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4. 1 Erste Erwähnung der Kirche bzw. des Geistlichen
Bergheim gehörte ursprünglich zur Pfarre Bergheimerdorf, auf die sich die folgenden Belege beziehen
(1145/46) presbiter ecclesie (I 3)
Vor 1149 pastor ecclesie (I 3)
(1158–76) parochia, pastor ecclesie (I 3)
[1180] ecclesia (I 3)
1257 ecclesia parochialis (NrhUB II 439)
1265 Januar 17 plebanus, pastor eccl[esia]e (HSTAD Kamp 147)
(1285) pastorie quam vicarie ecclesie de Bergheim in decanatu ipsius (ebd. Kornelimünster 32)
(1308) p[astor], vic[arius] (Liber Valoris)
Geschichte des Kirchenbaus
Die Kirche stammt dem Baubefund nach aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, hatte aber wohl einen Vorgängerbau. Die Weihe erfolgte 1175 durch den Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg (REK II 1040). Das Langhaus wurde im 15. Jahrhundert anstelle eines kleineren neu errichtet, der Westturm nach Einsturz des älteren Vorgängerbaus 1758. 1760–70 Restaurierungsarbeiten. 1863–67 gründliche Instandsetzung. 1873 Verlängerung der Seitenschiffe und Anfügung einer Gnadenkapelle am Nordschiff. 1928 Anbau einer neuen Sakristei an der Nordseite des Chores. Nach leichten Kriegsschäden innere Instandsetzung 1948–53. 1966–71 wegen Senkungen des Baugrundes infolge des Braunkohlentagebaues Schließung der Kirche. Nach Sanierungsmaßnahmen 1971 Wiedereröffnung (A. Ohm/A. Verbeek, Kreis Bergheim I, 1970, S. 52; Kubach/Verbeek, S. 87 f.; M. Weber, Kath. Pfarrkirche St. Remigius u. St.-Georgs-Kapelle in Bergheim an d. Erft, 1983, S. 4). 1989 Beginn einer Grundsanierung und neuen Fundamentierung, 1994 Wiedereröffnung (Festschrift zum Wiedereinzug in d. Bergheimer Pfarrkirche St. Remigius, 1994)
4. 2 Patrozinium/Hochaltar
1582 Remigius (Redlich II 1, S. 26)
1624 Remigius und Cornelius (Füssenich, Blätter, S. 53), auch 1656 und 1676 (HAEK Dec. Berch. Gen. 6; Binterim/Mooren 2II, S. 157)
4. 2 Nebenaltäre, Vikarien
1550 und 1560 drei Vikarien (Altäre): Sebastianus, Katharina und Jakob, Maria (die beiden letzteren 1550 nicht namentlich bezeichnet) (Redlich II 1, S. 24 f.)
1579 drei Vikarien (Altäre), die mit Einnahmen versehen sind: Sebastianus, Katharina, Maria (HSTAD JB II 4802 fol. 19r/v)
1582 daneben ein Trinitatisaltar genannt (Redlich II 1, S. 26 Anm. a)
1656 vier Altäre: Jakob, Maria, Hl. Kreuz, ferner ein Sebastianus, Antonius, Katharina und Christophorus geweihter Altar (HAEK Dec. Berch. Gen. 6); 1676 Sebastianus-Altar genannt, der Katharinenaltar ist der Kapelle inkorporiert (Binterim/Mooren 2II, S. 157; IV 4)
4. 2 Kirmes- bzw. Kirchweihtermine
16. Jahrhundert Kirmes zu Bethlehem auf Johannes (Zander, S. 44)
4. 3 Patronats- und Zehntherr
Vor 1089 überträgt Erzbischof Sigewin von Köln der Abtei Kornelimünster den Zehnten (decimas) in Bergheim (I 3)
1251 Abt Wilhelm von Kornelimünster überträgt seinem Konvent das Patronat der Kirche in Bergheim (NrhUB II 368; REK III 1630)
1257 bestätigt der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden die Übertragung und bestimmt, dass die Kirche von einem Weltgeistlichen besetzt wird, der dort residenzpflichtig sein und von den Einkünften so viel erhalten soll, wie zu seinem Unterhalt nötig ist (NrhUB II 439; REK III 1954)
1266 erteilt der Vertreter des Kölner Dompropstes und Archidiakons die Zustimmung bezüglich der Übertragung der Bergheimer Kirche (H. Cardauns, Rhein. Urkunden d. 13. Jahrhundert In: AHVN 38, 1882, S. 26, Nr. 35). 1269 Zustimmung des Propstes des Kölner Gereonstiftes sowie von Domdekan und Domkapitel (HAEK Urk 13, 14)
1284 erteilt der Propst von St. Gereon den Auftrag, die Einkünfte der Pfarre zu schätzen und festzusetzen, wieviel davon dem residierenden Weltgeistlichen und wieviel dem Kloster zukommen soll (A. Tille, Übersicht über d. Inhalt d. kleineren Archive d. Rheinprovinz I, 1899, S. 82, Kopiale Überlieferung im PfaB vermisst)
1285 Der große Zehnt von 30 Malter Roggen und 30 Malter Hafer sowie der kleine Zehnt zu Niederaußem werden von dem Beauftragten des Propstes von St. Gereon dem Konvent von Kornelimünster zugesprochen, sonstige Einkünfte von 24 Mark der Pfarrstelle, wovon Pfarrer und Vikar zu unterhalten sind und die Rechte des Erzbischofs, des Archidiakons, des Landdekans sowie die Ausgaben für die allgemeine Fürsorge (hospitalitas) bestritten werden müssen (IV 1). Die 1285 getroffene Aufteilung wird 1303 vom Pastor in Bergheim bestätigt (ebd., S. 83, Kopiale Überlieferung im Pfarrbüro vermisst), 1304 von Walram II. von Bergheim (REK IV 26)
[1297–1304] bestätigt Erzbischof Wikbold die unter Erzbischof Konrad erfolgte Schenkung des Patronats (REK III 3966)
1306 gelobt der Rektor der Pfarrkirche in Bergheim der Abtei Kornelimünster, die mit seinem Vorgänger getroffene Vereinbarung zu halten und verzichtet auf den Zehnten sowie auf das Patronat der Kirchen zu Oberaußem, Niederaußem und Quadrath (HSTAD Kornelimünster 40; IV 4 Filialen)
1501 überträgt Papst Alexander VI. die Einkünfte der Pfarre Bergheim der mensa des Abtes von Kornelimünster (HAEK Dec. Berch. Bergheimerdorf 12)
4. 4 Pfarrbezirk
Pfarrbezirk: Bergheim, Bergheimerdorf, Nieder-, Oberaußem, Wiedenfeld, Holtrop, Bohlendorf, Ginsterhof, Giersberg, Curmen, Panhausen, Quadrath, Kenten, Bethlehem (Fabricius V 1, S. 23)
4. 4 Filialen
Kapelle St. Georg in der Stadt Bergheim
1420 Die capelle in Bergheim hat Renteinkünfte in Höhe von 7 Malter Hafer (HSTAD Kornelimünster 86)
1501 sagen Bürgermeister, Schöffen und Rat aus, Stadt und Kapelle seien von ihren Vorvätern und dem Landesherrn gebaut und fundiert worden. Die Messen seien an allen Hoch- und Heiligenfesten sowie an Sonn- wie überhaupt an allen Tagen gehalten worden_._ Jetzt gingen der Kölner Offizial und der Bergheimer Pfarrer jedoch mit Interdikt gegen die Stadt vor, um den Gottesdienst in der Kapelle zugunsten der Mutterkirche einzuschränken (Redlich I 172)
1532/33 Der Priester (prester), der die Kapelle in Bergheim bedient, erhält jährlich 8 Malter Roggen vom Landesherrn (HSTAD JB III R Amt Bergheim 47 fol. 71r). Nach der Deskription von 1669 muss er dabei für die Zeit der hl. Messe Rücksicht auf den Dienst der landesherrlichen Bediensteten nehmen (ebd. Bergheim 211 I fol. 1c)
1544 Georgsaltar erwähnt (Redlich II 1, S. 23 Anm. 1)
1550 Das Kollationsrecht hat der Herzog von Jülich (ebd., S. 23). Die Rektoren der Kapelle werden seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch den Bürgermeister, die Schöffen und den Rat präsentiert und vom Pfarrer von Bergheim investiert (Erftland 5, 1927, S. 35; Fabricius V 1, S. 23). 1669 gehört zu den Kollatoren auch der Vogt (HSTAD JB III R Amt Bergheim 211 I fol. 1c; Andermahr, Deskription, S. 86), daher wohl 1676 der Herzog von Jülich als Kollator genannt (Binterim/Mooren 2II, S. 158)
1582 ist die Kapelle der Schule zu Jülich zugewiesen. Die Einkünfte mit Ausnahme dessen, was der Vikar in Bergheimerdorf erhält, nehmen Scholaster und Dechant zu Jülich für den dortigen Schulmeister ein. Die Bürger von Bergheim beklagen sich, das sie für ihre Kinder wie die von Jülich einen guten Schulmeister nötig hätten, irre stat und derselber gerechtigkeiten komen in unwidderbrengligen verderben und undergang. Bitten daher zur underhaltung irrer selbst scholen, in erwegung, aangerechte trivialschool zu Jülich vergenglig, reparierung irrer verwoester und verbranter stat ... innen irre capellen rent wieder zu keren und gemelte scholmeisters zu Jülich mit irren gesettigen gnedigs insehens geschehen [zu] lassen (Redlich II 2, S. 23; IV 11)
1605 ist das Benefizium des Katharinenaltars der Pfarrkirche der Kapelle inkorporiert; Katharina als Patronin genannt (Erftland 2, 1927, S. 9; IV 2 Altäre)
1610 wird die Kapelle nach dem Einzug niederländischer Truppen als Waffen- und Munitionsdepot in Beschlag genommen und gelangt 1611 wieder an die Katholiken (IV 9)
1624 Anna, Katharina und Georg als Patrone genannt (Füssenich, Blätter, S. 53), auch 1684 (PfaB 254 fol. 47r) sowie im 18. Jahrhundert (HAEK Dec. Berch. E u. G = 1725 bzw. 1754)
1630 vicarius Sti. Georgii, capell (Erftland 2, 1927, S. 11), 1636 und 1660 Georgskapelle (PfaB 302; HSTAD JB III R Amt Bergheim 209 S. 2v)
1669 gemeine burger cappell (ebd. Bergheim 211 S. 1b)
1725 rector der Kapelle genannt __(Erftland 5/6, 1930, S. 36)
Baugeschichte
Nach dem archäologischen Befund stammte ein erster Kapellenbau aus dem 14. Jahrhundert. Dieser Bau ist 1542 zerstört worden. 1550 Wiederaufbau auf den alten Fundamenten durch die Bürger von Bergheim. 1760–72, 1866–68, 1959–61 und 1978–79 Instandsetzungsarbeiten (H. K. Schüller, Baubeobachtungen im Bereich d. St. Georgskapelle. In: JBGV 8, 1999, S. 18–21; II 2 Stadtbrände; Erftland 5, 1927, S. 35, mit falschem Jahresangabe 1543 für die Zerstörung; M. Weber, Kath. Pfarrkirche St. Remigius u. St.-Georgs-Kapelle in Bergheim, 1983, S. 20; Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 98 f.)
Kenten
1720 Erlaubnis zum Bau einer Kapelle (Hubertus) durch die Inhaber von Schloss Frens. Weihe angeblich erst 1772. 1921 selbständige Pfarre. 1955 Neubau der Kirche (J. Thüner, Erftheimat Kenten, 1949, S. 31; Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 98)
Quadrath
1306 Kapelle in Quadrath erwähnt. Abt und Konvent von Kornelimünster besitzen das Patronats- und Präsentationsrecht (HSTAD Kornelimünster 40)
1353 rector eccle(siae) paroch(ialis) (UB Gereon 390). Die Bezeichnung als Pfarre ist falsch
1532 Brand der Kirche, im selben Jahr (oder 1535?) Wiederaufbau mit nur einem Seitenschiff, Bau des zweiten Seitenschiffes einige Jahrzehnte später (Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 103). Im 16./17. Jahrhundert Bau des südlichen Seitenschiffes, 1913 Erweiterung des Chores (A. Ohm/A. Verbeek, Kr. Bergheim III, 1971, S. 80)
1549 wird die Kirche angeblich von Bergheimerdorf abgetrennt (Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 103), 1550 als moderkirche bezeichnet (Redlich II 1, S. 47), 1560 als capella curata under Berchemerdorff (ebd., S. 58). Noch 1654 ist Quadrath nach Bergheim sendpflichtig (Erftland 3, 1929, S. 23)
1802/08 Sukkursalpfarre (Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 103)
Niederaußem
Anfang 13. Jahrhundert besteht nach dem Baubefund in Niederaußem eine Kapelle; aus dem 13. Jahrhundert stammen noch einzelne Pfeiler des Schiffes sowie Konsolen des Chores. Der heutige Kirchenbau (Patrozinium: Johann Baptist) gehört in wesentlichen Teilen der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts an. 1887–94 Umbaumaßnahmen, 1908 Erweiterung durch Neubau des Chores (Kubach/Verbeek, S. 842 f.; Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 101 f.; Binterim/Mooren 2II, S. 158)
1304 erhält die capella in Nederoushem appendicium ecclesie parrochialis in Bergheim das Tauf- und Beerdigungsrecht. Dem Bergheimer Pfarrer verbleibt die Sendgerichtsbarkeit, die in der Kapelle zu halten ist. Die Niederaußemer Pfarrangehörigen müssen sich weiterhin an den drei Bittprozessionen in Bergheim sowie an den Baulasten der Bergheimer Kirche beteiligen (K. A. Füssenich, Der Propst v. St. Gereon u. d. Bergheimer Christianität. In: AHVN 82, 1907, S. 146 f.; REK IV 117)
1306 Patronats- und Präsentationsrecht der Kapelle bei Abt und Konvent von Kornelimünster (HSTAD Kornelimünster 40)
1307 werden die Niederaußemer Pfarrangehörigen zum Sendgericht in der Pfarrkirche in Bergheimerdorf verpflichtet (ebd. 38a)
(1308) capella (Liber Valoris, S. 59)
1550 moderkirch (Redlich II 1, S. 48)
1560 210 Kommunikanten (ebd., S. 49)
1582 Nikolausaltar, Hl.-Kreuz-Vikarie (ebd., S. 50)
1676 Kierspell, 200 Kommunikanten, Altäre: Katharina und Nikolaus (Bruderschaft), Hl. Kreuz (Kollator: Herr von Goltstein) (Binterim/Mooren 2II, S. 158)
Oberaußem
1306 erhält die capella in Overoussheym appendicium ecclesiae parochialis in Bergheim das Tauf- und Beerdigungsrecht; der Send bleibt bei der Mutterpfarre (AHVN 82, 1907, S. 146 f. Anm. 1; Erftland 6/7, 1932, S. 56). Das Patronats- und Präsentationsrecht haben Abt und Konvent von Kornelimünster (IV 3)
1550 wird die Kapelle zu Oberaußem als Filiale von Niederaußem bezeichnet (Redlich II 1, S. 53), dagegen:
1560 capella under Berchemerdorff, Patron: Vincentius; hat omnia sacramenta praeter baptismum; 175 Kommunikanten (ebd., S. 54)
1582 gehört die Kapelle zur Pfarre Niederaußem (ebd.)
1654 sind die Einwohner von Oberaußem nicht mehr nach Bergheimerdorf sendpflichtig (Erftland 3, 1929, S. 24)
1676 Kierspell, 250 Kommunikanten (Binterim/Mooren 2II, S. 158)
1878/81 Neubau der Kirche; Abbruch der alten Kirche mit Ausnahme der Krypta. 1958 wurden die Fundamente der alten Kirche teilweise beseitigt, darunter vermutlich auch die Reste des einstigen romanischen Turmes (A. Ohm/A. Verbeek, Kr. Bergheim III, 1971, S. 35)
1921 Abtrennung der Pfarre Fortuna als Rektorat (Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 102; I 9)
Ichendorf
1550 capell, gehört zur moderkirchen Qwaidtraidt. Das Kollationsrecht besitzen die Raitz von Frentz, welche die Kirche (Patrozinium: hl. Kreuz und Cornelius) 1457 gestiftet haben sollen (Redlich II 1, S. 47 f.; L. Jansen, Schlenderhan, 1996, S. 161). Zehntherr ist Kornelimünster. Wie Quadrath ist auch Ichendorf nach Bergheim sendpflichtig (vgl. oben zu Quadrath)
1913/15 Neubau der Kirche (A. Ohm/A. Verbeek, Kr. Bergheim III, 1971, S. 85)
1914 Rektorat, 1921 Pfarre (Handbuch d. Erzbistums Köln, 26. Ausg., Bd. 1, 1966, S. 101)
Holtrop
1738 wird eine bei der Burg Holtrop und zur Pfarre Bergheimerdorf gehörende Kapelle erwähnt, wobei es sich wohl um die Burgkapelle handelt (W. Piepers, Burg Holtrop, 1960, S. 58)
Egilhardkapelle bei Bohlendorf
Angeblich soll hier Egilhard, achter Abt von Kornelimünster von den Normannen erschlagen worden sein. 1663 war die Kapelle schon verfallen (Gallia Christiana III, Paris 1725, S. 733; A. Gelenius, De admiranda, sacra et civili magnitudine Coloniae Claudiae Agrippinensis Ubiorum urbis I, Köln 1645, S. 692; Th. Rhay, Animae illustres Juliae, Cliviae, Montium, Neuburg 1663, S. 98). 1864/65 waren die Fundamente noch zu sehen. 1891 Flur am Zint Uehles (L. Korth, Volkstümliches aus d. Kr. Bergheim, 1891, S. 12)
4. 4 Bistums- und Dekanatszugehörigkeit
Ursprünglich bis 1802 Erzbistum Köln, 1802–21 Bistum Aachen, 1821/27 Erzbistum Köln, Dekanat Bergheim
4. 5 Kloster Bethlehem
(1509)–20 Bau einer Holzkapelle im späteren Bethlehemer Wald bei Bergheim aufgrund einer Vision des Bergheimer Försters, ab 1608 Errichtung eines Ziegelsteinbaus. 1637 gestattete Erzbischof Ferdinand von Köln auf Bitten des Ministers der Kölnischen Provinz der Minderbrüder von der strengen Observanz die Errichtung eines Klosters in der Stadt Bergheim (H. J. Domsta, Inventar d. Archivs d. Kölnischen Provinz d. Franziskaner im Stadtarchiv Düren. In: Dürener Geschichtsblätter 69, 1980, S. 115–157, Nr. 179; 75, 1986, S. 37–46, Nr. 257). Die Franziskaner bewohnten zunächst ein Haus in der Stadt nahe der Georgskapelle. Darüber hinaus besaßen sie bei der Kapelle im Wald eine Unterkunft. 1639 erhielten sie vom Herzog von Jülich die Erlaubnis, eine Niederlassung im Wald zu gründen (Sta Düren A 25 Nr. 4, S. 4; soweit nicht anders angegeben vgl. insgesamt J. Alcket, Bethlehemer Stern, Köln 1747, S. 8–47; K. Unkelbach, Geschichte d. Klosters Bethlehem, 1885; Zander, S. 43–63; zur Lage vgl. Tafel 2, Tranchot/v. Müffling). 1648–63 Bau und Fertigstellung des Klosters, das 1637 zwei, 1643 zwölf und 1664 16 Mönche hatte. 1665 Konsekration der Klosterkirche (Patrozinium: Maria, Franz, Antonius, Sebastian und Rochus). 1720 Bau eines neuen Klostertraktes. 1791 Renovierungsmaßnahmen
Im 18. Jahrhundert kamen jährlich zwischen 10.000 und 40.000 Pilger. 1802 Aufhebung des Klosters. Das Gnadenbild wurde in die Pfarrkirche nach Bergheimerdorf überführt, das seitdem Wallfahrtsort ist (vgl. IV 7). Der Besitz des Klosters sollte 1803 durch die französischen Behörden versteigert werden, er blieb allerdings zunächst unverkauft (Schieder, Säkularisation V 1, S. 140). 1806 Verkauf des Klosters auf Abbruch, Niederlegung des Baues mit Ausnahme des Traktes von 1720. Die Reste des Klosters kaufte 1899 die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth zu Essen, die dort ein Haushaltspensionat und Erholungsheim einrichtete. 1966 Verkauf des Klosters an Rheinbraun und Abbruch für den Tagebau (Zander, S. 55, 58; IV 5)
4. 5 Sonstige Ordensniederlassungen
Mariahilf-Kloster
1871 Gründung des Klosters als Filiale der Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi aus dem Mutterhaus Dernbach zur ambulanten Krankenpflege (ab 1874 Krankenhaus). 1979 Abzug der Ordensschwestern (Die Dernbacher Schwestern in Bergheim, 1981; IV 6; IV 11)
4. 6 Ärzte und Apotheke
1743–(1799) jüdischer Arzt in Bergheim nachweisbar (H. G. Friedt, Ein jüdischer Arzt d. 18. Jahrhundert in Bergheim/Erft. In: JBGV 4, 1995, S. 42–55), 1806/08 dessen Sohn (K. H. Schulte, Dokumentation z. Geschichte d. Juden am linken Niederrhein seit d. 17. Jahrhundert, 1972, S. 26; IV 8)
1794 Apotheke in Bergheim (R. Schmidt-Wetter, Geschichte d. nordrhein. Apothekenwesens, 1970, S. 58)
1799 ein Apotheker, fünf Ärzte, Wundärzte bzw. Chirurgen in der Mairie Bergheim (C. Wendels, Bergheim a. d. Erft i. Jahre 1799 Händler, Handwerker u. Tagelöhner, 1999, S. 19)
1806 ein Arzt, ein Chirurg, zwei Sanitätsoffiziere, ein Hebamme, ein Apotheker (HSTAD Roer-Dep. 2117)
1838 zwei promovierte Ärzte, ein Kreisphysikus, ein Wundarzt (ebd. Reg. Köln 1258)
1842 ein Arzt, ein Chirurg, zwei Apotheker, ein Physikus (Statistik u. Hand-Adressbuch d. Rheinprovinz f. d. Jahr 1842 <Avenarius>, S. 148–150)
1843 ein Arzt, ein Wundarzt, ein Hebamme, ein Apotheke; ein praktischer Arzt in Bergheimerdorf (HSTAD Reg. Köln 1253)
1861 ein Kreisphysikus, ein Kreiswundarzt, zwei Ärzte, ein Apotheker, zwei Hebammen (Statistik Kr. Bergheim 1863, S. 79)
1898 ein Kreisphysikus, ein Kreisphysikus a. D., ein Arzt, ein Kreistierarzt, eine Hebamme, ein Apotheker (ebd. 1899, S. 91–93)
1981 elf praktische Ärzte, zwei Augenärzte, drei Chirurgen, vier Frauenärzte, ein HNO-Arzt, zwei Hautärzte, sechs Internisten, zwei Kinderärzte, ein Arzt für Lungenheilkunde, ein Kieferorthopäde, ein Neurologe, ein Orthopäde, ein Radiologe, ein Urologe, elf Zahnärzte (StaB 6413)
1992 17 Ärzte für Allgemeinmedizin, drei Augenärzte, drei Chirurgen, fünf Frauenärzte, zwei HNO-Ärzte, zwei Hautärzte, zehn Internisten, vier Kinderärzte, zwei Neurologen, drei Orthopäden, ein Röntgenarzt, ein Sportarzt, ein Urologe, 19 Zahnärzte, zehn Apotheken (Bergheim, Kreisstadt d. Erftkreises, 1992, S. 29 f., 48)
4. 6 Hospital und Krankenhaus
1500/01 gasthuys (HSTAD JB III R Amt Bergheim 47 fol. 15v), 1550 hospitail (Redlich II 1, S. 23). 1660 liegt das Gasthaus nahe der Zievericher Pforte (HSTAD JB III R Amt Bergheim 209 fol. 8v; II 3)
1669 Die Stadt Bergheim hat ein Gasthaus oder Hospital, das Rentenbesitz hat. Provisoren sind Bürgermeister, Rat und landesherrlicher Vogt (ebd. 211 I fol. 11v–12r). 1766 Beschluss des Bergheimer Sendgerichts, das Hospitalgebäude aufzugeben (Erftland 8, 1930, S. 60)
1871 Gründung einer Filiale der Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi aus dem Mutterhaus Dernbach, die sich der ambulanten Krankenpflege und dem Schulunterricht widmen sollte. 1874 Umwandlung in eine Privatkrankenanstalt, die wenig später den Namen Krankenhaus Maria Hilf annimmt, seit 1879 in der Trägerschaft der Pfarrgemeinde St. Remigius. Bis 1914 mehrfache An- und Umbauten. 1927/29 größerer Erweiterungsbau; zahlreiche weitere Baumaßnahmen ab 1949/52. 1979 Abzug der Ordensschwestern (Die Dernbacher Schwestern in Bergheim, 1981; IV 5)
1996 umfasst das Krankenhaus die Abteilungen Allgemein-/Unfallchirurgie, Innere Medizin, Anästhesie und Intensivmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, HNO, Augenheilkunde (FS 125 Jahre Maria-Hilf-Krankenhaus in Bergheim)
4. 7 Wallfahrten
Vom 16.–18. Jahrhundert war das Kloster Bethlehem Ziel von Wallfahrten (IV 5). Mit der Übertragung des Gnadenbildes aus dem aufgehobenen Kloster in die Pfarrkirche St. Remigius 1803 führten die Wallfahrten nach Bergheimerdorf (FS 175jähriges Jubiläum d. Überführung d. Gnadenbildes d. Schmerzhaften Mutter Gottes v. Kloster Bethlehem nach St. Remigius, Bergheim, 1978)
Seit Anfang 19. Jahrhundert Wallfahrten von Bergheim, St. Remigius nach Kevelaer bezeugt (P. Dohms <u. a.>, Die Wallfahrt nach Kevelaer z. Gnadenbild d. "Trösterin d. Betrübten", 1992, S. 28)
4. 8 Juden, Synagoge, Friedhof, Privilegierung
(1239)–1325 fünf Juden aus Bergheim als Hausbesitzer im Kölner Judenviertel erwähnt (Germania Judaica I, S. 25 f.; II 1, S. 67 f.; Pracht, Jüdisches Kulturerbe I, S. 168–174)
1330 Juden in Bergheim als Geldverleiher nachweisbar (judaei in Bergheim, Friedt, S. 16 f.; K. H. Schulte, Dokumentation z. Geschichte d. Juden am linken Niederrhein seit d. 17. Jahrhundert, 1972, S. 25–28)
1637 Juden nachweisbar, 1693 drei Juden in Bergheim (HSTAD JB III Amt Bergheim 72 fol. 8v; 108 fol. 25v)
1669 zwei Juden in der Stadt Bergheim: einer auf 14 Jahre für Tribut von 10 ½ Goldgulden, lebt im sechsten Jahr dort, der andere für 9 Goldgulden. Bei Beschneidung, Heirat und Tod sind jeweils 1 Goldgulden zu geben (ebd. Bergheim 211 II fol. 9v–10r; Andermahr, Description, S. 92)
(1677) Anlage des Memorbuches der Bergheimer Juden (K. H. Schulte, Dokumentation z. Geschichte d. Juden am linken Niederrhein seit d. 17. Jahrhundert, 1972, S. 26 f., verschollen)
1698 Synagoge erwähnt (G. Bers, Ein Engländer im Jülicher Land. In: Neue Beitr. z. Jülicher Geschichte 10, 1999, S. 230)
1706/13 Judenlandtage in Bergheim (Friedt, S. 25)
1730/31 leben im Amt Bergheim acht Juden, die den Erbhuldigungseid, ihrer Form entsprechend, leisten müssen (HSTAD JB II 2418)
1743–(99) jüdischer Arzt in Bergheim ansässig (IV 6), auch 1806/08 (IV 6)
1799 30 jüdische Einwohner, darunter drei Metzger, zwei Händler und ein Arzt (C. Wendels, Bergheim a. d. Erft i. Jahre 1799 Händler, Handwerker u. Tagelöhner, 1999, S. 219)
1804/10 Erwähnung einer Synagoge (Gebetsraum) in Bergheim im Hinterhof des Hauses Hauptstraße 10 zwischen Hauptstraße und Jobberath (J. Schmidt, Geographie u. Geschichte d. Herzogtums Berg, 1804, S. 286; Friedt, S. 61–72)
1806 und 1808 leben 91 Juden in der Mairie Bergheim (HSTAD Roer-Dep. 1788 f.)
(1807) Zusammenschluss der Juden in Büsdorf, Fliesteden und Glessen zu einer Synagogengemeinde. 1828 besitzt die Gemeinde eine Synagoge in Büsdorf. 1867 besteht anstelle dieser eine Synagoge in Fliesteden. Seit 1863 gehört die Synagogengemeinde Büsdorf-Fliesteden-Glessen zur Kreissynagogengemeinde Bergheim (H. G. Friedt, Ergänzende Darstellung z. Geschichte d. Juden in d. Orten Büsdorf, Fliesteden u. Glessen. In: JBGV 7, 1998, S. 177–197)
1824 36 Juden in Bergheim, darunter ein Handwerker, drei Grundbesitzer, vier Handeltreibende (LHAK 403/935)
1828 53 Juden in Bergheim, Kenten, Zieverich, Quadrath und Ichendorf (Kastner, Provinziallandtag I, S. 165)
1836 Judengemeinde Bergheim (mit Bergheim, Bergheimerdorf, Kenten, Zieverich, Quadrath, Ichendorf, Paffendorf, Ober- und Niederaußem) besteht aus 20 Familien mit 150–160 Personen (Friedt, S. 53)
1843 leben im Stadtkern Bergheim 57 Juden (IV 10)
1847 ein orthodoxer Jude ist Gemeindeverordneter in Bergheim (Kastner, Provinziallandtag II, S. 969)
1848 Bildung der Kreissynagogengemeinde Bergheim (Friedt, S. 160–205)
1853 leben 69 Juden in Bergheim (K. H. Schulte, Dokumentation z. Geschichte d. Juden am linken Niederrhein seit d. 17. Jahrhundert, 1972, S. 27)
1858 Jüdische Elementarschule im Erdgeschoss der Synagoge in der Hauptstraße in Bergheim eingerichtet, ab 1883 in der neuen Synagoge (Friedt, S. 110–113)
1883 Bau einer neuen Synagoge an der Klosterstraße 10, 1938 Verkauf des Gebäudes an eine Privatperson. Wiederaufbau des Gebäudes nach Kriegsbeschädigungen, Abriss zwischen 1983 und 1986 (Pracht, Jüdisches Kulturerbe I, S. 170–172)
1938 am 11. November Beginn der Deportationen der Bergheimer Juden nach Dachau, Juni/Juli 1942 Deportation der letzten Bergheimer Juden in die Vernichtungslager des Ostens (Friedt, S. 216 f.)
Zu den jüdischen Einwohnerzahlen vgl. IV 10
Zu den jüdischen Friedhöfen vgl. II 2
4. 9 Einführung der Reformation, Evangelische Gemeinde
1529 Peter von Fliesteden aus Bergheim-Fliesteden, ein Anhänger des Protestantismus, wird in Köln wegen Gotteslästerung verbrannt (J. F. G. Goeters, Die Herrschaft Bedburg u. ihre kirchlichen Verhältnisse. In: 400 Jahre Bedburger Synode, 1971, S. 52 f.)
1532–39 Verfolgung von Anhängern des Täufertums in Bergheim (K. Rembert, Die Wiedertäufer im Herzogtum Jülich, 1899, S. 414, 420 f.; Andermahr, Bergheim, S. 128 f.)
1610 Einquartierung von Truppen der niederländischen Generalstaaten unter Obrist-Leutnant Schweichel. Der katholische Geistliche wird aus der Georgskapelle und der Schule verdrängt und die Kirche für die Reformierten in Anspruch genommen. Prediger der reformierten Gemeinde zu Bergheim 1610–14: Johannes Calmannus (1610/11–12), Hermann Tinneken (1612–14) (Erftland 5, 1927, S. 33–37)
1611 Nach dem Abzug der niederländischen Truppen wird die Kapelle vom Bergheimer Pfarrer in Besitz genommen. Der brandenburgische Vogt lässt sie 1612 wieder gewaltsam für die Reformierten öffnen
1612 erlassen Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm und der Bruder des Kurfürsten von Brandenburg ein Mandat, wonach die Reformierten sich mit dem Predigen in ihren Häusern begnügen und die Kapelle samt Einkünften den Katholischen wieder herausgeben müssen (Erftland 5, 1927, S. 37 f.; Dressing)
1614 Mit der Besetzung Bergheims durch spanische Truppen Spinolas Beginn des Endes der Bergheimer Gemeinde (Andermahr, Bergheim, S. 137–139)
1615–18 Auf der Linnicher Synode vom 19. Mai 1615 ist Bergheim nicht mehr vertreten. 1616 ist die Bergheimer Gemeinde ohne Prediger und Schulmeister. Sie wird von der Synode angewiesen, die Predigt in den nächstgelegenen adligen Häusern zu hören. Die Jülicher Provinzialsynode vom Mai 1618 bestimmt: Weil die Gemeine zu Bergheim aus Mangel der Mittel, auch wegen sonderlicher Beschaffenheit des Orts keinen Prediger vor sich beruffen mach, soll sie sich bei den umliegenden adligen Häusern um die Predigt bemühen. Gelingt das nicht, soll sie sich der nächstgelegenen Gemeinde anschließen, damit also ein forma ecclesiae erhalten bleibt. (A. Rosenkranz, Sitzungsberichte d. reformierten Synoden d. Herzogtums Jülich während d. Gegenreformation 1611–1675, 1972, S. 23, 30 f., 36, 40)
1649 erklären die Bergheimer Bürger, daß anjetzo in der pfarr zu Berchemerdorff als sonst eingelegenen adlichen Heusern kein ausburgisches oder reformirtes exercitium sey noch auch anno 1624 irgendt wohe in der pfar oder der statt Bergheim heimblich oder öffentlich gewesen (Füssenich, Blätter, S. 53). Das reformierte Bekenntnis behauptet sich in der Folgezeit nur noch auf dem Adelssitz von Oberaußem der Familie von Gahlen sowie auf Burg Geretzhoven. Seelsorgerisch betreut wird Oberaußem zunächst von Frechen und ab 1714 von Kirchherten (Dressing, S. 118)
1853 Gründung der Vikariatsgemeinde Kerpen-Bergheim (H. Grödde, Die evangelische Kirchengemeinde Bedburg-Niederaußem. In: 400 Jahre Bedburger Synode, 1971, S. 124–134)
1873 Auflösung der Vikariatsgemeinde und Unterstellung unter die mit Kirchherten verbundene Vikariatsgemeinde Elsdorf, 1881 Umbenennung in Vikariatsgemeinde Elsdorf-Bergheim, 1893 selbständige Kirchengemeinde mit alternierendem Gottesdienst in Zieverich und Elsdorf. Der Pfarrer von Kirchherten ist zugleich Pfarrer von Elsdorf-Bergheim. 1895 Einweihung der evangelischen Kirche in Zieverich (ebd., S. 129 f.)
1903 Auflösung der pfarramtlichen Verbindung mit Kirchherten und Änderung der Bezeichnung in Kirchengemeinde Zieverich, seit 1971 Bergheim-Zieverich (ebd., S. 130)
1938 die Kirchengemeinde Zieverich zählt 1.000 Gläubige und umfasst die Orte Zieverich, Bergheim, Elsdorf, Bedburg, Niederaußem, Fortuna und Quadrath-Ichendorf (G. Melchior, 95 Jahre Evangelische Gemeinde Zieverich. In: Zieverich. Geschichte eines rhein. Dorfes, 1998, S. 55–60, hier S. 57)
1944 Zerstörung der Zievericher Kirche; 1950/51 Neubau (ebd., S. 58)
1956 Einweihung der Erlöserkirche in Niederaußem (H. Grödde, Die evangelische Kirchengemeinde Bedburg-Niederaußem. In: 400 Jahre Bedburger Synode, 1971, S. 132)
1957 Ausgliederung Bedburgs und Niederaußems aus der Gemeinde Zieverich und Gründung der Kirchengemeinde Bedburg-Niederaußem (ebd.)
1965 Bildung der Gemeinde Quadrath-Ichendorf mit eigenem Geistlichen (Niederaußem. Chronik einer Gemeinde, 1974, S. 189)
1969 Einweihung der Petri-Kirche in Quadrath-Ichendorf (Festschrift 30 Jahre Petri-Kirche Quadrath-Ichendorf, 1999, S. 12)
Seit 1993 Evangelische Kirchengemeinde Bergheim-Zieverich-Elsdorf (Melchior, S. 59 f.)
4. 10 Konfessionszahlen
1560 500 Kommunikanten im Kirchspiel Bergheimerdorf (Redlich II 1, S. 25)
1676 800 Kommunikanten im Kirchspiel Bergheimerdorf (Binterim/Mooren 2II, S. 157)
1755 900 Kommunikanten im Kirchspiel Bergheimerdorf (Fabricius V 1, S. 23)
4. 11 Schulen
Bergheimer auf auswärtigen Höheren Schulen und Universitäten (bis 1800)
1389–1794 sind über 100 Bergheimer an der Universität Köln immatrikuliert, die aber bei der Häufigkeit des Namens Bergheim nicht immer eindeutig zuzuordnen sind (Matrikel Univ. Köln, Register)
1557 und 1604 sowie 1614 je ein Student aus Bergheim in Heidelberg (Die Matrikel der Univ. Heidelberg 2, 1886, S. 11, 221, 268)
1558 ein Student aus Bergheim in Löwen (ZAGV 7, 1885, S. 144)
1569 ein Student aus Bergheim in Wittenberg (W. Rotscheid, Rheinländer in d. Matrikel d. Universität Wittenberg. In: Monatshefte f. rhein. Kirchengeschichte 24, 1930, S. 91)
1597 ein Student aus Bergheim in Genf (Jura) (S. Stelling-Michaud, Le Livre du recteur de l'académie de Genève IV, 1980, Nr. 204)
1599 und 1602 bzw. 1603 je ein Student aus Bergheim in Herborn (ZAGV 7, 1885, S. 139)
1604 ein Student aus Bergheim in Marburg (H. Keussen, Verzeichnisse v. Studierenden aus Aachen u. d. Herzogtum Jülich an d. Universitäten Wittenberg u. Marburg. In: ZAGV 5, 1883, S. 149)
Elementar- und Volksschulen
1532/33 schollen in der Stadt Bergheim (HSTAD JB III R Amt Bergheim 47 fol. 66r)
1560 schul in Bergheimerdorf, wird gehalten durch den Vikar des Katharinenaltars, der als ludimagister in Bergheim wirkt (Redlich II 1, S. 25)
1582 ist die Georgskapelle der Schule zu Jülich zugeordnet. Die Einkünfte mit Ausnahme dessen, was der Vikar in Bergheimerdorf erhält, nehmen Scholaster und Dechant zu Jülich ein zu behoef dern scholmeistern daselbst. Darüber beklagen sich die Bürger von Bergheim, das sie vor irre kinder sowohl als die von Jülich einen guiten scholmeisters nognottig, irre stat und derselber gerechtigkeiten komen in unwidderbrengligen verderben und undergang. Bitten daher zur underhaltung irrer selbst scholen, in erwegung, aangerechte trivialschool zu Jülich vergenglig, reparierung irrer verwoester und verbranter stat ... innen irre capellen rent wieder zu keren und gemelte scholmeisters zu Jülich mit irren gesettigen gnedigs insehens geschehen lassen (IV 4; Erftland 5, 1927, S. 35)
Vor 1596 Aufnahme des Unterrichts in der städtischen Schule durch den Geistlichen der Georgskapelle, der während des 18. Jahrhunderts der Lehrer der Schule bleibt (B. Buchholz, Die Schule d. Stadt Bergheim. In: JBGV 8, 1999, S. 54 f.)
1607/08 schollmeister erwähnt (HSTAD JB II 4803 fol. 52r)
1620 werden die kinder in latin undt teutsch, auch singen und gottesforcht unterrichtet (Erftland 5, 1927, S. 11)
(1798) Das Schulgebäude ist dem Gasthaus angebaut und besteht aus dem Schulzimmer sowie der Wohnung des Lehrers (HSTAD Reg. Köln 2746)
1814/16 bestehen in der Bürgermeisterei drei Primar- oder Elementarschulen: je eine in Bergheim, Wiedenfeld, Quadrath. In Bergheim unterrichtet der Lehrer, der gleichzeitig katholischer Kirchenrektor ist, Deutsch, Latein, Französisch, Religion und Rechnen. Er wird von der Gemeinde ernannt. Das Schulgeld beträgt jährlich 6 Franken und erbringt einen Gesamtbetrag von 200 Franken (A. Richter/G. Bers, "Schwach an Wissen, Gesundheit u. Vermögen". Elementarschullehrer u. Elementarschulen d. Jülicher Landes im Roer-Departement um 1814, 1995, S. 55)
1827/28 wird ein neues Schulgebäude in der Mühlengasse errichtet (HSTAD Nieder- u. Mittelrhein 1538; Reg. Köln 534)
1857 Jüdische Elementarschule im Erdgeschoss der Synagoge in der Hauptstraße in Bergheim eingerichtet, ab 1883 in der neuen Synagoge (IV 8)
1861 bestehen in der Bürgermeisterei sechs Elementarschulen mit sieben Lehrern für 577 Schüler und eine jüdische Privatschule mit einem Lehrer für 30 Schüler (Statistik Kr. Bergheim 1863, S. 92)
1908 bestehen in der Bürgermeisterei Bergheim fünf Elementarschulen, in der Bürgermeisterei Paffendorf fünf und in der Bürgermeisterei Hüchelhoven vier (ebd. 1910, S. 138)
1938 bestehen in Bergheim 15 Volksschulen (StaB 0711)
1974 gibt es in der Stadt Bergheim zehn Grundschulen und vier bzw. zwei Hauptschulen (Das Schulwesen im Amt Bergheim, 1974, S. 10 f.)
1981 und 1999 in Bergheim zwölf Grundschulen und vier Hauptschulen (StaB 6413; 7212)
Höhere Schule
1823 Pläne für die Errichtung einer lateinischen höheren Schule (HSTAD Reg. Köln 2347)
1860 wird der Schulbtrieb der „Höheren Knabenschule“ aufgenommen. Der Unterricht umfasst den Lehrplan des Gymnasiums, zunächst auf vier, dann auf fünf Jahre. Das Schulgebäude befindet sich anfänglich in der Hauptstraße, seit 1864 in der Kirchstraße, ab 1928 in der bisherigen Volksschule. 1873–1911 als Privatschule geführt, ab 1. April 1911 in der Verantwortung der Gemeinde. 1939 Schließung (H. Braschoß, Die höhere Knabenschule in Bergheim <1859/60–1939>. In: JBGV 9, 2000, S. 59–88)
1907/08 Errichtung eines Pensionats für die Unterbringung der Schüler durch den Rektor in der Hauptstraße (ebd., S. 77)
(1910) Gründung einer Höheren Mädchenschule (Lyzeum), die 1918 von den Dernbacher Schwestern übernommen wird (IV 5)
1939 Verlegung der Oberschule für Jungen in Bedburg, Nachfolgeinstitution der ehemaligen Ritterakademie, nach Bergheim. Schulneubau in der Füssenichstraße. Einziges Gymnasium des Kreises Bergheim, an dem das Abitur abgelegt werden kann (H. Braschoß, Die höhere Knabenschule in Bergheim <1859/60– 1939>. In: JBGV 9, 2000, S. 87)
1962 Aufnahme des Unterrichts an der Geschwister-Scholl-Realschule in Bergheim-Mitte (FS 25 Jahre Geschwister-Scholl-Realschule, 1987)
1965 Aufnahme des Unterrichts an der Albert-Einstein-Realschule in Oberaußem (StaB 5361)
1970 Aufnahme des Schulunterrichts im zweiten Bergheimer Gymnasium, dem Gutenberg-Gymnasium, in Bergheim-Mitte (Festschrift 25 Jahre Gutenberg-Gymnasium, 1995, S. 24)
1993 Aufnahme des Schulbetriebs der Gesamtschule in Quadrath-Ichendorf (Gesamtschule Bergheim, FS 1998)
Sonstige Schulen
1872–87 und wieder ab 1909 unterhalten die Dernbacher Schwestern in Bergheim eine Nähschule für Mädchen (IV 5)
1882 Gründung einer Kinderbewahrschule durch die Dernbacher Schwestern in Bergheim (IV 5; Statistik Kr. Bergheim 1910, S. 154)
1891 Einrichtung einer landwirtschaftlichen Winterschule des Kreis Bergheim, die seit 1896 ihren Sitz in Bergheim hat (ebd. 1899, S. 102–104), erhält 1906/07 einen Neubau (ebd. 1910, S. 112)
1966 Inbetriebnahme der Sonderschule für Lernbehinderte in den Räumen der Realschule in Bergheim; Fertigstellung eines neuen Schulgebäudes in Niederaußem 1968 (StaB 5411)
1973 Inbetriebnahme der Sonderschule für Geistigbehinderte des Kreises. Bergheim in Thorr (Festschrift 20 Jahre Peter-Petersen Schule, 1993)
4. 11 Bibliothek, Museum, Archiv
1860 besteht in Bergheimerdorf eine Volksbibliothek des Borromäusvereins (Bergheimer Zeitung Nr. 49 v. 8. Dezember 1860)
1925 Gründung des Bergheimer Heimatmuseums (Kreismuseum) im Aachener Tor mit Kreislehrbücherei. Kurz darauf werden das Rote Haus sowie das Torwärterhaus neben dem Aachener Tor ebenfalls als Museumsräume genutzt. 1972 Aufgabe des Museums (A. Karrenbrock, Das ehemalige Bergheimer Heimathaus. In: Kulturgeschichtl. Sammlung d. Erftkreises, hg. v. H. Klein, o. J., S. 183–188)
1974 Bau einer Kreis- und Stadtbücherei (StaB 4743). 1976 Neueröffnung der Bücherei als rein städtische Einrichtung (StaB 6653)
Tabelle 1 Konfessionszahlen Bergheim, 1819-1987. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)
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Andermahr, Heinz, Rheinischer Städteatlas Bergheim. Teil 4: Kirche, Schule, Kultur und Gesundheitswesen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rheinischer-staedteatlas-bergheim.-teil-4-kirche-schule-kultur-und-gesundheitswesen/DE-2086/lido/6620eb50b3f227.76138535 (abgerufen am 05.03.2026)
Veröffentlicht am 31.07.2025, zuletzt geändert am 20.08.2025