Die Gründungsjahre des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen

Gerhard Hauk (Bochum)

Erster Bundestag des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, 7.10.1950. (Landessportbund NRW/ RS84756)

1. Einleitung

Am 6.5.1947 als Dach­ver­band des or­ga­ni­sier­ten Sports in Ha­gen-Has­pe ge­grün­det, ist der Lan­des­sport­bund Nord­rhein-West­fa­len (LSB NRW) nur we­nig jün­ger als das Bun­des­land selbst, das sein Ein­zugs­ge­biet bil­det. Die Ge­schich­te des LSB NRW ist mit den so­zia­len, po­li­ti­schen und kul­tu­rel­len Ent­wick­lun­gen Nord­rhein-West­fa­lens und der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land un­trenn­bar ver­floch­ten. Sein Ent­ste­hen fällt in ei­nen Zeit­ab­schnitt, der be­zo­gen auf das am 23.8.1946 aus der Fu­si­on der ehe­ma­li­gen ei­gen­stän­di­gen preu­ßi­schen Pro­vin­zen Rhein­land und West­fa­len her­vor­ge­gan­ge­ne Bin­de­strich­land als „in­ne­re“ Lan­des­grün­dung be­zeich­net wird. Lan­des­re­gie­rung und Land­tag stan­den vor ei­ner mul­ti­plen In­te­gra­ti­ons­auf­ga­be: Nicht nur die vor­her se­pa­rat ver­wal­te­ten Lan­des­tei­le muss­ten in­sti­tu­tio­nell zu­sam­men­wach­sen, son­dern es galt auch ei­ne in­fol­ge von NS-Dik­ta­tur, Ge­walt und Krieg stark ver­än­der­te Ge­sell­schaft un­ter de­mo­kra­ti­schen Vor­zei­chen wie­der­auf­zu­bau­en.[1] 

Ei­ne his­to­ri­sche Ge­samt­dar­stel­lung des LSB NRW steht in der For­schung nach wie vor aus und kann hier auch nicht ge­leis­tet wer­den. Be­ab­sich­tigt ist statt­des­sen ein Über­blick über die wich­tigs­ten Er­eig­nis­se und Ent­wick­lungs­li­ni­en in der Ge­schich­te des Ver­ban­des mit dem Ziel, den in­sti­tu­tio­nel­len Kon­text für das Han­deln ei­ner Rei­he sei­ner wich­tigs­ten Funk­tio­nä­rin­nen und Funk­tio­nä­re zu be­leuch­ten. Der Bei­trag ist Teil des Pro­jekts „Der Lan­des­sport­bund NRW und sein Füh­rungs­per­so­nal: Bio­gra­phi­en – Ge­schich­te – Er­in­ne­run­g“, mit dem am Bei­spiel ei­ner bio­gra­phi­schen Samm­lung zahl­rei­cher, von 1947 bis in die 1970er Jah­re am­tie­ren­der Prä­si­di­ums­mit­glie­der des LSB NRW un­ter­sucht wird, wel­che Ide­en dem or­ga­ni­sier­ten Sport an Rhein und Ruhr zu­grun­de la­gen. Ge­nau­so wie in an­de­ren ge­sell­schaft­li­chen Be­rei­chen, gab es auch im Sport „1945 ei­nen Neu­an­fang, aber kei­ne Stun­de Nul­l“[2]. Des­halb kon­zen­triert sich die Un­ter­su­chung der Per­so­nen­grup­pe auf zwei Le­bens­ab­schnit­te: die Zeit in der Wei­ma­rer Re­pu­blik und im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus so­wie die Zeit im LSB NRW nach 1945/47. Es geht zum ei­nen um die Brü­che und Kon­ti­nui­tä­ten je­der bzw. je­des Ein­zel­nen im per­sön­li­chen Ver­hält­nis zur NS-Dik­ta­tur und zum an­de­ren um die so­zia­len In­ter­ak­tio­nen und Netz­wer­ke im or­ga­ni­sier­ten Sport der frü­hen Bun­des­re­pu­blik. Für die meis­ten von ih­nen war es die „zwei­te Kar­rie­re“, wenn­gleich ih­re Her­kunft und bis­he­ri­ge Lauf­bahn sich bis­wei­len dia­me­tral un­ter­schie­den.[3] 

Die­ser Bei­trag kon­zen­triert sich zeit­lich auf die Span­ne der Grün­dungs­pha­se des LSB NRW bis et­wa in die Mit­te der 1960er Jah­re. In den bei­den Grün­dungs­jahr­zehn­ten wur­den ver­gleich­bar mit der all­ge­mei­nen po­li­ti­schen Si­tua­ti­on der in­sti­tu­tio­nel­le Rah­men eta­bliert und die zen­tra­len Hand­lungs­fel­der aus­ge­bil­det. Die da­hin­ter­ste­hen­den Rich­tungs­ent­schei­dun­gen präg­ten die Ge­schich­te des LSB NRW weit über die An­fangs­jah­re hin­aus. Für die Ent­wick­lun­gen des or­ga­ni­sier­ten Sports auf na­tio­na­ler Ebe­ne kön­nen die Bio­gra­phi­en auf­grund ih­rer per­so­nel­len Ver­flech­tun­gen eben­falls wei­ter­füh­ren­de Aus­kunft ge­ben.

2. Kein leichter Beginn – Die Anfänge des LSB NRW nach 1945

Vor­aus­set­zun­gen und Her­aus­for­de­run­gen bei der Grün­dung des LSB NRW

Ne­ben den un­mit­tel­ba­ren Kriegs­fol­gen an Rhein und Ruhr, zu de­nen ei­ne gro­ße Woh­nungs­not, der Zu­strom von Flücht­lin­gen, Land­ver­schick­ten und Ver­trie­be­nen, die ka­ta­stro­pha­le Er­näh­rungs­la­ge so­wie ei­ne er­heb­li­che Zer­stö­rung der In­fra­struk­tur ein­schlie­ß­lich vie­ler Sport­an­la­gen zähl­ten, wur­de der Hand­lungs­rah­men für die Grün­der­ge­ne­ra­ti­on des LSB NRW wie über­all in Deutsch­land zu­nächst grund­le­gend durch die Maß­nah­men der al­li­ier­ten Be­sat­zungs­mäch­te vor­ge­ge­ben. Nach ei­nem kur­zen ge­ne­rel­len Ver­bot er­wies sich die von den Al­li­ier­ten er­las­se­ne Kon­troll­rats­di­rek­ti­ve Nr. 23 als wich­tigs­te Vor­schrift für den Sport. [4] Die Sie­ger­mäch­te hand­hab­ten die dort for­mu­lier­ten, recht stren­gen Be­schrän­kun­gen für ei­nen Wie­der­auf­bau des or­ga­ni­sier­ten Sports in den ein­zel­nen Be­sat­zungs­zo­nen al­ler­dings un­ein­heit­lich. In der bri­ti­schen Zo­ne kam es zu ei­ner Mi­schung von ein­zel­nen, zum Teil auch erst nach­träg­lich aus­ge­spro­che­nen Ver­bo­ten, for­mel­len und in­for­mel­len Be­wil­li­gun­gen oder auch still­schwei­gen­den Dul­dun­gen.

Un­ter die­sen Be­din­gun­gen stand das Füh­rungs­per­so­nal im or­ga­ni­sier­ten Sport vor drei grund­le­gen­den, mit­ein­an­der ver­schränk­ten Pro­blem­la­gen, für die es Lö­sungs­stra­te­gi­en fin­den muss­te: Ers­tens wa­ren mit der Ka­pi­tu­la­ti­on Deutsch­lands der „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Reichs­bund für Lei­bes­übun­gen“ (NSRL) und sei­ne sport­fach­li­che Glie­de­rung durch die al­li­ier­ten Be­sat­zungs­mäch­te auf­ge­löst und ver­bo­ten wor­den. Durch die ter­ri­to­ria­le Neu­glie­de­rung West­deutsch­lands 1945/46 war auch die Ge­biets­struk­tur („Sport­be­rei­che“) des NSRL ob­so­let ge­wor­den. Auch wenn die NS-Sport­po­li­tik nicht frik­ti­ons­los funk­tio­niert hat­te, war durch die Ein­füh­rung des Füh­rer­prin­zips und strikt hier­ar­chisch-zen­tra­lis­ti­scher Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren die re­la­ti­ve Au­to­no­mie des Sport­sys­tems in ei­ner bis da­hin bei­spiel­lo­sen Wei­se durch die po­li­ti­sche Ideo­lo­gie des NS-Staa­tes ein­ge­schränkt wor­den. Sport­aus­übung wur­de auf Weh­r­er­tüch­ti­gung und Kriegs­be­reit­schaft aus­ge­rich­tet. Die­ses Mus­ter wirk­te „in den Köp­fen“ nach, denn die un­ter dem NS-Re­gime er­folg­te „Gleich­schal­tun­g“ und In­stru­men­ta­li­sie­rung des Sports war mit des­sen Zu­sam­men­bruch nicht ein­fach ver­schwun­den. Die Wie­der­auf­bau­ge­ne­ra­ti­on muss­te sich zu der Fra­ge nach per­so­nel­len Kon­ti­nui­tä­ten aus der NS-Zeit ver­hal­ten: Wie soll­te mit sol­chen Per­so­nen um­ge­gan­gen wer­den, die hier ei­ne pro­ble­ma­tisch wir­ken­de Ver­gan­gen­heit auf­wie­sen? Soll­ten sie bei der Re­or­ga­ni­sa­ti­on des Sports wie­der ei­ne Funk­ti­on über­neh­men oder nicht?

Zwei­tens wur­den die Über­le­gun­gen und Ver­hand­lun­gen der Grün­der­ge­ne­ra­ti­on des LSB NRW durch tra­di­tio­nel­le Vor­stel­lungs- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­mus­ter aus der Zeit vor 1933 be­ein­flusst. Dort hat­te sich ei­ne po­li­tisch-ideo­lo­gisch und kon­fes­sio­nell mo­ti­vier­te Spal­tung des Sports in den gro­ßen Dach­ver­bän­den der pro­le­ta­ri­schen, bür­ger­li­chen und der kon­fes­sio­nel­len Sport­be­we­gung ver­fes­tigt: Da­zu zähl­ten die 1912 er­rich­te­te „Zen­tral­kom­mis­si­on für Ar­bei­ter­sport und Kör­per­pfle­ge“, der 1917 ent­stan­de­ne „Deut­sche Reichs­aus­schuss für Lei­bes­übun­gen“ (DRA), die 1920 ge­grün­de­te ka­tho­li­sche „Deut­sche Ju­gend­kraf­t“ (DJK) und das 1921 ge­bil­de­te evan­ge­li­sche „Ei­chen­kreu­z“. DJK und „Ei­chen­kreu­z“ ge­hör­ten zwar als kirch­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen – im Un­ter­schied zur Ar­bei­ter­sport­be­we­gung – bei­de dem DRA an, pfleg­ten aber ei­nen ei­ge­nen Spiel- und Sport­be­trieb. Da­mit stand die Fra­ge im Raum, ob die­se Ver­bän­de als ge­trenn­te For­ma­tio­nen wie­der auf­le­ben oder statt­des­sen in ei­ner „Ein­heits­sport­be­we­gun­g“ auf­ge­hen soll­ten.

Und drit­tens muss­te ent­schie­den wer­den, nach wel­cher Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur ein lan­des­wei­ter Dach­ver­band des Sports ge­stal­tet wer­den soll­te. Da­für ka­men zwei grund­sätz­lich ver­schie­de­ne Op­tio­nen in Fra­ge: Ent­we­der konn­te er nach dem „Fach­ver­bands­prin­zip“ auf­ge­baut wer­den. Das be­deu­te­te, dass in ihm nur die sportart­spe­zi­fi­schen Fach­ver­bän­de Mit­glied sein soll­ten. Oder er konn­te nach dem „Ein­heits­ver­bands­prin­zip“ struk­tu­riert wer­den. Dem­nach soll­ten die Sport­ver­ei­ne und ih­re Zu­sam­men­schlüs­se auf lo­ka­ler Ebe­ne zu „Bün­den“, die da­mals noch „Zweck­ver­bän­de“ und spä­ter „Stadt- und Kreis­sport­bün­de“ – bzw. kurz auch: „Bün­de“ – ge­nannt wur­den, sei­ne Mit­glie­der bil­den.

Logo des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen 1953. (Landessportbund NRW)

 

Die per­so­nel­le Kon­stel­la­ti­on im ers­ten Prä­si­di­um des LSB NRW

Wie stark die­se drei Pro­blem­la­gen auf die neu ge­grün­de­te Dach­or­ga­ni­sa­ti­on für den Sport in Nord­rhein-West­fa­len ein­wirk­ten, zeig­te die Be­set­zung des ers­ten Prä­si­di­ums. Des­sen Wahl bil­de­te den wich­tigs­ten Ta­ges­ord­nungs­punkt auf dem Ha­ge­ner Grün­dungs­tag des LSB NRW am 6.5.1947. Zum Prä­si­den­ten be­stimm­ten die 490 De­le­gier­ten aus 18 Sport­fach­ver­bän­den und 53 „Zweck­ver­bän­den“ den stu­dier­ten Ju­ris­ten und Köl­ner Bau­un­ter­neh­mer Pe­co Bau­wens, der in jun­gen Jah­ren zu­nächst ei­ne Lauf­bahn als Fuß­bal­ler be­gon­nen hat­te. Wäh­rend der Wei­ma­rer Re­pu­blik hat­te er dann für den Deut­schen Fuß­ball­bund (DFB) als Schieds­rich­ter mit Län­der­spiel­ein­sät­zen und mit Gre­mi­en­ar­beit in der Fédé­ra­ti­on In­ter­na­tio­na­le de Foot­ball As­so­cia­ti­on (FI­FA) fun­giert. Bei der Be­set­zung der Pos­ten der Vi­ze­prä­si­den­ten ent­schied sich die Ver­samm­lung mit Hu­go Gröm­mer für ei­nen so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Funk­tio­när aus der ehe­mals ei­gen­stän­di­gen Ar­bei­ter­sport­be­we­gung und mit dem Prä­la­ten Lud­wig Wol­ker für ei­nen ho­hen Amts­trä­ger aus der DJK. Die per­so­nel­le Zu­sam­men­set­zung des sie­ben­köp­fi­gen Prä­si­di­ums, aber auch das Per­so­nal­ta­bleau der aus Prä­si­di­um und Vor­stand zu­sam­men­ge­setz­ten Ver­bands­füh­rung un­ter­strei­chen den An­satz, mit dem neu­en Ver­band die Brei­te der Sport­ar­ten, der so­zia­len Mi­lieus und des geo­gra­phi­schen Ein­zugs­be­reichs in Nord­rhein-West­fa­len ab­zu­bil­den (sie­he un­ten).

Au­ßer­dem wur­de be­schlos­sen, das Amt ei­nes Lan­des­ju­gend­war­tes ein­zu­rich­ten. Das gilt seit­dem als Ge­burts­stun­de der Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on des LSB NRW, der Sport­ju­gend NRW. Be­ru­fen wur­de für die­se Funk­ti­on der aus Hamm stam­men­de Rek­tor Ju­li­us Über­hoff (1889−1969), der seit April 1947 den Vor­sitz des West­fä­li­schen Tur­ner­bun­des in­ne­hat­te. Da­mit und mit der Be­set­zung der Po­si­ti­on ei­ner Frau­en­war­tin durch Clä­re Acker­mann, eben­falls vom West­fä­li­schen Tur­ner­bund, un­ter­strich der jun­ge Ver­band den Stel­len­wert, den er der Ar­beit im Be­reich des Ju­gend- und des Frau­en­sports von Be­ginn an ein­zu­räu­men ge­dach­te. Ein­ge­rich­tet wur­de wei­ter­hin ein Haupt­aus­schuss mit Ver­tre­tun­gen für die Sport­fach­ver­bän­de und die Bün­de. Mit der am 16.11.1947 in Gel­sen­kir­chen er­folg­ten Grün­dung des So­zi­al­werks des LSB NRW, der Sport­hil­fe e.V., war für den neu­en Dach­ver­band der in­sti­tu­tio­nel­le Kon­sti­tu­ie­rungs­pro­zess er­folg­reich ab­ge­schlos­sen. Die da­bei zu be­wäl­ti­gen­den Her­aus­for­de­run­gen be­ding­ten je­doch, dass er we­der ge­rad­li­nig noch oh­ne Am­bi­va­len­zen, Wi­der­sprü­che und kon­flikt­frei ver­lau­fen war. 

Stra­te­gi­sche Mo­ti­ve für die Wahl der Ver­bands­spit­ze

An der Wahl des drei­köp­fi­gen, eh­ren­amt­li­chen Vor­stands wird er­kenn­bar, wel­che Lö­sungs­stra­te­gi­en die Ak­teu­re für den ers­ten und den zwei­ten Pro­blem­kom­plex – den Um­gang mit dem NSRL-Er­be und die Fra­ge, ob Ein­heits­sport­be­we­gung oder er­neu­te Tren­nung in bür­ger­li­che, pro­le­ta­ri­sche und kon­fes­sio­nel­le Ver­bän­de – ent­wi­ckel­ten.

Peco Bauwens, Porträtfoto, undatiert. (www.grevenarchivdigital.de | Kölnische Rundschau)

 

Was den ers­ten Kom­plex be­trifft, so wähl­te der LSB NRW mit Gröm­mer und Wol­ker zwei Per­sön­lich­kei­ten in sein höchs­tes Gre­mi­um, die bei­de durch ih­ren je­wei­li­gen sport­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Wer­de­gang die grö­ßt­mög­li­che Dis­tanz zum Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und zu sei­ner In­stru­men­ta­li­sie­rung des Sports au­then­tisch ver­kör­per­ten. Bei­de wa­ren di­rekt von Ver­bot, Be­dro­hung und Ver­fol­gung un­ter dem NS-Re­gime be­trof­fen ge­we­sen. Zahl­rei­che Mit­glie­der ih­rer Sport­ver­bän­de hat­ten zu­dem Ge­walt er­fah­ren oder wa­ren so­gar er­mor­det wor­den. Gröm­mer und Wol­ker gal­ten des­halb ge­ra­de in den Au­gen der bri­ti­schen Kon­troll­be­hör­den als „un­be­las­te­t“ und konn­ten so be­stimm­te Äm­ter beim Wie­der­auf­bau des Sports über­haupt erst über­neh­men.[5] So ge­lang­te Gröm­mer im Mai 1946  auf die Po­si­ti­on des ers­ten Vor­sit­zen­den des „Zo­nen­spor­tra­tes“, ei­nem Gre­mi­um oh­ne Exe­ku­tiv­funk­ti­on, das aber durch die Be­stim­mun­gen der Kon­troll­rats­di­rek­ti­ve Nr. 23 mit dem Ziel ein­ge­rich­tet wer­den konn­te, die Grün­dung ei­ner über­re­gio­na­len Sport­or­ga­ni­sa­ti­on in der ge­sam­ten bri­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne vor­zu­be­rei­ten. Wol­ker wie­der­um or­ga­ni­sier­te nach 1945 den Wie­der­auf­bau der DJK.

Die Wahl von Bau­wens und Über­hoff war ver­bands­po­li­tisch pri­mär nach in­nen ge­rich­tet und ziel­te dar­auf ab, das Prä­si­di­um an zwei Schlüs­sel­po­si­tio­nen mit Ver­tre­tern aus den nach wie vor mit­glie­der­stärks­ten und mäch­tigs­ten Sport­fach­ver­bän­den zu be­set­zen. Bau­wens, der 1950 auch zum ers­ten DFB-Prä­si­den­ten nach Kriegs­en­de ge­wählt wur­de, präg­te die ers­ten Jah­re des west­deut­schen Nach­kriegs­sports. Sein um­strit­te­nes Ver­hal­ten in der NS-Zeit ist Ge­gen­stand jün­ge­rer Un­ter­su­chun­gen.[6] 

An ihm wie an wei­te­ren Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten in der Früh­pha­se des LSB NRW wird ei­ne am­bi­va­len­te, wi­der­sprüch­lich blei­ben­de Ent­wick­lung er­kenn­bar, die sich – wie in an­de­ren Be­rei­chen der deut­schen Nach­kriegs­ge­sell­schaft – auch im or­ga­ni­sier­ten Sport als durch­aus ty­pi­sche Ten­denz dar­stell­te: Ob­wohl es an­fangs im Rah­men der durch die al­li­ier­ten Be­sat­zungs­mäch­te um­fas­send an­ge­streb­ten „Ent­na­zi­fi­zie­run­g“ und „De­mo­kra­ti­sie­run­g“ der deut­schen Ge­sell­schaft in­ten­diert war, Per­so­nen mit Ver­dacht auf NS-Ver­gan­gen­heit aus Funk­ti­ons­äm­tern auch im Sport her­aus­zu­hal­ten, zeig­ten sich schnell die Gren­zen der Um­set­zung. Der Wie­der­auf­bau des Sports – wie auch der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung oder der Wirt­schaft – war nicht aus­schlie­ß­lich mit Ak­teu­ren zu be­wäl­ti­gen, die wie Gröm­mer oder Wol­ker als un­be­las­tet gel­ten konn­ten.

Hugo Grömmer, Porträtfoto, undatiert. (Landessportbund NRW/ K1B43F1)

 

Für den LSB NRW war es da­mals of­fen­bar kaum mög­lich, voll­stän­dig auf Füh­rungs­per­so­nal zu ver­zich­ten, das auf ei­ne Lauf­bahn im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zu­rück­bli­cken konn­te. Zu­dem hat­ten die De­le­gier­ten, die das Prä­si­di­um wähl­ten, mehr oder we­ni­ger die­sel­be Ver­gan­gen­heit wie die von ih­nen ge­wähl­ten Re­prä­sen­tan­ten. Un­ab­hän­gig da­von, ob man hier­über stets in je­dem Fall Kennt­nis hat­te und ob der Sta­tus ein­zel­ner Per­so­nen eher dem ei­nes pas­si­ven Mit­läu­fers oder ak­ti­ven Funk­ti­ons­trä­gers in­ner­halb des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Staa­tes und/oder den Glie­de­run­gen der NS­DAP ent­sprach, wur­den sie mit ih­ren Er­fah­run­gen und ih­rem Wis­sen über die Ar­beit in grö­ße­ren or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ge­bil­den des Sports ge­braucht. So konn­ten sie schnell wie­der an Ein­fluss ge­win­nen und beim Neu­auf­bau des Sports auch in stra­te­gisch ent­schei­den­de Po­si­tio­nen ge­lan­gen.

Das wie­der­um be­deu­te­te nicht zwangs­läu­fig, dass sie ih­re Vor­stel­lun­gen von der Ge­stal­tung des Sports un­ge­hin­dert durch­set­zen konn­ten. Dass ih­rem ver­band­li­chen Agie­ren im­mer wie­der Gren­zen ge­setzt wa­ren, zeigt sich eben­falls ex­em­pla­risch an der Be­set­zung der bei­den Vi­ze­prä­si­den­ten­äm­ter. Vor al­lem mit Gröm­mer, aber auch mit Wol­ker, wa­ren Bau­wens ge­wis­ser­ma­ßen zwei ein­fluss­rei­che „Ge­gen­spie­ler“ an die Sei­te ge­stellt, die sich zwar in ih­ren Le­bens­läu­fen, Welt­an­schau­un­gen und ih­rer Art mit Kon­flik­ten um­zu­ge­hen, merk­lich un­ter­schie­den, die aber in strit­ti­gen Fra­gen auch an­de­ren Po­si­tio­nen Gel­tung ver­schaf­fen oder auf Kom­pro­mis­se hin­ar­bei­ten konn­ten. 

Der Wil­le zur Ein­heit

Hin­sicht­lich des zwei­ten Pro­blem­kom­ple­xes wird an die­ser per­so­nel­len Kon­stel­la­ti­on er­kenn­bar, dass die Mit­glie­der des LSB NRW sich zu ei­ner „Ein­heit im Spor­t“ be­kann­ten und den Wil­len da­zu nach in­nen und au­ßen de­mons­trie­ren woll­ten. Bau­wens, Gröm­mer und Wol­ker fun­gier­ten je­weils auch als Re­prä­sen­tan­ten für den bür­ger­li­chen Sport, die Ar­bei­ter­sport­be­we­gung und den kon­fes­sio­nel­len Sport. Mit ih­rer Wahl wur­de so sicht­bar ge­macht, dass der vor 1933 ge­spal­te­ne Sport jetzt drei Per­sön­lich­kei­ten an sei­ner Spit­ze be­saß, die nach dem Mo­dell ei­ner pa­ri­tä­ti­schen Par­ti­zi­pa­ti­on bei sei­nem Wie­der­auf­bau in Nord­rhein-West­fa­len zu­sam­men­wirk­ten. Der zur Schau ge­stell­te Kon­sens darf je­doch nicht über die un­glei­chen In­ter­es­sen­la­gen der Sport­mi­lieus nach 1945 so­wie die un­ter­schied­li­che Be­ur­tei­lung der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Sport­po­li­tik hin­weg­täu­schen.

So be­dien­te Bau­wens mit sei­nem Wer­ben für ei­nen „ge­ein­ten“ Sport ein Nar­ra­tiv, wel­ches die Rol­le der bür­ger­li­chen Sport­be­we­gung beim Macht­an­tritt der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ent­las­ten soll­te. Vor den Köl­ner Stadt­ver­ord­ne­ten be­haup­te­te er am 13.6.1946 bei­spiels­wei­se, dass der DRA dem Sport wert­volls­te Kräf­te ge­lie­fert hät­te und dass es erst An­fang 1939 ge­lun­gen sei, die­sen an den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus an­zu­schlie­ßen.[7] Da­mit woll­te Bau­wens nach­träg­lich die am 10.5.1933 er­folg­te wi­der­stands­lo­se Auf­lö­sung des DRA und des­sen Er­set­zung durch den „Deut­schen Reichs­bund für Lei­bes­übun­gen“ (DRL) le­gi­ti­mie­ren. Nur ein als „un­po­li­ti­sch“ bzw. „neu­tral“ auf­tre­ten­der Sport hät­te sich ei­ner Ver­ein­nah­mung durch das NS-Re­gime ent­ge­gen­stel­len kön­nen. Das ent­sprach ei­nem ver­brei­te­ten Ar­gu­men­ta­ti­ons­mus­ter nach 1945, wie es un­ter an­de­rem auch bei dem ehe­ma­li­gen Stabs­chef des NSRL, Gui­do von Meng­den (1896-1982), zu fin­den ist. Da­bei wur­de völ­lig aus­ge­blen­det, dass Spit­zen­ver­tre­ter der füh­ren­den DRA-Ver­bän­de schon vor des­sen of­fi­zi­el­lem En­de die „Selbst­auf­lö­sun­g“ ih­res Dach­ver­ban­des be­trie­ben. Früh­zei­tig hat­ten sie die neu­en Macht­ha­ber be­grü­ßt und sich zü­gig um de­ren Gunst be­müht, wo­zu auch der Aus­schluss jü­di­scher Mit­glie­der oh­ne ge­setz­li­che bzw. staat­li­che Vor­ga­be ge­hör­te.[8] 

Für die ehe­ma­li­gen Ar­bei­ter­sport­ler stand nach 1945 die For­de­rung nach ei­ner kon­se­quen­ten De­mo­kra­ti­sie­rung des Sports im Mit­tel­punkt. Das ent­sprach ih­rer ei­ge­nen Tra­di­ti­on, die sie als lan­gen Kampf um de­mo­kra­ti­sche Wer­te deu­te­ten. Trotz zeit­wei­ser ge­gen­tei­li­ger An­sicht von Ar­bei­ter­sport­lern an der ei­ge­nen „Ba­sis“ setz­ten sich die­je­ni­gen Funk­tio­nä­re durch, die es für er­folg­ver­spre­chend hiel­ten, die­se De­mo­kra­ti­sie­rung des Sports in ei­ner Ein­heits­sport­be­we­gung zu er­rei­chen an­statt in ei­nem Ar­bei­ter­sport­ver­band. Ne­ben der kei­nes­wegs un­be­grün­de­ten Sor­ge, sich dem Vor­wurf aus­zu­set­zen, über ei­gen­stän­di­ge Ar­bei­ter­sport­ver­ei­ne wei­ter­hin so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Zie­le zu ver­fol­gen, den Sport da­mit al­so er­neut zu po­li­ti­sie­ren, spiel­te da­bei an­fangs noch der Glau­be ei­ne Rol­le, auf die­se Wei­se Per­so­nen mit ei­ner pro­ble­ma­ti­schen NS-Ver­gan­gen­heit aus dem Sport her­aus­hal­ten zu kön­nen. Gröm­mer be­grün­de­te et­wa sei­ne Hal­tung für ei­ne Ein­heits­sport­be­we­gung un­ter an­de­rem da­mit, dass dort ehe­ma­li­ge Ar­bei­ter­sport­ler Spit­zen­funk­tio­nen über­neh­men soll­ten; muss­te aber schon nach kur­zer Zeit ei­nen zu­neh­men­den Ein­fluss „po­li­tisch be­las­te­ter“ Funk­tio­nä­re bei der Re­or­ga­ni­sa­ti­on des Sports be­kla­gen.[9] 

Erster Bundestag des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Blick vom Rednerpult, 7.10.1950. (Landessportbund NRW/ RS84755)

 

Für Prä­lat Wol­ker bot die Ein­heits­sport­be­we­gung die Chan­ce, dass die DJK-Ver­ei­ne ih­re christ­lich-ka­tho­li­sche Iden­ti­tät ein­brin­gen konn­ten. In sei­nem Hei­mat­ver­band for­mier­te sich je­doch Wi­der­stand. Im Ge­gen­satz zum evan­ge­li­schen „Ei­chen­kreu­z“, für das ei­ne er­neu­te Grün­dung als Ver­band mit ei­gen­stän­di­gem Sport­be­trieb nicht er­wo­gen wur­de, kam es in­ner­halb der DJK mit dem Zu­sam­men­schluss von Ruhr­ge­biets­ver­ei­nen im Ju­li 1947 zur „Spiel- und Sport­ge­mein­schaft Rhein-We­ser“ und mit der drei Mo­na­te spä­ter in Düs­sel­dorf er­fol­gen­den Kon­sti­tu­ie­rung der „Ar­beits­ge­mein­schaft Deut­sche Ju­gend­kraf­t“ zu weit ge­die­he­nen Au­to­no­mie­ver­su­chen. Mit der Grün­dung des „DJK-Ver­ban­des Rhein-We­ser“ 1949 in Her­ne exis­tier­ten zeit­wei­se so­gar zwei grö­ße­re ri­va­li­sie­ren­de Ver­bän­de in­ner­halb der DJK-Be­we­gung. Letzt­lich konn­te das je­doch die In­te­gra­ti­on der ka­tho­li­schen Sport­or­ga­ni­sa­ti­on in ei­ne „ge­ein­te“ Sport­be­we­gung nicht auf­hal­ten.[10] 

Der Wie­der­auf­bau „von un­ten“

Mit dem Kon­sens über die Ein­heits­sport­be­we­gung war die Fra­ge der drit­ten Pro­blem­la­ge noch nicht ab­schlie­ßend be­ant­wor­tet. Vor­aus­set­zung für das or­ga­ni­sa­to­ri­sche Dach des Sports war die Er­neue­rung auf der lo­ka­len Ebe­ne der Ver­ei­ne. Aus­schlag­ge­bend wa­ren da­für vor al­lem zwei Grün­de: Ers­tens ver­füg­ten die Ver­ei­ne nach Kriegs­en­de noch über ein re­la­tiv in­tak­tes Netz­werk un­ter­ein­an­der. So konn­ten sie sich, zwei­tens, in Städ­ten und Krei­sen mit bri­ti­scher Er­laub­nis früh zu Bün­den zu­sam­men­schlie­ßen. Im Ge­gen­satz da­zu be­stand für die lan­des­wei­ten Sport­fach­ver­bän­de zu­nächst noch ein Ver­bot. Nach des­sen Auf­he­bung kam es aber auch hier zü­gig zu Wie­der­grün­dun­gen. Da­bei über­nah­men die Fuß­bal­ler und Tur­ner als mit­glie­der­stärks­te Or­ga­ni­sa­tio­nen ei­ne Vor­rei­ter­rol­le. Der zeit­li­che Vor­sprung der Bün­de beim Wie­der­auf­bau des Sports blieb aber be­ste­hen. Hin­sicht­lich der Ge­stal­tung ei­nes Spiel- und Wett­kampf­be­trie­bes so­wie der Sport- und Turn­fes­te ad­ap­tier­te man die tra­di­tio­nel­len Or­ga­ni­sa­ti­ons­mus­ter der Ge­biets- und Leis­tungs­klas­sen­ein­tei­lung in Krei­se, Be­zir­ke und Gaue, was viel­fach auch mit ei­ner per­so­nel­len Kon­ti­nui­tät von Ak­teu­ren aus der NS-Zeit ver­bun­den war.

Die Schar­nier­funk­ti­on der Sport­re­fe­ren­ten

Von Be­deu­tung für den Neu­auf­bau des Sports wur­den wei­ter­hin die bei den deut­schen Auf­trags­ver­wal­tun­gen ein­ge­setz­ten „Sport­re­fe­ren­ten“. Die­ses Amt gab es in den west­li­chen Be­sat­zungs­zo­nen ent­we­der für die Län­der oder – wie in Nord­rhein-West­fa­len – auch für die Re­gie­rungs­be­zir­ke und die un­te­ren Ver­wal­tungs­ebe­nen, wo es eh­ren­amt­lich aus­ge­übt und nach der Ab­schluss­pha­se des Wie­der­auf­baus auf­ge­löst wur­de. We­gen der Auf­la­ge der bri­ti­schen Kon­troll­be­hör­den, das Amt mit po­li­tisch un­be­las­te­ten Per­so­nen zu be­set­zen, war hier der An­teil ehe­ma­li­ger Ar­bei­ter­sport­ler in al­len West­zo­nen recht hoch. Es han­del­te sich bei den Sport­re­fe­ren­ten so­wohl um ei­ne Neue­rung als auch um ei­nen Rück­griff auf Struk­tu­ren, die aus der Wei­ma­rer Re­pu­blik und der NS-Zeit stamm­ten. In ih­rer ver­mit­teln­den Rol­le wa­ren sie mit der Auf­ga­be der Be­ra­tung und Un­ter­stüt­zung der Ver­ei­ne be­traut und ge­gen­über den bri­ti­schen Kon­troll­be­hör­den für ei­nen de­mo­kra­tisch in­ten­dier­ten Auf­bau der Sport­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­ant­wort­lich. Wie Gröm­mer, der im Au­gust 1945 auf die Stel­le ei­nes Sport­re­fe­ren­ten bei der Be­zirks­re­gie­rung in Arns­berg ge­wech­selt war, ge­hör­te Hu­go Rün­ge­ner (1901-1986), der das Amt für den Re­gie­rungs­be­zirk Düs­sel­dorf aus­füll­te, ab 1947 auch dem Prä­si­di­um des LSB NRW an. Durch die Ar­beit der Sport­re­fe­ren­ten wur­de der Grund­stein für ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur des Sports ge­legt, die sich an der po­li­ti­schen Ver­wal­tung aus­rich­te­te. Das hier­bei zu­grun­de ge­leg­te „Prin­zip ei­ner Re­gio­na­li­sie­run­g“ ließ An­klän­ge an das Or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­dell der „Zen­tral­kom­mis­si­on für Ar­bei­ter­sport und Kör­per­pfle­ge“ er­ken­nen, hat­te sich dort al­ler­dings nicht an die po­li­ti­sche Ver­wal­tungs­struk­tur an­ge­lehnt. Die Funk­ti­on ei­nes Sport­re­fe­ren­ten im für den Be­reich Sport zu­stän­di­gen nord­rhein-west­fä­li­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­um soll­te Rün­ge­ner ab 1947 20 Jah­re lang aus­üben. Da­mit wur­de er gleich­zei­tig zu ei­nem wich­ti­gen Bin­de­glied für die en­ge Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen Lan­des­re­gie­rung und dem LSB NRW in der Fol­ge­zeit.[11]

„Fach­ver­band oder Ein­heits­ver­band?“ – der Kon­flikt um zwei ge­gen­sätz­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­prin­zi­pi­en

Vor die­sem Hin­ter­grund zeig­te der Neu­an­fang des Sports hin­sicht­lich sei­ner or­ga­ni­sa­to­ri­schen Struk­tur im We­sent­li­chen ein dua­lis­ti­sches Bild: Wäh­rend die lan­des­weit ope­rie­ren­den Sport­ver­bän­de den Dach­ver­band in Nord­rhein-West­fa­len nach dem Fach­ver­bands­prin­zip ge­stal­ten woll­ten, wie es auch schon für den DRA ge­gol­ten hat­te, wur­de auf der lo­ka­len Ebe­ne der Bün­de mit den über­fach­li­chen Zu­sam­men­schlüs­sen von ge­misch­ten bzw. Mehr­spar­ten­ver­ei­nen das Ein­heits­ver­bands­prin­zip fa­vo­ri­siert. In die­ser Fra­ge ent­wi­ckel­te sich zwi­schen den je­wei­li­gen Be­für­wor­tern und Geg­nern ein schar­fer und an­hal­ten­der Rich­tungs­streit, in des­sen Ver­lauf bei­de Sei­ten zur Es­ka­la­ti­on bei­tru­gen und der bis in die Vor­gän­ge rund um die 1950 er­folg­te Grün­dung des Deut­schen Sport­bun­des (DSB) hin­ein­wirk­te. Dass da­bei der „Front­ver­lauf“ nicht im­mer ein­deu­tig blieb und es auch zu „La­ger­wech­seln“ kam, wird am Ver­hal­ten Gröm­mers er­sicht­lich: Nach­dem der ehe­ma­li­ge Ar­bei­ter­sport­ler mit sei­nem frü­hen Ver­such, ei­nen „Volks­sport­ver­band West­fa­len“ (24.11.1945) nach dem über­fach­li­chen Ein­heits­ver­bands­prin­zip auf­zu­bau­en, noch am Ve­to der bri­ti­schen Kon­troll­be­hör­den schei­ter­te, fa­vo­ri­sier­te er spä­ter das Fach­ver­bands­prin­zip. 

Als trei­ben­de Kraft er­wies sich al­ler­dings Bau­wens. Der Fuß­ball­funk­tio­när trat von Be­ginn an kom­pro­miss­los und ve­he­ment für das Fach­ver­bands­prin­zip ein. Das schloss stel­len­wei­se auch Mit­tel ein, wel­che die „Fair­ness­gren­ze“ des Sports über­schrit­ten. So warf er dem Zo­nen­spor­trat, der ei­ne über­re­gio­na­le Or­ga­ni­sa­ti­ons­bil­dung nach dem Ein­heits­ver­bands­prin­zip an­streb­te und da­zu durch ei­ne Ver­eins­be­fra­gung so­gar auf ein po­si­ti­ves Vo­tum ver­wei­sen konn­te, il­le­ga­les und un­de­mo­kra­ti­sches Agie­ren in der Fra­ge vor und er­kann­te des­sen Vo­tum nicht an. Er selbst han­del­te aber mit dem Ver­such der Grün­dung ei­nes „West­deut­schen Spiel­ver­ban­des“ ent­ge­gen der Kon­troll­rats­di­rek­ti­ve Nr. 23 und da­mit ge­gen gel­ten­des Recht. Die Span­nun­gen zwi­schen den La­gern des Ein­heits­ver­bands- und des Fach­ver­bands­prin­zips konn­ten auch durch die „Mar­ler Be­schlüs­se“ von No­vem­ber 1946, mit de­nen im Zo­nen­spor­trat ver­sucht wur­de, ei­ne Kom­pro­miss­lö­sung in der Fra­ge zu fin­den, nicht ab­ge­baut wer­den. Sie wur­den nur in Ham­burg, Schles­wig-Hol­stein und Nie­der­sach­sen, nicht je­doch in Nord­rhein-West­fa­len ak­zep­tiert. Der Zo­nen­spor­trat wur­de da­mit funk­ti­ons­los, sein Ziel, ei­nen ge­samt­zo­na­len Sport­ver­band auf den Weg zu brin­gen, war fehl­ge­schla­gen. Nach ei­ner letz­ten, er­neut durch Que­re­len ge­präg­ten Sit­zung im Ju­ni 1946 in Köln trat er auch nicht mehr zu­sam­men.

Das Schei­tern des Zo­nen­spor­tra­tes, aber auch die Vor­be­hal­te der bri­ti­schen Mi­li­tär­re­gie­rung, die in dem Ein­heits­ver­bands­kon­zept des Gre­mi­ums die Ge­fahr ei­ner zen­tra­lis­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur nach dem na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Vor­bild zu er­ken­nen glaub­te, tru­gen mit da­zu bei, dass sich bei der Grün­dung des LSB NRW Bau­wens und mit ihm die mäch­ti­ge In­ter­es­sen­grup­pe der Fuß­bal­ler schlie­ß­lich durch­set­zen konn­ten. De­ren Mo­tiv für ei­ne Struk­tur nach dem Fach­ver­bands­prin­zip lag nicht zu­letzt im Fi­nan­zi­el­len: Als Sport­fach­ver­band mit den meis­ten Fi­nanz­mit­teln, die ihm über das Fuß­ball-To­to zu­flos­sen, woll­ten sei­ne Funk­tio­nä­re in dem neu­en Dach­ver­band auch die Kon­trol­le über de­ren Ver­tei­lung be­hal­ten. Die­se wur­de ih­nen mit dem Fach­ver­bands­prin­zip über die Stimm­rech­te ge­si­chert: Im Ent­schei­dungs­gre­mi­um des LSB NRW, dem Haupt­aus­schuss, be­sa­ßen sie ei­ne Mehr­heit ge­gen­über den Bün­den, die zwar recht­lich als „ei­ge­ne Glie­de­run­gen“ dem neu­en Dach­ver­band an­ge­hör­ten, aber eben­so wie die Ver­ei­ne kei­ne di­rek­ten Mit­glie­der wa­ren. Nie­der­ge­legt wur­de das in der ers­ten Sat­zung des LSB NRW, die auf­grund der Strei­tig­kei­ten re­la­tiv spät, zum Bun­des­tag am 7.10.1950, ver­ab­schie­det wur­de. Da­durch er­folg­te auch der Ein­trag des Ver­ban­des in das Ver­eins­re­gis­ter beim Amts­ge­richt Köln erst am 30.3.1951.

Die Bün­de − und mit ih­nen et­li­che Ar­bei­ter­sport­ler – hiel­ten das Ein­heits­ver­bands­prin­zip für „de­mo­kra­ti­scher“. Das Fach­ver­bands­prin­zip er­schien ih­nen als „zu zen­tra­lis­ti­sch“, mit ihm droh­ten tra­dier­te Mus­ter in die „neue Ar­chi­tek­tur“ des Sports zu­rück­zu­keh­ren. Dem da­mit ge­ge­be­nen Span­nungs­po­ten­zi­al such­te man schon bei der Grün­dung des LSB NRW un­ter an­de­rem durch ei­ne ge­schick­te per­so­nal­stra­te­gi­sche Ent­schei­dung zu be­geg­nen: Auf Vor­schlag Gröm­mers be­stimm­te man mit Ar­tur Schirr­ma­cher ei­nen ehe­ma­li­gen Ar­bei­ter­sport­ler zum Ver­tre­ter der Bün­de im Prä­si­di­um. Ob­wohl auch spä­ter noch im­mer wie­der De­bat­ten hier­zu auf­leb­ten, er­wies sich im Lau­fe der Zeit die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur des LSB NRW als sta­bi­les und trag­fä­hi­ges Mo­dell. Es wur­de seit­dem mehr­fach durch Sat­zungs­än­de­rung zu­guns­ten der Bün­de an­ge­passt. Seit 2008 be­sit­zen sie auch den Sta­tus of­fi­zi­el­ler Mit­glie­der des Dach­ver­ban­des. Un­ter den Rah­men­be­din­gun­gen der Nach­kriegs­zeit er­scheint in der Rück­schau die Grün­dung und die er­folg­rei­che Ent­wick­lung des LSB NRW in der Fol­ge­zeit oh­ne die Un­ter­stüt­zung der Fuß­bal­ler (und Tur­ner) kaum mög­lich. Hier­zu trug auch Bau­wens´ Rol­len­ver­ständ­nis als ers­ter Prä­si­dent des Dach­ver­ban­des bei. Sei­ne Prä­si­dent­schaft war prin­zi­pi­ell von ei­ner in­te­grie­ren­den Hal­tung ge­prägt, wo­zu es ge­hör­te, sich im­mer wie­der für die Be­lan­ge auch der klei­ne­ren Sport­ver­bän­de zu en­ga­gie­ren.

Ei­ne „ver­spä­te­te“ und/oder „dop­pel­te“ Grün­dung?

Die Dau­er des Kon­flikts um die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur er­klärt die zeit­lich ver­zö­ger­te Grün­dung des LSB NRW im Ver­gleich zu den an­de­ren Lan­des­sport­bün­den in West­deutsch­land. We­ni­ger deut­lich lässt sich be­ant­wor­ten, war­um sich in den Ju­bi­lä­ums­chro­ni­ken des LSB NRW und an­de­ren, in­for­mel­len Do­ku­men­ten aus dem ver­band­sei­ge­nen Schrift­tum Hin­wei­se auf ein an­de­res Grün­dungs­da­tum am 5.10.1946 fin­den. Die Ur­sa­chen da­für sind bis heu­te un­ge­klärt. Fest steht nur, dass sich der LSB NRW noch bis zu Be­ginn der 1970er Jah­re auf das frü­he­re Grün­dungs­da­tum be­zog. Da­bei wur­de es manch­mal auch als „in­of­fi­zi­el­l“ eti­ket­tiert und von dem zeit­lich spä­te­ren, „of­fi­zi­el­len“ un­ter­schie­den, das heu­te als all­ge­mein ak­zep­tiert gilt. Ei­ne mög­li­che Er­klä­rung könn­te zwar eben­falls in dem Kon­flikt über die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur zu su­chen sein. So­lan­ge da­für oder für an­de­re Be­weg­grün­de je­doch kein be­last­ba­res und ein­deu­ti­ges Quel­len­ma­te­ri­al er­schlos­sen ist, bleibt das spe­ku­la­tiv, und es muss so­gar frag­lich er­schei­nen, ob solch ein „frü­he­res Grün­dungs­er­eig­nis“ tat­säch­lich statt­ge­fun­den hat.

3. Die Jugendarbeit im LSB NRW als neues konstitutives Betätigungsfeld

In ih­rer Rol­le als Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on des LSB NRW war die Sport­ju­gend NRW von Be­ginn an für die Ju­gend­ar­beit des Dach­ver­ban­des zu­stän­dig.[12] Die er­for­der­li­che or­ga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tur wur­de be­reits un­mit­tel­bar nach der Grün­dung des LSB NRW mit der Kon­sti­tu­ie­rung ei­nes Ju­gend­aus­schus­ses ge­schaf­fen, dem die Ver­ant­wor­tung für die kon­zep­tio­nel­le Aus­rich­tung und prak­ti­sche Ge­stal­tung der Ju­gend­ar­beit ob­lag. Ge­lei­tet wur­de das Gre­mi­um durch den Lan­des­ju­gend­wart, der in die­ser Funk­ti­on auch dem Prä­si­di­um des LSB NRW an­ge­hör­te, und/oder des­sen Stell­ver­tre­ter. Um spe­zi­ell die Ar­beit mit Mäd­chen und jun­gen Frau­en zu för­dern, ent­stand 1949 das Amt ei­ner „Mä­del­war­tin“. Mit­te der 1950er Jah­re wur­de es in „Ju­gend­war­tin“ um­be­nannt und die Funk­ti­on ei­ner „stell­ver­tre­ten­den Ju­gend­war­tin“ kam hin­zu. Zu­dem rich­te­te man 1948 ein Ju­gend­se­kre­ta­ri­at ein, das haupt­amt­lich durch ei­nen Ju­gend­se­kre­tär ge­lei­tet wur­de, der eben­falls im Ju­gend­aus­schuss ver­tre­ten war.

Das Qua­li­fi­ka­ti­ons­pro­fil des Füh­rungs­per­so­nals der Sport­ju­gend NRW

Das Per­so­nal des Ju­gend­aus­schus­ses re­kru­tier­te sich vor­wie­gend aus den gro­ßen Sport­fach­ver­bän­den. Dort hat­ten al­le männ­li­chen und auch weib­li­che Mit­glie­der, wie die ers­ten Ju­gend­war­tin­nen To­s­ca An­dre­as, El­la Gro­ße-Wäch­ter (1924–2017) oder An­ne­ma­rie Graul (1907–1980), über ent­spre­chen­de Äm­ter be­reits Er­fah­rung in der Ju­gend­ar­beit ge­sam­melt. Zu­sätz­lich be­sa­ßen der bis 1955 an der Spit­ze des Ju­gend­aus­schus­ses ste­hen­de Ju­li­us Über­hoff so­wie des­sen Nach­fol­ger, Dr. Wil­helm Säl­ter (1903–1972), und der stell­ver­tre­ten­de Ju­gend­wart Adolf Se­ve­ring (1904–1974) ei­nen be­ruf­li­chen Hin­ter­grund als Schul­leh­rer. Der eben­falls in die­ser Funk­ti­on tä­ti­ge Turn­päd­ago­ge Hein­rich Meu­sel hat­te als Do­zent an der Deut­schen Hoch­schu­le für Lei­bes­übun­gen in Ber­lin ge­lehrt und galt in der Di­dak­tik und Me­tho­dik ei­ner all­ge­mei­nen kör­per­li­chen Ju­gend­er­zie­hung als be­son­ders fach­kun­dig. Sein Wer­de­gang im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus war in­des­sen am­bi­va­lent: Nach­dem er zu­erst be­ruf­li­che Nach­tei­le we­gen „po­li­ti­scher Un­zu­ver­läs­sig­keit“ hin­neh­men muss­te, voll­zog Meu­sel spä­ter ei­ne kar­rie­re­för­dern­de An­pas­sung durch Bei­tritt zur SA. Mit Hans und Chris­ta Schä­fer so­wie Heinz und Eli­sa­beth Jost ge­hör­ten zwei aus­ge­bil­de­te Sport­leh­rer­ehe­paa­re in haupt­amt­li­cher Funk­ti­on dem Gre­mi­um an. Als Ju­gend­se­kre­tär fun­gier­te bis 1966 der Ober­turn­wart des Mär­ki­schen Turn­gaus, Ot­to Rei­nert, dann über­nahm Adal­bert Hoff­mei­er (1930-1994), seit 1956 be­reits als Stell­ver­tre­ter Rei­nerts tä­tig, vom West­fä­li­schen Fuß­ball­ver­band das Amt.

Prälat Ludwig Wolker als Vizepräsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Porträtfoto, undatiert. (Landessportbund NRW/ RS83834/K1B45F1)

 

Ge­sund­heit und Er­ho­lung – die Pra­xis der Zelt­la­ger

Die Kon­troll­rats­di­rek­ti­ve Nr. 23 der Al­li­ier­ten er­laub­te Maß­nah­men von Sport­or­ga­ni­sa­tio­nen, die der Ju­gend­ge­sund­heit und -er­ho­lung dien­ten. Das er­öff­ne­te der Sport­ju­gend NRW die Mög­lich­keit, schon kurz nach Kriegs­en­de Zelt­la­ger für Ju­gend­li­che durch­zu­füh­ren. An­fangs durch die bri­ti­sche Be­sat­zungs­macht mit Aus­rüs­tungs­ma­te­ri­al un­ter­stützt, wur­den auf dem Ge­län­de des LSB NRW an den Stand­or­ten in Ha­chen, Ober­wer­ries, Hins­beck und Ra­de­vorm­wald in den Som­mer­mo­na­ten klei­ne Zelt­städ­te er­rich­tet, die sich am Vor­bild der Ju­gend­be­we­gung ori­en­tier­ten. Die Ju­gend­li­chen, un­ter de­nen da­mals vie­le un­ter den Fol­gen von Man­gel­er­näh­rung lit­ten und durch Ge­walt, Zer­stö­rung und de­fi­zi­tä­re Fa­mi­li­en­struk­tu­ren trau­ma­ti­siert wa­ren, konn­ten dort wie­der Le­bens­freu­de ge­win­nen, über Spie­le in Grup­pen, Tan­zen und Mu­si­zie­ren das Er­leb­nis von Ge­mein­schaft er­fah­ren und über ei­nen weit­ge­hend selbst or­ga­ni­sier­ten La­ger­all­tag auch ein so­zi­al ge­präg­tes Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl ent­wi­ckeln. In den 1950er Jah­ren nah­men jähr­lich zwi­schen 1.500 und 4.500 Kin­der und Ju­gend­li­che an den Zelt­la­gern teil.[13]

Über­fach­lich­keit und viel­sei­ti­ge Aus­bil­dung – die Lehr­ar­beit

Das grö­ß­te Hand­lungs­feld der Ju­gend­ar­beit stell­te in der Früh­pha­se die Im­ple­men­tie­rung ei­nes Aus- und Fort­bil­dungs­sys­tem dar, da­mals kurz „Lehr­ar­beit“ ge­nannt. Es rich­te­te sich an Ju­gend­lei­tun­gen in den Sport­ver­bän­den und -ver­ei­nen, die als Mul­ti­pli­ka­to­ren für ein Kon­zept die­nen soll­ten, das die Sport­ju­gend­funk­tio­nä­rin­nen und -funk­tio­nä­re mit dem Be­griff des „Über­fach­li­chen“ um­schrie­ben. Ge­meint wa­ren da­mit sport­art­über­grei­fen­de und viel­sei­ti­ge In­hal­te, die ele­men­ta­re Be­we­gungs­for­men und spie­le­ri­sche In­ter­ak­tio­nen eben­so um­fass­ten wie das eben­falls aus der Ju­gend­be­we­gung über­nom­me­ne Mu­si­zie­ren, Sin­gen und Tan­zen in Grup­pen.

Das „Über­fach­li­che“ un­ter­schied sich grund­le­gend von der Ju­gend­ar­beit in den Fach­ver­bän­den mit ih­rem In­ter­es­se an Leis­tung und Wett­kampf und der da­für er­for­der­li­chen Schu­lung der spe­zi­fi­schen tech­ni­schen Fä­hig­kei­ten in der je­wei­li­gen Sport­dis­zi­plin. Das lehn­ten die Ver­ant­wort­li­chen der Sport­ju­gend NRW zwar nicht ab, ge­gen­über dem, was oh­ne­hin in die Do­mä­ne der Fach­ver­bän­de fiel, bot ihr Kon­zept für den LSB NRW aber die Mög­lich­keit, ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal zu ge­ne­rie­ren. Das be­rühr­te un­mit­tel­bar das Ver­hält­nis des Dach­ver­ban­des zu sei­nen Fach­ver­bän­den. In ih­rer Rol­le als sei­ne Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen muss­ten sie und ih­re Ver­ei­ne von dem Kon­zept des Über­fach­li­chen über­zeugt und be­reit sein, ih­re Ju­gend­lei­tun­gen in die Lehr­gän­ge der Sport­ju­gend NRW zu ent­sen­den. Er­schwe­rend wirk­te da­bei an­fangs, dass von den Ver­ei­nen ei­ne Lehr­gangs­ge­bühr er­ho­ben wer­den muss­te (bis 1950). Dar­über hin­aus war es nicht im­mer ein­fach, ge­eig­ne­te Schu­lungs­räu­me zu fin­den. Be­vor sich die­se La­ge mit Zu­wen­dun­gen aus dem 1951 erst­mals auf­ge­leg­ten Lan­des­ju­gend­plan und der In­be­trieb­nah­me der ei­ge­nen Ju­gend­bil­dungs­stät­te in Ha­chen 1955 deut­lich ver­bes­ser­te, un­ter­stütz­ten hier die Fuß­ball­ver­bän­de und Tur­ner­bün­de, die ih­re Sport­schu­len in Duis­burg-We­dau und Rem­scheid-Reins­ha­gen zur Ver­fü­gung stell­ten. In der stra­te­gi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on stell­ten Or­ga­ni­sa­to­ren wie Adolf Se­ve­ring, die Sport­leh­rer­ehe­paa­re Schä­fer und Jost oder Hein­rich Meu­sel in Bei­trä­gen der seit Mai 1950 her­aus­ge­ge­be­nen Ju­gend­bei­la­ge der Ver­bands­zeit­schrift oder in an­de­ren Pu­bli­ka­tio­nen die Re­le­vanz des Über­fach­li­chen als Grund­la­ge für den Leis­tungs- und Wett­kampf­sport der Ver­ei­ne im­mer wie­der her­aus. Da­bei be­ton­ten sie, dass die Lehr­gän­ge für die Mit­glie­der­ge­win­nung, ins­be­son­de­re von Mäd­chen und jun­gen Frau­en, wich­tig sei. 

Kul­tu­rel­ler Aus­tausch und Bil­dung – die An­fän­ge der in­ter­na­tio­na­len Be­geg­nun­gen

Ein Aus­tausch mit Ju­gend­li­chen aus dem nie­der­län­di­schen Soest 1952/53 bil­de­te den Auf­takt zu den in­ter­na­tio­na­len Be­geg­nun­gen der Sport­ju­gend NRW, der schnell wei­te­re folg­ten: so 1955 die bis da­hin grö­ß­te mit dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich und in den 1960er Jah­ren mit Ja­pan, Frank­reich und Tu­ne­si­en. Mit den Ber­lin- und Zo­nen­grenz­fahr­ten setz­ten ge­gen En­de der 1950er Jah­re die Ost-West-Be­geg­nun­gen ein, die spä­ter auch Kon­tak­te in das Staats­ge­biet des da­ma­li­gen Ju­go­sla­wi­en und der So­wjet­uni­on um­fass­ten. Nach­dem man 1960 die ers­te Olym­pia­fahrt zu den Spie­len in Rom durch­ge­führt hat­te, kam es zwei Jah­re spä­ter mit der ers­ten Is­ra­el-Fahrt der Sport­ju­gend NRW zu dem zwei­fel­los be­deu­tends­ten Er­eig­nis bei den in­ter­na­tio­na­len Be­geg­nun­gen. Den Vor­lauf da­zu bil­de­te ei­ne Stu­di­en­fahrt nach Is­ra­el, die im De­zem­ber 1960 von der Dach­or­ga­ni­sa­ti­on der frei­en Ju­gend­ver­bän­de Nord­rhein-West­fa­lens, dem 1948 kon­sti­tu­ier­ten Lan­des­ju­gend­ring NRW, ver­an­stal­tet wor­den war, zu des­sen Grün­dungs­mit­glie­dern auch die Sport­ju­gend NRW zähl­te. Ne­ben Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Ar­beits- und So­zi­al­mi­nis­te­ri­ums, des Ju­gend­aus­schus­ses des Land­ta­ges so­wie der Land­schafts­ver­bän­de West­fa­len-Lip­pe und Rhein­land hat­ten an die­ser Rei­se sei­tens der Sport­ju­gend NRW Adal­bert Hoff­mei­er, Adolf Se­ve­ring und El­la Gro­ße-Wäch­ter teil­ge­nom­men. Un­ter dem Ein­druck die­ser Be­geg­nung reif­te bei die­sen drei Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten der Plan zu ei­ner ei­gen­stän­di­gen Is­ra­el­rei­se der Sport­ju­gend NRW, zu der man nach ei­ner in­ten­si­ven Vor­be­rei­tungs­pha­se am 18.10.1962 auf­brach. Un­ter­stützt mit Mit­teln des Ar­beits- und So­zi­al­mi­nis­te­ri­ums führ­te die Fahrt ins nord­is­rae­li­sche Mo­le­det, wo die Teil­neh­men­den bei ein­hei­mi­schen Fa­mi­li­en un­ter­ge­bracht wur­den. Ein Be­such der Städ­te Je­ru­sa­lem, Recho­vot und Tel Aviv kom­plet­tier­te das Pro­gramm.

Der Mehr­wert der Ju­gend­ar­beit für den or­ga­ni­sier­ten Sport

Ih­re Ex­per­ti­se auf dem Ge­biet der Ju­gend­päd­ago­gik war ma­ß­ge­bend da­für, dass die Grün­der­ge­ne­ra­ti­on der Sport­ju­gend NRW den Sport als Er­zie­hungs-, Bil­dungs- und Kul­tur­fak­tor be­griff. Im Sin­ne ei­ner ganz­heit­li­chen Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung der Ju­gend­li­chen streb­ten die Sport­ju­gend­funk­tio­nä­rin­nen und -funk­tio­nä­re ei­nen „Mehr­wer­t“ an, der über die ge­nui­nen Funk­tio­nen des Sports von Leis­tung und Wett­kampf hin­aus­reich­te. Da­mit ver­ban­den sich nicht nur in den Nach­kriegs­jah­ren be­deut­sa­me ge­sell­schafts­po­li­ti­sche Wir­kun­gen, es gin­gen da­von eben­so Im­pul­se für die Fol­ge­zeit aus. So tru­gen die Zelt­la­ger da­mals zwar di­rekt zur phy­si­schen und psy­chi­schen Re­ge­ne­ra­ti­on von Ju­gend­li­chen bei, sie zeig­ten aber dar­über hin­aus an­satz­wei­se auch die prä­ven­ti­ven und re­ha­bi­li­ta­ti­ven Mög­lich­kei­ten des Sports auf, wie sie spä­ter sys­te­ma­tisch im LSB NRW wei­ter­ent­wi­ckelt wur­den. Die ers­ten in­ter­na­tio­na­len Be­geg­nun­gen för­der­ten an­ge­sichts der au­ßen­po­li­ti­schen Iso­lie­rung und des Ver­lusts an in­ter­na­tio­na­lem An­se­hen Deutsch­lands durch Krieg, Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und Ho­lo­caust ei­ne Wie­der­an­nä­he­rung und ei­nen kul­tu­rel­len Brü­cken­schlag zwi­schen ehe­mals ver­fein­de­ten Staa­ten, wo­bei der Sport­ju­gend NRW hin­sicht­lich der deutsch-is­rae­li­schen Be­zie­hun­gen, wie sie von der Deut­schen Sport­ju­gend (dsj) in den 1960er Jah­ren auf­ge­baut wur­den, auch ei­ne Pio­nier­rol­le zu­kommt.[14] Das Prin­zip des Über­fach­li­chen in der Lehr­ar­beit an­ti­zi­pier­te zu­dem auf­grund sei­ner Af­fi­ni­tät zu dem, was in der Dis­kur­stra­di­ti­on der Turn­be­we­gung un­ter „volks­tüm­li­che Lei­bes­übun­gen“ oder „Brei­ten­ar­beit“ ka­te­go­ri­siert wur­de, in ge­wis­sem Ma­ße be­reits das, was ge­gen En­de der 1950er Jah­re als „Zwei­ter We­g“ von den Sport­or­ga­ni­sa­tio­nen kon­zep­tua­li­siert und spä­ter als „Brei­ten­spor­t“ und „Sport für Al­le“ po­pu­lär wer­den soll­te. Da­durch er­hielt die Ju­gend­ar­beit auch für den LSB NRW ins­ge­samt ei­nen grund­le­gen­den Stel­len­wert: Ge­ra­de wäh­rend sei­ner bei­den Grün­dungs­jahr­zehn­te, als der Dach­ver­band noch um sei­ne Kon­so­li­die­rung be­müht sein muss­te, trug sie mit da­zu bei, dass er sei­ne Rol­le ge­gen­über Staat und Ge­mein­we­sen le­gi­ti­mie­ren und sei­ne Stel­lung im Sys­tem des or­ga­ni­sier­ten Sports in Nord­rhein-West­fa­len fes­ti­gen und so­gar aus­bau­en konn­te.

4. Fazit

Die Grün­dung des LSB NRW am 6.5.1947 er­folg­te vor dem Hin­ter­grund des von den Al­li­ier­ten kon­trol­lier­ten Wie­der­auf­baus der Sport­struk­tu­ren nach NS-Zeit und Krieg. Drei Kern­pro­ble­me präg­ten die Grün­dungs­pha­se: Ers­tens die Fra­ge des Um­gangs mit den teil­wei­se durch die NS-Zeit be­las­te­ten Funk­tio­nä­rin­nen und Funk­tio­nä­ren; zwei­tens die Ent­schei­dung zwi­schen ei­ner Ein­heits­sport­be­we­gung oder ei­ner er­neu­ten Tren­nung in mi­lieu­spe­zi­fi­sche Sport­be­we­gun­gen; und drit­tens die Fra­ge, ob die Fach­ver­bän­de oder die in Stadt- und Kreis­sport­bün­den or­ga­ni­sier­ten Ver­ei­ne Mit­glie­der des LSB NRW sein soll­ten. Bei den ers­ten bei­den Punk­ten konn­te die Grün­dungs­ge­ne­ra­ti­on schnell Ei­nig­keit er­zie­len. So ent­schied man sich für die „Ein­heit im Spor­t“ und un­ter­strich die­se in­te­gra­ti­ve Aus­rich­tung auch durch ei­ne ent­spre­chen­de Per­so­nal­aus­wahl des ers­ten Vor­stands: Ne­ben dem ein­fluss­rei­chen bür­ger­li­chen Fuß­ball­funk­tio­när und In­dus­tri­el­len Bau­wens tra­ten mit Wol­ker für den kon­fes­sio­nel­len und Gröm­mer für den Ar­bei­ter­sport zwei Re­prä­sen­tan­ten der bei­den an­de­ren, ehe­mals ei­gen­stän­di­gen Sport­ver­bän­de als kon­struk­ti­ve Ge­gen­ge­wich­te. Sie gal­ten vor al­lem in der Fra­ge ei­ner NS-Ver­gan­gen­heit als un­be­las­te­te Per­sön­lich­kei­ten. Schwie­ri­ger ge­stal­te­te sich die Dis­kus­si­on um die Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur (Fach­ver­bands- oder Ein­heits­ver­bands­prin­zip) und die Fra­ge nach der Mit­glied­schaft. Das wur­de 1947 zu­guns­ten der Fach­ver­bän­de ent­schie­den und 1950 in der ers­ten Sat­zung des LSB NRW auch ver­eins­recht­lich for­mal fi­xiert.

Bei sei­ner Grün­dung be­wies der Dach­ver­band mit der Wahl ei­ner Frau­en­war­tin und ei­nes Ju­gend­warts zu­dem die Fä­hig­keit, in die Zu­kunft wei­sen­des und in­no­va­ti­ves Wachs­tums­po­ten­zi­al zu er­schlie­ßen. Ins­be­son­de­re der Be­reich der Sport­ju­gend bil­de­te schnell ein zen­tra­les und ge­sell­schaft­lich re­le­van­tes Be­tä­ti­gungs­feld für den LSB NRW, der hier et­wa im Be­reich der deutsch-is­rae­li­schen Be­zie­hun­gen auch ei­ne Pio­nier­funk­ti­on über­nahm.

Zeltlager des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen in Hachen, 1950er Jahre. (Landessportbund NRW/ RS83837/ K1B155F4)

 

Mit der 1957 er­folg­ten Ab­lö­sung von Pe­co Bau­wens als Prä­si­den­ten durch den da­ma­li­gen nord­rhein-west­fä­li­schen Fi­nanz- und spä­te­ren In­nen­mi­nis­ter Wil­li Wey­er pro­fes­sio­na­li­sier­te der LSB NRW sei­ne Struk­tu­ren und sei­ne Ar­beit wei­ter und de­fi­nier­te auch sein Ver­hält­nis zur Po­li­tik neu. Gleich­zei­tig un­ter­strich die Wahl ei­nes be­deu­ten­den Lan­des­po­li­ti­kers an die Spit­ze des Dach­ver­ban­des die ge­samt­ge­sell­schaft­li­che Be­deu­tung des or­ga­ni­sier­ten Sports in Nord­rhein-West­fa­len.

Quellen

His­to­ri­sche Un­ter­la­gen des Lan­des­sport­bun­des Nord­rhein-West­fa­len fin­den sich im Lan­des­ar­chiv Nord­rhein-West­fa­len, RW 0335, RW 0635, RW 0707, RW 0721, RW 0736, RW 0753 und RW 0806.

Im Rah­men ei­ner Ver­ein­ba­rung über­gibt der LSB NRW suk­zes­si­ve wei­te­re Un­ter­la­gen aus sei­ner Ge­schich­te an das Lan­des­ar­chiv. 

Literatur

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Gruppenbild des Präsidiums des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, 1972. (Landessportbund NRW)

 
Anmerkungen
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Hauk, Gerhard, Die Gründungsjahre des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-gruendungsjahre-des-landessportbundes-nordrhein-westfalen/DE-2086/lido/6863a2dd565dc4.63609380 (abgerufen am 15.01.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 03.07.2025, zuletzt geändert am 14.08.2025