Wilhelm Haneke

Sportfunktionär (1914-2008)

Axel Heimsoth (Essen)

Willi Haneke, Porträtfoto, undatiert. (Landessportbund NRW)

Wil­helm „Wil­li“ Ha­n­eke war ein auf Ver­eins- wie Ver­bands­ebe­ne ak­ti­ver Sport­funk­tio­när in Nord­rhein-West­fa­len.

Ge­bo­ren wur­de Wil­helm Ha­n­eke am 11.10.1914 in Es­sen-Kup­fer­dreh. Sei­ne El­tern wa­ren der Gast­wirt Wil­helm Ha­n­eke und sei­ne Frau Ida, ge­bo­re­ne Kemp­gen, gen. Sell­scheidt. Sein Va­ter war Vor­sit­zen­der der Zen­trums­par­tei in Kup­fer­dreh und zu­gleich Mit­glied der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung. Das Ehe­paar be­trieb die Gast­stät­te „Ruhr­bli­ck“ in ih­rer Ge­mein­de. Hier fan­den bis zur Macht­über­nah­me der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten auch die ei­ge­nen Par­tei­ver­an­stal­tun­gen wie auch die des christ­li­chen Berg­ar­bei­ter­ver­ban­des statt. Die Fa­mi­lie war ka­tho­lisch und Wil­li Ha­n­eke trat der Ka­tho­li­schen Ju­gend­be­we­gung und der Deut­schen Ju­gend-Kraft (DJK) bei. Er wuchs in der Wei­ma­rer Re­pu­blik auf, er­leb­te die Ruhr­be­set­zung durch das fran­zö­si­sche Mi­li­tär (1923), die Hy­per­in­fla­ti­on (1923), die Welt­wirt­schafts­kri­se (1929) und die Herr­schaft der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten (ab 1933). Er sel­ber be­geis­ter­te sich für den Sport, war Mit­glied im SV 19 By­fang und spä­ter im Nach­fol­ge­ver­ein der DJK-Spiel­ver­ei­ni­gung 1921 Es­sen-Kup­fer­dreh. Ab 1929 spiel­te der jun­ge Rhein­län­der Fuß­ball und war als Leicht­ath­let ak­tiv.

Auch die Fa­mi­lie Ha­n­eke war 1933 von der Macht­über­nah­me der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten be­trof­fen und muss­te mit ih­rer Gast­stät­te Re­pres­sa­li­en er­tra­gen. Die Ge­hei­me Staats­po­li­zei (Ge­sta­po) nahm 1944 vor­über­ge­hend Wil­li Ha­n­ekes Va­ter fest. Sein Sohn, der 1932 das Amt des Schatz­meis­ters des DJK Kup­fer­dreh über­nom­men hat­te, muss­te zwei Jah­re spä­ter aus dem DJK aus­tre­ten und im glei­chen Jahr der Sturm­ab­tei­lung (SA) als An­wär­ter bei­tre­ten. Ha­n­eke sel­ber sah in die­sem Schritt ei­nen „Schutz­wall für mei­ne El­tern“, die par­tei­po­li­tisch Geg­ner der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten wa­ren. Zwi­schen 1933 und 1935 und er­neut zwi­schen 1937 und 1939 war Ha­n­eke An­wär­ter der SA. Sich sport­lich zu be­tä­ti­gen, muss­te er in der Zeit sei­ner Wehr­pflicht (1935-1937) in der Wehr­macht und ab dem Herbst 1939 ru­hen las­sen, da er zum Mi­li­tär ein­ge­zo­gen wur­de. Wie bei vie­len sei­ner Al­ters­ge­nos­sen ver­lief auch bei Wil­li Ha­n­eke der Le­bens­weg nicht grad­li­nig. Im Zwei­ten Welt­krieg dien­te der Ober­leut­nant Ha­n­eke in der Wehr­macht an ver­schie­de­nen Front­ab­schnit­ten, zu­letzt in der Funk­ti­on ei­nes Re­gi­ment­s­ad­ju­tan­ten. Nach dem Krieg soll­te er zwi­schen 1946 und 1948 noch ein­mal sei­ne bei­den Sport­ar­ten im Kup­fer­dre­her Hei­mat­ver­ein als Ak­ti­ver be­trei­ben.

Sei­nem Ver­ein dem SV 19 By­fang blieb er in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten ver­bun­den, denn er über­nahm 1948 den Ver­eins­vor­sitz und war für die Ex­pan­si­on sei­nes Ver­eins in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten mit­ver­ant­wort­lich. Von sei­nem Amt trat er erst 1975 zu­rück und wur­de im An­schluss zum Eh­ren­vor­sit­zen­den er­nannt. 1988 er­hielt er die Gol­de­ne Ver­eins­na­del des S.V. 09/19 Kup­fer­dreh e.V. Der Ver­ein be­nann­te ihm zu Eh­ren sein „Kup­fer­dre­her Sta­di­on am Hins­be­cker Ber­g“ am 31.10.2009 „Wil­helm-Ha­n­eke-Sta­di­on“. Auch sei­ne Hei­mat­stadt Es­sen wür­dig­te Ha­n­ekes En­ga­ge­ment und ver­lieh ihm 1972 die Eh­ren­pla­ket­te der Stadt für her­vor­ra­gen­de Ver­diens­te in der Sport­füh­rung. Schon früh wur­de er für sei­ne Ar­beit und den Ein­satz in den Ver­ei­nen aus­ge­zeich­net. Vom Deut­schen Sän­ger­bund be­kam er 1962 die Eh­ren­pla­ket­te und ein Jahr spä­ter vom Deut­schen Tur­ner­bund die Eh­ren­ga­be ver­lie­hen. Der Kern sei­nes sport­li­chen En­ga­ge­ments er­streck­te sich in den kom­men­den Jah­ren auf die bei­den Be­rei­che Fuß­ball und Leicht­ath­le­tik. In ver­schie­de­nen Funk­tio­nen wirk­te er in bei­den Sport­ar­ten auf der Ver­bands­ebe­ne.

Be­ruf­lich ge­lang Ha­n­eke nach dem Zwei­ten Welt­krieg ei­ne kom­mu­na­le Ver­wal­tungs­kar­rie­re in sei­ner Hei­mat­stadt Es­sen. Schon 1929 war er in die Stadt­ver­wal­tung ein­ge­tre­ten und bil­de­te sich in den fol­gen­den Jah­ren an den Ver­wal­tungs­schu­len fort. 1938 be­stand er die In­spek­to­ren-Prü­fung. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg ar­bei­te­te er in Es­sen als Stadt­in­spek­tor wei­ter und wur­de in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten zum Städ­ti­schen Ver­wal­tungs­di­rek­tor be­för­dert. Auf ei­ge­nen Wunsch schied er schlie­ß­lich En­de 1976 bei der Stadt Es­sen aus dem Dienst­ver­hält­nis aus. So ver­schaff­te er sich die Zeit, um noch in­ten­si­ver sei­nen zahl­rei­chen eh­ren­amt­li­chen Tä­tig­kei­ten nach­zu­ge­hen. Erst wenn man den Um­fang die­ses En­ga­ge­ments be­trach­tet und be­leuch­tet, wie breit sein In­ter­es­se an eh­ren­amt­li­cher und ka­ri­ta­ti­ver Ar­beit an­ge­legt war, ent­steht das Ge­samt­bild ei­nes Sport­funk­tio­närs auf meh­re­ren Ebe­nen. 

Im Fuß­ball­ver­band Nie­der­rhein (FVN) war er zwi­schen 1959 und 1989 Mit­glied des Vor­stan­des und über­nahm im Ver­band im­mer mehr Ver­ant­wor­tung. Zu­nächst wur­de er 1963 zum 3. Vor­sit­zen­den, zwei Jah­re spä­ter als 2. Vor­sit­zen­der ge­wählt. Zu­sätz­lich über­nahm er das Amt des Schatz­meis­ters. Schlie­ß­lich be­kam er 1973 das Amt des 1. Vor­sit­zen­den des Fuß­ball­ver­ban­des Nie­der­rhein an­ge­tra­gen, wel­ches er bis 1989 in­ne­hat­te. In sei­ner Amts­zeit als Vor­sit­zen­der des FVN fan­den die Über­tra­gung der Sport­schu­le We­dau in Duis­burg auf sei­nen Ver­band und die Pla­nun­gen zu den Aus- und Neu­bau­plä­nen der Sport­schu­le statt. Er­rich­tet wur­de ein neu­es Un­ter­kunfts­haus mit Ver­sor­gungs­an­la­gen für den Lan­des­sport­bund Nord­rhein-West­fa­len (LSB NRW) und dem Leis­tungs­sport­be­reich. Ha­n­eke in­iti­ier­te den Um­bau der Sport­schu­le zu ei­nem Zen­trum für den Be­hin­der­ten- und Leis­tungs­sport. Dank sei­nes En­ga­ge­ments konn­te bei der Bau­maß­nah­me ei­ne fi­nan­zi­el­le Be­tei­li­gung des Bun­des in Hö­he von 50 Pro­zent er­reicht wer­den. Zu­dem hat­te er ma­ß­geb­li­chen An­teil an der Rea­li­sie­rung ei­nes zwei­ten Frei­zeit­heims in Dei­ten­bach (heu­te Stadt Gum­mers­bach) an der Ag­ger­talsper­re. Stra­te­gisch rich­te­te er sei­nen FVN stär­ker auf die vie­len ge­sell­schafts­po­li­ti­schen Auf­ga­ben aus. Gleich­zei­tig bau­te er im Ver­band die Be­deu­tung und Ak­ti­vi­tä­ten des Brei­ten- und Frei­zeit­sports aus. Er setz­te sich in der Ju­gend­ar­beit da­für ein, dass die eh­ren­amt­lich tä­ti­gen Frau­en und Män­ner ei­nen Aus­gleich für ih­re un­ent­gelt­li­che Ar­beit be­ka­men. Ha­n­eke war nicht nur Vor­sit­zen­der des FVN, son­dern über­nahm im Zeit­raum zwi­schen 1973 und 1989 auch noch das Amt des stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des West­deut­schen Fuß­ball­ver­bands (WFV).

In sei­ner Funk­ti­on als Vor­sit­zen­der des FVN war er zu­gleich Mit­glied des Bei­rats im Deut­schen Fuß­ball­bund (DFB), für den er in­ner­halb des Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees zur Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 1974 ei­ne spe­zi­el­le Funk­ti­on über­nahm. Ha­n­eke war der Schatz­meis­ter die­ses Ko­mi­tees (1969-1972) und lös­te die kom­ple­xe Auf­ga­be zur all­ge­mei­nen Zu­frie­den­heit. Im An­schluss an die WM wur­de im No­vem­ber 1974 sei­ne Rech­nungs­le­gung und die Trans­pa­renz der Ab­rech­nun­gen aus­drück­lich ge­wür­digt. In den fol­gen­den Jah­ren über­nahm Ha­n­eke als Fi­nanz­fach­mann im­mer wie­der Auf­ga­ben in­ner­halb des DFB. Er ar­bei­te­te 1975/76 an der Lö­sung strit­ti­ger Steu­er­pro­ble­me im Sin­ne ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs zwi­schen den Be­lan­gen des deut­schen Fis­kus und den be­grün­de­ten In­ter­es­sen des DFB mit. Sei­nen Ein­satz und sein Kön­nen wür­dig­ten bei­de Fuß­ball­ver­bän­de. Der FVN ver­lieh ihm den Eh­ren­ring (1979) und der DFB die Sil­ber­ne (1975) und sechs Jah­re spä­ter die Gol­de­ne Eh­ren­na­del (1981). Bei­de Ver­bän­de, so­wohl der DFB als auch der WFV, er­nann­ten ihn 1982 zu ih­rem Eh­ren­mit­glied.

Ne­ben sei­ner Ar­beit für die Fuß­ball-Ver­bän­de en­ga­gier­te sich Wil­li Ha­n­eke im LSB NRW und im Deut­schen Sport­bund (DSB). Ei­ne sei­ner Kern­kom­pe­ten­zen war die Welt der Zah­len und der Fi­nan­zen. Ha­n­eke war beim LSB NRW als Schatz­meis­ter für die Fi­nan­zen ver­ant­wort­lich. Die­ser her­aus­for­dern­den Tä­tig­keit ging er zwi­schen 1966 und 1989 nach. Er war mit­ver­ant­wort­lich für die Um­set­zung ei­nes In­ves­ti­ti­ons­hil­fe­pro­gramms für die Ver­ei­ne und Ver­bän­de. Zu sei­nen Leis­tun­gen im LSB NRW zäh­len die Pla­nung und Aus­ar­bei­tung von kurz- und lang­fris­ti­gen Fi­nan­zie­rungs­pro­gram­men wie der Zu­satz­lot­te­rie „Spiel 77“. Zahl­rei­che Bau­pro­jek­te fal­len in sei­ne Amts­zeit, die er ver­ant­wort­lich durch­führ­te. Er trieb die Er­wei­te­rung des Ver­wal­tungs­ge­bäu­des Duis­burg und den Aus­bau des Ju­gend­fe­ri­en­dorfs Hins­beck (Net­te­tal) vor­an. In­ner­halb des LSB NRW ge­hör­te er zu den­je­ni­gen, die den Ver­band so struk­tu­rier­ten, dass er neue Auf­ga­ben, die das Land nicht mehr för­dern woll­te oder konn­te, über­neh­men konn­te. Im of­fi­zi­el­len Nach­ruf an­läss­lich sei­nes Ab­le­bens 2008 wür­dig­te der LSB NRW Ha­n­ekes Leis­tun­gen:

Die aus­ge­präg­te Ader für den Um­gang mit Zah­len und Bi­lan­zen ver­band Wil­li Ha­n­eke auf au­ßer­ge­wöhn­li­che Wei­se mit der Fä­hig­keit, sich in den Dienst für die Men­schen und das Ge­mein­wohl zu stel­len. Das Pla­nen und Ver­wal­ten von Gel­dern hat er nie als nur nüch­ter­ne, rein von Sach­zwän­gen be­herrsch­te Auf­ga­be ver­stan­den. Viel­mehr hat er sei­ne Kom­pe­tenz kon­se­quent und krea­tiv für die so­zia­le und in­te­gra­ti­ve Kraft des Sports ein­ge­setzt, die er früh er­kann­te. Er war ein Ge­stal­ter, der sich der Ge­mein­schaft ver­pflich­tet fühl­te und dem der or­ga­ni­sier­te Sport viel zu ver­dan­ken hat.

Landessportbund-Hauptausschuss in Duisburg, l. Willi Weyer neben Willi Haneke, 29.5.1980, Foto: Heinz Windmann. (Landessportbund NRW/ K6B336F38)

 

In der Funk­ti­on ei­nes Schatz­meis­ters war Wil­li Ha­n­eke ab 1975 auch für das Bil­dungs­werk und ab 1977 für das Ju­gend­fe­ri­en­werk des LSB NRW so­wie für des­sen So­zi­al­werk, der Sport­hil­fe NRW e.V., tä­tig. An­stel­le des ver­stor­be­nen 1. Vor­sit­zen­den der Sport­hil­fe NRW e.V. Wil­li Wey­er be­klei­de­te er zwi­schen 1987 und 1991 die­ses Amt. Wäh­rend sei­ner Zeit bei die­ser ge­mein­nüt­zi­gen Or­ga­ni­sa­ti­on be­rei­te­te er de­ren stär­ke­re per­so­nel­le und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­bin­dung in den LSB NRW vor, was auch die An­glei­chung der Sat­zung an die des LSB NRW im Jah­re 1982 be­traf. Die Sport­hil­fe NRW wur­de nun stär­ker auf markt­ori­en­tier­tes Ver­hal­ten im Ver­si­che­rungs­we­sen aus­ge­rich­tet. Im An­schluss an den Ver­eins­vor­sitz der Sport­hil­fe NRW wur­de er zu de­ren Eh­ren­vor­sit­zen­den er­nannt. Der LSB NRW wür­dig­te eben­falls sei­ne Leis­tun­gen und er­nann­te ihn 1989 – ob­wohl nie Prä­si­dent - zu sei­nem Eh­ren­prä­si­den­ten. Sein Ruf als Fi­nanz­fach­mann eil­te Wil­li Ha­n­eke vor­aus. Im Jahr 1974 wur­de er in den Fi­nanz­aus­schuss des Deut­schen Sport­bunds (DSB) de­le­giert. Von 1978 bis 1986 be­klei­de­te er das Amt des stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den in die­sem Aus­schuss. 1977 trat er zu­sätz­lich noch dem Bei­rat der Ge­sell­schaft der Freun­de und För­de­rer der Deut­schen Sport­hoch­schu­le Köln bei und wur­de 1980 in der Sek­ti­on Deutsch­land des In­ter­na­tio­na­len Ar­beits­krei­ses für Sport­stät­ten und Frei­zeit­an­la­gen (IAKS) Mit­glied. Im glei­chen Jahr trat er dem Vor­stand des Ver­eins „Füh­rungs- und Ver­wal­tungs­aka­de­mie Ber­lin des Deut­schen Sport­bund­s“ bei.

Ne­ben sei­nen zahl­rei­chen eh­ren­amt­li­chen Tä­tig­kei­ten für Sport­ver­ei­ne und -ver­bän­de blieb Wil­li Ha­n­eke noch Zeit, sich im ka­ri­ta­ti­ven und so­zia­len Be­reich zu en­ga­gie­ren. 1951 trat er dem Rechts­trä­ger­ver­ein des St. Jo­sef-Kran­ken­hau­ses Es­sen-Kup­fer­dreh bei. In den fol­gen­den Jah­ren ar­bei­te­te er bei der Pla­nung ei­nes Neu­baus für die­se Ein­rich­tung mit. Die­se Auf­ga­ben, be­son­ders die Fi­nan­zie­rung und Ab­wick­lung des Ver­ga­be­we­sens, ko­or­di­nier­te er seit 1965 als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Kran­ken­hau­ses. Zahl­rei­che Um­bau- und Er­wei­te­rungs­maß­nah­men soll­ten in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten fol­gen, die von ihm ge­steu­ert wur­den. Er ge­hör­te zu den Or­ga­ni­sa­to­ren des neu­en Kup­fer­dre­her Al­ten­kran­ken­hau­ses (1986). Auf­grund sei­ner Kom­pe­tenz wur­de er 1977 in den Kran­ken­haus-Bei­rat der Stadt Es­sen ent­sandt und über­nahm den Vor­sitz die­ses Bei­rats. 1981 wur­de er ein­stim­mig in die­sem Amt wie­der­ge­wählt. Sein En­ga­ge­ment für das Kup­fer­dre­her Kran­ken­haus kam ihn auch an ei­ner an­de­ren Stel­le zu­gu­te, denn in sein Auf­ga­ben­feld als Schatz­meis­ter und Vor­sit­zen­der der Sport­hil­fe NRW fiel auch das Lü­den­schei­der Kran­ken­haus für Sport­ver­letz­te in Hel­ler­sen, wel­ches sich in der Trä­ger­schaft der Sport­hil­fe be­fand.

Zu sei­nen zahl­rei­chen wei­te­ren eh­ren­amt­li­chen Tä­tig­kei­ten ge­hör­ten sei­ne Mit­glied­schaf­ten im Ver­wal­tungs­rat der West­deut­schen Fuß­ball-To­to GmbH und im West­deut­schen Rund­funk­rat. Ha­n­eke war 1964 ei­nes der Grün­dungs­mit­glie­der des „Schwarz­wald­heim Tho­mas Mo­rus Es­sen Kup­fer­dreh e.V.“. Der Ver­ein un­ter­hielt in Wol­fach im Schwarz­wald ein Bau­ern­haus für Kin­der und Ju­gend­li­che aus ein­kom­mens­schwa­chen Fa­mi­li­en. Ha­n­eke en­ga­gier­te sich zu­dem im Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee des Ka­tho­li­ken­tags von 1968 in Es­sen in den Be­rei­chen des Pro­to­koll­we­sens und der Gäs­te­kom­mis­si­on. 1987 über­nahm er ver­ant­wort­lich die Pro­to­koll­auf­ga­ben beim Be­such Jo­han­nes Paul II. in Bot­trop und Gel­sen­kir­chen. Auf­grund sei­ner Ver­diens­te wur­de ihm 1994 der päpst­li­che Or­den „Rit­ter des hl. Gre­go­ri­us des Gro­ßen“ ver­lie­hen.

Richtfest der Sportschule Radevormwald l. Willi Weyer, r. Willi Haneke, 19.4.1979. (Landessportbund NRW/ K1B62F1)

 

Hoch­be­tagt ver­starb Wil­li Ha­n­eke am 2.10.2008 mit 93 Jah­ren in sei­ner Hei­mat­stadt Es­sen. Sei­ne zahl­rei­chen Eh­run­gen und Aus­zeich­nun­gen wur­den zu Recht von den­je­ni­gen her­vor­ge­ho­ben, für de­ren Be­lan­ge und Wohl er sich über Jahr­zehn­te ein­ge­setzt hat­te. Sein Le­bens­werk wür­dig­te wie­der­holt der deut­sche Staat. Ihm wur­den der Ver­dienst­or­den und die Sport­pla­ket­te des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len ver­lie­hen. 1974 wur­de er mit dem Bun­des­ver­dienst­kreuz 1. Klas­se des Ver­dienst­or­dens der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und 1983 mit dem Gro­ßen Bun­des­ver­dienst­kreuz der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aus­ge­zeich­net.

Kongress 50 Jahre Landessportbund, l. Willi Haneke, r. Richard Winkels, 1997. (Landessportbund NRW/ K3B273F55)

 
Zitationshinweis

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Heimsoth, Axel, Wilhelm Haneke, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/wilhelm-haneke/DE-2086/lido/685165d19eca26.53496888 (abgerufen am 15.01.2026)

Veröffentlichung

Veröffentlicht am 03.07.2025