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Schlagworte
1. 1 Geographische Lage
Bergheim liegt in der Niederrheinischen Bucht, im unteren Mittelerft- und Erftmündungstal, mit Anteil an der Villehöhe im Osten und der Jülicher Börde im Westen. Der mittelalterliche Stadtkern liegt beiderseits der Erft in den Flussauen an einem Flussübergang auf einer ebenen Fläche 64–66 m über NN. In der Nähe lagern im Tertiär entstandene Braunkohlelagerstätten, die vornehmlich in der Ville sowie der westlich anschließenden Jülicher Börde wirtschaftlich nutzbar sind
1. 1 Verkehrsanbindung
Straßen
Bei Thorr kreuzten sich in der Antike die Römerstraßen Köln-Bavai und Zülpich-Neuss (Hagen, Römerstraßen, S. 204; BJb 31, 1861, S. 126). Die Strecke Köln-Bavai behielt im Mittelalter ihre Bedeutung und wurde zur Fernhandelsstraße Köln-Maastricht-Flandern, welche bei Jülich auch nach Aachen abzweigte (Bruns/Weczerka, S. 497–499 u. Karte 24). Diese Route wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Jülich bzw. Herren von Bergheim auf dem Streckenabschnitt von Quadrath bis Elsdorf in einem nach Norden gerichteten Winkel verlegt und über Bergheim geführt (Andermahr, Grafen, S. 72). Die alte Route über Thorr wird 1494 als gemeyne lantstraisse ... dat nu eyn voisspat erwähnt (HSTAD JB I 1148 fol. 65r)
1395 wird die Straße Köln-Bergheim-Jülich auf dem Abschnitt zwischen Ichendorf und Bergheim als ghemeine lantstraissen erwähnt (ebd. Jülich 480) = 1861 Köln-Lütticher Staatsstraße (Statistik Kr. Bergheim 1863, S. 60)
1640 wird die Straße Zülpich-Bergheim-Neuss als Zölcher Straß erwähnt = 1822 Zülpicher Straße (Hinz, Bergheim, S. 74) = 1861 Neuß-Lechenicher Bezirksstraße (Statistik Kr. Bergheim 1863, S. 60)
1861 werden neben den obigen beiden Straßen in Bergheim noch die Kommunalwege Bergheim-Garzweiler über Bedburg sowie Ichendorf-Liblar erwähnt (ebd.)
1981 Abschluss der Verlegung der B 55 entlang der Außenmauern der Stadtbefestigung (StaB 3564; vgl. Tafel 2, TK 25)
1983 Abschluss der Neuverlegung der B 477 zwischen Niederaußem und Bergheim (StaB 5654). In Bergheim kreuzt sich die B 477 mit der B 55 (vgl. Tafel 2, TK 25)
1983–88 Anschluss an die Autobahn A 61
Zu den Straßen außerhalb des Mauerrings vgl. auch II 5
Eisenbahn
1861 besteht eine Pferdeomnibusverbindung zwischen der Eisenbahnstation Horrem und Bergheim (Statistik Kr. Bergheim 1863, S. 60)
1896/97 Errichtung der Bergheimer Kreisbahnen (Schmalspur). Routen: Bergheim-Rheidt-Dormagen (1900/04 bis Rommerskirchen verlängert), Bergheim-Bedburg und Horrem- Bergheim-Elsdorf. Anschluss an die Staatsbahn in Horrem (ebd. 1899, S. 53–64)
1897 Errichtung eines Bahnhofs für Bergheim auf Kentener Gebiet (H. Braschoß, Die "Königl. Landräte" d. Kr. Bergheim 1816–1919. In: JBGV 5, 1996, S. 166)
1904 Fertigstellung des Ausbaus als Normalspurbahn und Inbetriebnahme als preußische Nebenbahnen. Betreiber: Westdeutsche Eisenbahngesellschaft (Statistik Kr. Bergheim 1909, S. 42–45)
1913 Verkauf der Kreisbahnen an den preußischen Staat (Andermahr, Bergheim, S. 182)
Post
Seit 1680 Kaiserliche Posthalterei in Bergheim (Thurn und Taxis) (H. Mühlenweg, Über 300 Jahre Post in Bergheim, 1986, S. 29–35)
Seit 1692 neben Post- auch Personenbeförderung. Routen: Köln-Bergheim-Jülich sowie Düsseldorf-Bergheim-Düren (ebd.)
1794 und 1809 Posthalterstation bezeugt (ebd., S. 86–92; Andermahr, Statistik, S. 51)
1816 Königlich-Preußische-Postanstalt (H. Mühlenweg, Über 300 Jahre Post in Bergheim, 1986, S. 92–94)
1867 Errichtung einer Telegrafenstation (ebd., S. 146–149)
1868 Post-Expedition I. Klasse (ebd., S. 118–122), 1898 Bau des Postamtes (ebd., S. 111)
1897 Anschluss an das Telefonnetz (ebd., S. 149–154)
1924 Eröffnung einer Omnibusverbindung Köln-Bergheim-Jülich (Bergheimer Zeitung v. 22. November 1924)
1. 2 Bodenfunde in der Gemarkung
In Bergheim-Büsdorf ist ein jungpaläolithischer Fundplatz nachzuweisen (BJb 185, 1985, S. 427; J. Auler, Ein neuer Fundplatz aus d. frühen jüngeren Altsteinzeit b. Bergheim-Büsdorf. In: Pulheimer Beiträge 13, 1989, S. 7–14; BJb 188, 1988, S. 289–294). Im Umkreis von Bergheim sind zahlreiche Funde aus dem Neolithikum bekannt (Hinz, Bergheim, S. 201 f.; BJb 171, 1971, S. 482 f.; 174, 1974, S. 584; 179, 1979, S. 680; M. Rech, Ein bandkeramisches Erdwerk b. Bergheim-Glesch. In: Rhein. Ausgrabungen 19, 1979, S. 363–384). Aus der vorrömischen Eisenzeit sind Siedlungsspuren sowie Grabhügel der Niederrheinischen Grabhügelkultur lokalisiert (Hinz, Bergheim, S. 45 f.; H.-E. Joachim, Späthallstattzeitl. Siedlungsreste b. Bergheim. In: Rhein. Ausgrabungen 17, 1976, S. 141–149). Das Itinerarium provinciarum Antonini Augusti Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. erwähnt an der Straße Köln-Bavai einen Ort Tiberiacum (O. Cuntz <Hg.>, Itineraria Antonini et Burdigalense, 1929, S. 57). Dieses Tiberiacum, ein römischer vicus, könnte aufgrund der Entfernungsangabe und des Ortsnamens Zieverich in Thorr gelegen haben (Andermahr, Bergheim, S. 16–21). Größere römische Trümmerflächen in Thorr, Straßengräber, ein Matronenheiligtum, ein Merkuraltar sowie der Straßenkreuzungspunkt unterstreichen diese Annahme. Ein zum vicus gehörendes umfangreiches Gräberfeld des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. ist 1995 am Ortsausgang von Thorr in Richtung Grouven ausgegraben worden (Archäologie im Rheinland 1995, S. 72–74; P. Wagner, Rom in Bergheim, 1997)
Am Schnittpunkt der Römerstraße Köln-Bavai mit dem Erftkanal wurde 1975 eine Straßenstation des 2. Jahrhunderts ausgegraben (BJb 177, 1977, S. 569–577). Bei Bergheim-Wiedenfeld ist ein römisches Lager freigelegt worden, das im 2. Jahrhundert n. Chr. vorübergehend als Sammelstation für das römische Militär der Rheingarnisonen diente (W. Piepers, Ein röm. Lager b. Bergheim-Wiedenfeld. In: Rhein. Ausgrabungen 10, 1971, S. 18–78). Zwischen Quadrath und Großkönigsdorf lag die "Heidenburg", ein befestigter römischer Straßenposten, der aufgrund von Münzfunden vermutlich beim Frankeneinfall von 259/60 untergegangen ist (BJb 133, 1928, S. 238 f.). Im Umkreis von Bergheim sind zahlreiche villae rusticae lokalisiert (Hinz, Bergheim, S. 53–60)
1. 3 Erste Erwähnung, folgende Namenbelege und abweichende Formen
Erste Erwähnung und folgende Namenbelege bis 1250, danach nur abweichende Namenformen
962 in Berge (Or), Berche (Kopiale Überlieferung aus dem 15. Jahrhundert, verfälscht, RhUB 250; NrhUB I 105 nach Transsumpt v. 1523; REK I 449 nach Or). Identifizierung mit Bergheim fraglich
1028 Bercheim (Fälsch nach Mitte des 13. Jahrhunderts, RhUB 88 = REK I 733; zur Datierung vgl. E. Wisplinghoff, Die Urkundenfälschungen aus d. Ben ediktinerkloster Brauweiler b. Köln. In: JKGV 31/32, 1957, S. 32–73)
1051 Bercheim (Fälschung um 1263, RhUB 90 = DH III 272 = REK I 822)
1051 Berchem (Fälschung zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, RhUB 93 nach angebl. Or = NrhUB I 185; DH III 400 nach angebl. Or 12. Jahrhundert)
(1089) Bergheim (Totenbuch des 18. Jahrhunderts, E. Pauls, Beiträge z. Adelsgeschichte d. ehemaligen kaiserl. freien Reichsabtei Kornelimünster u. d. dazu gehörenden Ländchens. In: Vierteljahresschrift f. Heraldik, Sphragistik u. Genealogie 1877, S. 69; zur Datierung vgl. REK I 1193)
(1145/46) Berchem (Kopiale Überlieferung aus dem 18. Jahrhundert, AHVN 81, 1906, S. 118 f.)
(vor 1149) Berchem (Überlieferung aus dem 16. Jahrhundert, Chronicon Brunwylrense. In: AHVN 17, 1866, S. 143)
(1158/76) Berchem (Kopiale Überlieferung aus dem 18. Jahrhundert, AHVN 81, 1906, S. 120 f.)
[1180] Bercheim (REK II 1040; M. S. P. Ernst, Histoire du Limbourg VI, 1847, Nr. 64; zur Datierung vgl. REK II 1154)
1234 Berchem (NrhUB II 193; zur Datierung vgl. A. Koch/J. Wille, Regesten d. Pfalzgrafen am Rhein I, 1894, Nr. 368)
1239 Berchem (Annales Sancti Pantaleonis Coloniensis, MGH SS XXII, 1872, S. 532; Chronica Regia Coloniensis, MGH SS rer. Germ. VIII, 1880, S. 275)
1240/46 Berghem (S. Bormans/E. Schoolmeesters, Cartulaire de l'église Saint Lambert de Liège I, 1893, Nr. 433)
1243 Berchem (ebd. Nr. 372)
1249 Bergheim (NrhUB II 342; REK III 1446)
1354 Bercheym ... up der Arffe (A. Fahne, Codex diplomaticus Salmo-Reifferscheidanus, 1858, Nr. 198)
1553 Berchem up der Erfft (Kopiale Überlieferung aus dem 18. Jahrhundert, J. Kloft, Inventar d. Urkundenarchivs d. Fürsten v. Hatzfeld-Wildenburg zu Schönstein/Sieg III, 1980, Nr. 1277)
Bergheimerdorf
1460 Berchemerdorp (HSTAD Kornelimünster 114), seither für das Dorf im Gegensatz zur Stadt Bergheimerdorf oder Berchemerdorf
Adjektivisch
1194 Bergemensis (Kopiale Überlieferung aus dem 15. Jahrhundert, UB Steinfeld 30; NrhUB I 544)
1303 bergheimensis (AHVN 32, 1907, S. 141; zur Datierung vgl. A. Tille, Übersicht über d. Inhalt d. kleineren Archive d. Rheinprovinz I, 1899, S. 83)
(1308) Berchemensis (Liber Valoris)
1356/93 Berghemensis, Berchgemensis (als Aufschrift auf Bergheimer Münzen: H. Schrön, Die Gepräge d. Bergheimer Münze-Jülichsche Münzen aus Bergheim. In: JBGV 5, 1996, S. 54–72)
1. 4 Bezeichnung der Siedlung
1028 predium (I 3)
1051 predium (I 3)
1239 castrum (I 3)
1265 Januar 21 curtis in Bergheim (HSTAD Kamp 149)
1265 curtis (ZAGV 3, 1881, Nr. 15)
1280 villa (F. Foppens, Auberti Miraei opera diplomatica II, Brüssel 1723, Nr. 114)
1286 castrum ... cum molendino ibidem et suburbio (UB Köln III 267; REK III 3099)
1312 oppidum (StaK Kunibert 1/148)
1317 de burg ind die stat van Bergheim, hierschaf van Bergheim (NrhUB III 163; REK IV 1004)
1354 Statt (I 3)
1361 stat (StaK Klara 2/81)
1412 stat, sloss ind ampt (NrhUB IV 72)
1412 dorp ind Kirspel Bergheim (für Bergheimerdorf, A. Fahne, Codex diplomaticus Salmo-Reifferscheidanus, 1858, Nr. 302)
1816 Flecken
1898 Stadt (III 3)
1941 Stadt (III 3)
1. 5 Bezeichnung der Siedlungsbewohner
1265 Januar 21 familia curtis nostre in Bergheim (I 4)
1265 familia curtis in Bergheim (= Bergheimerdorf) (I 4)
1290 homines (UB Köln III 346)
1320 cives (ebd. IV 78)
1390 burger (HSTAD Jülich 444)
1433 burger (III 3)
1447 lude, undersaissen (HSTAD JB 633)
1503 burger ind ingesessen, underdanen zo Bergheim (ebd. Lehen Spec. 17)
1553 naeberen, gemein naeberschaft (Redlich I, S. 350)
1554/55 mitburger, underthanen (für Bergheimerdorf) (H. Eschbach, Die Erkundigung über d. Gerichtsverfassung im Herzogtum Jülich v. 1554 u. 1555. In: DJb 17, 1902, S. 127)
1569 einwöhner (für Bergheimerdorf) (PfaB 265 fol. 128r)
1. 6 Wüst gewordene Nachbarsiedlungen
Bohlendorf
1196 erstmals erwähnt (Transsumpt 1540, de Bulindorp, Lac Arch VI, S. 417), im 14. Jahrhundert bis auf die Burg wüst (H. Hinz, Wüstungen, S. 352)
Curmen
1196 erstmals erwähnt (Transsumpt 1540, de Cuemene, Lac Arch VI, S. 417), im 18. Jahrhundert wüst geworden (Hinz, Wüstungen, S. 343 f.; H. Schläger <Hg.>, Frauweiler, Garsdorf, Wiedenfeld. Dörfer im Abbaugebiet d. Braunkohle, 1961, S. 60 f.)
Folbretishoven/Volbrechtshoven
1187 als villa Folbretishoven erwähnt (REK II 1301), im 13. Jahrhundert wüst gefallen (Hinz, Wüstungen, S. 344)
Ginsterhof
1474 erwähnt (AHVN 30, 1876, S. 62), im 19. Jahrhundert wüst gefallen (Hinz, Wüstungen, S. 345)
Holtrop
Fronhof aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts archäologisch nachgewiesen, 1196 erstmals erwähnt (Transsumpt 1540, de Holttorp, Lac Arch VI, S. 417). Zweiteilige Burganlage, seit dem 14. Jahrhundert Jülicher Lehen, musste 1958 dem Tagebau weichen (W. Piepers, Burg Holtrop, 1960)
Lapprath
1374 als Lappenroede erstmals erwähnt (HSTAD Kornelimünster 54), im 18. Jahrhundert wüst geworden (Hinz, Wüstungen, S. 347)
Pan(n)hausen
1155 erstmals erwähnt (curtis de Panhusen, NrhUB I 384), 1262 als Mühle der Abtei Kornelimünster (HSTAD Kamp 141), im 17. Jahrhundert wüst geworden (Hinz, Wüstungen, S. 353; H. Schläger <Hg.>, Frauweiler, Garsdorf, Wiedenfeld. Dörfer im Abbaugebiet d. Braunkohle, 1961, S. 59 f.)
Wachtendonckshof
1487 erwähnt (Wachtendonckshof, Erftland 7, 1930, S. 51), im 18. Jahrhundert wüst geworden (Hinz, Wüstungen, S. 349; H. Schläger <Hg.>, Frauweiler, Garsdorf, Wiedenfeld. Dörfer im Abbaugebiet d. Braunkohle, 1961, S. 62)
Wiedenfeld
1117 erwähnt (Wydenvelt) (Kopiale Überlieferung aus dem 15. Jahrhundert, AHVN 44, 1885, S. 25), musste 1968 dem Tagebau weichen (H. Schläger <Hg.>, Frauweiler, Garsdorf, Wiedenfeld. Dörfer im Abbaugebiet d. Braunkohle, 1961, S. 90–100)
Fortuna
1861 bestand in der Bergarbeitersiedlung ein Haushalt mit fünf Personen. Infolge des Aufblühens der Braunkohlenindustrie wuchs der zur Gemeinde Oberaußem gehörende Ort rasch (1928: 1.481 Einwohner). 1923 wurde Fortuna selbständige Pfarre. 1985 Abschluss der Umsiedlungen aus Fortuna, das dem Braunkohlenabbau weichen musste (F. W. Noll, Heimatkunde d. Kr. Bergheim, 21928, S. 213 f.; D. Witt, Die Kraftwerke Fortuna, 1910, S. 12; F. Dickmann, Umsiedlungsatlas d. Rhein. Braunkohlenreviers, 1996, S. 157)
Immenhoven
1137/77 Immenhoven (H. Mosler, Geschichte d. Besitzes d. Abtei Kamp im heutigen Kreis Bergheim <Erft>. Unveröffentlichte Urkunden u. Akten v. 1137–1802, 1974, S. 49). Zwischen Auenheim und Hüchelhoven gelegen, nach 1280 wüst geworden (Hinz, Wüstungen, S. 351)
Haus Laach
1229/38 als Laeche erwähnt (UB Altenberg I 141). 1336 gab es außer der Burg noch drei bäuerliche Zinsgüter (E. Darapsky, Die ländl. Grundbesitzverhältnisse d. Köln. Stiftes S. Gereon bis zum Jahre 1500, 1943, S. 155). 1918 als Wohnhaus aufgegeben und nach 1945 weitgehend abgetragen (A. Ohm/A. Verbeek, Kr. Bergheim II, 1971, S. 21)
Zum Röttgen
1417 als Güter zome Raetgyn erwähnt (HSTAD Jülich 657), Siedlung westlich Eschermühle mit Scherbenfunden des 10.–15. Jahrhunderts (Hinz, Wüstungen, S. 344 f.; L. Jansen, Die Wüstung Rode/Röttgen b. Eschermühle, Stadt Bergheim. In: JBGV 9, 2000, S. 3–26), 1669 wüst (HSTAD JB III R Amt Bergheim 211 I fol. 70r)
Kloster Bethlehem
1648–63 Bau des Franziskanerklosters, 1966 wegen des voranschreitenden Tagebaus abgebrochen (IV 5 Kloster Bethlehem)
Honrath
1196 als Haenroede erwähnt (Lac Arch VI, S. 416), zwischen Ichendorf und Königsdorf gelegen, bestand im 16. Jahrhundert aus sechs bis sieben Siechenhäusern und einer Kapelle (Seegen Capell); 1712–20 Aufgabe der Siedlung (K. A. Füssenich, Das Siechenhaus zu Honrath. In: AHVN 80, 1906, S. 134–138)
Bergheim und Umgebung 1807/08 im Verhältnis 1 : 25.000; Zusammensetzung der Blätter 70 Bergheim und 80 Kerpen der Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und v. Müffling 1803-1828, 2001. (Landesvermessungsamt NRW/ Nr. 2000 039)
1. 7 Ortsteile, Gebietsveränderungen, Eingemeindungen
1433 Die Dörfer Thorr und Zieverich gehören zur Stadt Bergheim (III 3)
1554/55 Zum Stadtgericht Bergheim gehören als mitburger etliche underthanen zu Bergheimerdorf, Zieverich und Thorr teilweise (H. Eschbach, Die Erkundigung über d. Gerichtsverfassung im Herzogtum Jülich v. 1554 u. 1555. In: DJb 17, 1902, S. 127)
1669 Stadtbezirk = Stadtgerichtsbezirk, wozu neben der Stadt Bergheim die Dörfer Thorr und Zieverich sowie Bergheimerdorf halb biß ahn juncker Wolffs hauß und hoff (= Wiesenstraße) gehören (HSTAD JB III R Amt Bergheim 211 II fol. 1a, 1c; Andermahr, Deskription, S. 85 f.; III 1; III 4)
1798 Bildung von Mairie und Kanton Bergheim (S. Graumann, Französische Verwaltung am Niederrhein. Das Roerdepartement 1798–1814, 1990, S. 18)
1800 Mairie Bergheim mit Bergheim, Zieverich, Bergheimerdorf, Kenten, Quadrath, Ichendorf, Wiedenfeld (A. J. Dorsch, Statistique du département de la Roer, 1804, S. 21; StaB Standesamtsregister)
1816 Bürgermeisterei Bergheim mit dem Flecken Bergheim, Bergheimerdorf, Kloster Bethlehem, Bohlendorf, Ginsterhof, Ichendorf, Kenten, Pliesmühle, Quadrath, Schlenderhan, Wiedenfeld, Zieverich. Bergheim und Bergheimerdorf bilden seit 1845 die Spezialgemeinde Bergheim-Bergheimerdorf innerhalb der Bürgermeisterei (vgl. Tafel 3, Übersichtskarte der Bürgermeisterei Bergheim 1823)
1816 Kreis Bergheim, Regierungsbezirk Köln
1872 Bergheim und Bergheimerdorf erhalten den gemeinsamen Namen Bergheim (Amtsbl. Reg. Köln 1872, Nr. 35)
1876 bis 1908 und 1918–37 werden die Bürgermeisterei Bergheim und Paffendorf in Personalunion verwaltet. Die Bürgermeisterei Bergheim umfasst fünf Spezialgemeinden mit eigenem Haushalt: Bergheim, Kenten, Quadrath-Ichendorf, Wiedenfeld und Zieverich, die Bürgermeisterei Paffendorf, die Spezialgemeinden Paffendorf, Glesch, Niederaußem und Oberaußem (H. Schrön (Hg.), Bürgermeister Simon: Denkschrift über d. Vereinigung d. Bürgermeistereien Bergheim u. Paffendorf <1922>. In: JBGV 3, 1994, S. 118–143)
Ab 1928 Bildung des Amtes Bergheim (StaB 0344)
1933–37 werden die Ämter Bergheim und Paffendorf sowie die amtsfreie Gemeinde Hüchelhoven in Personalunion verwaltet (StaB 0710)
1937 Die Ämter Bergheim und Paffendorf sowie die amtsfreie Gemeinde Hüchelhoven werden zu einem neuen Amt Bergheim mit Amtssitz in Bergheim zusammengeschlossen (Amtsbl. Reg. Köln 1937, Nr. 111)
1938 Eingliederung der Gemeinden Kenten und Zieverich in die Gemeinde Bergheim (Amtsbl. Reg. Köln 1938, Nr. 62)
1958 Eingliederung der Gemeinde Wiedenfeld in die Stadt Bergheim (GV. NW. 1958, S. 129)
1975 Die Stadt Bergheim und die Gemeinden Glesch, Hüchelhoven, Niederaußem, Oberaußem-Fortuna, Paffendorf und Quadrath-Ichendorf werden zu einer neuen Gemeinde zusammengeschlossen. Diese erhält den Namen Bergheim und führt die Bezeichnung Stadt. Eingliederung von Ahe und Thorr (aus der Gemeinde Heppendorf, Amt Elsdorf) sowie Auenheim aus der Stadt Bedburg in die neue Stadt Bergheim (GV. NW. 1974, S. 1072; Gebietsveränderungsvertrag von 1974, StaB 0125 f.)
1. 8 Gemarkungsgröße
1885 = 943 ha; 1895 und 1905 = 944,2 ha; 1925 = 948,6 ha; 1946 = 1537 ha; 1975 = 9697 ha
Luftbild Bergheim von 1998 im Verhältnis ca. 1 : 5.000, Ausschnitt aus dem Orthobild Berheim. (Landesvermessungsamt NRW/ S 1344/2001)
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Andermahr, Heinz, Rheinischer Städteatlas Bergheim. Teil 1: Siedlung, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-bergheim.-teil-1-siedlung/DE-2086/lido/6620e9bdaddf54.27344881 (abgerufen am 05.03.2026)
Veröffentlicht am 30.07.2025, zuletzt geändert am 07.08.2025