Stadt Mönchengladbach

Wolfgang Löhr (Mönchengladbach)

Ansicht Mönchengladbachs von Süden, um 1856. Ölskizze von Johann Gottfried Pulian (1809-1875), Foto: Ruth Kaiser, Viersen. (Privatbesitz)

Die Stadt Mön­chen­glad­bach in ih­rem heu­ti­gen Um­fang be­steht seit dem 1.1.1975 auf­grund der kom­mu­na­len Neu­ord­nung im Land Nord­rhein-West­fa­len. Da­mals wur­den die Städ­te Mön­chen­glad­bach und Rhe­ydt so­wie die kreis­an­ge­hö­ri­ge Ge­mein­de Wick­rath zu ei­ner neu­en Stadt zu­sam­men­ge­legt. 1929 hat­te es schon ein­mal ei­nen Zu­sam­men­schluss der bei­den Städ­te und ei­ni­ger Rand­ge­mein­den ge­ge­ben. Doch wur­de dies 1933 auf Be­trei­ben des aus Rhe­ydt stam­men­den „Reichs­pro­pa­gan­da­mi­nis­ters" Jo­seph Go­eb­bels (1897-1945) wie­der rück­gän­gig ge­macht.

Erst­mals er­wähnt wer­den die bei­den spä­te­ren Städ­te in ei­ner im letz­ten Vier­tel des 11. Jahr­hun­derts nie­der­ge­schrie­be­nen Quel­le über die Grün­dung der Be­ne­dik­ti­ner­ab­tei Glad­bach im Jahr 974 durch den Köl­ner Erz­bi­schof Ge­ro (um 900-976) und den Abt Sand­rad (920/925-985/986). Dar­in wird be­rich­tet, dass der Köl­ner Erz­bi­schof Ever­ger (ge­stor­ben 999) vor der Wen­de vom 10. zum 11. Jahr­hun­dert die Pfar­ren Glad­bach und Rhe­ydt mit der Diö­ze­se Lüt­tich ge­gen die Pfar­rei­en Ven­lo (Nie­der­län­di­sche Pro­vinz Lim­burg), Lob­be­rich (Stadt­teil von Net­te­tal) und Te­ge­len (Stadt­teil von Ven­lo) tausch­te. Als zu An­fang des 14. Jahr­hun­derts die spä­te­ren Her­zö­ge von Jü­lich das Er­be der Gra­fen von Kes­sel an­tra­ten, ka­men bei­de Or­te zu de­ren Ter­ri­to­ri­um. 1345 be­lehn­te Mark­graf Wil­helm von Jü­lich (um 1299-1361) Rit­ter Jo­hann von Rhe­ydt (ge­stor­ben 1345) mit Burg und Herr­schaft Rhe­ydt, die 1500 an Hein­rich von By­landt (ge­stor­ben 1513) gin­gen. Sein En­kel Ot­to von By­landt (1531-1591) ver­such­te, Rhe­ydt aus dem Le­hens­ver­band mit Jü­lich zu lö­sen und zur reichs­un­mit­tel­ba­ren Herr­schaft zu ma­chen. Doch schei­ter­te er, und Rhe­ydt blieb bis zum Ein­marsch der Fran­zo­sen 1794 ei­ne jü­lich­sche Un­ter­herr­schaft. Stadt wur­de es erst durch die Ver­lei­hung der Rhei­ni­schen Städ­te­ord­nung 1856.

An­ders ver­lief die Ge­schich­te Mön­chen­glad­bachs. Es lös­te sich nach und nach aus der Ab­hän­gig­keit von der Ab­tei und er­hielt zwi­schen 1364 und 1366 Stadt­rech­te. Es hieß da­mals zu­meist Glad­bach, ob­gleich auch die Be­zeich­nun­gen Mün­chen Glad­bach und Mön­chen­glad­bach ge­le­gent­lich auf­tauch­ten. Of­fi­zi­ell wur­de die heu­ti­ge Na­mens­form erst 1960 durch Be­schluss der Lan­des­re­gie­rung von Nord­rhein-West­fa­len, um Ver­wechs­lun­gen mit Mün­chen in Bay­ern zu ver­mei­den.

Mönchengladbach, um 1650, Aquarell von Lambert Doomer (1624-1700). (Stadtarchiv Mönchengladbach)

 

Die vom spä­ten 12. bis zum frü­hen 14. Jahr­hun­dert be­zeug­ten Ge­wer­be­trei­ben­den in Mön­chen­glad­bach wa­ren durch­weg noch von der Ab­tei ab­hän­gig. Da­nach lo­cker­ten sich die Bin­dun­gen an die Klos­ter­wirt­schaft, und die Ver­sor­gung der wach­sen­den Stadt­be­völ­ke­rung trat in den Vor­der­grund. Seit dem spä­ten 14.Jahr­hun­dert ent­wi­ckel­te sich Mön­chen­glad­bach zu ei­nem Han­dels­zen­trum, in dem Ju­den und Lom­bar­den an­säs­sig wa­ren. Zur glei­chen Zeit lässt sich dar­auf schlie­ßen, dass dort Lei­nen­we­ber ar­bei­te­ten. Tu­che wur­den ge­nau­so wie die im 16. Jahr­hun­dert nach­weis­ba­ren Feu­er­waf­fen aus Mön­chen­glad­bach wur­den im Ver­lags­sys­tem ver­trie­ben. Un­ter den We­bern und Ver­le­gern wa­ren zahl­rei­che Täu­fer. Sie wur­den ab 1654 ver­trie­ben, was zu ei­ner Schwä­chung der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung führ­te, die noch zu An­fang des 18. Jahr­hun­derts spür­bar war.

Mönchengladbacher Textilschule, gegründet 1901. (Stadtarchiv Mönchengladbach)

 

Wäh­rend sich in Mön­chen­glad­bach der Ka­tho­li­zis­mus un­ter dem Ein­fluss der auf Re­for­men be­dach­ten Ab­tei weit­ge­hend be­haup­ten konn­te, setz­te sich in Rhe­ydt der Cal­vi­nis­mus durch, zu dem sich die Frau Ot­tos von By­landt, Ma­ria von Bon­gart (ge­stor­ben 1616) of­fen be­kann­te. Zu An­fang des 19. Jahr­hun­derts wa­ren 77 Pro­zent der Be­völ­ke­rung re­for­miert und 22 Pro­zent ka­tho­lisch. In Mön­chen­glad­bach hin­ge­gen be­kann­ten sich da­mals et­wa nur 5 Pro­zent der Ein­woh­ner zum re­for­mier­ten Glau­ben. Nach Jahr­zehn­ten der Un­ter­drü­ckung hat­ten die dor­ti­gen Re­for­mier­ten ab An­fang des 17. Jahr­hun­derts ih­re Re­li­gi­on öf­fent­lich aus­üben dür­fen.

Die 1852 eröffnete Eisenbahnstrecke von Mönchengladbach nach Rheydt, um 1855. (Stadtarchiv Mönchengladbach)

 

Wie in Mön­chen­glad­bach spiel­te auch in Rhe­ydt die Lei­nen­we­be­rei ei­ne wich­ti­ge Rol­le. In bei­den Or­ten konn­te sie sich bis um 1880 hal­ten, stand aber schon seit En­de des 18. Jahr­hun­derts in Kon­kur­renz zur Baum­woll­ver­ar­bei­tung, die sie schlie­ß­lich gänz­lich ver­dräng­te. In der Fran­zo­sen­zeit (1794-1814/1915) wan­der­ten ver­stärkt ber­gi­sche Kauf­leu­te zu, die Baum­woll­ma­nu­fak­tu­ren grün­de­ten. Von be­son­de­rer Be­deu­tung wa­ren die Baum­woll­spin­ne­rei­en, in de­nen 1836 un­ge­fähr ein Vier­tel al­ler Baum­woll­spin­deln der Rhein­pro­vinz im Glad­bach-Rhe­ydter In­dus­trie­be­zirk lie­fen. Bis in die 1860-er Jah­re war Kin­der­ar­beit in der Tex­til­in­dus­trie kei­ne Sel­ten­heit. Um 1860 wur­de der me­cha­ni­sche Web­stuhl ein­ge­führt, wo­durch die Hand­we­be­rei bis zum En­de des 19. Jahr­hun­derts lang­sam zu­grun­de ging. Et­wa zur glei­chen Zeit sie­del­te sich die Ma­schi­nen­in­dus­trie an, de­ren Schwer­punkt die Her­stel­lung von Web­au­to­ma­ten und Spinn­ma­schi­nen war. Die zu­neh­men­de wirt­schaft­li­che Be­deu­tung des Glad­bach-Rhe­ydter Raums wird auch durch die Ent­ste­hung ei­nes dich­ten Ei­sen­bahn­net­zes um Mön­chen­glad­bach deut­lich. 1851 wur­de die Ei­sen­bahn­stre­cke von Mön­chen­glad­bach über Kre­feld in das Ruhr­ge­biet nach (Duis­burg-) Ham­born fer­tig. Ein Jahr spä­ter er­öff­ne­te man die Stre­cke von ­Mön­chen­glad­bach nach Rhe­ydt und 1853 die von (Düs­sel­dorf-) Ober­kas­sel über Neuss nach Mön­chen­glad­bach so­wie die von Rhe­ydt nach Aa­chen. 1866 wur­de Mön­chen­glad­bach über die Ei­sen­bahn mit Ven­lo in den Nie­der­lan­den ver­bun­den. 1879 ent­stand die für die ­Tex­til­in­dus­trie so wich­ti­ge so ge­nann­te Baum­woll­bahn von Mön­chen­glad­bach über Ro­er­mond in den Nie­der­lan­den bis zum See­ha­fen von Ant­wer­pen. Der Aus­bau der Stre­cke nach Köln über Gre­ven­broich er­folg­te erst 1899. Da­mit war der Mön­chen­glad­ba­cher Raum ver­kehrs­mä­ßig gut er­schlos­sen.

Unter dem Abteihügel: Spinnerei und Weberei Ant. Lamberts Chr. Sohn, um 1890. (Stadtarchiv Mönchengladbach)

 

Der Rang der Land­wirt­schaft war ste­tig zu­rück­ge­gan­gen. Auch das Hand­werk spiel­te nach der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts kei­ne gro­ße Rol­le mehr. Be­herr­schend blieb die Tex­til­in­dus­trie, zu der noch zu En­de des Jahr­hun­derts die Kon­fek­ti­ons­be­trie­be hin­zu­ka­men und die mit dem Tex­til­sek­tor ver­bun­de­ne Ma­schi­nen­in­dus­trie. In Rhe­ydt ent­stan­den da­mals zu­sätz­lich Ka­bel- und elek­tro­tech­ni­sche Wer­ke. An­fang des 20. Jahr­hun­derts wur­de Mön­chen­glad­bach das „Rhei­ni­sche Man­ches­ter" ge­nannt. Ei­ne Ar­bei­ter­be­we­gung und po­li­ti­sche Par­tei­en ent­wi­ckel­ten sich erst ab 1860/1870. In bei­den Städ­ten war die wirt­schaft­li­che Ober­schicht evan­ge­lisch-re­for­miert. Durch Zu­wan­de­rung be­son­ders aus dem ka­tho­li­schen Um­land nahm die Zahl der Ka­tho­li­ken in Rhe­ydt nach und nach zu, die 1905 schon 53 Pro­zent der Be­völ­ke­rung aus­mach­ten. In Mön­chen­glad­bach be­trug der An­teil der Ka­tho­li­ken im glei­chen Jahr 81,5 Pro­zent. Nach der kom­mu­na­len Neu­ord­nung von 1975 mach­ten sie im­mer noch über 70 Pro­zent aus.

Das Volksvereinshaus, um 1900. (Stadtarchiv Mönchengladbach)

 

Von her­aus­ra­gen­der Be­deu­tung für die ka­tho­li­sche Ar­bei­ter­be­we­gung in Deutsch­land wur­de der 1890 in Mön­chen­glad­bach ge­grün­de­te „Volks­ver­ein für das ka­tho­li­sche Deutsch­land", an des­sen Spit­ze der Mön­chen­glad­ba­cher Un­ter­neh­mer Franz Brandts trat (1834-1914). Die­se Ver­ei­ni­gun­g ­schul­te die Ar­bei­ter be­son­ders in Mön­chen­glad­bach in Se­mi­na­ren, um sie mit so­zia­len und wirt­schaft­li­chen Fra­gen ver­traut zu ma­chen. Spöt­tisch wur­de in die­sem Zu­sam­men­hang von der „Klip­p­uni­ver­si­tät Glad­bach" ge­spro­chen. Ab 1899 er­schien in Mön­chen­glad­bach die „West­deut­sche Ar­bei­ter­zei­tung" als Or­gan der ka­tho­li­schen Ar­bei­ter­ver­ei­ne. 1905 ent­stand der „Volks­ver­eins­ver­lag" mit ei­ge­ner Dru­cke­rei und 1910 die „Licht­bil­de­rei", die ei­ge­ne Dia­se­ri­en und Fil­me her­stel­len ließ und da­mit ganz auf der Hö­he der Zeit war. Au­ßer­dem bau­te der Volks­ver­ein ei­ne ei­ge­ne so­zi­al­wis­sen­schaft­li­che Bi­blio­thek auf, die es auf 94.000 Bän­de brach­te, den so­zi­al­po­li­tisch tä­ti­gen „Män­nern des Volks­ver­eins" − wie et­wa dem spä­te­ren Zen­trums­po­li­ti­ker und Hoch­schul­leh­rer Franz Hit­ze (1851-1921), dem Ge­ne­ral­di­rek­tor des Volks­ver­eins und Zen­trums­po­li­ti­ker Au­gust Pie­per (1866-1942), dem So­zi­al­re­for­mer Carl Son­nen­schein (1876-1929), dem spä­te­ren lang­jäh­ri­gen Ar­beits­mi­nis­ter in der Wei­ma­rer ­Re­pu­bli­k Hein­rich Brauns und dem spä­te­ren Bi­schof von Aa­chen Jo­han­nes Jo­seph van der Vel­den − für ih­re Stu­di­en ­dien­te un­d auch über ei­nen Leih­ver­kehr be­nutz­bar war. Durch den Volks­ver­ein wur­de Mön­chen­glad­bach zu ei­nem Be­griff in der von der Zen­trums­par­tei an­ge­streb­ten So­zi­al­po­li­tik, die den Staat in die Pflicht nahm. 1933 wur­de der Volks­ver­ein von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten auf­ge­löst.

Gladbacher Aktien Spinnerei und Weberei. (Stadtarchiv Mönchengladbach)

 

Eng ver­bun­den mit der wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung Mön­chen­glad­bachs und Rhe­ydts wa­ren die Nie­der­las­sun­gen zahl­rei­cher weib­li­cher Or­den, der Ale­xia­ner und die Ent­ste­hung des Fran­zis­ka­ner­klos­ters in Mön­chen­glad­bach 1889, in dem die Köl­ni­sche Fran­zis­ka­ner­pro­vinz von 1929 bis 1962 das Or­dens­stu­di­um un­ter­hielt und ei­ne gro­ße Bi­blio­thek von cir­ca 70.000 Bän­den auf­bau­te.

Von über­lo­ka­ler Be­deu­tung war die 1901 auf In­itia­ti­ve der Städ­te Mön­chen­glad­bach, Rhe­ydt und an­de­rer ge­grün­de­te Tex­til­schu­le. Sie ist heu­te ei­ne der Zel­len, aus der die Hoch­schu­le Nie­der­rhein ent­stan­den ist und an die noch der Fach­be­reich Tex­til- und Be­klei­dungs­tech­nik am Stand­ort Mön­chen­glad­bach er­in­nert. In Mön­chen­glad­bach sind zwar bis heu­te grö­ße­re Be­trie­be der Tex­til- und Tex­til­ma­schi­nen­in­dus­trie be­hei­ma­tet, doch nahm ih­re Vor­rang­stel­lung ab den 1960er Jah­re schnell ab. Statt­des­sen er­hielt der ter­tiä­re Sek­tor (Dienst­leis­tun­gen) ei­ne im­mer grö­ße­re Be­deu­tung.

Ei­ne Be­son­der­heit der Stadt ist das „Haupt­quar­tier" im Stadt­teil Rhein­dah­len. Es ent­stand von 1952 bis 1954 und war das grö­ß­te Bau­pro­jekt, das je­mals in Mön­chen­glad­bach ver­wirk­licht wor­den ist. Es wur­de von den bri­ti­schen Streit­kräf­ten er­rich­tet und um­fasst 400 Hekt­ar. Es ist durch­zo­gen von fast 100 Stra­ßen, die mit nur ei­ner Aus­nah­me eng­lisch be­zeich­net sind. Es hat ei­ge­ne Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen, Stabs­ge­bäu­de, Ka­ser­nen, Schu­len, Kir­chen und Wohn­häu­ser. Es be­her­berg­te zwei Na­to- und zwei bri­ti­sche Haupt­quar­tie­re. Was nach dem Ab­zug des Schnel­len Na­to Ein­greif­korps (ARCC) ge­schieht, das die mi­li­tä­ri­schen An­la­gen zur­zeit nutzt, ist noch nicht end­gül­tig ent­schie­den. Be­son­ders stolz sind die Mön­chen­glad­ba­cher auf ih­ren 1900 ge­grün­de­ten Fuß­ball­ver­ein „Bo­rus­sia". Nach der Auf­ga­be des tra­di­ti­ons­rei­chen, 1919 ein­ge­weih­ten Sta­di­ons „Bö­kel­berg" (da­mals noch un­ter der Be­zeich­nung „West­deut­sches Sta­di­on") hat der Ver­ein seit 2004 ei­ne mo­der­ne Spiel­stät­te im so ge­nann­ten „Nord­park" mit Platz für 54.000 Be­su­cher. Zu­vor war das Ge­län­de mi­li­tä­risch ge­nutzt wor­den.

Als Kon­zert­hal­le wur­de 1903 die Kai­ser-Fried­rich-Hal­le er­rich­tet, die zu ei­nem gro­ßen Teil aus Spen­den der Mön­chen­glad­ba­cher Fa­bri­kan­ten fi­nan­ziert wor­den war. Für Thea­ter und Oper dient heu­te die 1930 er­rich­te­te frü­he­re Rhe­ydter Stadt­hal­le, die für die­se Zwe­cke 1984 um­ge­baut wor­den ist. Seit 1950 be­steht ei­ne Thea­ter­ge­mein­schaft mit Kre­feld. Das be­deu­tends­te mo­der­ne Bau­werk der Stadt ist das Mu­se­um Ab­tei­berg, das nach Plä­nen des Wie­ner Ar­chi­tek­ten Hans Hollein 1977-1982 ent­stan­den ist. An die be­weg­te Ver­gan­gen­heit Mön­chen­glad­bachs er­in­nert das Glad­ba­cher Müns­ter mit sei­nem hoch­go­ti­schen Chor, den der in Köln als Weih­bi­schof ein­ge­setz­te Theo­lo­ge Al­ber­tus Ma­gnus (um 1200-1280) 1275 ein­weih­te un­d das aus der eins­ti­gen Was­ser­burg her­vor­ge­gan­ge­ne Schloss Rhe­ydt, das im 16. Jahr­hun­dert im Stil der Re­nais­sance­La­tei­nisch-fran­zö­sisch (Wie­der­ge­burt), (1) geis­tig-kul­tu­rel­le Be­we­gung in Eu­ro­pa im Über­gang vom Mit­tel­al­ter zur Neu­zeit, aus­ge­hend von Ita­li­en im 15. Jahr­hun­dert, ge­kenn­zeich­net durch ei­ne Rück­be­sin­nung auf Wer­te und For­men der grie­chisch-rö­mi­schen An­ti­ke, drück­te sich be­son­ders in Li­te­ra­tur, Phi­lo­so­phie, Kunst und Ar­chi­tek­tur aus, (2) geis­tig-künst­le­ri­sche Be­we­gung, die an äl­te­re Tra­di­tio­nen, ins­be­son­de­re der grie­chisch-rö­mi­schen An­ti­ke, an­zu­knüp­fen ver­sucht (zum Bei­spiel ka­ro­lin­gi­sche Re­nais­sance), (3) all­ge­mein Wie­der­auf­le­ben, neue Blü­te. ver­mut­lich von Ma­xi­mi­li­an Pas­qua­li­ni (1534-1572) um­ge­baut wor­den ist.

Heu­te (2008) hat Mön­chen­glad­bach 266.000 Ein­woh­ner.

Quellen

Bras­se, Ernst, Ur­kun­den und Re­ges­ten zur Ge­schich­te der Stadt und Ab­tei Glad­bach, 2 Bän­de, Mön­chen­glad­bach 1914-1922.

Literatur

Brandts, Ru­dolf, M.Glad­bach. Aus Ge­schich­te und Kul­tur ei­ner rhei­ni­schen Stadt, Mön­chen­glad­bach o.J. (1956). Klein, Gott­hard, Der ­Volks­ver­ein für das ka­tho­li­sche Deutsch­lan­d 1890-1933, Pa­der­born u.a. 1996. Löhr, Wolf­gang, Klei­ne Mön­chen­glad­ba­cher Stadt­ge­schich­te, Re­gens­burg 2009. Löhr, Wolf­gang (Hg.), Lo­ca De­si­de­ra­ta. Mön­chen­glad­ba­cher Stadt­ge­schich­te, 4 Bän­de u. 1 Re­gis­ter, Köln/Mön­chen­glad­bach 1994-2006. Löhr, Wolf­gang, Städ­teat­las Mön­chen­glad­bach (= Rhei­ni­scher Städ­teat­las, Lie­fe­rung XII, Band 65), Köln/Bonn 1996. Löhr, Wolf­gang, Städ­teat­las Rhe­ydt (= Rhei­ni­scher Städ­teat­las, Lie­fe­rung IX, Band 52), Köln/Bonn 1989. Schmitz, Lud­wig, Ge­schich­te der Herr­schaft Rhe­ydt, Rhe­ydt 1897 (Nach­druck Mön­chen­glad­bach 2001). Strauß, Wil­helm (Hg.), Ge­schich­te der Herr­schaft und Stadt Rhe­ydt, Rhe­ydt 1897 (Nach­druck Mön­chen­glad­bach 2001).

Online

Schlag­lich­ter der Stadt­ge­schich­te Mön­chen­glad­bachs (Web­site der Stadt Mön­chen­glad­bach). [On­line]

Postkarte, Kaiser-Friedrich-Halle, um 1920. (Stadtarchiv Mönchengladbach)

 
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Löhr, Wolfgang, Stadt Mönchengladbach, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/stadt-moenchengladbach/DE-2086/lido/57d1207d150105.15349746 (04.12.2018)

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