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3. 1 Grundherrschaft
Bergheim war ursprünglich Reichsgut (Corsten, Fiskus) und Anfang des 11. Jahrhunderts im Besitz der Pfalzgrafen (I 3). Das predium Bergheim gelangte (1028) durch Schenkung Hezelins, des Bruders des Pfalzgrafen Erenfried, an die Abtei Kornelimünster. Ob dabei der gesamte Fiskus Bergheim an Kornelimünster überging oder ob bereits Teile davon Fundationsgut gewesen sind, ist ungewiss (N. Kühn, Die Reichsabtei Kornelimünster im Mittelalter, 1982, S. 58). Der Bergheimer Fiskus war in Fronhofsverbänden organisiert, die einem Oberhof in Bergheimerdorf, dem sog. Abtshof, unterstanden. Über den Oberhof gebot ein villicus, der spätere Schultheiß des Abtes (III 1 Amtsträger und Bedienstete). Weitere Fronhöfe, die dem Oberhof in Bergheimerdorf unterstanden, könnten in Nieder- und Oberaußem, Glessen, Kenten, Bohlendorf und Holtrop gelegen haben (N. Kühn, Die Reichsabtei Kornelimünster im Mittelalter, 1982, S. 60 f.; Corsten, Fiskus, S. 224 f.). Der Fiskus umfasste ursprünglich die Dörfer Bergheimerdorf, Nieder- und Oberaußem, Glessen, Wiedenfeld, Holtrop, Bohlendorf, Kenten, Teile von Ichendorf, Asperschlag und Quadrath sowie die Einzelhöfe Ginsterhof, Giersberg, Neuhof, Lapprath, Fuchsenhof, Curmen, Schlenderhan, Panhausen. Die Zugehörigkeit von Folbretishoven und Auenheim ist ungewiss (Andermahr, Bergheim, S. 33–35). Kornelimünster blieb bis zur Säkularisation im Besitz der Grundherrschaft in Bergheimerdorf
1239 besaßen die Grafen von Jülich eine Burg bei Bergheim in der Erftniederung (II 1). 1243 trug Walram I. von Bergheim aus dem Jülicher Grafenhaus dem Bischof von Lüttich seine Allodialgüter zu Thorr und Giesendorf nebst drei Mühlen bei Bergheim zu Lehen auf (bona mea apud Turre, Gisindorf et tria molendina apud B, I 3). In einer Urkunde von 1240/46 ist in diesem Zusammenhang von der terra de Turre et Kente und den genannten drei Mühlen die Rede (I 3). 1286 übertrug Walram II. von Bergheim die Burg Bergheim mit der Mühle und dem Burgflecken (suburbium) dem Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg als Lehen auf (I 4). 1312 war Graf Gerhard von Jülich im Besitz von Herrschaft und Stadt Bergheim (UB Köln IV 12). 1317 wurde die Stadt Bergheim durch einen Schied zwischen dem Grafen von Jülich und dem Kölner Erzbischof ersterem zugesprochen (NrhUB III 163). 1323–35 befanden sich Stadt und Herrschaft Bergheim im Besitz von Gottfried von Jülich, Herr von Bergheim, (Andermahr, Grafen, S. 42–49). Nach seinem Tod fiel Bergheim endgültig an die Jülicher Hauptlinie zurück
1412 schenkte Herzog Reinald von Jülich-Geldern seinem Verwandten Adolf von Berg im Falle seines kinderlosen Todes Stadt, Schloss und Amt Bergheim (NrhUB IV 72). Im selben Jahr urkundete Reinald, dass seine Gemahlin Maria zur Vermehrung ihres bereits früher festgesetzten Wittums auch Stadt, Burg und Amt Bergheim erhalten solle (HSTAD Jülich 617). 1420 trafen Adolf von Berg und Johann von Heinsberg hinsichtlich des Erbes Herzog Reinalds von Jülich-Geldern folgende Vereinbarung: Bis auf Randerath, Born, Sittard und Süsteren sollten die Gebiete Reinalds von beiden gemeinsam besessen werden, und zwar zu 3/4 vom Herzog von Berg und zu 1/4 vom Herrn von Heinsberg (R. Jentjens, Reinald IV., d. zweite u. letzte Regent i. d. vereinigten Herzogtümern Geldern u. Jülich, 1913, S. 137). 1446 und 1447 besaß der Herzog von Jülich-Berg drei Teile von Stadt, Land und Herrschaft Bergheim (HSTAD JB 569 u. 633). 1468/77 fiel das Heinsberger Viertel an Jülich zurück, Bergheim wurde wieder einherrig (S. Corsten, Johann d. Streitbare u. d. „Jülicher Quart“. In: Heimatkalender d. Kreises Heinsberg 1994, S. 13–22)
3. 1 Gerichtsherrschaft
Möglicherweise erhielt Graf Wilhelm IV. von Jülich 1225 nach Erreichen der Mündigkeit die Vogtei über Bergheim von Pfalzgraf Ludwig zu Lehen (Th. R. Kraus, Jülich, Aachen u. d. Reich, 1987, S. 79 f.). 1234 verlieh Otto II., Pfalzgraf bei Rhein, Graf Wilhelm IV. von Jülich eine Anzahl pfalzgräflicher Lehen, die dieser bereits von Ottos Vater Ludwig (1214–31) erhalten hatte, darunter auch die advocatia in Bergheim (NrhUB II 193). Bei diesem pfalzgräflichen Lehen dürfte es sich um die Vogtei über die Grundherrschaft der Abtei Kornelimünster in Bergheim gehandelt haben. Die Vogteigewalt wurde vorübergehend von den Herren von Bergheim aus dem Jülicher Grafenhaus ausgeübt, blieb aber nach dem Anfall der Herrschaft Bergheim an Jülich (1335) endgültig bei der Jülicher Hauptlinie
Mit der Stadtwerdung von Bergheim (1300) hat sich wohl ein eigenes städtisches Gericht aus dem Gerichtsbezirk Bergheimerdorf herausgelöst. Im 16. Jahrhundert (1554/55) wird das Gericht bynnen der Stadt, darin gehoren als mitburger etliche underthanen zu Bercheimerdorf, Zievercken in al und Thor zum deil von dem Gericht Bercheimerdorf mit Nieder- und Oberaußem, Glessen, Ichendorf zum theil, Wiedenfeld und Bercheimerdorf zum theil und mehe andere umbliggende hove unterschieden (H. Eschbach, Die Erkundigung über d. Gerichtsverfassung im Herzogtum Jülich v. 1554 u. 1555. In: DJb 17, 1902, S. 127)
Vogtgeding
Ungebotenes vogteiliches Hochgericht des Herzogs von Jülich. Drei Gedinge im Jahr: am 2. Montag nach dem 6. Januar, am 3. Montag nach Ostern, am 2. Montag nach Johannes Baptist (24. Juni). Die Jülicher Landesherrn waren Gewaltherrn, die haben zu richten mit dem schwertt, under der erden und bouen der erden, galgen unnd radtt, klockenklanck, wildtfanck, nachfolgen, der vogell pfanck, gebott, verbott und alles was suist der hoher Obrigkeitt zustehtt (III 1 Weistümer, 1544). Die Gerichtsstätte, die 1492 erstmals erwähnt wird (II 5 Gebäude), lag 1624 vor der Pfarrkirche auf dem dreesch am dinckhauß (Erftland 9, 1928, S. 85)
Hofgeding
Neben den drei Vogt- oder Herrengedingen wurde in Bergheimerdorf das grundherrliche Hofgeding (hoff geding) abgehalten. Unter dem Vorsitz des Schultheißen urteilten die Schöffen über die Lehns-, Pacht-, Zins- und Kurmudgüter der Abtei Kornelimünster. Im 16. Jahrhundert hatten sie nach Mannrecht zu befinden. Das Hofgeding fand am selben Tag statt wie die Vogtgedinge, jedoch jeweils vor diesen
Appellationsinstanz war 1550 der Oberhof in Aachen (W. Schwabe, Der Aachener Oberhof. In: ZAGV 48/49, 1926/27, S. 73). Bereits 1312 gingen die Bergheimerer Schöffen die Aachener Schöffen und den dortigen Richter um eine Rechtsentscheidung an und fällten aufgrund des Aachener Urteils 1313 ihren Spruch (H. Wasserschleben, Deutsche Rechtsquellen d. Mittelalters, 1892, Nr. 2; RRA II 113, 128)
Schöffengericht Bergheimerdorf
1265 Januar 21 iudex, sechs namentlich genannte scabini in Bergheim (HSTAD Kamp 149)
1265 sechs _scabini _in Bergheim (I 4), desgl. 1313 (Wasserschleben, Nr. 2)
1297 in presentia scabinorum et aliorum plurium fidelignorum parrochianorum in Bergheim (L. Korth, Urkunden des 13. und 13. Jahrhunderts. In: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte u. Kunst, Ergänzungsheft III, 1886, S. 268 f.)
1538 scheffen zu Berchemerdorff, herlicheit und gerichtzwang zu Oberaussem und Berchemerdorff (HSTAD Kornelimünster 181)
1544 Scheffen des Gerichts Berchemerdorf (III 1 Weistümer)
Schöffengericht Stadt Bergheimer, Stadtgericht
1325 führen die Schöffen des Stadtgerichts ein eigenes Siegel (III 5 Siegel)
1367 sieben Schöffen von Bergheim namentlich genannt (HSTAD Archiv v.d. Bongart Paffendorf 39)
1669 Und hatt die vogtey Weßeling ihre appellation nacher Bergheim sonsten keine gerichter mehr, vom stattgericht gehet die appellation auff Gülich, die criminalia aber welche im gantzen ambt vorfallen, werden gleichfals vor dem gericht Bergheim vorgenohmen (ebd. JB III R Amt Bergheim 211 II fol. 1c; Andermahr, Deskription, S. 86)
Oberaußemer Mannkammer
Die Abtei Kornelimünster errichtete spätestens im 15. Jahrhundert in Oberaußem für den dortigen Fronhof ein eigenes Hofgeding, das am Sonntag nach St. Martin stattfand. Am gleichen Tag und Ort trat auch die sog. Mannkammer zusammen. Sämtliche Manngüter von Bergheimerdorf und Oberaußem waren in diese Mannkammer gerichtspflichtig (Erftland 7, 1930, S. 49–53). Die Angehörigen der Mannkammer trugen vom Grundherrn ein Gut zu Lehen, das sie zur Heeresfolge oder zu Abgaben verpflichtete. Die Mannen des Lehnshofes entschieden in lehnsrechtlichen Fragen und wurden zur ersten Berufungsinstanz des Hofesgerichtes Bergheimer. Von dort ging der Instanzenweg nach Kornelimünster
Holzgeding
1196 bestand ein Holzgeding in der Ville, dem sieben Personen angehörten: vier der familia der Abtei Brauweiler und drei der familia der Abtei Kornelimünster (Lac Arch VI, S. 53). 1259 wurde der Villewald zwischen Kornelimünster und Brauweiler geteilt, und Walram I. von Bergheim verzichtete auf seine Rechte an dem Brauweiler zugefallenen Teil der Waldungen (E. Wisplinghoff, Die Benediktinerabtei Brauweiler, 1992, S. 182). Noch 1569 wurde ein Holzgeding angemahnt, um die Brüchten festzusetzen, von denen je 1/3 dem Herzog und dem Abt von Kornelimünster gebührte und 1/3 für Kosten vorgesehen war
Friedens-/Amtsgericht
1798 Einrichtung eines Friedensgerichts in Bergheim für den Kanton Bergheim (M. Erkens, Die französische Friedensgerichtsbarkeit 1789–1814 unter besonderer Berücksichtigung d. vier rhein. Departements, 1994, S. 194)
1821 Nach Aufhebung der bisherigen Gerichte wird Bergheim erneut Sitz eines Friedensgerichts, das zum Gerichtsbezirk des 1820 eingerichteten Landgerichts Köln gehört (Bär, Behördenverfassung, S. 406; F. A. Lottner <Hg.>, Sammlung d. Provinzial- u. Partikulargesetze d. f. d. Kgl. Preuß. Rheinprovinzen seit d. Jahre 1813 ... ergangenen Gesetze II, 1834, S. 136–152)
1879 wird in Bergheim anstelle des Friedensgerichts ein Amtsgericht eingerichtet, das zum Landgerichtsbezirk Köln gehört (Bär, Behördenverfassung, S. 437; Preuß. Gesetzsammlung 1879, Nr. 30, S. 559). Übergabe des von der Gemeinde neu errichteten Amtsgerichtsgebäudes an die Justizverwaltung (StaB 0323)
3. 1 Weistümer
1538 Weistum des Gerichts Bergheimerdorf, unter Erwähnung der (nicht überlieferten) Weistümer des Gerichts von 1442 und 1462 (HSTAD Kornelimünster 181)
1544 Weistum des Gerichts und der Herrlichkeit Bergheimerdorf (Lac Arch VII, S. 15–19)
1545 Weistum der Schöffen des Gerichts Bergheimerdorf (HSTAD Brauweiler 158)
1554/55 Erkundigung über die Hofesgerichte und Latbänke im Fürstentum Jülich (bezieht sich auf Bergheimerdorf; Lac Arch III, S. 312 f.)
1569 Vereinbarung zwischen dem Herzog von Jülich und dem Abt von Kornelimünster über die Gerichtsbarkeit in Bergheimerdorf (HSTAD Kornelimünster 200; unvollständige Kopiale Überlieferung aus dem 18. Jahrhundert, PfaB 265, fol. 128r–129r)
1590 Umgangh der statt Bergheim und angehöriger burgschafft 1590 (Erftland 1, 1924, S. 8; H. Andermahr (Hrsg.), Eine Beschreibung d. Umfanges d. Bergheimer Stadtgebiets aus d. Jahr 1590. In: JBGV 1, 1992, S. 30 f.)
1714 Oberaußemer Vrohn (Erftland 7, 1930, S. 51–53); J. Dürbaum, Heimatkunde d. Gemeinde Oberaußem, 1912, S. 16 f.)
3. 1 Amtsträger und Bedienstete
1196 uillicus (Lac Arch VI, S. 417), 1265 sculthetus (ZAGV 3, 1881, S. 234 f.)
1196 forestarius (Lac Arch VI, S. 417) 1246 dapifer, notarius (NrhUB II 299; REK III 1245)
1249 ministeriales und milites (Walrams I. von B, HSTAD Kamp 105)
1260 capellanus (UB Altenberg I 229)
1263 drutssere, scriuere (UB Köln II 450)
Vor 1265 pincerna (HSTAD Neuss Gnadental RuH 1 fol. 36r)
1265 dapifer Walrams von Jülich et iudex in Bergheim (ZAGV 3, 1881, S. 234 f.)
1293 camerarius (HSTAD Brauweiler 33)
1295 castrensis (L. Korth, Das Gräflich v. Mirbachsche Archiv zu Harff. In: AHVN 55, 1892, S. 23 f.). Burgmannen auch 1342 (castellanus noster – der Graf von Jülich – quod dicitur burgman, HSTAD Brauweiler 45), 1394 und 1412 erwähnt (P. N. v. Doorninck, Acten betreffende Gelre en Zutphen II, 1901, S. 196, III, 1901, S. 196; HSTAD Jülich 617, 624, 626–630)
1311 Johannes marzaltus dictus de Zeverich, wohl der Marschall des Herrn von Bergheim (StaK Klara 3/6)
1318 advocatus (HSTAD Kamp 353), 1369 auch Vogt (voyde) genannt (UB Gereon 448)
1356 amptman (UB Düren I 107), aus dem dapifer hervorgegangen (Andermahr, S. 105)
1397 Tolner (W. Crecelius, Die Herren v. Hardenberg. In: ZBGV 8, 1872, S. 227 f.), in Bergheim identisch mit dem Kellner. 1430 als rentmeister und kelner bezeichnet (HSTAD JB I 1290 fol. 4r), 1438 als zolner ind kelner (ebd. JB 305)
(1433) amptlude ind boden (ebd. JB I 1147 fol. 12r–13v)
1441 durward (Torwächter) (ebd. JB I 71 fol. 60r)
1447 underamptlude, tollner, vaygde, schultissen, boiden ind ander knechte, unse amptlude, yere knecht ind gesynde (ebd. JB 633)
1500/01 vischmeister, landboed, tollner und kellner, schreyffer (des Amtes Bergheim), forsteren (ebd. JB III R Amt Bergheim 47 fol. 9v, 15r), auch in den folgenden Rechnungen erwähnt
1504/05 schrever vamme tolhuys, scharprichter (ebd. Bergheim 1 fol. 41r, 46r)
1532/33 eben den 1500/01 genannten Bediensteten der Wildförster auf der Ville (wiltfurster up der felle) und der weyer knecht erwähnt; eine Zuwendung erhält ferner der Pförtner (portzener) an der Aachener Pforte in Bergheim (ebd. Bergheim 47 fol. 71v; II 3), auch in den folgenden Rechnungen erwähnt
1545/46 zwei Pförtner (ebd. Bergheim 48 fol. 6r)
1555/56 axciesmeister (v. Below, Landtagsakten II, S. 198). Nicht eindeutig zu klären ist, ob er landesherrlicher Amtsträger oder im Auftrag der Bürger handelt
3. 2 Markt
(1500) will sich der Herzog von Jülich uff de dry mart dage, de up de hillige daege gehalden werden, ind ouch mit der kirchen bedencken; außerdem stellt er in Aussicht, eynen mart dach in der wechen [zu] freyen (III 3)
1543/44 Termine der drei eintägigen Jahrmärkte bezeugt: Bartholomäus (24. August), Hubertus (3. November) und Halbfasten. In dem Jahr findet jedoch nur der Markt am Montag vor Halbfasten statt. Da die Stadt verbrant und die Bürger verzogen sind, sodass es zurzeit kein Regiment gibt, erhebt der Kellner des Amtes Bergheim namens des Herzogs von Jülich 23 Mark Akzise und Standgeld (HSTAD JB III R Amt Bergheim 47 fol. 230v, 268r, 231r)
1554 Bergheimer mart (G. Bers, Die Rechnung d. Zolls in d. Stadt Jülich, 1983, S. 71)
1606 Supplik der Stadt an den Landesherrn wegen eines vierten Jahrmarktprivilegs (III 3)
1660 Nach dem Lagerbuch sind die Standgelder an den Markttagen verpachtet (HSTAD JB III R Amt Bergheim 209 fol. 4v; s. auch folgender Beleg)
1669 Jahrmarkt auf Sonntag vor Johannes Baptist (24. Juni), der außerhalb der Stadt auff der Bethlehemer seyden abgehalten wird; die Akzise und Standgelder der drei Markttage der Stadt und der zugehörigen Dörfer Thorr, Zieverich und Bergheimerdorf sind für 35 ½ Goldgulden verpachtet (ebd. Bergheim 211 I fol. 10r; Andermahr, Deskription, S. 92; III 2 Akzise)
1801 drei eintägige Jahrmärkte (8. März, 24. August, 3. November) für Eisen- und Kurzwaren sowie Hornvieh (HSTAD Dep. Moers II F 6), Termine auch 1804 (ebd. Roer Dep. 2597)
1807/08 vier eintägige Jahrmärkte (3. Montag im Fasten, Sonntag vor Johannes Baptist, Bartholomäus, Hubertus) für Kramwaren, Spezerei- und Kolonialwaren (ebd.; Annuaire du Dep. de la Roer 1810, S. 139)
1809 drei Krammärkte: 24. August, Hubertustag (3. November), 3. Sonntag in der Fastenzeit (Andermahr, Statistik, S. 51)
(1845) drei Krammärkte (RhVjbl 35, 1971, S. 294)
1852 Viehmarkt am 24. August (LHAK 403/11630)
1861 drei eintägige Jahrmärkte (Statistik Kr. Bergheim 1863, S. 60)
1876 Viehmärkte jeweils am 1. Donnerstag im März, Juni, September und November, vorläufig auf drei Jahre genehmigt. Vorverlegung des Termins um einen Tag bei Kollision mit christlichen oder jüdischen Feiertagen. 1877 Vorverlegung auf jeweils 1. Dienstag. 1879 endgültige Konzessionierung (LHAK 403/11631)
1884 Jahrmarkttermine: Viehmärkte am 4. März, 4. Juni, 2. September, 4 November; Krammärkte am 17. März, 25. August, 3. November (Rhein. Provinzial-Handbuch I, 1884, S. 284)
1906 Da folgende Märkte seit Jahren nicht mehr abgehalten werden, beschließt der Gemeinderat ihre Aufhebung: Viehmärkte am jeweils 1. Dienstag im März, Juni, September und November; Krammärkte: Dienstag nach Oculi (3. Fastensonntag), Bartholomäus-Markt (24. August) (StaB 0324)
1925 Einführung eines Viehmarktes am 1. Dienstag im November, ab 1927 zusammen mit dem Hubertusmarkt abgehalten (ebd. 0326 S. 206, 455)
1932 Einführung von zwei Wochenmärkten dienstags und samstags (ebd. 0327 S. 206, 312)
1936 Einführung eines Viehmarktes am 1. Donnerstag eines jeden Monats (ebd. S. 356)
2000 Wochenmärkte in Bergheim dienstags und samstags, in Quadrath-Ichendorf freitags, in Oberaußem mittwochs (I. Angenendt/H. Andermahr, Marktrecht u. Märkte in Bergheim v. Mittelalter b. in d. Gegenwart. In: JBGV 8, 1999, S. 3–17)
3. 2 Zoll, Wegegeld
1375 schließen das Erzstift Köln, die Städte Köln und Aachen sowie die Herzog von Jülich und Limburg einen Landfrieden, zu dessen Kostenbestreitung neue Zölle eingeführt werden sollen, u. a. an der Zollstelle Bergheim (UB Köln V 87)
1394 tol ende ut tynse tot Bergheim (P. N. v. Doorninck, Acten betreffende Gelre en Zutphen II, 1901, S. 196)
1397 Tolle tot Bergheim (W. Crecelius, Die Herren v. Hardenberg. In: ZBGV 8, 1872, S. 227)
1398/99 Die Hauptzollstelle des Amtes Bergheim liegt in der Stadt Bergheim, davon abhängige Nebenstellen liegen in Stommeln, Geyen und Dormagen. In den Nebenstellen fungieren Unterzöllner, die dem Bergheimer Zöllner unterstehen. In diesem Jahr bedeutendster Zoll im Herzogtum Jülich (W. Herborn/K. Mattheier, Die älteste Rechnung d. Herzogtums Jülich, 1981, S. 8, 39)
1503 Die Zollstelle liegt innerhalb der Stadt (in das alden tollenersch huyss ... in der stuyffen aen der straissen); ein tolnershuys bereits 1499/1500 erwähnt (II 5 Gebäude)
1527 bewilligt Herzog Johann von Jülich-Berg der Stadt zum Ausbau ihrer Befestigung die Akzise in den Dörfern Thorr und Zieverich, Teilen von Bergheimerdorf sowie das Bergheimer Stadt- und Wegegeld (wege geltz) (III 3)
1539 Bei der Huldiung Bergheim unter den jülichschen Städten genannt; pauschale Bestätigung der Privilegien von Ritterschaft und Städten (HSTAD JB II 2378 fol. 2)
1589 werden der Stadt Bergheim auf zehn Jahre Akzise, Stadt- und Wegegeld bewilligt (III 3)
3. 2 Münze
Nach der Eingliederung der Herrschaft Bergheim in das Territorium Jülich (1335) wurde in Bergheim eine der vier Jülichschen Münzstätten errichtet. Der Beginn der Münztätigkeit wird (1360) anzusetzen sein (A. Noss, Die Münzen v. Jülich, Mörs u. Alpen, 1927, S. 38; H. Schrön, Die Gepräge d. Bergheimer Münze – Jülichsche Münzen aus Bergheim. In: JBGV 5, 1996, S. 54-72). Bergheim wurde vermutlich Münzstätte wegen der Lage an der Fernhandelsstraße und der Funktion als Zollstätte, wo Geld gewechselt werden musste. Geprägt wurden Doppelschillinge, Sterlinge, Turnosen, Herzogsgroschen, Kronengroschen, Sterngroschen, Löwengroschen, Schillinge, Pfennige, Gulden, Weißpfennige, Halbe Weißpfennige und Heller. 1423 wurde Bergheim als Münzstätte aufgegeben. Die noch im 19. Jahrhundert bekannte Flurbezeichnung Die alte Münze wird den Ort der Prägestelle an der Stadtmauer im Bereich der Burg angeben (Kunstdenkmäler, S. 37; vgl. Tafel 1, Grundriss)
3. 2 Bede, Schatz
1398/99 meyschetincgen indem ampte van Bergheim herftschettingen utden ampte van Bergheim (W. Herborn/K. Mattheier, Die älteste Rechnung d. Herzogtums Jülich, 1981, S. 34-36)
1412 beden ind schetzongen unss dorps ind Kirspels zu Bergheim (A. Fahne, Codex diplomaticus Salmo-Reifferscheidanus, 1858, Nr. 302)
1433 Die jährliche Maischatzung in der Stadt Bergheim und den zugehörigen Dörfern Thorr und Zieverich beträgt 180 Mark, die Herbstschatzung 433 Mark 4 Schilling (III 3; III 2 Akzise)
1447 bede und schetzinge ... stat Bergheim, Severken, Dorre 314,5 oeverl. g. (G. v. Below, Aktenstücke über d. Steuer im Herzogtum Jülich v. Jahre 1447. In: ZBGV 24, 1888, S. 40)
1669 Der Maischatz in Höhe von 180 Mark wird von den Außenbürgern in Thorr, Zieverich und Teilen Bergheimerdorfs bestritten, nicht mehr von den Einwohnern innerhalb der Stadtmauern. Der Herbstschatz entfällt zugunsten einer gleichhohen Abgabe aus der städtischen Akzise (HSTAD JB III R Amt Bergheim 1ff, bes. Nr. 2, S. 75v; Andermahr, Deskription, S. 87)
3. 2 Akzise
1398/99 erhält der Herzog von Jülich in der Stadt Bergheim 118 Mark aus der Hälfte der Akzise, die andere Hälfte erhält die Stadt (W. Herborn/K. Mattheier, Die älteste Rechnung d. Herzogtums Jülich, 1981, S. 37)
1402 überlässt Herzog Reinald von Jülich-Geldern der Stadt Bergheim auf vier Jahre Grut und Akzise (gruyss ind assyse) (III 3)
1433 erlaubt Herzog Adolf der Stadt Bergheim, die Akzise auf Wein sowie sonstige Waren (veil sachen) zum Zwecke der Ausbesserung der Befestigung der Stadt zu erhöhen. Akzise und Schatz des Herzog sollen jedoch unangetastet bleiben (III 3; II 2 Siedlungsentwicklung und Befestigung)
1437 bestätigt Herzog Gerhard von Jülich-Berg vorgenanntes Privileg (III 3)
1492 bitten Bürgermeister, Schöffen und Rat der Stadt Bergheim den Herzog von Jülich-Berg, ihnen die Akzise in den Dörfern des Amtes Bergheim zu gewähren (III 3)
1527 erhält Bergheim die Akzise in den Dörfern Thorr, Zieverich und eines Teiles von Bergheimerdorf (III 3)
1571 axcies van win, beir und broit, dat veilen kouf verbruicht wart binnen Bergheim (v. Below, Landtagsakten II, S. 197 f.)
1589 Akzise, Stadt- und Wegegeld werden der Stadt Bergheim vom Herzog von Jülich auf zehn Jahre zum Zwecke der Befestigung der Stadt bewilligt (III 3; II 2 Siedlungsentwicklung und Befestigung)
1660 Die Akzise- und Standgelder der drei Markttage der Stadt und der zugehörigen Dörfer Thorr, Zieverich und Bergheimerdorf sind verpachtet, nach der Deskription von 1669 für 35 ½ Goldgulden (III 2 Markt)
3. 3 Stadtrechtsverleihung, Privilegierungen
Eine Stadterhebungsurkunde ist für Bergheim nicht überliefert. 1286 wird Bergheim als castrum ... cum molendino ibidem et suburbio bezeichnet, 1312 als oppidum, 1317 als stat (I 4). Bergheim hat die Stadtrechte wohl dem Edelherrn Walram II. von Bergheim zu verdanken, sodass die Stadterhebung in die Zeit zwischen 1286 und 1312, am ehesten (1300) erfolgt sein wird (vgl. Andermahr, Stadtrechte)
1402 überlässt Herzog Reinald von Jülich-Geldern der Stadt Bergheim auf vier Jahre Grut und Akzise (gruyss ind assyse) (Andermahr, Verfassung, S. 138 f., unvollständiger Druck: P. N. v. Doorninck, Acten betreffende Gelre en Zutphen III, 1901, S. 110 f.; III 2 Akzise)
1433 erlaubt Herzog Adolf von Jülich-Berg der Stadt Bergheim, die Akzise auf Wein und sonstige Waren (veil sachen) zum Zwecke der Ausbesserung der Befestigung zu erhöhen. Weitere Erhöhungen bedürfen der Zustimmung der herzoglichen Räte. Der Anteil des Herzogs an der Akzise sowie Schatz sollen unangetastet bleiben (Andermahr, Verfassung, S. 139–141; unvollständiger Druck: G. von Below, Urkunden u. Akten z. Geschichte d. Steuern in Jülich u. Berg. In: ZBGV 29, 1893, S. 9 Nr. 6; III 2 Akzise; III 2 Schatz; II 2 Siedlungsentwicklung und Befestigung)
1437 bestätigt Herzog Gerhard von Jülich-Berg das vorgenannte Privileg (Andermahr, Verfassung, S. 141 f.; III 2 Akzise)
1492 April 8 bittet die Stadt Bergheim den Herzog von Jülich-Berg um die Gewährung der Akzise in den Dörfern des Amtes Bergheim, weil sie in den letzten Jahren durch die Kriege im Stift Lüttich, in Flandern und anderswo zurückgegangen sei und die groesse uysgulde, unlast ind noitbouw nicht länger tragen könne (Andermahr, Verfassung, S. 142 f.; unvollständiger Druck: G. v. Below, Zur Geschichte d. Städte in Jülich u. Berg. In: ZBGV 23, 1887, S. 200 Nr. 5; eine weitere Supplik vom 25. April: HSTAD JB I 1012 fol. 6r; eine mit der vom 8. April gleichlautende Supplik wohl ebenfalls von 1492 ebd. fol. 4r; vgl. III 2 Akzise)
(1500) stellt der Herzog von Jülich der Stadt Bergheim die Gewährung eines Wochenmarktes sowie 100 Gulden für den Erhalt der Befestigung in Aussicht (HSTAD JB I 1012 fol. 15r; II 2 Siedlungsentwicklung und Befestigung; III 2 Markt)
1527 erhält die Stadt Bergheim von Herzog Johann von Jülich-Berg und Herzogin Maria zum Ausbau ihrer Befestigung die Akzise in den Dörfern Thorr, Zieverich und in einem Teil von Bergheimerdorf sowie das Bergheimer Stand- und Wegegeld (HSTAD Hs A I 3 fol. 156r–157v; III 2 Akzise; III 2 Zoll/Wegegeld; II 2 Siedlungsentwicklung und Befestigung) 1555/56 axciesmeister genannt (III 1 Amtsträger und Bedienstete)
1589 werden der Stadt Bergheim vom Herzog von Jülich auf zehn Jahre Akzise, Stadt- und Wegegeld zum Zweck der Befestigung bewilligt (HSTAD JB III R Amt Bergheim 56 fol. 15r; III 2 Akzise; III 2 Zoll, Wegegeld; II 2 Siedlungsentwicklung und Befestigung)
1606 Supplik der Stadt an den Landesherrn wegen eines vierten Jahrmarktes (HSTAD JB II 143; III 2 Markt)
1798 Verlust des Stadtrechts
1898 Bergheim erhält die Genehmigung, im Siegel sowie auf den Ortsschildern die Bezeichnung Stadt zu führen (Arch d. Erftkreises, Bergheimer Zeitung Nr. 5 v. 15. Januar 1898)
1941 Die Gemeinde Bergheim erhält vom Regierungspräsidenten Köln die Genehmigung, die Bezeichnung Stadt zu führen (Sta Kerpen A Wappen)
3. 4 Außenbürger
1669 außer burgerschafft als Bezeichnung für die Bürger, welche zwar zur Stadt rechnen, aber in Zieverich, Thorr und Bergheimerdorf wohnen (HSTAD JB III R Amt Bergheim 211 I fol. 4v, 14r, 15r, 16v; Andermahr, Deskription, S. 88)
3. 4 Stadtgericht
Stadtgericht: Bergheim (Stadt), Zieverich, ein Teil von Thorr und einige Häuser von Bergheimerdorf (bis zur Wiesenstraße) (III 1 Gerichtsherrschaft)
3. 5 Siegel
1313 siegelt Graf Gerhard von Jülich auf Bitten der Schöffen von Bergheim, die kein eigenes Siegel besitzen (StaK Klara 2/12; RRA II 128)
1325 führen die Schöffen von Bergheim ein eigenes Siegel (StaK Cäcilia 1/53)
1. Schöffensiegel
Bild: Der Mauergürtel einer Stadt mit zwei Toren und zwei Türmen. In der Mitte des Mauerringes der Schild von Jülich
Umschrift: + SIGILLVM · SCABINORVM · DE · BERCHHEYM (Rhein. Siegel III Tafel 46 Nr. 1 = 1361). Das Siegel findet sich bruchstückhaft bereits an einer Urkunde von 1325 (StaK Cäcilia 1/53)
2. Schöffensiegel
Bild: Im Wesentlichen wie das ältere Siegel; seitlich des Jülicher Wappenschildes die Buchstaben B
Umschrift: + SIGILL · DER · SCHEFFEN · ZO · BERGHEM · 1542 (Rhein. Siegel III Tafel 46 Nr. 2 = 1553)
3. Schöffensiegel
Bild: Zinnengekröntes Tor mit fünf Fenstern und einer Durchfahrt, über welcher ein Wappenschild mit dem jülichschen Löwen schwebt
Umschrift: Sigillum berchemense reno[vatum] 1674 (H. Andermahr, Die Bergheimer Siegel bis 1900. In: JBGV 3, 1994, S. 30–35)
4. Schöffensiegel Bergheimerdorf
Bild: Über zwei gekreuzten Stäben die Büste einer Bischofsfigur
Umschrift: Siegel · DER · SCheffen · Van · ...OISSEN · GLES
In der Umschrift wird Bergheimerdorf nicht genannt, dafür die Orte Nieder-/Oberaußem und Glessen
(Rhein. Siegel III Tafel 46 Nr. 3 = 1461)
3. 5 Wappen
1961 Verleihung von Wappen und Siegel an die Stadt Bergheim (Amtsbl. Reg. Köln 1961, Nr. 15; H. Schrön, Neuzeitl. Wappen u. Siegel in Bergheim. In: JBGV 3, 1994, S. 36–41)
1976 genehmigt der Regierungspräsident Köln die Weiterführung des Wappens für die neue Stadt Bergheim: In Blau eine gezinnte silberne Ringmauer mit je einem Zinnenturm an den Flanken und einem Tor oben und unten, darin ein goldener Schild mit einem rot gezungten und einem rot bewehrten schwarzen Löwen (R. Nagel, Rhein. Wappenbuch, 1986, S. 150)
3. 6 Gemeinde, Bürgermeister und Rat
1390 gemeyne stat ind burger (I 5)
1402 burgermeistere, schefferen ind gemeynen burgeren (P. N. v. Doorninck, Acten betreffende Gelre en Zutphen III, 1901, S. 110)
1412 amptmane zu Bergheim ind vort unsen mannen ind burchmanen, burgmeisten, schoul(t)essen, scheffen, burgen ind undersessen gemeynlich, dienstluden (HSTAD Jülich 617)
1433 burgemeister, scheffen ind raet ind de burger gemeynlich (III 3; I 15)
1447 scheffen ind die gantze gemeyne van Bergheim (HSTAD Jülich 633)
1603 burgerschaft (Erftland 1, 1927, S. 8)
1605 burgermeistere, scheffen, geschworen üben das Kollationsrecht der Kapelle aus (Erftland 2, 1927, S. 9)
3. 7 Bruderschaften
1550 und 1560 zwei Bruderschaften genannt: Sebastianus und Liebfrauen (Redlich II 1, S. 24–26)
1656 Sebastianus-Schützen-Bruderschaft (HAEK Dec. Berch. Gen. 6), erhält 1744 eine Satzung (Erftland 5, 1929, S. 33–37)
3. 8 Wehrwesen
Zur Sebastianus-Schützen-Bruderschaft s. III 7
1669 Neben den Bürgern der Stadt sind die Außenbürger in Thorr und Zieverich zum Wachdienst in der Stadt verpflichtet (HSTAD JB III R Amt Bergheim 211 II fol. 16r, 20r)
1782 wird in Bergheim ein Quartier der Jülicher Landdragoner (Polizei) eingerichtet (A. Reiche, Vom bewaffneten Hausmann zum Polizisten, 1997, S. 106)
3. 9 Stellung im Territorium
1028 wird Bergheimerdorf als pfalzgräflicher Besitz erwähnt (zuvor wohl Reichsgut) (I 3; III 1 Grundherrschaft)
13. Jahrhundert bis 1335 Burg bzw. Stadt Bergheim als Mittelpunkt der Herrschaft Bergheim, Sekundogenitur des Jülicher Grafenhauses (III 1 Grundherrschaft)
1335 Amt Bergheim im Herzogtum Jülich (v. Doorninck/v. Veen, Acten betr. Gelre en Zutphen 1107–1415, S. 357)
1388 des herzigen geleide van Gulge bi Bergheim (Die Chroniken d. dt. Städte, Bd. 13, 1876, S. 77) = Geleithoheit des Herzog von Jülich
1394 die vogtye von Bergheim mit der herlickeide und geleyde zuschen Collen und Bergheim und zuschen Berchgem und Aychen darzu gehorende (NrhUB III 997). Die Begleitmannschaft, die in Bergheim zusammengestellt wird, kann den Amtmann, Schöffen, Amtleute und Schützen umfassen (H. Andermahr, Die Geleithoheit d. Herzöge v. Jülich auf d. Handelsstraße Köln-Bergheim-Jülich-Aachen. In: Neue Beitr. z. Jülicher Geschichte III 2, 1992, S. 104–106)
(1400) geleyde ... zo Bergheim in unse stat ind slos (StaK Undat. Briefeingänge 549)
1441 schutzen des Amtes Bergheim, 1442 schutzen gewapent und gewapende von Bergheim (HSTAD JB I 1147a fol. 35r, 10r)
1798 Mairie Bergheim, Kanton Bergheim, Arrondissement Köln, Roerdepartement
1816 Bürgermeisterei Bergheim mit Bergheim, Bergheimerdorf, Ichendorf, Kenten, Wiedenfeld, Zieverich, Quadrath, Bethlehem, Bohlendorf, Ginsterhof, Montagsend, Pliesmühle und Schlenderhan. Bergheim und Bergheimerdorf bilden die Spezialgemeinde Bergheim-Bergheimerdorf innerhalb der Bürgermeisterei
1816 Kreis Bergheim, Regierungsbezirk Köln
1975 Erftkreis. Zur kommunalen Neugliederung vgl. auch I 7
1997 Große kreisangehörige Stadt
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Andermahr, Heinz, Rheinischer Städteatlas Bergheim. Teil 3: Herrschaft und Gemeinde, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-bergheim.-teil-3-herrschaft-und-gemeinde/DE-2086/lido/6620eae32c5391.78823350 (abgerufen am 05.03.2026)
Veröffentlicht am 31.07.2025, zuletzt geändert am 20.08.2025