Walram von Jülich

Erzbischof von Köln und Kurfürst (1332-1349)

Wilhelm Janssen (Düsseldorf)

Liegefigur auf dem Grabmal Walrams von Jülich im Kölner Dom, Foto: Schmölz-Huth. (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland)

Schon drei Wo­chen nach dem Tod des Erz­bi­schofs Hein­rich II. von Vir­ne­burg am 6.1.1332 er­nann­te Papst Jo­hann XXII. (Pon­ti­fi­kat 1316-1334) am 27. Ja­nu­ar den Köl­ner Domthe­sau­rar und Lüt­ti­cher Dom­propst Wal­ram von Jü­lich zum neu­en Köl­ner Erz­bi­schof, ob­wohl die­ser das da­für er­for­der­li­che ka­no­ni­sche Al­ter noch nicht er­reicht hat­te. Die Be­set­zung des Erz­stuhls hat­te sich der Papst schon zu Hein­richs Leb­zei­ten vor­be­hal­ten. Wal­ram, ge­bo­ren 1304, war der drit­te Sohn des Gra­fen Ger­hard V. von Jü­lich und von vorn­her­ein für ei­ne kirch­li­che Kar­rie­re vor­ge­se­hen. Ein Stu­di­um des Kir­chen­rechts an den Uni­ver­si­tä­ten Pa­ris und Or­léans hat­te er mit dem Dok­tor­grad ab­ge­schlos­sen und sei­nen stan­des­ge­mä­ßen Le­bens­un­ter­halt mit den Ein­künf­ten ei­ni­ger Pfrün­den be­strit­ten, die ihm der Va­ter schon früh ver­schafft hat­te. Die Po­li­tik der Jü­li­cher ziel­te un­ver­kenn­bar da­hin, für Wal­ram ein Bis­tum in der ei­ge­nen In­ter­es­sen- und Wir­kungs­sphä­re, vor­nehm­lich al­so Lüt­tich oder Köln, zu ge­win­nen, um das An­se­hen und den Ein­fluss ih­res Hau­ses zu meh­ren.

Un­er­läss­li­che Vor­be­din­gung zur Er­rei­chung die­ses Ziels wa­ren Er­werb und Er­halt des päpst­li­chen Wohl­wol­lens, was für die Jü­li­cher be­deu­te­te, im Kon­flikt zwi­schen Kö­nig/Kai­ser Lud­wig IV., dem Bay­ern (Re­gie­rungs­zeit 1314-1347), und dem Papst­tum von der bis­he­ri­gen kai­ser­freund­li­chen Po­si­ti­on ab­zu­rü­cken. Die­se von Graf Ger­hard V. vor­sich­tig ein­ge­lei­te­te Po­li­tik schloss sein Sohn und seit 1328 Nach­fol­ger Wil­helm V. (1336 Mark­graf, 1356 Her­zog) 1332 mit dem fei­er­lich be­schwo­re­nen Über­tritt vom kai­ser­li­chen in das päpst­li­che La­ger ab, als es galt, an der Ku­rie in Avi­gnon für den Bru­der das va­kan­te Erz­bis­tum Köln zu er­rin­gen. Ei­nen vom fran­zö­si­schen Kö­nig un­ter­stütz­ten Mit­be­wer­ber, den Bi­schof Adolf von Lüt­tich aus dem Hau­se Mark, konn­te er da­mit aus­ste­chen. Der von Graf Wil­helm V. voll­zo­ge­ne Front­wech­sel, der für die­sen nur ein tak­ti­scher Schach­zug war – er ist schon bald an die Sei­te des Kai­sers zu­rück­ge­schwenkt! -, gab  für Wal­ram die Grund­aus­rich­tung sei­nes Epis­ko­pats vor. Er blieb papst­treu, hat Lud­wig IV. nie­mals als Kö­nig an­er­kannt und von ihm auch nicht die Re­ga­li­en emp­fan­gen. Mit die­ser Hal­tung gab er sei­nen Geg­nern ei­nen Rechts­grund, ih­ren ge­gen das Köl­ner Erz­stift ge­rich­te­ten ter­ri­to­ri­al­po­li­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten den Man­tel der Kö­nigs­treue um­zu­hän­gen. Er konn­te sich aber auf die Rü­cken­de­ckung durch sei­nen Bru­der ver­las­sen. Denn die Be­set­zung des Köl­ner Erz­stuhls be­wirk­te ei­ne Um­wäl­zung der seit ei­nem Jahr­hun­dert ein­ge­fah­re­nen po­li­ti­schen Kon­stel­la­tio­nen am Nie­der­rhein, de­ren Kon­stan­te der Ge­gen­satz zwi­schen Kur­k­öln und Jü­lich ge­we­sen war; sie leg­te den Grund für ei­ne über Jahr­zehn­te dau­ern­de Frie­dens­zeit in die­sem Ge­biet.

Der Ver­fas­ser von Wal­rams Le­bens­bild in der Köl­ner Bi­schof­s­chro­nik be­merkt schon bei der Schil­de­rung sei­ner Bi­schofs­er­he­bung, dass er in welt­li­chen Ge­schäf­ten un­er­fah­ren und für de­ren Er­le­di­gung we­nig ge­eig­net war. So er­klärt es sich, dass er in den ers­ten Jah­ren sei­ner Re­gie­rung ganz un­ter dem Ein­fluss sei­nes Bru­ders agier­te und den von die­sem vor­ge­ge­be­nen po­li­ti­schen Hand­lungs­li­ni­en folg­te, die mehr an den In­ter­es­sen des Hau­ses Jü­lich als des Erz­bis­tums Köln ori­en­tiert wa­ren. So griff er un­mit­tel­bar nach Re­gie­rungs­an­tritt in die gro­ßen Kon­flik­te zwi­schen ei­ner an Frank­reich an­ge­lehn­ten nie­der­rhei­nisch-nie­der­län­di­schen Fürs­ten­ko­ali­ti­on ge­gen das Her­zog­tum Bra­bant so­wie spä­ter – un­ter ver­scho­be­nen In­ter­es­sen­kon­stel­la­tio­nen – ei­ner um Bra­bant ge­schar­ten Fürs­ten­ko­ali­ti­on ge­gen Frank­reich wohl eher auf brü­der­li­ches Zu­re­den als aus ei­ge­nem Ent­schluss ein; denn ei­gent­lich gab es da­bei für das Erz­stift nichts zu ge­win­nen. Die­se Aus­ein­an­der­set­zun­gen im „nie­der­län­di­schen“ Nord­wes­ten des Rei­ches, wo­zu auch ein Kon­flikt zwi­schen Bra­bant und Lüt­tich um die Graf­schaft Looz und um­strit­te­ne Ju­ris­dik­ti­ons­rech­te zähl­te, bil­de­ten ein Vor­spiel zu dem 1337 be­zie­hungs­wei­se 1339 aus­bre­chen­den Hun­dert­jäh­ri­gen Krieg zwi­schen Eng­land und Frank­reich, der sich an­fangs in­fol­ge des Bünd­nis­ses zwi­schen Kai­ser Lud­wig und Kö­nig Edu­ard III. von Eng­land (Re­gie­rungs­zeit 1327-1377)  mit dem Streit zwi­schen dem Kai­ser und dem auf Frank­reichs Sei­te ste­hen­den Papst­tum ver­quick­te. In die­ser Si­tua­ti­on, als er von bei­den Sei­ten in be­drän­gen­der Wei­se um­wor­ben wur­de, hat Wal­ram ei­ne von nun an strikt be­ob­ach­te­te neu­tra­le Stel­lung ein­ge­nom­men, aus der er sich nur zwei­mal her­aus­lo­cken ließ, ein­mal 1338 als Mit­glied des Rhen­ser Kur­ver­eins, das an­de­re Mal 1346, als er mit an­de­ren Kur­fürs­ten Karl von Mäh­ren zum (Ge­gen-)Kö­nig Karl IV. wähl­te und an­schlie­ßend in Bonn krön­te.

Er hat­te sich sei­ne Stim­me zur Ent­rüs­tung zeit­ge­nös­si­scher Chro­nis­ten mit be­trächt­li­chen Geld­zah­lun­gen ab­kau­fen las­sen, die er da­mals drin­gend brauch­te, und über­dies vom neu­en Kö­nig die Zu­sa­ge ein­ge­han­delt, dass die­ser nichts ge­gen den Mark­gra­fen von Jü­lich un­ter­neh­men wer­de, der wei­ter­hin zu Kai­ser Lud­wig hielt. Die­ses brü­der­li­che Ein­ver­neh­men im Zei­chen des Jü­li­cher Haus­in­ter­es­ses hat­te ihn schon zu­vor, 1344, be­wo­gen, dem Mark­gra­fen Wil­helm sei­ne Hil­fe beim ge­plan­ten Er­werb der Graf­schaf­t Berg für des­sen äl­tes­ten Sohn Ger­hard zu ver­spre­chen, und es ver­an­lass­te ihn spä­ter, sei­nem Bru­der bei­zu­sprin­gen, als die­ser sich 1349 mit ei­ner Re­bel­li­on sei­ner ad­li­gen „Un­ter­ta­nen“ kon­fron­tiert sah, an der sich auch die bei­den Söh­ne des Mark­gra­fen, Graf Ger­hard von Berg und Wil­helm, be­tei­lig­ten. Er ließ sich die in Aus­sicht ge­stell­te Hil­fe al­ler­dings teu­er be­zah­len. Das deu­tet an, dass die durch­weg gu­ten Be­zie­hun­gen nicht gänz­lich frei von Span­nun­gen wa­ren, die ih­re Ur­sa­chen in der en­gen Nach­bar­schaft, ja Ver­zah­nung ih­rer bei­der Lan­de hat­ten, die zwangs­läu­fig zu Rei­be­rei­en füh­ren muss­te. Oh­ne­hin konn­te sich Wal­ram aus den Kon­flik­ten in der Re­gi­on nicht so her­aus­hal­ten wie aus der gro­ßen Po­li­tik. Über die Wah­rung der Be­sitz- und Macht­in­ter­es­sen des Erz­stifts war er – seit 1344 ver­trag­lich – sei­nem Dom­ka­pi­tel Re­chen­schaft schul­dig. Es wird ihm nach­ge­rühmt, dass er das Stifts­ge­biet durch den Er­werb und die An­la­ge von Bur­gen zu schüt­zen such­te, wo­bei der Aus­bau der Burg Le­che­nich (heu­te Erft­stadt), die ne­ben Brühl und Go­des­berg (heu­te Stadt Bonn) zu sei­nem be­vor­zug­ten Auf­ent­halts­ort wur­de, zu zeit­wei­li­gen Ver­stim­mun­gen mit sei­nem Jü­li­cher Bru­der führ­te. Im All­ge­mei­nen aber un­ter­stütz­te ihn die­ser bei den Be­mü­hun­gen, das erz­bi­schöf­li­che Herr­schafts­ge­biet am Rhein zu ver­grö­ßern, so beim Er­werb der Herr­schaf­ten Rhein­bach (1343) und Oedt (1349).

Auch in West­fa­len, wo die An­hän­ger des Kai­sers, wie Wal­ram dem Papst klag­te, der Köl­ner Kir­che be­son­ders zu­setz­ten, er selbst da­ge­gen sei­ne Her­zogs­rech­te wie­der stär­ker zur Gel­tung brin­gen woll­te, konn­te er zu­nächst Er­fol­ge ver­bu­chen. Schon 1335 ge­stand ihm Graf Adolf II. von der Mark das Ge­leits­recht im gan­zen Her­zog­tum West­fa­len und 1339 das Ein­lö­se­recht am hal­ben Ge­richt Bo­chum zu; 1338 er­neu­er­te er den Land­frie­den „zwi­schen Wup­per und We­ser“ des Jah­res 1319, ver­pflich­te­te 1339 den Gra­fen von Arns­berg als köl­ni­schen Mar­schall von West­fa­len und er­rich­te­te 1342 die Burg Can­stein als Grenz­fes­te ge­gen Wal­deck.

Durch die­ses macht­vol­le Auf­tre­ten sa­hen sich die Gra­fen von Mark, Arns­berg und Wal­deck in ih­rer Un­ab­hän­gig­keit be­droht und ver­bün­de­ten sich 1343 zur Ab­wehr des erz­bi­schöf­li­chen Drucks. Die dar­auf­hin 1344 ge­schlos­se­ne Ei­nung der köl­ni­schen Burg­man­nen und Städ­te in West­fa­len konn­te aber nicht ver­hin­dern, dass die köl­ni­schen Trup­pen im April 1345 bei Reck­ling­hau­sen ei­ne de­sas­trö­se Nie­der­la­ge er­lit­ten. Wal­rams Ge­gen­schlag wur­de durch ei­ne In­ter­ven­ti­on der Gra­fen von Hen­ne­gau-Hol­land un­d Kle­ve so­wie des Her­zogs von Bra­bant auf­ge­hal­ten. In den sich an­schlie­ßen­den, durch die In­ter­ve­ni­en­ten ver­mit­tel­ten Frie­dens­schlüs­sen konn­te die erz­bi­schöf­li­che Sei­te ih­re Po­si­tio­nen zwar er­staun­lich gut be­haup­ten, doch hat­ten die auf­wän­di­gen krie­ge­ri­schen Zu­rüs­tun­gen die Fi­nan­zen des Erz­stifts so stra­pa­ziert, dass das Dom­ka­pi­tel für die auf­ge­häuf­ten Schul­den ein­tre­ten muss­te und sich da­für die Mit­be­stim­mung bei künf­ti­gen po­li­ti­schen Ak­ti­vi­tä­ten des Erz­bi­schofs aus­be­dang.

Die­ser trost­lo­sen wirt­schaft­li­chen La­ge fühl­te sich Wal­ram schlie­ß­lich nicht mehr ge­wach­sen. Im No­vem­ber 1345 leg­te er die erz­stif­ti­sche Fi­nanz­ver­wal­tung in die Hän­de des auf die­sem Ge­biet ver­sier­ten Rit­ters Rein­hard von Schö­nau, im Mai 1347 er­nann­te er ihn zu sei­nem „Ge­ne­ral­vi­kar in welt­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten“, über­gab ihm so­mit die ge­sam­te Re­gie­rung des Erz­stifts und woll­te nur noch bei Haupt- und Staats­ak­tio­nen ge­fragt wer­den. Was seit­dem an Ta­ten und Un­ter­las­sun­gen ihm noch per­sön­lich zu­zu­rech­nen ist, muss of­fen blei­ben.

Das gilt al­ler­dings auch schon für die Zeit da­vor, wenn sei­nem Bio­gra­phen zu glau­ben ist. Wie dem auch sei – je­den­falls be­scher­ten Bünd­nis­se und Land­frie­dens­ver­trä­ge mit den ter­ri­to­ria­len Nach­barn (1333 mit Jü­lich und Trier, 1334 mit Trier, 1339 mit Mainz und Trier, 1348 mit Jü­lich, Trier und Lu­xem­burg) un­ge­ach­tet des Dis­sen­ses in der Reichs­po­li­tik den rhei­ni­schen Lan­den nach der krie­ge­ri­schen Re­gie­rung des Erz­bi­schofs Hein­rich von Vir­ne­burg mehr als ein Jahr­zehnt des Frie­dens. Be­son­ders se­gens­reich wirk­te sich die Ver­bin­dung mit der Stadt Köln (1334) aus. Wal­ram nutz­te die Zeit zur in­ne­ren Sta­bi­li­sie­rung sei­nes Erz­stifts. Die durch­gän­gi­ge Glie­de­rung des Ter­ri­to­ri­ums in Äm­ter wäh­rend sei­ner Re­gie­rungs­zeit, die Ein­füh­rung ei­nes neu­en Münz­sys­tems und an­de­re ad­mi­nis­tra­ti­ve Fort­schrit­te dürf­ten, wenn auch von ihm viel­leicht an­ge­sto­ßen, in der prak­ti­schen Durch­set­zung das Ver­dienst je­ner bi­schöf­li­chen Rat­ge­ber sein, die Wal­rams Bio­graph als „leicht­fer­ti­ge Leu­te“ (le­ves per­so­ne) kri­ti­siert. Mit die­ser ab­schät­zi­gen Be­zeich­nung soll ver­mut­lich Wal­ram von der per­sön­li­chen Schuld am Ru­in des Erz­stifts ge­gen En­de sei­ner Re­gie­rung rein ge­wa­schen wer­den.

Zwei Jah­re nach der Ein­set­zung ei­nes „Ge­ne­ral­be­voll­mäch­tig­ten“, im Ju­ni 1349, ver­ließ Wal­ram das Bis­tum in Rich­tung Pa­ris, um sei­nem Land die teu­ren Hof­hal­tungs­kos­ten zu er­spa­ren. In Pa­ris ist er am 15.8.1349 ge­stor­ben, viel­leicht an der Pest. Sein Leich­nam wur­de nach Köln über­führt und spä­ter in dem Hoch­grab bei­ge­setzt, das ihm sein Nach­fol­ger er­bau­en ließ. Kurz nach sei­nem Weg­gang be­gann in Stadt und Diö­ze­se Köln das gro­ße Ju­den­po­grom, das er wahr­schein­lich nicht hät­te ver­hin­dern kön­nen, dem er sich aber nach Aus­weis sei­ner ju­den­freund­li­chen Ver­fü­gun­gen si­cher­lich ent­ge­gen­ge­stellt hät­te.

Sei­ne bi­schöf­li­che Wirk­sam­keit hat jen­seits der üb­li­chen Rou­ti­ne­an­ge­le­gen­hei­ten ih­ren Nie­der­schlag in den zahl­rei­chen Syn­odal­sta­tu­ten ge­fun­den, die er er­las­sen hat und die vor­nehm­lich die Dis­zi­pli­nie­rung des Stiftskle­rus so­wie die Un­ter­drü­ckung he­te­ro­do­xer Be­we­gun­gen und hä­re­ti­scher Kon­ven­ti­kel zum Ge­gen­stand hat­ten. In ei­ge­ner Per­son hat er ein­mal ei­ne Vi­si­ta­ti­on der Stifts­kir­chen in­ner­halb Kölns vor­ge­nom­men. Auf Bit­ten sei­nes Bru­ders be­zie­hungs­wei­se sei­nes Schwa­gers, des Gra­fen Diet­rich VII./IX. von Kle­ve, ver­leg­te er die Kol­le­gi­at­stif­te Stom­meln nach Jü­lich und Mon­ter­berg nach Kle­ve. Es bleibt gleich­wohl die Fra­ge, ob er trotz sei­nes ka­no­nis­ti­schen Stu­di­ums als Bi­schof oder Me­tro­po­lit ei­gen­stän­di­ger han­del­te denn als Lan­des­herr und Reich­fürst. Ei­ne per­sön­li­che In­itia­ti­ve muss man ihm wohl bei der Grün­dung der Köl­ner Kar­tau­se St. Bar­ba­ra zu­er­ken­nen, die er – ei­nem re­li­giö­sen Zeit­trend fol­gend – 1335 als sein Werk für die Ewig­keit stif­te­te.

In der zu­sam­men­fas­sen­den Cha­rak­te­ris­tik von Wal­rams Epis­ko­pat ver­hehlt sein Bio­graph nicht, dass er sei­nem Amt nicht ge­wach­sen und vom Ein­fluss sei­ner Rat­ge­ber all­zu ab­hän­gig war. Aber er zeich­net von sei­nen pries­ter­li­chen und mensch­li­chen Ei­gen­schaf­ten ein hel­les Bild, das – wenn auch im be­ton­ten Kon­trast zu dem sei­nes Nach­fol­gers ent­wor­fen – das der üb­ri­gen Köl­ner Erz­bi­schö­fe des Spät­mit­tel­al­ters über­strahlt.

Quellen

Cro­ni­ca pre­su­lum et ar­chie­pi­sco­po­rum Co­lo­ni­en­sis eccle­sie (Die Köl­ner Bi­schof­s­chro­nik), in: Gott­fried Eckertz (ed.), Fon­tes ad­huc in­e­di­ti rer­um Rhen­ana­rum. Nie­der­rhei­ni­sche Chro­ni­ken I, Köln 1864, S. 1-64, über Wal­ram S. 39-42. Die Re­ges­ten der Erz­bi­schö­fe von Köln im Mit­tel­al­ter, Band 5: 1332-1349 (Wal­ram von Jü­lich), be­arb. von Wil­helm Jans­sen, Köln/Bonn 1973.

Literatur

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Ge­or­gi, Wolf­gang, Die Grab­le­gen der Erz­bi­schö­fe von Köln im Mit­tel­al­ter, in: Dom­bau und Theo­lo­gie im mit­tel­al­ter­li­chen Köln. FS zur 750-Jahr­fei­er des Köl­ner Doms und zum 65. Ge­burts­tag von Joa­chim Kar­di­nal Meis­ner, hg. von Lud­ger Hon­ne­fel­der, Nor­bert Trip­pen und Ar­nold Wolff, Köln 1998, S. 231-265, hier S. 262.
Glä­ser, Flo­ri­an, Rein­hard von Schö­nau (um 1305-1376), in: Rhei­ni­sche Le­bens­bil­der 18, Köln 2000, S. 49-75.
Heyden, Ger­hard, Wal­ram von Jü­lich. Erz­bi­schof von Köln. Reichs- und Ter­ri­to­ri­al­po­li­tik, Diss. phil. Köln 1963.
Jans­sen, Wil­helm, Das Erz­bis­tum Köln im spä­ten Mit­tel­al­ter (Ge­schich­te des Erz­bis­tums Köln 2), Band 2,1, Köln 1975, S. 227-242.
Jans­sen, Wil­helm, Wal­ram von Jü­lich (1304-1349), in: Rhei­ni­sche Le­bens­bil­der 4 (1970), S. 37-56.
Jans­sen, Wil­helm, Wal­ram von Jü­lich (1304-1349), in: Gatz, Er­win (Hg.), Die Bi­schö­fe des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches 1198 bis 1448, Ber­lin 2001, S. 279-280. 

Liegefigur auf dem Grabmal Walrams von Jülich im Kölner Dom, Foto: Schmölz-Huth. (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland)

 
Zitationshinweis

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Janssen, Wilhelm, Walram von Jülich, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/walram-von-juelich/DE-2086/lido/57c832795ad807.63073769 (23.04.2018)