaf­ten (s. u.), Bür­ger­meis­ter und Rat aber erst nach An­fall an Jü­lich (1355 bzw. 1368, III 1 Ge­richts­herr­schaft). Bür­ger­meis­ter­wahl am Diens­tag nach Dio­ny­sii (9. Ok­to­ber), da­bei zu­nächst Wahl des ge­mei­nen Bür­ger­meis­ters (Steu­er­kol­lek­tor) aus der Bür­ger­schaft durch Schöf­fen­rä­te, dann Wahl des Her­ren- oder re­gie­ren­den Bür­ger­meis­ters aus den Schöf­fen­rä­ten durch die Rats­ver­wand­ten; Be­stä­ti­gung durch lan­des­herr­li­chen Amt­mann; Wie­der­wahl war erst mög­lich, wenn je­der Schöf­fe ein­mal das Amt be­klei­det hat­te. Rats­ver­wand­te wur­den durch Ge­samt­rat aus meh­re­ren von der Bür­ger­schaft vor­ge­schla­ge­nen Kan­di­da­ten (oh­ne lan­des­herr­li­che Be­stä­ti­gung) er­wählt (StaE B III b   c = 1591 ff und Hei­mat 2, S. 467 ff)
Jähr­lich (ge­trenn­te) Hon­schafts­ver­samm­lun­gen der drei Hon­schaf­ten oder Kirspe­le Dis­ter­nich, Kes­se­nich und Rü­des­heim (II 2 und 5) am Pfingst­mon­tag zur Re­ge­lung von Nach­bar­schafts- bzw. Ge­mein­de­an­ge­le­gen­hei­ten, ins­be­son­de­re der Baupflich­ten (In­stand­hal­tung von We­gen, Zäu­nen und Flut­grä­ben) und zur Ver­pach­tung der je­wei­li­gen Ge­mein­de­lie­gen­schaf­ten (z. B. Broich und Dis­ter­ni­cher Hei­de); Zu­züg­ler des ver­gan­ge­nen Jah­res wur­den auf ein Jahr zu Hun­nen (Erb­pacht­zins- und Steu­er­kol­lek­to­ren) be­stimmt. Hon­schaf­ten sind Un­ter­ge­mein­den mit ge­trennt ge­hü­te­ten Vieh­her­den auf ei­ge­nen Wei­de­be­zir­ken in der Ge­gend ih­res ur­sprüng­li­chen Dor­fes (StaE A 43 und 44, C VI a = 17./18. Jahr­hun­dert und Hei­mat 2, S. 593 ff)

3. 7 Bruderschaften

1387 Pries­ter­bru­der­schaft ULF und Ka­tha­ri­na in St. Mar­tin (Fest­schrift II, S. 439 und 444),  de­ren Sta­tu­ten 1469 von Papst Paul II. be­stä­tigt (eb­da., S. 442)
1415 Se­bas­tia­nus-Bru­der­schaft (III 8) in St. Mar­tin (Hei­mat­ka­len­der 1961, S. 125 und Fest­schrift II, S. 440)  
1475 Bru­der­schaft BMV (ha­ben 1536 die Lo­er un­der sich; Red­lich II 1, S. 226 = Bru­der­schaft der Löh­rer, s. u. Zünf­te) in St. Mar­tin (StaE B VI a 2 und Fest­schrift II, S. 443), de­ren Sta­tu­ten 1505 durch Erz­bi­schof Her­mann von Köln be­stä­tigt (eb­da.)
1536 da­ne­ben Tri­ni­ta­tis- und An­na-Bru­der­schaf­ten in St. Mar­tin (Red­lich III, S. 225 f)
1628 Mat­thi­as-Bru­der­schaft in St. Mar­tin ge­grün­det (Hei­mat 10, S. 12)
1656 Bru­der­schaft des hl. An­to­ni­us und der hl. Bar­ba­ra in An­to­ni­us­ka­pel­le (Fest­schrift II, S. 470)
1714 Bru­der­schaft To­des­angst Chris­ti in St. Mar­tin (eb­da., S.447)
1717 Bru­der­schaft der Un­be­fleck­ten Emp­fäng­nis in Ka­pu­zi­ner­kird­te ge­grün­det (eb­da., S. 470)
1725 Vi­si­ta­ti­ons­be­richt: vor ei­ni­gen Jah­ren neue Bru­der­schaft ge­nannt Wüllen­ac­cept (wahr­schein­lich der Woll­we­ber, s. u. Zünf­te) in St. Mar­tin ge­grün­det (Beitr. 1899, S. 59 f)

3. 7 Zünfte

1585 Amts­meis­ter der Schuh­ma­cher, Löh­rer (be­reits 1536 ge­nannt, s. o. Bru­der­schaf­ten), Pel­zer, Ha­ma­cher und Fleisch­hau­er, al­le die mit Le­der und Schme­er um­ge­hen so­wie Schult­heiß und Schöf­fen des ho­hen Ge­rich­tes zu Eus­kir­chen er­neu­ern die Ord­nung der Bru­der­schaft BMV (s. o.) und be­stä­ti­gen de­ren al­ten be­sie­gel­ten Brief (Fest­schrift II, S. 444 f)
1687 Wullen­am­bach (StaE B VI a 1)
1705 Mit­glie­der des ziem­lich an­ge­wach­se­nen Wullen­we­ber am­bachs bit­ten den Kur­fürs­ten, die Ein­rich­tung ei­ner recht­mä­ßi­gen Woll­we­ber­zunft (nach den bei­lie­gen­den Ar­ti­keln der Müns­ter­ei­feler Zunft) zu ge­neh­mi­gen (eb­da.)  
1745 Le­der­zunft (Schuh­ma­cher-, Rot- und Wei­ß­ger­ber­amt) hat 30 Mit­glie­der (StaE B VI a 2)
1782 we­nig be­deut­sa­me Wullen­we­bers, Rot- und Wei­ß­ger­ber Am­ba­che (eb­da. A 44)

3. 8 Wehrwesen (Schützen)

1302 Ver­pflich­tung der Bür­ger zum Be­sitz ei­ner Waf­fen­aus­rüs­tung und zur Hee­res­fol­ge (III 3)
1415 erst­mals ge­nann­te Se­bas­tia­nus-Bru­der­schaft (III 7) er­rich­tet 1559 an­läss­lich der Über­nah­me ei­ner neu­en Schieß­bahn auf dem Stadt­gra­ben am Rü­des­hei­mer Tor Sta­tu­ta oder Ord­nung und Po­li­cey Sti. Se­bas­tia­ni de­ren Schüt­zen­ge­sell­schaft (Gis­sin­ger, S. I ff); u. a. Ver­pflich­tung, Fron­leich­nams­pro­zes­si­on mit Ge­weh­ren, Fän­deln und Trom­mel­schlag zu be­glei­ten so­wie bei Be­such des Lan­des­herrn Sa­lut zu schie­ßen und Eh­ren­wa­che zu stel­len (StaB B III c = 1699)
1503 lan­des­herr­li­cher Amt­mann er­hält An­wei­sung, da­für zu sor­gen, dass die bur­ge­re und huis­lui­de der Städ­te und Äm­ter Müns­ter­ei­fel und Eus­kir­chen mit har­nesch und ge­we­re wohl ge­rüs­tet sind und in den Städ­ten das ge­schutz uf­z­or­üs­ten  (v. Be­low, Land­tags­ak­ten I, S. 183)
1699 Ha­ken auf dem Di­cken Turm (II 4), be­nö­tig­tes Pul­ver aus städ­ti­schen Mit­teln in Köln ge­kauft (StaE B III c)
1728 Bür­ger­wa­che, nach­bar­schafts­wei­se in zehn bis zwölf Rot­ten ein­ge­teilt mit je ei­nem Wacht-, ei­nem Rott­meis­ter und zwölf bis drei­zehn Rott­ge­sel­len = ins­ge­samt 145 Mann (Hei­mat 6, S. 41)
1820 Wacht-Re­gle­ment der Bür­ger­meis­te­rei Eus­kir­chens: Ar­ti­kel 1: Selb­stän­di­ge Bür­ger sind oh­ne Stan­des- und Al­ters­un­ter­schied wacht­pflich­tig (= Nacht­wa­che, eb­da. S. 5)

3. 9 Stellung im Territorium

Stadt­er­he­bung aus ter­ri­to­ri­al­po­li­ti­schen Grün­den: „Grenz­fes­te im äu­ßers­ten Süd­os­ten der ex­pan­si­ven bra­ban­tisch-lim­bur­gi­schen Ter­ri­to­ri­al­ge­mein­schaf­t“ (F. Stein­bach in Fest­schrift I, S. 38) ge­gen den Erz­bi­schof von Köln (vgl. auch III 1 Ge­richts­herr­schaft). Nach 1355 jü­li­scher Amts- und Kell­ne­rei­be­sitz (III 1 Amts­trä­ger), seit 1469 hin­ter Jü­lich, Dü­ren und Müns­ter­ei­fel vier­te der vier jü­li­schen Haupt­städ­te (v. Be­low, Land­tags­ak­ten I, S. 19 Anm. 17)
1550 Amt Eus­kir­chen mit Stadt Eus­kir­chen (mit Au­gen­broich, Rü­des­heim, Kes­se­nich und Wüsch­heim), jü­li­cher Teil von Ku­chen­heim und Un­ter­herr­schaf­ten Roitz­heim (mit Stotz­heim und Bil­lig), Groß- und Klein Ver­nich, Wa­chen­dorf so­wie Kirch­sahr und Vi­schel (Red­lich II 1, S. 830 und LAV NRW R JB III R Eusk. 3)
1584 mit zu­sätz­li­chen Un­ter­herr­schaf­ten Gro­ße-Bül­le­s­heim und Frau­en­berg (eb­da. 6)
1789 oh­ne Ku­chen­heim, Wa­chen­dorf, Frau­en­berg, Kirch­sahr und Vi­schel
1794 Mai­rie Eus­kir­chen (mit Stadt, Rü­des­heim, Kes­se­nich, Wüsch­heim, Groß­bül­le­s­heim, Groß und KIein Ver­nich, Nie­der­berg, Eu­en­heim, Bil­lig und Roitz­heim) Kan­ton Zül­pich, Ar­ron­dis­se­ment Bon­n 
1798 Mai­rie Eus­kir­chen (nur noch mit Stadt, Rü­des­heim und Kes­se­nich), Kan­ton Zül­pich, Ro­er-De­par­te­ment (ins­ge­samt StaE B 4 und Hei­mat 1, S. 201 ff)
1816 Bür­ger­meis­te­rei Eus­kir­chen mit Stadt, Au­gen­broich, Rü­des­heim, Kes­se­nich und Bil­lig, 1836 Au­gen­broich und Bil­lig zur Bür­ger­meis­te­rei Wa­chen­dorf (Hei­mat 2, S. 587); zur Ver­wal­tungs­re­form von 1969 vgl. I 7 
1816 bis 1827 Kreis Le­che­nich, seit 1827 Kreis Eus­kir­chen (seit 1973 mit dem ehe­ma­li­gen Kreis Schlei­den) im Re­gie­rungs-Be­zirk Köln (seit 1879 mit Amts­ge­richt)

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Urmessstichblatt Euskirchen im Verhältnis 1 : 25.000, Ausschnitt des Blattes 5306 Euskirchen der Topographischen Aufnahmen im Verhältnis 1 : 25.000 des Preußischen Bureaus, Uraufnahme 1845. (Landesvermessungsamt NRW)

 
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Flink, Klaus, Rheinischer Städteatlas Euskirchen. Teil 3: Herrschaft und Gemeinde, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-euskirchen.-teil-3-herrschaft-und-gemeinde/DE-2086/lido/5d760ad3d72496.73340362 (abgerufen am 23.05.2022)

Auch über Rheinischer Städteatlas Euskirchen, bearbeitet von Klaus Flink (Lieferung II, Nr. 8, 1974)