Udo Klausa

NS-Landrat und Landesdirektor des Landschaftsverbandes Rheinland (1910-1998)

Thomas Roth (Köln/Bonn) & Uwe Kaminsky (Bochum/Berlin)

Udo Klausa, um 1970, Porträtfoto, Foto: Gregor Kierblewski. (Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland)

1. Einleitung

Udo Klau­sas Bio­gra­fie ist in mehr­fa­cher Hin­sicht be­deut­sam. Ers­tens, weil er von 1954 bis 1975 als ers­ter Di­rek­tor des Land­schafts­ver­ban­des Rhein­land (LVR) am­tier­te, der in der Nach­fol­ge des preu­ßi­schen ­Pro­vin­zi­al­ver­ban­des­ 1953 ge­grün­det wor­den war. Klau­sa präg­te den Ver­band in sei­ner Auf­bau­pha­se und trug we­sent­lich da­zu bei, dass sich der LVR zu ei­nem zen­tra­len Ak­teur des west­deut­schen So­zi­al­staa­tes ent­wi­ckel­te, der we­sent­li­che Auf­ga­ben für die Ge­sell­schaft in Fel­dern wie der Ju­gend­hil­fe, der Psych­ia­trie, der Hil­fe für be­hin­der­te Men­schen und der Kul­tur­pfle­ge über­nahm. Zwei­tens ist Klau­sa auch ei­ne wich­ti­ge Fi­gur zum Ver­ständ­nis der NS-Zeit so­wie der Ver­än­de­run­gen und Kon­ti­nui­tä­ten im Über­gang zwi­schen NS-Re­gime und Nach­kriegs­deutsch­land. Er steht bei­spiel­haft für ei­ne Eli­te von Ver­wal­tungs­ju­ris­ten, die sich eben­so mit der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Dik­ta­tur zu ar­ran­gie­ren wuss­ten wie mit der nach 1945 eta­blier­ten De­mo­kra­tie und über die Re­gime­wech­sel hin­weg we­sent­li­chen Ein­fluss nah­men auf die Funk­ti­ons­wei­se von Staat und Ver­wal­tung. Drit­tens bie­tet Klau­sas Bio­gra­fie ei­nen gu­ten Ein­blick in die Ge­schich­te des deut­schen Kon­ser­va­tis­mus, sei­ne Ver­än­de­run­gen und Be­har­rungs­kräf­te. An sei­ner Bio­gra­fie lässt sich bei­spiel­haft ver­deut­li­chen, wie des­sen Ver­tre­ter mit der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­gan­gen­heit um­gin­gen und auf die Kon­flik­te, Plu­ra­li­sie­rungs- und Li­be­ra­li­sie­rungs­pro­zes­se der west­deut­schen Ge­sell­schaft re­agier­ten.

2. Sozialisation und Karriere in NS- und Nachkriegszeit

Udo Klau­sa wur­de am 9.10.1910 im ost­preu­ßi­schen Al­len­stein ge­bo­ren. Die Fa­mi­lie war ka­tho­lisch. Die prä­gen­den Jah­re der Kind­heit und Ju­gend ver­brach­te er in Schle­si­en, wo sein Va­ter in Le­ob­schütz (Ober­schle­si­en) Land­rat war. Klau­sas So­zia­li­sa­ti­on war von zwei zen­tra­len Er­fah­run­gen be­stimmt: zum ei­nen dem Auf­wach­sen in ei­ner an­ge­se­he­nen, so­zi­al gut ver­netz­ten Land­rats­fa­mi­lie, die dem Her­an­wach­sen­den Stan­des­be­wusst­sein, ei­ne kon­ser­va­tiv-eta­tis­ti­sche Ori­en­tie­rung, kirch­li­che Bin­dun­gen und bil­dungs­bür­ger­li­che Am­bi­tio­nen ver­mit­tel­te, zum an­de­ren dem Mit­wir­ken in der na­tio­na­lis­tisch, zum Teil re­van­chis­tisch ori­en­tier­ten Ju­gend­be­we­gung. In Le­ob­schütz schloss sich Udo Klau­sa in den 1920er Jah­ren zu­nächst der Pfad­fin­der­ju­gend, spä­ter auch Wehr­sport­or­ga­ni­sa­tio­nen an, die sich dem „Schutz der deut­schen Gren­zen“ wid­me­ten und da­für ein­setz­ten, die 1922 nach ei­nem Be­schluss des Völ­ker­bun­des er­folg­te Ab­tre­tung ober­schle­si­scher Ge­bie­te rück­gän­gig zu ma­chen. Die im „Grenz­schutz Ober­schle­si­en“ zu­sam­men­ge­schlos­se­nen po­li­tisch rechts ste­hen­den pa­ra­mi­li­tä­ri­schen Grup­pen wa­ren ge­ra­de für Jun­gen und jun­ge Män­ner at­trak­tiv, die selbst nicht mehr am Ers­ten Welt­krieg hat­ten teil­neh­men kön­nen, den Dienst für die Na­ti­on „an der Waf­fe“ aber er­stre­bens­wert fan­den. Wie vie­le Al­ters­ge­nos­sen ent­wi­ckel­te auch Udo Klau­sa in die­sen Jah­ren ei­ne star­ke Nei­gung zum Mi­li­tär, die sein Den­ken und Han­deln bis in spä­te­re Jah­re be­stim­men soll­te. Die ins Au­ge ge­fass­te Kar­rie­re als Of­fi­zier hat er je­doch, ver­mut­lich auf Bit­ten und Rat des Va­ters, nicht ein­ge­schla­gen. Nach dem Ab­itur folg­te Klau­sa viel­mehr des­sen Vor­bild, stu­dier­te Ju­ra in Bres­lau, Gre­no­ble und Pa­ris und streb­te ei­ne Lauf­bahn im Staats­dienst an.

Die Macht­über­nah­me der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten 1933 ver­bau­te die­se Per­spek­ti­ve nicht, ver­lang­te aber An­pas­sungs­leis­tun­gen. Auch auf An­ra­ten sei­nes Ju­gend­freun­des (und „Mit­strei­ter­s“ im schle­si­schen „Grenz­schut­z“) Hans Kra­marz (ge­bo­ren 1909), der sich schon län­ger der NS-Be­we­gung zu­ge­wandt hat­te, trat Klau­sa im Fe­bru­ar 1933 in die NS­DAP und SA ein. Das ge­schah nicht zu­letzt, um die ge­plan­te be­ruf­li­che Kar­rie­re ab­zu­si­chern; Klau­sa stimm­te aber auch mit ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Zie­len der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten über­ein und war be­reit, die­sen ei­ne „Chan­ce zu ge­ben“. Er be­en­de­te das Stu­di­um und trat in die üb­li­che Lauf­bahn ei­nes Ver­wal­tungs­ju­ris­ten ein. Nach ei­ner Sta­ti­on im Jus­tiz­dienst in Bres­lau wech­sel­te er 1934 als Re­gie­rungs­re­fe­ren­dar zum Re­gie­rungs­prä­si­di­um Frank­furt/Oder und be­en­de­te nach meh­re­ren Ver­wal­tungs­sta­tio­nen im ­Land­rats­am­t  ­Tel­tow, in An­ger­mün­de, Wel­zow so­wie als Land­rats­ver­tre­ter in Jü­ter­bog im Mai 1937 sei­ne Aus­bil­dung mit dem Zwei­ten Staats­ex­amen.

Die Macht­über­nah­me der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten 1933 ver­bau­te die­se Per­spek­ti­ve nicht, ver­lang­te aber An­pas­sungs­leis­tun­gen. Auch auf An­ra­ten sei­nes Ju­gend­freun­des (und „Mit­strei­ter­s“ im schle­si­schen „Grenz­schut­z“) Hans Kra­marz (ge­bo­ren 1909), der sich schon län­ger der NS-Be­we­gung zu­ge­wandt hat­te, trat Klau­sa im Fe­bru­ar 1933 in die NS­DAP und SA ein. Das ge­schah nicht zu­letzt, um die ge­plan­te be­ruf­li­che Kar­rie­re ab­zu­si­chern; Klau­sa stimm­te aber auch mit ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Zie­len der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten über­ein und war be­reit, die­sen ei­ne „Chan­ce zu ge­ben“. Er be­en­de­te das Stu­di­um und trat in die üb­li­che Lauf­bahn ei­nes Ver­wal­tungs­ju­ris­ten ein. Nach ei­ner Sta­ti­on im Jus­tiz­dienst in Bres­lau wech­sel­te er 1934 als Re­gie­rungs­re­fe­ren­dar zum Re­gie­rungs­prä­si­di­um Frank­furt/Oder und be­en­de­te nach meh­re­ren Ver­wal­tungs­sta­tio­nen im ­Land­rats­am­t  ­Tel­tow, in An­ger­mün­de, Wel­zow so­wie als Land­rats­ver­tre­ter in Jü­ter­bog im Mai 1937 sei­ne Aus­bil­dung mit dem Zwei­ten Staats­ex­amen.

Trotz der Ent­schei­dung für die Fa­mi­li­en­tra­di­ti­on und den Ver­wal­tungs­dienst blieb die früh aus­ge­präg­te Ori­en­tie­rung auf das Mi­li­tär stark. Be­reits 1934 durch­lief Klau­sa ei­ne mi­li­tä­ri­sche Aus­bil­dung beim In­fan­te­rie-Re­gi­ment (IR) 9 in Pots­dam, die er in den fol­gen­den Jah­ren bei „Plan­spie­len“ und „Wehr­übun­gen“ ver­tief­te. Nach dem Staats­ex­amen 1937 be­gann er ei­nen ein­jäh­ri­gen Pro­be­dienst und er­wog, in die Wehr­macht über­zu­wech­seln. Das hat­te auch mit dem IR 9 zu tun, das als Eli­te­re­gi­ment galt, die „ho­he Schu­le“ des preu­ßi­schen Of­fi­ziers­korps fort­zu­set­zen schien und da­mit Klau­sa nicht nur ein at­trak­ti­ves so­zia­les Um­feld bot, son­dern sei­nen welt­an­schau­li­chen Vor­stel­lun­gen ent­ge­gen­kam. Die Zu­ge­hö­rig­keit zum Pots­da­mer Re­gi­ment blieb je­doch Epi­so­de, da Klau­sa sei­ne Pro­be­dienst­zeit ab­brach, wo­mög­lich, da ihm die für ei­ne mi­li­tä­ri­sche Kar­rie­re not­wen­di­ge phy­si­sche „Fit­ness“ fehl­te, wohl aber auch, weil das In­nen­mi­nis­te­ri­um ei­ne ein­deu­ti­ge Ent­schei­dung pro oder kon­tra Ver­wal­tungs­dienst ein­for­der­te.

Sei­ne Ak­zep­tanz des NS-Staa­tes zeig­te Klau­sa nicht nur durch ei­nen kal­ku­lier­ten Par­tei­b­ei­tritt. Er be­tä­tig­te sich meh­re­re Mo­na­te als Füh­rer ei­nes SA-Stur­mes in Le­ob­schütz, en­ga­gier­te sich als jun­ger Ju­rist im „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Rechts­wah­rer­bun­d“ und scheint sei­ne ju­ris­ti­sche Ex­per­ti­se auch der NS-Kam­pa­gne zum so­ge­nann­ten „Kai­ro­er Ju­den­pro­zes­s“ von 1933-1935 zur Ver­fü­gung ge­stellt zu ha­ben. Ein­deu­tig als Ge­folgs­mann des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus wies sich Klau­sa durch sei­ne 1936 pu­bli­zier­te Schrift über „Ras­se und Wehr­rech­t“ aus. Hier­in skiz­zier­te der jun­ge Ju­rist Grund­la­gen und Um­ris­se ei­nes neu­en Wehr­rechts für den NS-Staat, das Leit­ge­dan­ken der „Ras­sen­po­li­ti­k“ auf­griff und in­te­grier­te. Da­bei nahm der Au­tor nicht nur Be­zug auf die an­ti­se­mi­ti­sche Po­li­tik des Re­gimes, die Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Ju­den, son­dern zi­tier­te zu­stim­mend For­de­run­gen nach ei­ner „ras­sen­hy­gie­ni­schen Säu­be­run­g“ der Ge­sell­schaft, in sei­nen Wor­ten: der „Aus­son­de­rung der Un­brauch­ba­ren“.

Fach­lich stets gut be­ur­teilt und po­li­tisch (weit­ge­hend) un­an­ge­foch­ten, be­kam Klau­sa im Ver­wal­tungs­dienst des NS-Staa­tes zu­neh­mend wich­ti­ge­re Auf­ga­ben zu­ge­wie­sen. Nach­dem er 1937/1938 als Re­gie­rungs­as­ses­sor beim ­Land­rats­am­t ­Bir­ken­fel­d in der R­hein­pro­vin­z Er­fah­run­gen ge­sam­melt hat­te, wur­de er nach der An­ne­xi­on des Su­den­ten­lan­des durch das Deut­sche Reich in­s ­Land­rats­amtAus­sig (Ús­tí nad La­bem) ver­setzt, ge­folgt von Sta­tio­nen in Kö­nig­grätz (Hr­a­dec Král­o­vé) und Klad­no. Beim Neu­auf­bau der deut­schen Ver­wal­tung in an­ge­schlos­se­nen Ge­bie­ten be­währt, kam Udo Klau­sa kurz nach Be­ginn des Zwei­ten Welt­krie­ges nach Po­sen. Dort war er ab No­vem­ber 1939 Re­gie­rungs­rat und per­sön­li­cher Re­fe­rent des stell­ver­tre­ten­den Chefs der Zi­vil­ver­wal­tung Au­gust Jä­ger (1887–1949), der sich 1933/1934 als „Staats­kom­mis­s­ar“ und „Rechts­wal­ter“ für die Gleich­schal­tung der evan­ge­li­schen Kir­che ein­ge­setzt und ab 1936 Se­nats­prä­si­dent am Ber­li­ner Kam­mer­ge­richt ge­we­sen war, be­vor er 1939 von Gau­lei­ter Ar­thur Grei­ser (1897-1946) für die ad­mi­nis­tra­ti­ve „Neu­ord­nun­g“ im ­Reichs­gau  ­Po­sen be­zie­hungs­wei­se Wart­he­land en­ga­giert wur­de. Klau­sa stell­te es in sei­nen Le­bens­er­in­ne­run­gen spä­ter so dar, dass er als Ge­währs­mann des Reich­sin­nen­mi­nis­te­ri­ums und Ver­tre­ter ei­ner „sach­li­chen“, nicht von den In­ter­es­sen der NS-Par­tei ge­präg­ten Ver­wal­tung in die­se Po­si­ti­on ge­bracht wor­den sei. An­schei­nend ge­lang es ihm, ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis zu Jä­ger auf­zu­bau­en, das auf fach­li­chen Über­ein­stim­mun­gen be­ruh­te, mög­li­che Kon­flikt­punk­te wie Klau­sas (in ei­nem Dienst­zeug­nis aus­drück­lich er­wähn­te) „ka­tho­lisch-re­li­giö­se“ Bin­dung je­doch aus­klam­mer­te.

In den in­sti­tu­tio­nel­len Kon­flik­ten und Macht­kämp­fen des NS-Re­gimes trat Klau­sa wohl für die Zie­le des In­nen­mi­nis­te­ri­ums ein, das die Ver­wal­tungs­po­si­tio­nen in den ans Reich an­ge­glie­der­ten Ge­bie­ten mög­lichst mit Nach­wuchs aus den ei­ge­nen Aus­bil­dungs­gän­gen be­set­zen und staat­li­ches Han­deln ge­gen all­zu weit­ge­hen­de par­teiideo­lo­gi­sche Ein­fluss­nah­me ab­schir­men woll­te. Ei­ne Geg­ner­schaft zur NS-Herr­schaft, ei­ne Ab­sa­ge an den „Un­rechts­staa­t“ lag dar­in al­ler­dings nicht. Als Fach­mann und „Staats­die­ner“, ein­ge­bun­den durch Hier­ar­chi­en, Ar­beits­tei­lung und bü­ro­kra­ti­sche Ver­fah­ren, trug Klau­sa we­sent­lich zur Um­set­zung der po­li­ti­schen Zie­le und den da­mit ver­bun­de­nen Ver­bre­chen des Re­gimes bei. So war er in Po­sen be­tei­ligt an der ad­mi­nis­tra­ti­ven Durch­drin­gung des an­nek­tier­ten Ge­bie­tes und hat­te mit der Durch­füh­rung deut­scher „Volks­tums­po­li­ti­k“ zu tun, et­wa mit Um­sied­lungs­ak­tio­nen, die auf ei­ne „Ger­ma­ni­sie­run­g“ ziel­ten und zu mas­sen­haf­ten und ge­walt­sa­men Ver­trei­bun­gen der ein­hei­mi­schen Be­völ­ke­rung führ­ten.

Im Fe­bru­ar 1940 schlie­ß­lich über­nahm Klau­sa mit 29 Jah­ren da­s ­Land­rats­am­t ­des Krei­ses Bend­zin (1941 in „Bends­bur­g“ um­be­nannt) im nord­öst­li­chen Teil des Re­gie­rungs­be­zirks Kat­to­witz, in dem auch das Kon­zen­tra­ti­ons- und Ver­nich­tungs­la­ger Ausch­witz lag. Klau­sa hat­te die­se Po­si­ti­on zu­nächst nur als Ver­wal­ter be­zie­hungs­wei­se kom­mis­sa­risch in­ne und wur­de erst 1942 of­fi­zi­ell zum Land­rat er­nannt. Das führ­te er spä­ter auf sei­ne ka­tho­li­sche Re­li­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit zu­rück, hat­te aber wohl vor al­lem mit sei­nen wie­der­hol­ten „Aus­flü­gen“ zur Wehr­macht zu tun, bei der er 1940/1941 er­neut zwei­mal, für ins­ge­samt über zwölf Mo­na­te, Dienst leis­te­te. 1942 wech­sel­te der Ver­wal­tungs­ju­rist auf ei­ge­nes Be­trei­ben end­gül­tig zur Ar­mee und be­en­de­te da­mit sei­ne Kar­rie­re als NS-Land­rat. Sei­ne rück­bli­cken­de Er­klä­rung, er ha­be den of­fen­bar be­drü­cken­den Ver­hält­nis­sen im Land­kreis zu ent­kom­men ver­sucht, er­scheint durch­aus plau­si­bel; pri­va­te Quel­len aus der Zeit do­ku­men­tie­ren sei­ne zu­neh­men­den psy­cho­so­ma­ti­schen Sym­pto­me (Pro­ble­me mit den „Ner­ven“). Al­ler­dings greift Klau­sas nach 1945 im­mer wie­der an­ge­bo­te­ne Er­klä­rung zu kurz, er ha­be, als er die Aus­ma­ße be­zie­hungs­wei­se Ra­di­ka­li­sie­rung der NS-Po­li­tik ge­gen die orts­an­säs­si­ge jü­di­sche Be­völ­ke­rung er­kannt ha­be, die „Flucht zur Wehr­mach­t“ an­ge­tre­ten, um sich zu dis­tan­zie­ren und nicht „un­schul­dig schul­di­g“ zu wer­den. Hin­ter dem Ent­schluss weg­zu­ge­hen schei­nen auch an­de­re Mo­ti­ve ge­stan­den zu ha­ben, die von Kon­kur­renz­kämp­fen und Kom­pe­tenz­ver­lust ge­präg­ten Be­din­gun­gen des Ver­wal­tungs­diens­tes im Gau Ober­schle­si­en und die als schwie­rig emp­fun­de­nen Le­bens­ver­hält­nis­se für die Fa­mi­lie. Zu­dem war Klau­sa als Land­rat nicht bloß Be­ob­ach­ter der Ent­wick­lung im Be­zirk Kat­to­witz, son­dern leis­te­te bis zu sei­nem Wech­sel zur Wehr­macht ei­nen Bei­trag zur Un­ter­drü­ckung der lo­ka­len Be­völ­ke­rung so­wie zur Er­fas­sung, Ent­rech­tung und Aus­gren­zung der Men­schen jü­di­scher Her­kunft. Vor die­sem Hin­ter­grund hat die His­to­ri­ke­rin Ma­ry Ful­brook in ih­rem Buch „A Small Town ne­ar Ausch­wit­z“ Klau­sa in die Rei­he je­ner Funk­ti­ons­trä­ger ge­stellt, „wel­che die Grund­la­gen für das letzt­end­li­che Aus­rot­tungs­pro­gramm [ge­gen die jü­di­sche Be­völ­ke­rung] leg­ten“, die­ses aber nicht „an­streb­ten“. Sie skiz­ziert ihn als Typ des Ver­wal­tungs­be­am­ten, der sich mit der Ideo­lo­gie ei­nes „Ko­lo­ni­al­ras­sis­mus“ ar­ran­gie­ren konn­te, die auf Dis­kri­mi­nie­rung, Se­gre­ga­ti­on, Ter­ror und ad­mi­nis­tra­ti­ver Un­ter­drü­ckung be­ruh­te, oh­ne di­rekt von vorn­her­ein kon­kre­te „Ver­nich­tungs­ab­sich­ten“ ge­habt zu ha­ben[1].

Die von Klau­sa be­an­trag­te Ein­be­ru­fung zur Wehr­macht ver­zö­ger­te sich, auch weil sich sei­ne über­ge­ord­ne­te Dienst­stel­le an­ge­sichts der „schwie­ri­gen“ Ver­hält­nis­se im Be­zirk für ei­nen Ver­bleib des of­fen­bar ge­schätz­ten Land­ra­tes ein­setz­te. Zwar gab Udo Klau­sa nach 1945 meist an, er ha­be Bend­zin be­reits im Som­mer 1942 ver­las­sen; nach Ma­ry Ful­brooks Re­kon­struk­ti­on blieb er je­doch noch bis En­de 1942 in sei­ner Funk­ti­on als Land­rat. In die­ser Zeit wur­de die Ghet­toi­sie­rung der letz­ten Ju­den im Be­zirk vor­be­rei­tet, als Aus­gangs­punkt für die 1943 er­folg­te De­por­ta­ti­on der Be­trof­fe­nen nach Ausch­witz. Udo Klau­sa war so­mit Teil ei­ner Ver­wal­tung, die als Zu­brin­ger zur De­por­ta­ti­ons- und Ver­nich­tungs­po­li­tik fun­gier­te. Da­bei ist es für die Ein­schät­zung sei­ner his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung kaum er­heb­lich, ob er bei Un­ter­drü­ckungs­ak­tio­nen oder De­por­ta­tio­nen in sei­nem Kreis je­weils per­sön­lich an­we­send war, ei­nen der Be­trof­fe­nen - sei­nen jü­di­schen „Haus­be­sor­ger“ samt Fa­mi­lie - ei­ne Zeit­lang ver­steck­te oder in ein­zel­nen Ver­wal­tungs­be­rich­ten ver­hal­ten Kri­tik üb­te an ei­ner Po­li­tik, an der er selbst be­tei­ligt war.

Von En­de 1942 bis Kriegs­en­de dien­te Klau­sa bei der Wehr­macht (so bei der 76. In­fan­te­rie-Di­vi­son) und war un­ter an­de­rem in Süd(ost)eu­ro­pa und der Ukrai­ne ein­ge­setzt, zu­letzt im Rang ei­nes Haupt­manns. In­wie­fern er da­bei Zeu­ge von oder Be­tei­lig­ter an Kriegs­ver­bre­chen wur­de, ist nicht über­lie­fert. Im Früh­jahr 1944 wur­de Klau­sa schwer ver­wun­det und er­hielt den von der Fa­mi­lie er­sehn­ten „Hei­mat­schus­s“. Da­nach war er län­ge­re Zeit in me­di­zi­ni­scher Be­hand­lung oder tat Dienst im Er­satz­heer. Sei­ne Frau und sei­ne Kin­der hat­ten in­zwi­schen Bend­zin ver­las­sen und sie­del­ten schlie­ß­lich, auch auf sein Drän­gen hin, im Som­mer 1944 in den Wes­ten des Rei­ches über. Die Fa­mi­lie fand bei ei­ner Be­kann­ten von Klau­sas Ehe­frau Alex­an­dra im Schloss Crot­torf (im Wes­ter­wald) Un­ter­schlupf. Der so­wje­ti­sche Vor­marsch und die Furcht, mit dem na­hen­den Kriegs­en­de in den kom­mu­nis­ti­schen Macht­be­reich zu ge­lan­gen, be­stimm­ten nun Klau­sas Wahr­neh­mung und Han­deln. Kurz vor Kriegs­en­de lös­te er nach ei­ge­ner Schil­de­rung die von ihm be­feh­lig­te, an der Wer­ra ste­hen­de Trup­pen­ein­heit auf und be­gab sich gen Wes­ten, in Rich­tung der ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen. Wie vie­le Wehr­macht­sol­da­ten sah er an­ge­sichts des ab­seh­ba­ren „Zu­sam­men­bruchs“ of­fen­bar kei­nen Sinn mehr dar­in, „Durch­hal­te­wil­len“ zu be­wei­sen. Die pri­va­te Per­spek­ti­ve, der Wunsch nach „Heim­kehr“ zu Frau und Kin­dern, stand nun im Vor­der­grund.

Klau­sa tauch­te bei sei­ner Fa­mi­lie in Crot­torf un­ter und ver­mied zu­nächst die Mel­dung bei ei­ner al­li­ier­ten Dienst­stel­le, um nicht in Kriegs­ge­fan­gen­schaft oder in die für Funk­ti­ons­trä­ger des „Drit­ten Rei­ches“ üb­li­che In­ter­nie­rungs­haft zu ge­lan­gen. Er hielt sich zu­nächst mit Ar­bei­ten als Haus­leh­rer so­wie als Ge­schäfts­füh­rer in mit­tel­stän­di­schen Be­trie­ben über Was­ser, be­trieb aber zu­gleich sei­nen Wie­der­ein­stieg in den öf­fent­li­chen Dienst als Ver­wal­tungs­fach­mann. Nach­dem er ge­nug „Per­sil­schei­ne“ ge­sam­melt hat­te und die ge­sell­schaft­li­che Si­tua­ti­on als güns­ti­ger ein­schätz­te, be­an­trag­te er 1948 in Ol­pe sei­ne ­Ent­na­zi­fi­zie­rung. Als „Ost­flücht­lin­g“, der vor Ort nicht wei­ter be­kannt war und et­li­che Zeu­gen für sei­ne an­geb­lich dis­tan­zier­te, un­an­ge­pass­te Hal­tung in der NS-Zeit vor­le­gen konn­te, er­hielt er die Ein­stu­fung in Ka­te­go­rie fünf: „un­be­las­te­t“. Trotz ver­stärk­ter Kon­takt­pfle­ge mit Weg­ge­fähr­ten aus der frü­he­ren NS-Ver­wal­tung und Be­zie­hun­gen bis in Mi­nis­te­ri­al­krei­se hin­ein, ge­lang Klau­sa je­doch erst 1951 die Rück­kehr in sein „an­ge­stamm­tes“ Tä­tig­keits­feld: als (stell­ver­tre­ten­der) Ge­schäfts­füh­rer beim Nord­rhein-west­fä­li­schen Land­kreis­tag. Hier konn­te Klau­sa sei­ne fach­li­chen Kom­pe­ten­zen zei­gen und er­wei­tern, durch Ar­beits­leis­tung über­zeu­gen, Er­fah­run­gen sam­meln und Kon­tak­te knüp­fen, so dass die­se Stel­le zum „Sprung­bret­t“ wur­de für sei­ne spä­te­re Tä­tig­keit. Nach­dem 1953 die Land­schafts­ver­bän­de West­fa­len-Lip­pe (LWL) und Rhein­land (LVR) ge­grün­det wor­den wa­ren, um die Auf­ga­ben der frü­he­ren Pro­vin­zi­al­ver­bän­de zu über­neh­men und die Füh­rungs­po­si­ti­on im rhei­ni­schen Ver­band neu be­setzt wer­den muss­te, war Klau­sa auf­grund sei­nes gu­ten Ru­fes und sei­ner kom­mu­nal­po­li­ti­schen Ex­per­ti­se der aus­sichts­reichs­te Kan­di­dat. Sei­ne frü­he­re Lauf­bahn kam im Be­ru­fungs­ver­fah­ren zwar teil­wei­se zur Spra­che; ei­ne gra­vie­ren­de Be­las­tung des ehe­ma­li­gen NS-Land­ra­tes wur­de aber nicht ge­se­hen. Klau­sa pro­fi­tier­te hier auch von der „So­li­da­ri­tät“ je­ner Kol­le­gen, die ei­ne ähn­li­che Kar­rie­re wie er „hin­ter sich hat­ten“. Am 19.5.1954 wur­de er von der Land­schafts­ver­samm­lung zum Di­rek­tor des LVR ge­wählt.

3. Klausas Tätigkeit als Landesdirektor 1954-1975

Nach sei­ner ers­ten Amts­zeit 1966 im Am­t  ­be­stä­tigt, war Klau­sa letzt­lich fast 21 Jah­re, 1954-1975, Di­rek­tor des LVR. Als Chef, der über al­le Ge­schäf­te der lau­fen­den Ver­wal­tung ent­schei­den konn­te, zu­sam­men mit den Lan­des­rä­ten be­zie­hungs­wei­se De­zer­nats­lei­tern die grund­le­gen­den Li­ni­en, Struk­tu­ren und Maß­nah­men der Ver­wal­tung ent­wi­ckel­te und we­sent­li­che Im­pul­se für die Ent­schei­dun­gen der po­li­ti­schen Gre­mi­en des LVR (Land­schafts­aus­schuss, Fach­aus­schüs­se, Land­schafts­ver­samm­lung) gab, präg­te er die Ent­wick­lung des Ver­ban­des ma­ß­geb­lich. Die Ar­beit des LVR „un­ter Klau­sa“ kon­zen­trier­te sich zu­nächst auf die Be­wäl­ti­gung der Kriegs­fol­gen so­wie den „Wie­der­auf­bau“ der Bau­ten, Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Ver­sor­gungs­struk­tu­ren des frü­he­ren Pro­vin­zi­al­ver­ban­des. Seit En­de der 1950er Jah­re war sie je­doch in wach­sen­dem Ma­ße von den An­sprü­chen des ex­pan­die­ren­den west­deut­schen So­zi­al­staa­tes be­stimmt und stand seit den 1960er Jah­ren zu­neh­mend im Zei­chen ge­sell­schaft­li­cher For­de­run­gen nach ei­ner Mo­der­ni­sie­rung der Ver­wal­tung und der von ihr be­treu­ten und be­auf­sich­tig­ten Ein­rich­tun­gen. Dies hat­te ei­ne enor­me Aus­wei­tung und Aus­dif­fe­ren­zie­rung der Or­ga­ni­sa­ti­on zur Fol­ge. Ver­füg­te der LVR Mit­te der 1950er Jah­re über et­wa 5.000 Mit­ar­bei­ter/in­nen, so hat­te der LVR am En­de von Klau­sas Amts­zeit 13.500 Be­schäf­tig­te in rund 120 Ein­rich­tun­gen, Kli­ni­ken, Ju­gend­hei­men, Schu­len, Mu­se­en oder Stra­ßen­bau­äm­tern, die zen­tra­le Auf­ga­ben für die kom­mu­na­le wie über­re­gio­na­le Ge­sund­heits- und So­zi­al­po­li­tik, Kul­tur­pfle­ge und In­fra­struk­tur­ent­wick­lung über­nah­men. Par­al­lel war das jähr­li­che Fi­nanz­vo­lu­men enorm ge­wach­sen: von 296 Mil­lio­nen DM 1954 bis auf 4,9 Mil­li­ar­den DM 1975. Als Klau­sa in den Ru­he­stand ging, trüb­ten ver­schie­de­ne Kon­flik­te und Pro­ble­me das Bild: Auf­grund der en­ger wer­den­den fis­ka­li­schen Spiel­räu­me muss­ten Aus­ga­ben ver­min­dert und Leis­tun­gen ein­ge­schränkt wer­den; dring­li­che Vor­ha­ben des LVR, et­wa zur Re­form und Um­ge­stal­tung der psych­ia­tri­schen Kran­ken­häu­ser so­wie zur Aus­dif­fe­ren­zie­rung und Ver­bes­se­rung von Be­treu­ungs­an­ge­bo­ten für be­hin­der­te Men­schen oder Ju­gend­li­che, war­te­ten be­reits län­ge­re Zeit auf ih­re Um­set­zung. Der Ver­band war, wie vie­le an­de­re öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen, mit For­de­run­gen nach Trans­pa­renz und bür­ger­schaft­li­cher Teil­ha­be kon­fron­tiert und wur­de seit En­de der 1960er Jah­re von ge­sell­schafts­kri­ti­schen In­itia­ti­ven we­gen re­pres­si­ver und zum Teil in­hu­ma­ner Be­din­gun­gen in vom Land­schafts­ver­band be­treu­ten oder be­auf­sich­tig­ten Kli­ni­ken at­ta­ckiert. Un­ge­ach­tet des­sen wur­de Klau­sas Amts­zeit rück­bli­ckend in den Me­di­en als im­po­nie­ren­de Auf­bau­leis­tung ge­wür­digt, als „Ära Klau­sa“, in der sich der LVR von ei­nem „Re­pa­ra­tur­be­trie­b“ - so sein Nach­fol­ger Hel­mut Czisch­ke[2] - der Nach­kriegs­ge­sell­schaft zu ei­nem mo­der­nen Dienst­leis­tungs­be­trieb für die rhei­ni­sche Be­völ­ke­rung ent­wi­ckelt ha­be. Der Lan­des­di­rek­tor ge­noss in wei­ten Tei­len der Öf­fent­lich­keit ei­nen gu­ten Ruf. Auf­grund sei­ner Tä­tig­keit an der Spit­ze des Land­schafts­ver­ban­des hat­te er 1964 die Eh­ren­dok­tor­wür­de der Uni­ver­si­tät Düs­sel­dor­f (für die För­de­rung der Er­zie­hung und Be­hand­lung von Kin­dern mit Be­hin­de­run­gen so­wie der Psych­ia­trie „in Kran­ken­be­hand­lung, For­schung und Leh­re“) und 1968 die Eh­ren­bür­ger­schaft der Uni­ver­si­tät Bon­n (für die För­de­rung von For­schun­gen und In­sti­tu­ten und die Ver­mitt­lung rhei­ni­scher Ge­schich­te und Kul­tur) er­hal­ten.

Als Lan­des­di­rek­tor leg­te Klau­sa den Schwer­punkt sei­ner Ar­beit auf die „Mo­der­ni­sie­run­g“ und Ra­tio­na­li­sie­rung der LVR-Ver­wal­tung; sein An­spruch war es, die wach­sen­den und kom­ple­xen Auf­ga­ben des Ver­ban­des mit Hil­fe ei­ner mög­lichst spar­sa­men und ef­fek­ti­ven Or­ga­ni­sa­ti­on zu be­wäl­ti­gen. An­re­gun­gen hol­te er sich aus dem Ver­gleich mit Be­hör­den des In- und Aus­lan­des so­wie der frei­en Wirt­schaft, er griff aber auch auf ei­ge­ne Er­fah­run­gen in Ver­wal­tung und Mi­li­tär (auch aus der Zeit vor 1945) zu­rück. Der tech­nik­be­geis­ter­te Klau­sa setz­te nicht nur auf ei­ne Ver­ein­fa­chung und Be­schleu­ni­gung der Ab­läu­fe durch Bü­ro­tech­nik, son­dern för­der­te seit En­de der 1960er Jah­re die In­te­gra­ti­on der Elek­tro­ni­schen Da­ten­ver­ar­bei­tung in den Ver­wal­tungs­all­tag; er ent­wi­ckel­te In­itia­ti­ven zur Ein­füh­rung glei­ten­der Ar­beits­zeit oder Stär­kung ei­nes in­ner­be­trieb­li­chen Vor­schlag­we­sens und ver­such­te die Leis­tun­gen des Ver­wal­tungs­sta­bes durch in­ter­ne Fort­bil­dung und prä­zi­se­re Per­so­nal­be­ur­tei­lung zu he­ben. Sei­nem An­spruch fol­gend, die als ana­chro­nis­tisch emp­fun­de­nen Ver­fah­ren des Ob­rig­keits­staa­tes durch ei­nen zeit­ge­mä­ßen „Ver­wal­tungs­stil“ zu er­set­zen, setz­te sich der Lan­des­di­rek­tor für ei­ne ak­ti­ve, wer­ben­de Öf­fent­lich­keits­ar­beit ein und pro­pa­gier­te ein ver­bind­li­che­res – „ent­ge­gen­kom­men­des“ – Auf­tre­ten der Ver­wal­tung ge­gen­über Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. In­ner­or­ga­ni­sa­to­risch ent­wi­ckel­te Klau­sa ei­nen pa­tri­ar­cha­len Füh­rungs­stil, der auf dich­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on und kon­ti­nu­ier­li­cher Kon­trol­le be­ruh­te, an­ge­sichts der Grö­ße des Ver­wal­tungs­ap­pa­ra­tes und der Viel­schich­tig­keit der Ver­wal­tungs­pra­xis aber auch auf die Ex­per­ti­se und „Ei­gen­in­itia­ti­ve“ von Un­ter­ge­be­nen setz­te.

Die Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung stell­te für den Lan­des­di­rek­tor nicht nur ei­ne ad­mi­nis­tra­ti­ve Her­aus­for­de­rung, son­dern ei­ne ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Auf­ga­be dar; sie soll­te der po­pu­lä­ren Bü­ro­kra­tie­kri­tik und „Staats­ver­dros­sen­heit“ ent­ge­gen­wir­ken und die Ak­zep­tanz des west­deut­schen Staats­we­sens (nicht zu­letzt im Sys­tem­kon­flikt mit dem „Ost­blo­ck“) stär­ken. Ent­spre­chend ver­such­te Klau­sa im­mer wie­der, sei­ne Vor­stel­lun­gen von „Ver­wal­tungs­re­for­m“ und „zeit­ge­mä­ßer Ver­wal­tun­g“ auch im po­li­ti­schen Raum zur Gel­tung zu brin­gen, oh­ne da­mit je­doch all­zu star­ke Re­so­nanz zu fin­den.

Klau­sa prä­sen­tier­te sich meist als Ver­wal­tungs­fach­mann, der nur sach­li­chen Er­wä­gun­gen ver­pflich­tet sei, und stell­te die Ver­wal­tung als „Dienst­leis­tungs­be­trie­b“ der po­li­ti­schen Gre­mi­en dar, in sei­ner Amts­zeit setz­te er je­doch auch in­halt­lich be­stimm­te Schwer­punk­te. Das galt für den Kul­tur­be­reich, die „land­schaft­li­che Kul­tur­pfle­ge“, die dem Lan­des­di­rek­tor bis En­de der 1950er Jah­re di­rekt un­ter­stand und ihm als we­sent­li­che Grund­la­ge für Tra­di­ti­ons­be­wah­rung, Wer­te­er­zie­hung und die Ent­wick­lung ei­ner „rhei­ni­schen Iden­ti­tät“ galt. Klau­sa un­ter­stütz­te nicht nur den Wie­der­auf­bau, die Er­wei­te­rung und Grün­dung lan­des­kund­li­cher Bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Mu­se­en, er setz­te sich auch für ei­ne Re­ak­ti­vie­rung der „Hei­mat­ver­ei­ne“ ein und be­ton­te die Not­wen­dig­keit ei­ner star­ken Denk­mal- und Land­schafts­pfle­ge, um den ra­san­ten ge­sell­schaft­li­chen Wan­del ab­zu­fe­dern und der fort­lau­fen­den Zer­stö­rung von Kul­tur­gü­tern und Na­tur­räu­men zu be­geg­nen. Da­bei wand­te er sich ge­gen ei­ne bloß „ana­chro­nis­ti­sche“ Be­wah­rung, un­ter­stütz­te die Ent­wick­lung neu­er Kon­ser­vie­rungs-, Aus­stel­lungs- und Ver­mitt­lungs­an­sät­ze und för­der­te auch Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die sich für ei­ne ­mo­der­ne, ziel­grup­pen­ori­en­tier­te Öf­fent­lich­keits- und Bil­dungs­ar­beit ein­setz­ten.

Noch stär­ker war Klau­sa als Ver­wal­tungs­chef im Be­reich der So­zi­al­po­li­tik ge­fragt. Wäh­rend er die in­halt­li­che Ar­beit in den Be­rei­chen Ge­sund­heits­pfle­ge, Ju­gend­wohl­fahrt und Wohl­fahrts­pfle­ge/So­zi­al­hil­fe weit­ge­hend den Fach­ab­tei­lun­gen und zu­stän­di­gen Lan­des­rät/inn/en über­ließ und sich in den All­tag der vom LVR be­trie­be­nen Kli­ni­ken, Hei­me oder Schu­len nur sel­ten ein­schal­te­te, war er an den grund­le­gen­den Ent­schei­dun­gen über die Ent­wick­lung der LVR-Ein­rich­tun­gen und den Um­gang des Ver­ban­des mit psy­chisch Kran­ken, un­an­ge­pass­ten Ju­gend­li­chen und Men­schen mit Be­hin­de­run­gen doch zen­tral be­tei­ligt. Seit den 1960er Jah­ren schal­te­te sich Klau­sa ver­stärkt in die ge­sell­schaft­lich be­reits län­ger lau­fen­den Re­form­dis­kus­sio­nen ein und in­for­mier­te sich auch auf Aus­lands­rei­sen über al­ter­na­ti­ve Kon­zep­te me­di­zi­ni­scher Be­hand­lung und so­zia­ler Be­treu­ung. Über­al­ter­te Ge­bäu­de und die un­wür­di­ge Un­ter­brin­gung von Kran­ken und Be­treu­ungs­be­dürf­ti­gen, Aus­bil­dungs­de­fi­zi­te und den gra­vie­ren­den Per­so­nal­man­gel in psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken und Lan­des­er­zie­hungs­hei­men nahm der Lan­des­di­rek­tor als Man­ko wahr, so dass er Re­form­plä­ne sei­ner Mit­ar­bei­ten­den un­ter­stütz­te, die auf ei­ne Neu­ge­stal­tung des Kli­nik- und Heim­sys­tems und ei­ne Aus­dif­fe­ren­zie­rung von Be­treu­ungs­ein­rich­tun­gen und -kon­zep­ten setz­ten. Das Feld, das ihn da­bei aus per­sön­li­cher Be­trof­fen­heit am de­tail­lier­tes­ten in­ter­es­sier­te, war die Be­treu­ung und För­de­rung von Kin­dern und Ju­gend­li­chen mit Be­hin­de­run­gen, die sich zu ei­nem wach­sen­den Tä­tig­keits­be­reich des Land­schafts­ver­ban­des ent­wi­ckel­te.

Klau­sa trat als Ver­tre­ter „kon­ser­va­ti­ver Mo­der­ni­sie­run­g“ auf, als Ver­wal­tungs­mann al­so, der so­zia­len Wan­del nicht nur kul­tur­kri­tisch ab­wehr­te, son­dern mit­ge­stal­ten woll­te, der sich ver­än­der­ten Ge­ge­ben­hei­ten an­pass­te, oh­ne da­bei je­doch sei­ne tra­dier­ten, ma­ß­geb­lich in der Zeit vor 1945 ent­wi­ckel­ten Wert­vor­stel­lun­gen in Fra­ge zu stel­len. So zeig­te er sich in der Kul­tur­pfle­ge zwar auf­ge­schlos­sen für ak­tu­el­le For­men und An­sät­ze des For­schens, der Bil­dungs- und Öf­fent­lich­keits­ar­beit, be­kräf­tig­te aber zu­gleich die Tra­di­tio­nen ei­ner „Hei­mat­pfle­ge“, die das „or­ga­nisch Ge­wach­se­ne“ be­wah­ren soll­te und ei­ner „Er­zie­hun­g“ zur „Ge­mein­schaf­t“ dien­te. Die­se Po­si­ti­on, die an über­kom­me­ne Vor­stel­lun­gen der „Hei­mat­be­we­gun­g“ des 19. Jahr­hun­derts an­knüpf­te, be­kräf­tig­te er auch in sei­ner au­ßer­dienst­li­chen Tä­tig­keit, et­wa im „Deut­schen Hei­mat­bun­d“, des­sen Prä­si­dent er seit 1973 war. In die De­bat­ten um die Psych­ia­trie­re­form schal­te­te sich Klau­sa nach er­höh­tem po­li­ti­schen Druck zwar zu­stim­mend ein, stell­te die Um­set­zung je­doch bald wie­der un­ter Fi­nan­zie­rungs­vor­be­halt. Wäh­rend der Lan­des­di­rek­tor sich prin­zi­pi­ell für ei­ne ver­bes­ser­te Un­ter­brin­gung, Ver­sor­gung und The­ra­pie von Ju­gend­li­chen, psy­chisch Kran­ken und Men­schen mit kör­per­li­chen wie geis­ti­gen Be­hin­de­run­gen aus­sprach, war er zu ei­nem fun­da­men­ta­len Bruch mit den über­kom­me­nen For­men der Ver­wah­rung und Aus­schlie­ßung nicht in der La­ge oder zu ent­schie­de­nen Ein­grif­fen in die oft au­to­kra­tisch ge­führ­ten Kli­ni­ken nicht be­reit. Der ver­stärk­ten Kri­tik an skan­da­lö­sen, von Ver­nach­läs­si­gung und Ge­walt ge­präg­ten Be­din­gun­gen in rhei­ni­schen Ein­rich­tun­gen be­geg­ne­te er eher de­fen­siv. Ver­feh­lun­gen und Über­grif­fe von LVR-Mit­ar­bei­ter/in­ne/n be­han­del­te Klau­sa nicht mit der für struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen nö­ti­gen Kon­se­quenz. Sei­ne Sor­ge galt zu­nächst dem öf­fent­li­chen Er­schei­nungs­bild „sei­nes“ Ver­ban­des, dem „Be­triebs­kli­ma“, der „Loya­li­tät“ und dem „Ver­trau­en“ der Mit­ar­bei­ter/in­nen, wäh­rend die Le­bens­be­din­gun­gen und Aus­gren­zungs­er­fah­run­gen der In­sas­sen von Kli­ni­ken und Hei­men da­bei in den Hin­ter­grund rück­ten.

Das Span­nungs­ver­hält­nis von Tra­di­tio­na­lis­mus und An­pas­sung an die Zeit­um­stän­de, von men­ta­len Kon­ti­nui­tä­ten und vor­sich­ti­gen Ver­än­de­run­gen zeigt sich auch in den Stel­lung­nah­men des Lan­des­di­rek­tors zum Ver­hält­nis von Po­li­tik und Ver­wal­tung. Die bür­ger­schaft­li­che Kon­trol­le der Ver­wal­tung, die sich nach 1945 in der west­deut­schen Kom­mu­nal­ver­fas­sung und auch im LVR durch­ge­setzt hat­te, wur­de von Klau­sa zu­nächst skep­tisch be­trach­tet. Im Lau­fe sei­ner Amts­zeit äu­ßer­te sich der Lan­des­di­rek­tor je­doch zu­neh­mend po­si­tiv über die Be­tei­li­gung von Bür­ger/in­ne/n und Po­li­ti­ker/in­ne/n an der Ver­wal­tungs­ar­beit, die die Be­schrän­kun­gen des al­ten Ob­rig­keits­staa­tes ver­ges­sen las­se. Mit den po­li­ti­schen Gre­mi­en des Land­schafts­ver­ban­des, Land­schafts­ver­samm­lung und Fach­aus­schüs­sen, pfleg­te Klau­sa spä­tes­tens seit den 1960er Jah­ren ei­nen kon­struk­ti­ven, weit­ge­hend rei­bungs­lo­sen Aus­tausch. Der Lan­des­di­rek­tor blieb je­doch bis zu­letzt tech­no­kra­ti­schem Den­ken ver­pflich­tet, be­strebt, „un­nö­ti­ge“ und „sach­frem­de“ Ein­grif­fe der Po­li­tik in den Tä­tig­keits­be­reich der Ver­wal­tung ab­zu­weh­ren und die­se von po­li­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen frei­zu­hal­ten. Po­li­ti­sches Han­deln stand für ihn un­ter den Leit­ge­dan­ken „Über­par­tei­lich­keit“ und Kon­sens­stif­tung. Das de­mo­kra­ti­sche Sys­tem ver­stand er als de­mo­kra­ti­sche „Ord­nun­g“, die nicht zu­nächst von Kon­flikt und Mei­nungs­viel­falt leb­te, son­dern Ge­schlos­sen­heit und Ein­ver­neh­men er­for­der­te und durch kon­struk­ti­ve Be­tei­li­gung und weit­ge­hen­de Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Ge­mein­we­sen sta­bi­li­siert wer­den müs­se.

Die­ses Ver­ständ­nis zeig­te Klau­sa auch in sei­nem au­ßer­dienst­li­chen po­li­ti­schen En­ga­ge­ment, et­wa in Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zir­keln der CDU, als Vor­stands­vor­sit­zen­der des Lan­des­ku­ra­to­ri­ums „Un­teil­ba­res Deutsch­lan­d“ oder in der „Hei­mat­be­we­gun­g“. Er äu­ßer­te sich be­sorgt an­ge­sichts der ge­sell­schaft­li­chen Li­be­ra­li­sie­rungs- und Plu­ra­li­sie­rungs­pro­zes­se der 1960er und 1970er Jah­re und ver­hielt sich deut­lich ab­leh­nend ge­gen­über den oft kon­fron­ta­tiv auf­tre­ten­den ge­sell­schafts­kri­ti­schen Grup­pen der Au­ßer­par­la­men­ta­ri­schen Op­po­si­ti­on oder neu­en so­zia­len Be­we­gun­gen. Vor dem Hin­ter­grund des Ost-West-Kon­flikts und sei­ner de­zi­diert an­ti­kom­mu­nis­ti­schen Hal­tung sah er in solch „sys­tem­ver­än­dern­den“ In­itia­ti­ven nicht nur ei­nen An­griff auf die po­li­ti­sche Kul­tur, son­dern ei­ne Ge­fähr­dung des auf „den Wes­ten“ und das west­li­che Bünd­nis­sys­tem ver­pflich­te­ten (bun­des)deut­schen Staats­we­sens.

4. Klausa und der Umgang mit der NS-Vergangenheit

Dass Klau­sa bei al­ler Aus­ein­an­der­set­zung mit ak­tu­el­len Zeit­strö­mun­gen sei­nen kon­ser­va­ti­ven Grund­über­zeu­gun­gen ver­pflich­tet blieb, zeigt sich auch an sei­ner Hal­tung zur NS-Ver­gan­gen­heit. Seit dem En­de des NS-Re­gimes be­fass­te sich der Ver­wal­tungs­mann im­mer wie­der in­ten­siv mit sei­ner Rol­le im „Drit­ten Reich“ und der his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung der Deut­schen. Bis zu­letzt blieb er da­bei je­doch je­nem be­reits in den ers­ten Nach­kriegs­jah­ren eta­blier­ten Recht­fer­ti­gungs­dis­kurs ver­pflich­tet, wo­nach le­dig­lich ei­ne klei­ne Cli­que von „Na­tio­nal­so­zia­lis­ten“ für die NS-Ver­bre­chen ver­ant­wort­lich zu ma­chen sei. Den zwi­schen den 1950er und 1980er Jah­ren sich voll­zie­hen­den er­in­ne­rungs­kul­tu­rel­len Wan­del re­gis­trier­te er auf­merk­sam, oh­ne je­doch sei­ne be­reits kurz nach Kriegs­en­de schrift­lich nie­der­ge­leg­te Hal­tung zur NS-Herr­schaft in Fra­ge zu stel­len.

Wie Klau­sa in meh­re­ren Aus­ar­bei­tun­gen und Trak­ta­ten fest­hielt, wand­te er sich be­reits 1945 un­ver­kenn­bar von der NS-Dik­ta­tur ab und dem neu­en de­mo­kra­ti­schen Sys­tem, „Rechts­staa­t“, „west­li­chen Wer­ten“ so­wie der „Aus­söh­nun­g“ mit frü­he­ren Kriegs­geg­nern zu. Zu­gleich sah er je­doch bio­gra­fisch und ge­sell­schafts­po­li­tisch kei­nen An­lass für ei­ne ra­di­ka­le selbst­kri­ti­sche „Um­kehr“. Viel­mehr blieb Klau­sa Zeit sei­nes Le­bens be­müht, sich und den Gro­ß­teil der deut­schen Ge­sell­schaft von Schuld frei­zu­spre­chen. Ver­su­che ei­ner grund­le­gen­de­ren Aus­ein­an­der­set­zung mit NS-Be­las­tun­gen – wie die an­fäng­li­chen „Säu­be­rungs­be­stre­bun­gen“ der Al­li­ier­ten – wur­den von Klau­sa als il­le­gi­tim emp­fun­den und deut­lich zu­rück­ge­wie­sen. Sei­nen ei­ge­nen Le­bens­lauf ver­sah er be­reits in den ers­ten Nach­kriegs­jah­ren mit der Le­gen­de ei­nes ka­tho­lisch ge­präg­ten Ver­wal­tungs­ex­per­ten, der sich aus idea­lis­ti­schen Mo­ti­ven zu­nächst dem NS-Staat zur Ver­fü­gung ge­stellt ha­be, bald aber auf Dis­tanz zum Re­gime ge­gan­gen, we­gen sei­ner welt­an­schau­li­chen „Un­zu­ver­läs­sig­keit“ selbst zu­neh­mend an den Rand ge­drängt wor­den, je­doch bis zu­letzt be­müht ge­we­sen sei, in­ner­halb des NS-Sys­tems „Schlim­me­res zu ver­hin­dern“.

Die Ver­än­de­run­gen des Er­in­ne­rungs­dis­kur­ses seit den 1960er Jah­ren, die kri­ti­schen Fra­gen zu NS-Kon­ti­nui­tä­ten in Staat und Ge­sell­schaft der Bun­des­re­pu­blik und die wach­sen­de Auf­merk­sam­keit für den Völ­ker­mord an den eu­ro­päi­schen Ju­den, brach­ten auch für Klau­sa neu­en Recht­fer­ti­gungs­druck. Als sei­ne Schrift „Ras­se und Wehr­rech­t“ öf­fent­lich be­kannt und im Vor­feld sei­ner Wie­der­wahl 1966 zu ei­nem po­li­ti­schen „Pro­ble­m“ wur­de, ver­fass­te der Lan­des­di­rek­tor er­neut meh­re­re Aus­ar­bei­tun­gen, in de­nen er sein Selbst­bild und sei­ne Ver­si­on der NS-Ge­schich­te zu ver­tei­di­gen ver­such­te. Der Lan­des­di­rek­tor ar­gu­men­tier­te, es han­de­le sich bei dem kri­ti­sier­ten Text le­dig­lich um ei­ne „Ju­gend­sün­de“, die au­ßer­dem po­si­ti­ve In­ten­tio­nen ver­folgt ha­be: „Ras­se und Wehr­rech­t“ sei ein Ver­such ge­we­sen, mit zeit­ge­nös­si­scher Ter­mi­no­lo­gie ge­gen die Na­zi­fi­zie­rung des Of­fi­ziers­korps der Wehr­macht an­zu­schrei­ben, in der Spra­che „der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten“ ge­gen de­ren Ab­sich­ten Stel­lung zu neh­men. Seit En­de der 1960er Jah­re wur­de Klau­sa zu­dem – auch auf­grund ver­stärk­ter Er­mitt­lun­gen der Nach­kriegs­jus­tiz – mit sei­ner Be­tei­li­gung an der Ju­den­ver­fol­gung als Land­rat von Bend­zin kon­fron­tiert. Er ver­wies in die­sem Zu­sam­men­hang nicht nur auf die - durch an­de­re Quel­len nicht be­leg­te - Hil­fe­leis­tung der Fa­mi­lie Klau­sa für ih­ren von der De­por­ta­ti­on be­trof­fe­nen jü­di­schen „Haus­be­sor­ger“, son­dern be­ton­te vor al­lem sei­ne ge­rin­ge Ver­ant­wor­tung als Ver­wal­tungs­mann. Als Land­rat ha­be er von den Aus­ma­ßen des Ju­den­mor­des nichts ge­ahnt und den Ver­fol­gungs­ak­tio­nen von SS und Po­li­zei nur ohn­mäch­tig zu­schau­en kön­nen. Noch in den Le­bens­er­in­ne­run­gen der spä­ten 1970er Jah­re war Klau­sas Rück­schau auf das NS-Re­gime von der Leit­for­mel des deut­schen Nach­kriegs­dis­kur­ses ge­prägt, „an­stän­dig ge­blie­ben“ zu sein. Das ziel­te nicht nur auf die ei­ge­ne Bio­gra­fie und das per­sön­li­che Um­feld, son­dern auf Klau­sas „Be­zug­s­in­sti­tu­tio­nen“ Ver­wal­tung und Mi­li­tär und letzt­lich die ge­sam­te deut­sche Be­völ­ke­rung.

Die de­fi­zi­tä­re, in vie­lem apo­lo­ge­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der NS-Ver­gan­gen­heit spie­gel­te sich auch in der Tä­tig­keit des Lan­des­di­rek­tors wi­der. Zwar sah Klau­sa au­to­ri­tä­ren Füh­rungs­stil und die Um­gangs­for­men des Ob­rig­keits­staa­tes als nicht mehr zeit­ge­mäß an. Doch hielt er an man­chen Leit­ide­en und Füh­rungs­tech­ni­ken fest, die er noch aus Ver­wal­tung und Mi­li­tär der ers­ten Jahr­hun­dert­hälf­te kann­te und die er auch durch die NS-Zeit nicht dis­kre­di­tiert sah. Die per­so­nel­len und fach­li­chen Kon­ti­nui­tä­ten zwi­schen dem LVR und dem frü­he­ren, seit den 1930er Jah­ren gleich­ge­schal­te­ten rhei­ni­schen Pro­vin­zi­al­ver­band be­trach­te­te Klau­sa eben­falls aus die­sem Blick­win­kel. Im Ein­ver­neh­men mit sei­nen Kol­leg/inn/en aus Ver­wal­tung und Po­li­tik ging er da­von aus, dass sich der Ver­band in den 1930er und 1940er Jah­ren den An­sprü­chen der NS-Be­we­gung weit­ge­hend ent­zo­gen und sei­ne „gu­ten“ fach­li­chen Tra­di­tio­nen über die Zeit der NS-Herr­schaft hin­weg ver­tei­digt ha­be. In­so­fern sah Klau­sa als Lan­des­di­rek­tor auch kein grund­sätz­li­ches Pro­blem dar­in, Mit­ar­bei­ter/in­nen aus der Zeit vor 1945 wei­ter zu be­schäf­ti­gen oder de­ren frü­he­re „Ver­diens­te“ im Rah­men ver­bands­in­ter­ner Tra­di­ti­ons­pfle­ge zu wür­di­gen. Dass es in­ner­halb des Per­so­nals et­li­che gab, die im NS-Re­gime Kar­rie­re ge­macht hat­ten, und nicht we­ni­ge, die an Re­pres­si­ons­maß­nah­men ge­gen so­zia­le Rand­grup­pen oder den Kran­ken­mor­den be­tei­ligt ge­we­sen wa­ren, wur­de nicht pro­ble­ma­ti­siert oder ein­ver­stän­dig „be­schwie­gen“. In die­ser Hal­tung war Klau­sa al­ler­dings nicht her­aus­ra­gend, son­dern ty­pisch, so­wohl für die Füh­rungs­rie­ge des LVR und das Gros der Ver­wal­tungs­be­am­ten als auch für die über­gro­ße Mehr­heit des Staats­ap­pa­ra­tes und der deut­schen Ge­sell­schaft nach 1945.

5. Udo Klausa als Teil einer „Erfolgs-“ wie „Belastungsgeschichte“ der Bundesrepublik

Mit sei­nem Ru­he­stand wur­de Klau­sa selbst Teil je­ner se­lek­ti­ven Tra­di­ti­ons­pfle­ge, die er ver­bands­in­tern ge­för­dert hat­te und die auch wei­te Tei­le der Öf­fent­lich­keit zu­stim­mend auf­grif­fen. So wur­de sei­ne Bio­gra­fie ge­wis­ser­ma­ßen ein Stück der oft er­zähl­ten „Er­folgs­ge­schich­te“ der Bun­des­re­pu­blik. Bis über die Jahr­tau­send­wen­de hin­aus schie­nen Klau­sas Leis­tun­gen als Ver­wal­tungs­mann, sein Ruf als „Neu­e­rer“ und „Be­wah­rer“, das Bild des „Grün­dungs­va­ter­s“ des Land­schafts­ver­ban­des und ei­ner „Pio­nier­ge­stal­t“ mo­der­ner Ver­wal­tung un­be­strit­ten.

Al­ter­na­ti­ve Deu­tun­gen der Ver­bands­ge­schich­te la­gen durch­aus vor, vor al­lem in Ge­stalt der har­ten Kri­tik, die sich in Fol­ge der stu­den­ti­schen Re­vol­te und der neu­en so­zia­len Be­we­gun­gen ge­gen den LVR zu rich­ten be­gann. In den 1970er Jah­ren tra­ten hier ins­be­son­de­re An­ge­hö­ri­ge des so­ge­nann­ten SSK („So­zi­al­päd­ago­gi­sche Son­der­maß­nah­men Köln“) her­vor. An­ge­sichts der be­kannt ge­wor­de­nen men­schen­un­wür­di­gen Zu­stän­de in psych­ia­tri­schen An­stal­ten und Ju­gend­hei­men des Rhein­lan­des und et­li­cher To­des­fäl­le, die zum Teil auch über­re­gio­nal Auf­se­hen er­reg­ten („Brau­wei­ler-Skan­dal“), for­der­ten die Kri­ti­ker ein En­de des re­pres­si­ven und aus­gren­zen­den Kli­nik- und Heim­sys­tems. Ei­nen we­sent­li­chen Grund für die­ses Sys­tem sa­hen sie in au­to­ri­tä­ren Ge­sell­schafts­vor­stel­lun­gen und der un­ab­ge­schlos­se­nen NS-Ver­gan­gen­heit des Ver­ban­des und sei­nes Füh­rungs­per­so­nals. Das rich­te­te sich nicht zu­letzt ge­gen den Di­rek­tor des LVR und setz­te un­mit­tel­bar an des­sen Schrift „Ras­se und Wehr­rech­t“ an. Wer sich vor 1945 so auf die Sei­te des NS-Re­gimes ge­stellt und des­sen For­de­rung nach „Aus­son­de­rung der Ent­ar­te­ten“ zu ei­gen ge­macht ha­be, so die Ar­gu­men­ta­ti­on des SSK, der ha­be ver­mut­lich auch nach 1945 auf so­zia­le Se­lek­ti­on und Aus­gren­zung ge­setzt – und müs­se für die Ver­nach­läs­si­gung und Re­pres­si­on von Heim­kin­dern und Psych­ia­trie­pa­ti­en­ten ent­schei­dend ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den. Die Ge­schich­te des Land­schafts­ver­ban­des und sei­nes Lei­tungs­per­so­nals wur­de hier dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt zum Selbst­ver­ständ­nis des LVR ver­stan­den, näm­lich als Teil ei­ner deut­schen „Be­las­tungs­ge­schich­te“.

Mit der Ab­schwä­chung der Pro­test­be­we­gung und dem Ab­flau­en der me­dia­len Be­richt­er­stat­tung über die „Kli­nikskan­da­le“ ver­ebb­te die­se De­bat­te je­doch nach we­ni­gen Jah­ren wie­der. Seit den 1970er Jah­ren wur­den die bio­gra­fi­schen Be­zü­ge zur NS-Zeit im Per­so­nal des Land­schafts­ver­ban­des deut­lich we­ni­ger. Auch ent­wi­ckel­ten sich seit den 1980er Jah­ren aus dem LVR her­aus An­sät­ze kri­ti­scher His­to­ri­sie­rung, ins­be­son­de­re durch me­di­zin- und für­sor­ge­ge­schicht­li­che Ar­bei­ten zur Be­tei­li­gung des rhei­ni­schen Pro­vin­zi­al­ver­ban­des an der NS-Po­li­tik ge­gen Kran­ke und so­zi­al Un­an­ge­pass­te. Zu ei­ner Über­prü­fung der Nach­kriegs­ge­schich­te des LVR und der NS-Ver­gan­gen­heit sei­nes jün­ge­ren Füh­rungs­per­so­nals kam es al­ler­dings erst deut­lich spä­ter.

Zwei Er­eig­nis­se wa­ren es, die den ers­ten Di­rek­tor des Land­schafts­ver­ban­des wie­der ins Licht der Öf­fent­lich­keit rück­ten, nun als Sym­bol­fi­gur „ver­dräng­ter Ver­gan­gen­heit“ und frag­wür­di­ger Tra­di­ti­ons­pfle­ge. Die seit der Jahr­tau­send­wen­de breit dis­ku­tier­ten „Heim­kin­der­skan­da­le“ ga­ben An­lass, die Hal­tung des LVR ge­gen­über Kran­ken und Hilfs­be­dürf­ti­gen in der frü­hen Bun­des­re­pu­blik zu über­prü­fen und be­weg­ten frü­he­re Kri­ti­ker, ih­re in den 1970er Jah­ren for­mu­lier­ten The­sen noch­mals vor­zu­brin­gen. Noch wich­ti­ger für die jün­ge­re Aus­ein­an­der­set­zung um den ers­ten Lan­des­di­rek­tor war je­doch das 2012 er­schie­ne­ne Buch Ma­ry Ful­brooks „A Small Town ne­ar Ausch­wit­z“, das erst­mals die Kar­rie­re und Tä­tig­keit des Ver­wal­tungs­be­am­ten im „Drit­ten Reich“ ge­nau­er be­trach­te­te und her­aus­ar­bei­te­te, in wel­cher Wei­se Klau­sa in die NS-Po­li­tik im be­setz­ten Po­len und die Ju­den­ver­fol­gung ein­ge­bun­den war. Das nicht nur mit wis­sen­schaft­li­chem Ges­tus, son­dern mit per­sön­li­cher An­teil­nah­me, un­ter be­son­de­rer Be­to­nung der Op­fer­per­spek­ti­ve ge­schrie­be­ne Werk gab der De­bat­te ei­ne neue Trag­wei­te. Die „Nä­he“ des Prot­ago­nis­ten zu „Ausch­wit­z“ ließ ei­ne Auf­recht­er­hal­tung des bis­her ge­pfleg­ten „Klau­sa-Bil­des“ nicht mehr zu. Das galt auch für den LVR selbst, der vor die­sem Hin­ter­grund ei­ne Neu­ori­en­tie­rung vor­nahm, sich öf­fent­lich zur his­to­ri­schen „Auf­ar­bei­tun­g“ be­kann­te und ver­schie­de­ne Ver­an­stal­tun­gen so­wie For­schun­gen zu der Nach­kriegs­ge­schich­te des Ver­ban­des und sei­nem ers­ten Di­rek­tor in­iti­ier­te[3].

Wie Udo Klau­sas Kar­rie­re nicht iso­liert zu be­trach­ten ist, son­dern bei­spiel­haft ste­hen kann für Kon­ti­nui­tät und Wan­del von Ver­wal­tungs­eli­ten in der deut­schen Ge­schich­te des 20. Jahr­hun­derts, so ver­weist auch der Um­gang mit der „his­to­ri­schen Fi­gur“ Klau­sa ex­em­pla­risch über den in­di­vi­du­el­len Fall hin­aus. An ihr las­sen sich nicht nur die de­fi­zi­tä­re „Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gun­g“ der frü­hen Bun­des­re­pu­blik so­wie die seit den 1960er Jah­ren zu­neh­mend vi­ru­lent wer­den­den Kon­flik­te um die NS-Ge­schich­te fest­ma­chen, son­dern auch je­ner Mo­dus der „Auf­ar­bei­tun­g“, der sich in den letz­ten bei­den Jahr­zehn­ten im Rück­blick auf NS-Be­las­tun­gen weit­läu­fig durch­ge­setzt zu ha­ben scheint – ob mit Blick auf Ärz­te­schaft, Kul­tur­schaf­fen­de, Jus­tiz und Po­li­zei, auf den un­te­ren Ebe­nen der Ver­wal­tung oder im Be­reich der Bun­des­mi­nis­te­ri­en. Dass sich die öf­fent­li­che Wahr­neh­mung Klau­sas zu­letzt deut­lich ge­wan­delt hat, dürf­te nicht nur ei­nem er­wei­ter­ten Wis­sen über die NS-Ver­gan­gen­heit zu ver­dan­ken sein, son­dern hat mit ei­nem ver­än­der­ten ge­sell­schaft­li­chen Re­so­nanz­raum, dif­fe­ren­zier­te­ren Vor­stel­lun­gen von his­to­ri­scher Ver­ant­wor­tung und „Tä­ter­schaf­t“ so­wie neu­en For­men ei­nes von den „Op­fern“ her ent­wi­ckel­ten Ge­den­kens zu tun. Der neue Blick auf die „Ära Klau­sa“ ist aber min­des­tens eben­so sehr auf die öf­fent­li­chen In­ter­ven­tio­nen kri­ti­scher Bür­ger/in­nen zu­rück­zu­füh­ren wie auf ei­nen „Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel“ in­ner­halb des Land­schafts­ver­ban­des, der frü­he­re Loya­li­tä­ten zur „Grün­der­ge­ne­ra­ti­on“ ver­schwin­den und neue Vor­stel­lun­gen von Or­ga­ni­sa­ti­ons­kul­tur und in­sti­tu­tio­nel­ler Selbst­dar­stel­lung ent­ste­hen ließ.

Quellen

Der Nach­lass Klau­sa be­fin­det sich im Ar­chiv des LVR, das zum LVR-Ar­chiv­be­ra­tungs- und Fort­bil­dungs­zen­trum in Pul­heim-Brau­wei­ler ge­hört, er­schlos­sen durch ein Find­buch, Köln 2009, rev. 2017. [On­line]

Literatur

Ful­brook, Ma­ry, A Small Town ne­ar Ausch­witz. Or­di­na­ry Na­zis and the Ho­lo­caust, Ox­ford 2012 (deutsch: Ei­ne klei­ne Stadt bei Ausch­witz. Ge­wöhn­li­che Na­zis und der Ho­lo­caust, Es­sen 2015).

Ful­brook, Ma­ry, „Un­schul­dig schul­dig wer­den“? Sys­te­mi­sche Ge­walt und die Ver­fol­gung der Ju­den von Będ­zin, in: Löw, An­drea/Ber­gen, Do­ris L. /Háj­ko­vá, An­na (Hg.), All­tag im Ho­lo­caust. Jü­di­sches Le­ben im Gro­ß­deut­schen Reich 1941–1945, Mün­chen 2013, S. 117-136.

Ful­brook, Ma­ry, Na­zis mit rei­nem Ge­wis­sen? Zi­vi­le Funk­ti­ons­trä­ger und der Ho­lo­caust, in: Bi­al­as, Wolf­gang/Frit­ze, Lo­thar (Hg.), Ideo­lo­gie und Mo­ral im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, Göt­tin­gen 2014, S. 129-151.

Ka­mins­ky, Uwe/Roth, Tho­mas, Ver­wal­tungs­dienst, Ge­sell­schafts­po­li­tik und Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung nach 1945. Das Bei­spiel des Lan­des­di­rek­tors Udo Klau­sa, Ber­lin 2016. [mit wei­te­ren Nach­wei­sen und Li­te­ra­tur­an­ga­ben]

Online

Ge­schichts-LK des Ge­schwis­ter-Scholl-Gym­na­si­ums Pul­heim, „Men­schen wie Vieh ge­hal­ten“ – Der Skan­dal um die Schlie­ßung der Fach­kli­nik für Psych­ia­trie und Neu­ro­lo­gie des Lan­des­kran­ken­hau­ses Brau­wei­ler 1978, Pul­heim 2011. [On­line]

Go­the, Lo­thar, „A small town ne­ar Ausch­wit­z“. Ge­den­k­ri­tua­le beim LVR in Köln und ein da­zu pas­sen­des neu­es Buch, in: Neue Rhei­ni­sche Zei­tung, On­line-Fly­er vom 9.5.2017. [On­line

Kro­nau­er, Jörg, Das En­de des Schwei­gens. Der Land­schafts­ver­band Rhein­land wagt sich an die Auf­ar­bei­tung sei­ner Ver­gan­gen­heit, in: Stadt­Re­vue 10.2011. [On­line

„Der LVR stellt sich sei­ner Ge­schich­te“, Köln 2017. [On­line]

 
Anmerkungen
  • 1: Fulbrook, Nazis, S. 131.
  • 2: Dr. Helmut Czischke (SPD) (1925-2005), Nachfolger Klausas als Landesdirektor 1.11.1975-31.5.1980.
  • 3: Diese erinnerungspolitische Umorientierung kommt auch im vorliegenden Artikel zum Ausdruck, der Ergebnisse einer vom LVR geförderten wissenschaftlichen Untersuchung zusammenfasst und einen früheren Beitrag ersetzen soll, der 2011 nach öffentlicher Kritik von der Internetplattform „Rheinische Geschichte“ entfernt wurde.
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Roth, Thomas, Kaminsky, Uwe, Udo Klausa, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/udo-klausa-/DE-2086/lido/5ab3852cb4deb3.65635956 (21.07.2018)