Rheinischer Städteatlas Bergheim. Teil 2: Topographie

Heinz Andermahr (Bergheim)

Topographische Karte Bergheim 1845 im Verhältnis 1 : 25 000, Zusammensetzung der Blätter 5005 Bergheim und 5006 Frechen der preußischen Kartenaufnahme 1836-1850. (Landesvermessungsamt NRW/ Nr. 2000 039)

2. 1 Burg

Die Burg Berg­heim ist wohl An­fang des 13. Jahr­hun­derts von den Gra­fen von Jü­lich in­fol­ge ih­rer Vog­tei über die Grund­herr­schaft der Ab­tei Kor­ne­li­müns­ter in Berg­hei­mer­dorf er­baut wor­den. 1239 be­la­ger­te und er­ober­te der Köl­ner Erz­bi­schof Kon­rad von Hoch­sta­den die Burg (ca­s­trum co­mi­tis Iu­li­a­cen­sis, Ber­chem dic­tum, ob­si­det et hoc in de­di­tio­nem ac­cep­tum in­cen­dit et di­ruitI 3). 1249 scheint sie wie­der auf­ge­baut ge­we­sen zu sein, denn Wal­ram I. von Berg­heim, Bru­der Graf Wil­helms IV. von Jü­lich, ver­pflich­te­te sich, sie sei­ner Ge­mah­lin Mecht­hild von Müllen­ark als Aus­stat­tung zu über­las­sen (NrhUB II 342; REK III 1446). Of­fen­bar be­sa­ßen die Berg­hei­mer Her­ren die Burg von den Gra­fen von Jü­lich als Un­ter­le­hen (NrhUB III 163; REK IV 1004). 1286 trug Wal­ram II. von Berg­heim die Burg dem Köl­ner Erz­bi­schof Sieg­fried von Wes­ter­burg zu Le­hen auf (I 4). Nach dem Tod Wal­rams II. ge­lang­te sie 1312 wie­der in Jü­li­cher Be­sitz, war je­doch mit dem Köl­ner Erz­stift strit­tig. Durch Schieds­spruch wur­de sie 1317 den Gra­fen von Jü­lich zu­ge­spro­chen (I 4)

Die Burg, die an der Stadt­mau­er in Rich­tung Berg­hei­mer­dorf lag, ist heu­te voll­stän­dig un­ter der Be­bau­ung ver­schwun­den. Noch An­fang des 19. Jahr­hun­derts war "ei­ne an­sehn­li­che Rui­ne mit Tür­men, Grä­ben etc. vor­han­den" (Kunst­denk­mä­ler, S. 37). Die ar­chäo­lo­gi­sche Un­ter­su­chung der Haupt­burg 1997 hat er­ge­ben, dass die­se aus ei­ner Stein­auf­schüt­tung von 2,50 m Hö­he und 15 m x 30 m Um­fang be­stan­den hat. Der Burg­hü­gel trug ver­mut­lich ei­nen mehr­ge­schos­si­gen Wohn­turm in Fach­werk­bau­wei­se. Die ge­sam­te An­la­ge war durch Was­ser­grä­ben und ei­nen Pa­li­sa­den­zaun ge­si­chert. Ein für den Bau der Burg ver­wen­de­ter Ei­chen­pfahl muss nach dem den­d­ro­chro­no­lo­gi­schen Be­fund um 1255 +/- 5 ge­fällt wor­den sein (U. Ock­len­burg, Ers­te Spu­ren d. Burg­an­la­ge Berg­heims. In: JBGV 7, 1998, S. 38–48). Bis­lang ist we­der zu klä­ren, ob die­se An­la­ge der Nach­fol­ge­bau der 1239 zer­stör­ten Burg war, noch wann die Burg auf­ge­ge­ben wor­den ist. Der Quel­len­la­ge nach müss­te die Auf­ga­be kurz nach 1412, dem Jahr ih­rer letz­ten schrift­li­chen Über­lie­fe­rung (sloss, NrhUB IV 72), er­folgt sein. Die spär­li­chen ar­chäo­lo­gi­schen Be­fun­de könn­ten ei­ne vom Lan­des­herrn ver­an­lass­te Ab­tra­gung der Burg na­he­le­gen

2. 2 Siedlungsentwicklung und Befestigung

Berg­hei­mer­dorf 

Zeit­lich äl­ter als die Stadt Berg­heim ist die Sied­lung Berg­hei­mer­dorf, de­ren Exis­tenz in frän­ki­scher Zeit durch Ke­ra­mik­fun­de ge­si­chert ist. Der Fund­stel­le nach könn­te die­se äl­tes­te Sied­lung auf dem Kirch­berg in Nä­he der Re­mi­gius­kir­che zu su­chen sein, wahr­schein­lich in der Um­ge­bung des spä­te­ren Abtsho­fes (Hinz, Berg­heim, S. 204; BJb 163, 1963, S. 555). Die wohl ur­sprüng­lich kö­nig­li­che Grund­herr­schaft wur­de (1028) durch die Pfalz­gra­fen der Ab­tei Kor­ne­li­müns­ter ge­schenkt (I 3). Der Haupt­hof der Grund­herr­schaft (1265 cur­tis, 1280 vil­laI 4III 1) dürf­te in dem zwi­schen der Pfarr­kir­che und der Kirch­stra­ße ge­le­ge­nen Abtshof zu su­chen sein (An­der­mahr, Berg­heim, S. 35). Die­ser be­saß 1669 70 Mg Acker­land, 23 Mg Ben­den und 10 Mg Busch (Wald) (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 211 II fol. 21r/v). Auf dem Kirch­berg, an­gren­zend an den Abtshof, wur­de in der zwei­ten Hälf­te des 12. Jahr­hun­derts die Pfarr­kir­che er­rich­tet, die al­ler­dings wohl ei­nen Vor­gän­ger­bau hat­te (IV 1). Das Re­mi­gius­pa­tro­zi­ni­um wie auch der Um­fang des Berg­hei­mer Pfarr­be­zirks deu­ten dar­auf hin (IV 2IV 4)

Stadt Berg­heim 

Der Sied­lungs­ur­sprung der Stadt Berg­heim liegt nicht im Be­reich von Berg­hei­mer­dorf, son­dern ab­seits da­von na­he der sump­fi­gen Erft­nie­de­rung. Aus­gangs­punkt für die Stadt wur­de die von den Gra­fen von Jü­lich An­fang des 13. Jahr­hun­derts er­bau­te Burg (II 1), aus de­ren zu­ge­hö­ri­ger Sied­lung sich die Stadt ent­wi­ckel­te. Das Ur­ka­tas­ter von 1820/21 (Ta­fel 1, Grund­riss) lässt noch den äl­te­ren, von Was­ser­läu­fen ein­ge­fass­ten Orts­kern er­ken­nen, der wohl iden­tisch mit dem 1286 er­wähn­ten sub­ur­bi­um (I 4) ist. Es wur­de im Os­ten flan­kiert von der Klei­nen Erft (1525 klei­ne Arfft, Erft­land 7, 1924, S. 54) und im Wes­ten von ei­nem Erft­arm, der mit dem 1361 er­wähn­ten Flut­gra­ben ge­meint sein dürf­te (buy­ne der stat van Berg­heim up dey­me vloytgra­ben, StaK Kla­ra 2/81), 1632 als floet­gra­ven (PfaB 640) und 1669 als mul­len Erfft be­zeich­net (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 211 II fol. 8r; An­der­mahr, De­skrip­ti­on, S. 91). Die­ser Was­ser­lauf führ­te nicht nur der Berg­hei­mer Müh­le das Was­ser zu, son­dern speis­te auch die rings um die Stadt­mau­er ge­le­ge­nen Grä­ben und Wei­her. Die­ser Flut­gra­ben ist erst 1926 ka­na­li­siert wor­den (StaB 0326, S. 305)

Wohl im Zu­sam­men­hang mit der Stadt­grün­dung er­folg­te (1300) ei­ne Er­wei­te­rung der ur­sprüng­li­chen Burg­sied­lung durch ei­nen re­gel­mä­ßi­gen, fast qua­dra­ti­schen west­li­chen Stadt­teil. Der Flut­gra­ben war da­mit nicht mehr Grenz­fluss zur Si­che­rung nach Wes­ten, son­dern durch­zog die Stadt als Mit­tel­ach­se und schied das äl­te­re öst­li­che von dem jün­ge­ren west­li­chen Sied­lungs­are­al. Die Stadt­tei­le wur­den durch ei­ne zwei­bo­gi­ge stei­ner­ne Brü­cke ver­bun­den. Nach der Er­wei­te­rung wur­de die Ge­samt­an­la­ge mit ei­nem ein­heit­li­chen recht­ecki­gen Mau­er­ring um­ge­ben. Das äl­tes­te Berg­hei­mer Schöf­fen­sie­gel von 1325, wel­ches ei­ne Ring­mau­er mit zwei Stadt­to­ren zeigt, könn­te dar­auf hin­wei­sen, dass der Aus­bau des Or­tes mit Ring­mau­er und To­ren zu die­ser Zeit zu­min­dest in der Aus­füh­rung be­grif­fen war (III 5 Sie­gel). Bei den Stei­nen, die Gott­fried, Herr von Berg­heim, 1329 aus der Ge­gend von Sin­zig nach Berg­heim be­för­dern ließ, han­delt es sich wohl um die Ba­salt­stei­ne, die noch im Aa­che­ner Tor zu se­hen sind. Die Nach­richt zeigt, dass zu die­ser Zeit die Bau­maß­nah­men noch im Gan­ge wa­ren (V. F. v. Gu­de­nus, Co­dex di­plo­ma­ti­cus si­ve an­ec­do­to­rum res Mog­un­ti­nas, Fran­ci­cas, Tre­vi­ren­ses, Co­lo­ni­en­ses II, Frank­furt 1747, S. 1364). Die frü­hes­ten schrift­li­chen Be­le­ge für die To­re stam­men aus dem En­de des 15. Jahr­hun­derts bzw. 16. Jahr­hun­dert

Die auf zwei Sei­ten fast voll­stän­dig er­hal­te­ne Stadt­mau­er be­sitzt im Wes­ten ei­ne Län­ge von 200 m, im Nor­den von 300 m und um­fasst ein Are­al von 60 ha. Haupt­ach­se ist die al­te Han­dels­stra­ße Köln-Aa­chen-Maas­tricht, wel­che im Os­ten vom Köl­ner Tor und im Wes­ten vom Aa­che­ner Tor ge­si­chert wur­de. Au­ßer dem Aa­che­ner Tor sind Res­te von sechs Tür­men er­hal­ten, die mit ei­ner Aus­nah­me al­le auf den Mau­er­ab­schnit­ten des west­li­chen Stadt­teils lie­gen. Die 15 Tür­me, die die Ab­bil­dung der Stadt im Co­dex Wel­ser von 1723 zeigt, hat die Stadt­mau­er si­cher nie be­ses­sen (Kunst­denk­mä­ler, S. 30; vgl. Ta­fel 1, Grund­riss u. DGK; II 3; II 4)

Von 1402 an über­lie­ßen die Lan­des­her­ren der Stadt mehr­fach die Ein­nah­men aus Grut und Ak­zi­se zum Zwe­cke des Stadt­auf­baus bzw. der -be­fes­ti­gung (III 2 Ak­zi­se; III 3). Zwi­schen den Stadt­mau­ern und Wäl­len um­schlos­sen acht bis zu 3 Mg gro­ße Wei­her die Stadt­um­weh­rung (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 50 fol. 239v–240r). In nord­öst­li­cher Rich­tung war der Stadt ei­ne Bas­ti­on vor­ge­la­gert, ver­mut­lich mit Bat­te­rie­turm, der 1565/66 als Rond­eill er­wähnt wird (ebd. fol. 240v) und wohl auf ein 1439 er­rich­te­tes (oder aus­ge­bes­ser­tes?) bol­werck zu­rück­geht (ebd. JB I 1057). Das Ur­ka­tas­ter von 1820/21 lässt die La­ge im Ge­län­de noch er­ken­nen (Ta­fel 1)

1541 ließ Her­zog Wil­helm von Jü­lich in An­be­tracht des gel­dri­schen Krie­ges u. a. die Stadt Berg­heim be­son­ders be­fes­ti­gen (v. Be­low, Land­tags­ak­ten I 57). An den Fes­tungs­ar­bei­ten war 1541/42 Jo­hann Gar­des­uner be­tei­ligt, die Lei­tung hat­te Meis­ter Hein­rich von Bru­ens­wich (F. Lau, Die Ar­chi­tek­ten­fa­mi­lie Pas­qua­li­ni. In: DJb 31, 1925, S. 102). 1542 wur­de Berg­heim von Trup­pen der Ma­ria von Un­garn ein­ge­nom­men und zer­stört: Berg­heim wart ge­brant all (O. Dre­se­mann, Die jü­lich­sche Feh­de 1542–1543. In: AHVN 61, 1895, S. 63; Das Buch Weins­berg I, 1886, S. 172). 1580/81 war die Stadt noch nicht wie­der auf­ge­baut, die Stadt­mau­er bau­fäl­lig, wes­halb der Kell­ner des Am­tes Berg­heim Re­pa­ra­tur­ar­bei­ten durch­füh­ren ließ (HSTAD JB III Amt Berg­heim 53 fol. 85r). 1582 ba­ten die Berg­hei­mer den Lan­des­herrn, die Ren­ten der Berg­hei­mer Ka­pel­le für die re­pa­rie­rung ir­rer ver­woes­ter und ver­bran­ter stat und zer­ris­se­nen mau­ren ver­wen­den zu dür­fen (Red­lich II 1, S. 23). 1592 wird Berg­heim wie­der als Statt si­tus mu­ni­tis­si­mus er­wähnt (AHVN 28/29, 1876, S. 305)

1614 wur­de Berg­heim von Trup­pen des spa­ni­schen Feld­herrn Spi­no­la er­obert (A. Mül­ler, Der Jü­lich-Cle­vi­sche Erb­fol­ge­streit im Jah­re 1614, 1900, S. 89), 1642 Ein­nah­me durch fran­zö­sisch-hes­sisch-wei­ma­ra­ni­sche Trup­pen. Ha­ben sel­be Völ­ker das gant­ze Köll­ni­sche und Jü­li­cher Landt aus­ge­plün­dert, viel Schlös­ser als Höl­cher­ath, Bed­bur, Reif­fer­scheidt, Cas­ter, B, Kir­chen, Klös­ter und ade­li­che Häus­ser (G. En­gel­bert, Der Hes­sen­krieg am Nie­der­rhein <I>. In: AHVN 161, 1959, S. 100f.; G. Eckertz, Fon­tes Ad­huc In­e­di­ti Rer­um Rhen­ana­rum II, 1870, S. 20). Berg­heim wur­de als Boll­werk ge­gen die kai­ser­li­chen Trup­pen stark be­fes­tigt. Im Herbst 1642 wur­de die Stadt von ei­nem kai­ser­li­chen Heer zu­rück­er­obert (En­gel­bert, Hes­sen­krieg <II>. In: AHVN 162, 1960, S. 56, 58; ders., Scha­dens­lis­te zum Hes­sen­krieg am Nie­der­rhein. In: AHVN 163, 1961, S. 136 f.)

Sied­lungs­ent­wick­lung seit En­de des 19. Jahr­hun­derts 

Erst 1880 er­folg­te nach dem Ab­riss des Köl­ner To­res erst­mals ei­ne sys­te­ma­ti­sche Be­bau­ung über die mit­tel­al­ter­li­che Stadt­mau­er hin­aus (zur Sied­lungs­ent­wick­lung vgl. ins­ges. Ta­fel 2). Öst­lich der klei­nen Erft, wo sich bis da­hin über­wie­gend Gar­ten­land be­fand (StaB Al­ter Fo­to­be­stand 4), wur­den zu­nächst die Haupt­stra­ße in Rich­tung Ken­ten und die Beth­le­he­mer Stra­ße beid­sei­tig be­baut. Hier wur­den zahl­rei­che öf­fent­li­che Ge­bäu­de er­rich­tet, wie 1893 das Kreis­stän­de­haus (II 5 Ge­bäu­de), 1897 der Bahn­hof (I 1 Ei­sen­bahn), 1898 die Post (I 1), 1911 das Rat­haus (II 5 Ge­bäu­de) und 1920 das Fi­nanz­amt (Neu­bau 1925: StaB 0325, S. 178 f., 196 f., 245 f.)

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs wur­den die­se öf­fent­li­chen Ge­bäu­de wie auch Wohn­häu­ser durch Flie­ger­bom­ben be­schä­digt bzw. zer­stört. Im Amts­be­zirk Berg­heim wur­den ins­ge­samt 4,2 % der Wohn­häu­ser to­tal zer­stört, 11,8 % schwer und 37,6 % leicht be­schä­digt (StaB 0345)

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg führ­te der star­ke An­stieg der Be­völ­ke­rung zu ei­ner Sied­lungs­ver­dich­tung in den Ort­ker­nen wie auch zu ei­ner Aus­wei­tung der Sied­lun­gen. Der grö­ß­te Sied­lungs­zu­wachs war En­de der 1960er, An­fang der 1970er-Jah­re zu ver­zeich­nen. 1968–74 wur­de der Wohn­park Ahe, An­fang der 1970er-Jah­re der Wohn­park Zie­ve­rich mit Wohn­raum für je­weils über 3.000 Men­schen er­rich­tet. Zu bei­den Wohn­parks ge­hö­ren Frei­zeit­an­la­gen und Kin­der­spiel­plät­ze. Das seit En­de der 1960er-Jah­re er­schlos­se­ne Wohn­ge­biet im Um­feld des Ber­li­ner Rin­ges füll­te die bis da­hin vor­han­de­nen Frei­flä­chen zwi­schen Zie­ve­rich und Ken­ten und bot Sied­lungs­raum für meh­re­re tau­send Ein­woh­ner. Hier ent­stan­den im Zen­trum auch die ers­ten Hoch­häu­ser. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Schritt in der Sied­lungs­ent­wick­lung war ab 1966 die Er­schlie­ßung des Bau­ge­bie­tes Hel­le I–V in Qua­drath-Ichen­dorf, wo sich seit­her et­wa 5.000 Men­schen an­ge­sie­delt ha­ben

Durch die Be­völ­ke­rungs­zu­nah­me be­dingt muss­ten die In­dus­trie­un­ter­neh­men aus dem Orts­kern aus­ge­la­gert wer­den. 1968 wur­de in Zie­ve­rich in un­mit­tel­ba­rer Orts­nä­he, aber als ge­son­der­tes Are­al, das ers­te Ge­wer­be­ge­biet er­öff­net (Köl­ner Stadt­an­zei­ger v. 12. Sep­tem­ber 1968). Bis 1990 folg­ten Ge­wer­be­ge­bie­te in Paf­fen­dorf, Thorr, Ken­ten, Qua­drath-Ichen­dorf, Nie­der­au­ßem, Au­en­heim, Rheidt und Gles­sen (StaB 6301)

Das Sied­lungs­wachs­tum der 1960er und 1970er-Jah­re ließ die Or­te Berg­heim, Ken­ten und Zie­ve­rich wie auch Qua­drath und Ichen­dorf zu­sam­men­wach­sen. Durch die künf­ti­ge Er­schlie­ßung des Bau­ge­biets Im Eu­el wer­den auch Au­en­heim, Nie­der­au­ßem und Ober­au­ßem ei­ne Sied­lungs­ein­heit bil­den. Hin­ge­gen ha­ben die Or­te der ehe­ma­li­gen Ge­mein­de Hü­chel­ho­ven ih­ren dörf­li­chen Cha­rak­ter weit­ge­hend be­wahrt (zur Sied­lungs­ent­wick­lung seit An­fang des 19. Jahr­hun­derts vgl. ins­ge­samt die Ta­feln 2 u. 3, zur Ent­wick­lung der Orts­ker­ne Berg­heim und Berg­hei­mer­dorf auch Ta­fel 1, Grund­riss u. DGK)

2. 2 Friedhöfe

1533 Fried­hof er­wähnt (K. Rem­bert, Die Wie­der­täu­fer im Her­zog­tum Jü­lich, 1899, S. 420). Grab­stei­ne ab 1622 (A. Ohm/A. Ver­beek, Kr. Berg­heim II, 1971, S. 56). Der Fried­hof war bis En­de des 19. Jahr­hun­derts in Ge­brauch, dann Be­le­gung des neu­en Fried­hofs in der Nie­de­rung west­lich der Kir­che (Ta­fel 2,  Neu­auf­nah­me)

Jü­di­sche Fried­hö­fe 

1804 Er­wäh­nung des Ju­den­fried­hofs auf dem Ron­dell, (heu­te Knü­chels­damm; vgl. das Ur­ka­tas­ter von 1820/21, Ta­fel 1, Grund­riss), Nut­zung bis 1861/62. 1862 An­la­ge ei­nes neu­en Fried­hofs an der Beth­le­he­mer Stra­ße. 1940 Ver­kauf des Fried­hofs an die Stadt Berg­heim. 1953 Rück­ga­be des Fried­hofs an die Köl­ner Syn­ago­gen­ge­mein­de. In den letz­ten Jah­ren ist der Fried­hof wie­der­her­ge­rich­tet wor­den (Friedt, S. 131–133)

Wei­te­re jü­di­sche Fried­hö­fe auf dem heu­ti­gen Ge­biet der Stadt Berg­heim: Nie­der­au­ßem (Mit­te des 19. Jahr­hun­derts an­ge­legt, im Zu­ge des Braun­koh­len­ab­baus auf­ge­las­sen), Flieste­den (be­steht wohl schon seit dem 17. Jahr­hun­dert), Paf­fen­dorf (ca. 1860 an­ge­legt, be­steht noch), Gles­sen (Be­le­gung viel­leicht schon ab En­de des 18. Jahr­hun­derts, heu­te nicht mehr er­kenn­bar) und Glesch (1969 nach Els­dorf ver­legt) (Pracht, Jü­di­sches Kul­tur­er­be I, S. 172 f.)

2. 2 Städtische Versorgungseinrichtungen

Ab 1903 An­schluss an das Zen­tral­was­ser­werk des Krei­ses Berg­heim (StaB 0324)
1903 Er­rich­tung ei­ner Ace­ty­len­gas­an­la­ge auf dem Job­berath zur Ab­ga­be von Gas; An­schluss der öf­fent­li­chen Stra­ßen­be­leuch­tung und des grö­ß­ten Teils der öf­fent­li­chen Ge­bäu­de und von Pri­vat­häu­sern. 1905 Über­nah­me durch die Stadt Berg­heim (V. H. W. Schül­ler, Als im Kr. Berg­heim d. Lich­ter an­gin­gen, 2000, S. 51–68)
1907–09 Pro­jekt ei­ner Ka­na­li­sa­ti­on. 1913 Be­ginn der Ka­na­li­sa­ti­on in Berg­heim in der Haupt­stra­ße (StaB 0324)
1910 An­schluss an den vom Kreis Berg­heim mit dem "Rhei­ni­schen Ele­kri­zi­täts­werk" ge­schlos­se­nen Strom­lie­fe­rungs­ver­trag (StaB 0324; Köh­ler, S. 270 f.)
1924/25 Ein­füh­rung ei­ner Müll­ab­fuhr in Berg­heim (StaB 0326 S. 131, 209)

2. 3 Zwei Stadttore

1492 Aech port­ze (HSTAD JB I 1148 fol. 41r). 1503 wird der Berg­hei­mer Amt­mann Ra­bot von Plet­ten­berg mit der Ai­cher port­zen, der Fi­sche­rei in der Erft und Zu­be­hör so­wie ei­nem Gar­ten be­lehnt. Die Pfor­te ist Ei­gen­tum des Her­zogs. Plet­ten­berg er­hält die Pfor­te als Woh­nung, und zwar die Sei­te nach Berg­hei­mer­dorf. Er braucht die Pfor­te je­doch nicht bau­lich zu un­ter­hal­ten. Ne­ben der Pfor­te soll er auf der Mau­er ein ru­we­chuys bau­en. Die Un­ter­ta­nen und sonst je­der­mann dür­fen die Pfor­te ge­brau­chen, und der Pfört­ner darf sie auf- und zu­schlie­ßen. Das Ge­fäng­nis, das sich dar­in be­fin­det, bleibt zur Ver­fü­gung des Lan­des­herrn (ebd. Jü­lich Le­hen Spec. 17). 1580/81 Gül­cher oder Ai­cher pfort­zen (ebd. JB III R Amt Berg­heim 53 fol. 93r) = 1660 Zie­ve­ri­cher Pfor­ten (ebd. 209 fol. 2v u. ö.) = 1669 Aa­cher oder Gü­li­scher pfor­ten (ebd. 211 I fol. 9r). Zur La­ge des er­hal­te­nen To­res vgl. das Ur­ka­tas­ter von 1820/21 und die DGK (Ta­fel 1)
1532/33 Col­ner port­zen (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 47 fol. 51r) = Köl­ner Tor, führt in Rich­tung Qua­drath-Ichen­dorf. 1842 schwe­re Be­schä­di­gung durch Blitz­schlag, 1879 durch ei­nen Fuhr­wa­gen (HSTAD Reg. Köln 1070), 1880 Ab­riss (StaB 323). Das Köl­ner Tor be­saß zur Erft hin ein Vor­tor mit Zwin­ger, das mög­li­cher­wei­se be­reits im 16. Jahr­hun­dert auf­ge­ge­ben wur­de (L. Jan­sen, Das Köl­ner Tor in Berg­heim. In: JBGV 6, 1997, S. 8–43)

2. 4 Türme

Nach dem Ur­ka­tas­ter von 1820/21 hat die Stadt­mau­er sechs Tür­me, de­ren Res­te er­hal­ten sind (Ta­fel 1, Grund­riss u. DGK; II 2 Be­fes­ti­gung; zu den 15 Tür­men im Co­dex Wel­ser vgl. II 2)

1565/66 ge­fan­ge­nen thor (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 50 fol. 239r) = 1669 ge­fan­gen thurn wel­cher un­ter der Aa­cher pfor­ten zur lin­ken seit­hen ste­het, da man zur statt hin­auß will (ebd. 211 I fol. 100v; II 6)
1669 Hert­zo­gen thurn in der Nä­he der Flur Godtberath, ge­hört zum Le­hen Aa­che­ner Pfor­te (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 211 II fol. 7r; An­der­mahr, De­skrip­ti­on, S. 90; II 3)

Topographische Karte Bergheim 1893 im Verhältnis 1 : 25 000, Zusammensetzung der Blätter 5005 Bergheim und 5006 Frechen der preußischen Kartenaufnahme 1891-1912. (Landesvermessungsamt NRW/ Nr. 2000 039)

 

2. 5 Straßen

in­tra mu­ros

1532/33 steyn wech in Berg­heim (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 47 fol. 69v) = die Haupt­stra­ße zwi­schen den bei­den Stadt­to­ren = 1811 und heu­te Haupt­stra­ße (StaB Geb. Reg. 1811; Ta­fel 1, DGK). Auf dem Ur­ka­tas­ter oh­ne Be­zeich­nung (Ta­fel 1, Grund­riss)
1696 gaß der statt mau­ren (HSTAD Jü­lich Ge­rich­te I 13 fol. 198r)
1802 und 1823 Müh­len­gas­se (G. v. Ro­den, Quel­len z. Ge­schich­te d. Kr. Berg­heim. In: An Erft u. Gil­bach 6, 1952, S. 28; HSTAD Reg. Köln 1098), zwi­schen Markt und Müh­le ge­le­gen, nach dem Bau des Klos­ters im 19. Jahr­hun­dert in Klos­ter­gas­se – heu­te Klos­ter­stra­ße – um­be­nannt (Ta­fel 1, DKG)
1833 Ka­tha­ri­nen­stra­ße (HSTAD Reg. Köln 534)

ex­tra mu­ros (vgl. auch I 1 Stra­ßen)

1374 Ber­che­mer We­ge von Ober­au­ßem nach Berg­heim (HSTAD Kor­ne­li­müns­ter 54)
1374 Her­stras­sen bei Nie­der­au­ßem (ebd.)
1395 ghe­mei­ner lants­trais­sen die wi­le (HSTAD Jü­lich 480), Be­zeich­nung der Fern­han­dels­stra­ße zwi­schen Ichen­dorf und Berg­heim, hei­ßt 1544 ge­mein lands­traiss bei Berg­heim (DJb 8, 1894, S. 249) = 1613 ge­mei­ne straß (PfaB 639) = 1669 vor der Col­ni­scher pfor­ten langs den Kent­ner wegh oder die landt­stra­ßen ei­ne ge­mei­nen stra­sen (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 211 II fol. 8v; An­der­mahr, De­skrip­ti­on, S. 91) = 1671 Gü­li­cher Land­straß (PfaB 400) 
1485 Hel­we­ge (StaK HUA 2/13936), führt nach Bro­cken­dorf
1544 ho­egen ra­edts wegh (III 1 Wei­stü­mer)
1544 Crux­weg, geht von Ge­le­ßen nach Brau­wei­ler (ebd.)
1544 Sin­tern Holtz­weg (ebd.)
1544 Laich­weg (ebd.)
1544 hin­der Quait­traitt uf den al­ten weg, führt nach Thorr (ebd.)
1544 As­pen­weg (ebd.)
1544 Pan­heu­ser weg (ebd.)
1544 Mul­len­weg (ebd.)
1590 Al­den Wegh (ebd.)
1590 Bro­cken­dor­fer­straß (ebd.)
1590 Ho­ener­pfa­ed (ebd.)
1590 straß des dorffs (Berg­hei­mer­dorf) (ebd.)
1590 gro­nen wegh (ebd.)
1607/08 Pletz­gas­se (in Berg­hei­mer­dorf, HSTAD JB II 4803 fol. 49r), auch 1809 Pletsch­gas­se (StaB Geb. Reg.), 1904 Wie­sen­stra­ße (StaB 0324)
1607/08 Hol­tor­per we­ge (HSTAD JB II 4803 fol. 57r)
1627 ge­mein straß in Berg­hei­mer­dorf (ebd. Jü­lich Ge­rich­te I 13 fol. 30r), 1671 auch ge­mei­ne straß ge­gen den Abtshoff als Be­zeich­nung für die Kirch­stra­ße in Berg­hei­mer­dorf (PfaB 304). Der Abtshof, der ur­sprüng­li­che Fron­hof Kor­ne­li­müns­ters, lag zwi­schen der Pfarr­kir­che und der jet­zi­gen Kirch­stra­ße (III 1 Grund­herr­schaft)
1632 hol­len­weg (PfaB 640)
1648 Beth­le­hem wegh (HSTAD Jü­lich Ge­rich­te I 13 fol. 71r)
1682 Clos­ter weg (PfaB 460)
1809 Auf der Leck, Am Kirch­hoff (StaB Geb. Reg. 1809)
1904 be­schlie­ßt der Ge­mein­de­rat von Berg­heim die Ein­füh­rung of­fi­zi­el­ler Stra­ßen­na­men: Haupt­stra­ße, Beis­sel­stra­ße, Kirch­stra­ße, Bed­bur­ger­stra­ße, Neu­ßer­stra­ße, Kai­ser-Wil­helm-Stra­ße, Heer­stra­ße, Beth­le­he­mer Stra­ße, Gar­ten­stra­ße, Mit­tel­stra­ße, Feld­stra­ße, Wie­sen­stra­ße, Klos­ter­stra­ße (StaB 0324)
1982 Ab­schluss der Um­wand­lung der Haupt­stra­ße in ei­ne Fu­ßgän­ger­zo­ne (StaB 4621)

2. 5 Plätze

1607/08 Marckt (HSTAD JB II 4803 fol. 49v)
1982 Fer­tig­stel­lung des Hu­bert-Rhein­feld-Plat­zes im Zen­trum der Fu­ßgän­ger­zo­ne als Ver­bin­dung zu Stadt­hal­le und Rat­haus (StaB 4621; Ta­fel 1, DGK)

2. 5 Brücken, Weiher

1565/66 drei Brü­cken er­wähnt, zwei in Berg­heim, ei­ne in Zie­ve­rich (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 50 fol. 216v). Die Brü­cken vor dem Köl­ner Tor, in­ner­halb der Stadt so­wie in Zie­ve­rich be­ste­hen aus Stein (v. Be­low, Land­tags­ak­ten II Nr. 216 = 1589; HSTAD JB III R Amt Berg­heim 53 fol. 208r; ebd. Jü­lich Ge­rich­te I 13 fol. 8v = 1618)
1565/66 acht Wei­her er­wähnt, die die Stadt­mau­ern um­ge­ben: breydt wey­er vur der Col­ner port­zen, wey­er na Thoir wardt, wey­er hin­der dem ge­fan­ge­nen thor, wey­er neist Schei­ven be­indt, wey­er ain der Ai­chen port­zen, bui­ßers­te wey­er, scheiss wey­er, wey­er ain dem rond­eill (ebd. JB III R Amt Berg­heim 50 fol. 239v–240r)

2. 5 Gebäude

1492 dynck­huyss zu Berg­hei­mer­dorf (ebd. JB I 1148 fol. 41r)
1499/1500 tol­ners huys (ebd. B 1 fol. 5v). 1503 wohnt im Haus der _al­den tol­nersch _der Kell­ner zu Au­ßem (Oe­s­he­ym) (ebd. Kor­ne­li­müns­ter 292)
1503 stuyffen aen der strais­sen als Zoll­sta­ti­on in­ner­halb von Berg­heim (ebd. Kor­ne­li­müns­ter 292)
1788 wird ein Ge­mein­de­haus im Köl­ner Tor ein­ge­rich­tet (ebd. Reg. Köln 534)
1817 un­ter­hält der Bür­ger­meis­ter ein Ge­schäfts­bü­ro im Köl­ner Tor (H. Bra­schoss, Der Alt­kreis Berg­heim im 19. Jahr­hun­dert In: Bei­trä­ge z. Ge­schich­te u. Hei­mat­kun­de d. Kr. Berg­heim, 1990, S. 6 f.)
1893 Fer­tig­stel­lung des Kreis­stän­de­hau­ses (Kreis­hau­ses) in der Haupt­stra­ße (H. Bra­schoß, Vom Land­rats­bü­ro zur Kreis­ver­wal­tung. In: JBGV 1, 1992, S. 27)
1911 Bau ei­nes Rat­hau­ses, nach­dem Bür­ger­meis­ter und Ver­wal­tung nach dem Weg­fall des Köl­ner To­res in ver­schie­de­nen Ge­bäu­den un­ter­ge­bracht wa­ren (H. An­der­mahr, Der Bau d. Berg­hei­mer Rat­hau­ses im Jahr 1911. In: JBGV 5, 1996, S. 180 f.)
1911 Fer­tig­stel­lung des Qua­dra­ther Ge­mein­de­hau­ses als Ne­ben­stel­le des Berg­hei­mer Rat­hau­ses (Das neue Rat­haus d. Stadt Berg­heim, 1996, S. 3)
1958 Ein­wei­hung des Kreis­hau­ses in der Beth­le­he­mer Stra­ße (H. Bra­schoß, Vom Land­rats­bü­ro zur Kreis­ver­wal­tung. In: JBGV 1, 1992, S. 27)
1960 Ein­wei­hung der Stadt­hal­le (StaB 2229; Ta­fel 1, DGK)
1980 Ein­wei­hung des Bür­ger­hau­ses in Ober­au­ßem (StaB HA Kul­tur­bü­ro)
1981 In­be­trieb­nah­me des Or­dens­hofes in Au­en­heim als Ver­an­stal­tungs­haus, 1983 Ein­wei­hung (Köl­ner Stadt­an­zei­ger v. 12. Ja­nu­ar 1983)
1982 Ein­wei­hung des Bür­ger­hau­ses in Qua­drath-Ichen­dorf (StaB 3164)
1993 Fer­tig­stel­lung des neu­en Kreis­hau­ses am Wil­ly-Brandt-Platz (ebd. 6414)
1994/95 Um­bau des al­ten Kreis­hau­ses in der Beth­le­he­mer Stra­ße zum neu­en Rat­haus. 1995/96 Re­no­vie­rung des al­ten Rat­hau­ses und Nut­zung bei­der Häu­ser als ge­mein­sa­mes Rat­haus (Das neue Rat­haus d. Stadt Berg­heim, 1996, S. 6)

2. 6 Rechtsdenkmäler

Ge­fäng­nis 

1494 ge­fenck­nis­se zu Berg­heim (HSTAD JB I 1148 fol. 11r)
1503 Das Ge­fäng­nis be­fin­det sich in der Aa­che­ner Pfor­te und bleibt auch nach de­ren Ver­leh­nung an Ra­bot von Plet­ten­berg und Nach­kom­men in der Ver­fü­gung des Her­zog von Jü­lich (II 3 To­re)
1565/66 ge­fan­ge­nen thor (II 4)
1811 wird im Aa­che­ner Tor (er­neut) ein Ge­fäng­nis ein­ge­rich­tet (HSTAD Reg. Köln 534)
1861 Ge­fäng­nis für den Frie­dens­ge­richts­be­zirk Berg­heim (Sta­tis­tik Kr. Berg­heim 1863, S. 75)

Richt­stät­ten 

1669 1. Die Richt­stät­te des Ge­richts Berg­heim liegt im Ding­stuhl Berg­hei­mer­dorf fur den busch die Vil­le ge­nant ne­ben der ge­mei­nen Landt­stra­ße ahm Galg­berg, ca. zwei Mus­ke­ten­schüs­se hin­ter dem siech­kot­ten bei Ichen­dorf. 2. Ein wei­te­rer Gal­gen, der je­doch nicht mehr im Ge­brauch ist, be­fin­det sich hin­ter Beth­le­hem auf der Hei­den am Weg nach Ober­au­ßem. 3. Bei der Stadt Berg­heim vor der Köl­ner Pfor­te am Ken­te­ner wegh die Sandt­kaull ge­nannt, liegt ei­ne Richt­stät­te, die in Kriegs­zei­ten na­he bey der handt und auch sonst im Ge­brauch ist. 4. In Kriegs­zei­ten fin­den Hin­rich­tun­gen in der Stadt Berg­heim beym Marckt, un­weit käx und pran­ger statt (HSTAD JB III R Amt Berg­heim 211 I fol. 98v–102v; H. Ha­b­rich, Pein- u. Hals­ge­richt vor 300 Jah­ren. In: Jahr­buch d. Krei­ses Berg­heim, 1938, S. 92 f.; H. An­der­mahr, Richt­stät­ten u. Hin­rich­tun­gen im Amt Berg­heim im Jahr 1669. In: Neue Bei­trä­ge z. Jü­li­cher Ge­schich­te 9, 1998, S. 74–100)

2. 7 Größe des umwehrten Areals

Grö­ß­te Aus­deh­nung: Nord–Süd ca. 263 m, West–Ost ca. 350 m
Flä­che: ca. 7,3 ha

Topographische Karte Bergheim 1995 im Verhältnis 1 : 25 000, Zusammensetzung der Blätter 5005 Bergheim und 5006 Frechen der Topographischen Karte 1 : 25 000. (Landesvermessungsamt NRW/ Nr. 2000 039)

 
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Andermahr, Heinz, Rheinischer Städteatlas Bergheim. Teil 2: Topographie, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-bergheim.-teil-2-topographie/DE-2086/lido/6620ea28bcae62.28737644 (abgerufen am 05.03.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 31.07.2025, zuletzt geändert am 20.08.2025

Auch über Rheinischer Städteatlas Bergheim, bearbeitet von Heinz Andermahr (Lieferung XIV, Nr. 74, 2001)