Biographie Jan von Werth Jan von Werth war ein Militär des Dreißigjährigen Kriegs, der als Anführer berittener Einheiten für die Armeen des Kurfürsten von Bayern und des Kaisers kämpfte. Er gilt als Prototyp des Aufsteigers, der aus einfachen Verhältnissen stammte, eine beispiellose Karriere im Militär machte und für seine Verdienste geadelt wurde. Die zumal im Rheinland bekannte Sage von Jan und Griet greift im Kern diesen sozialen Aufstieg auf, der, so unwahrscheinlich er war, Jan von Werth gleichwohl geglückt ist: Die junge Griet weist den um sie werbenden Knecht als allzu schlechte Partie ab, bevor sie Jahre später ihren Fehler erkennen muss, als sie ihn, da er längst ein General ist, wieder trifft.
Biographie Familie Röchling Die aus Westfalen stammende Familie Röchling baute an der Saar ein Unternehmen auf, das auf dem Gebiet des Handels mit Rohstoffen (Kohle, Erze, Eisen und Stahl) und der Montanindustrie eine führende Stellung in Deutschland errang. Dessen geographischer Schwerpunkt befand sich jahrzehntelang in der Grenzregion, in die die ersten Familienmitglieder um 1730 zogen. Die Neuankömmlinge und ihre Nachkommen verbanden sich sofort mit dem ansässigen Besitz- und Bildungsbürgertum.
Biographie Aletta Haniel Aletta Haniel war eine im ausgehenden 18. Jahrhundert in verschiedenen Geschäftsfeldern erfolgreich tätige Geschäftsfrau und eine der herausragenden Unternehmerinnen ihrer Zeit. Mit der umsichtigen Erziehung und kaufmännischen Ausbildung ihres Sohns Franz Haniel trug sie maßgeblich dazu bei, dass dieser zu einem der bedeutendsten Industriepioniere des 19. Jahrhunderts aufstieg.
Biographie Nikolaus Gülich Rebellen und Revolutionäre regen die Phantasie der Menschen seit jeher an und erfahren nicht selten eine beinahe romantische Verklärung. So gilt Nikolaus Gülich bis heute als ein Vorkämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit, der ihn immerhin in der Gegenwart sowohl zum Namensgeber eines von der Partei Bündnis 90/Die Grünen gestifteten Fonds, der soziale und bürgerschaftliche Projekte fördert, wie auch zum Protagonisten eines von Herbert Sinz (1913-1989) verfassten Historienromans mit dem Titel „Der kölnische Rebell“ macht. Ein differenzierteres Bild, das neben der Binnendimension auch die Bedeutung des von Gülich angeführten Aufstandes im Hinblick auf die reichsgeschichtliche Situation aufzeigt, gelingt der historischen Forschung erst in den letzten Jahren.
Biographie Johann und Aegidius Gelenius Die Gebrüder Johann und Aegidius Gelenius gehören zu den wichtigsten deutschsprachigen Historiographen der Frühen Neuzeit und haben mit ihren „Farragines“ ein umfangreiches Kompendium der Kölnischen Geschichte und ihrer überregionalen Vernetzung hinterlassen. Zwar handelt es sich dabei ganz überwiegend um bunt gemischte (lateinisch farrago = Mischfutter) Kopien und Abschriften, die vor allem Aegidius Gelenius mit den jeweiligen Originalen verglich; da diese jedoch vielfach nicht mehr erhalten sind, ist das dreißigbändige Gesamtwerk noch heute eine historische Quelle erster Güte, ohne die kaum eine Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Geschichte Kölns auskommt.
Biographie Wilhelm Egon von Fürstenberg Wilhelm Egon von Fürstenberg war als kurkölnischer Diplomat der Initiator einer weit reichenden Anbindung des Erzstifts an Frankreich. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Franz Egon verantwortete er damit einen nicht nur für Kurköln, sondern für das ganze Reich äußerst riskanten Kurs, der sich zudem weniger an den jeweiligen staatlichen, sondern vielmehr an den persönlichen und familiären Interessen der Fürstenberger orientierte. Damit scheiterte er jedoch vollkommen und machte sich, der die Unabhängigkeit und Bedeutung seines Hauses stets abzusichern suchte, in seinem letzten Lebensjahrzehnt ganz von der Gunst des französischen Königs Ludwig XIV. (Regierungszeit 1643-1715) abhängig.
Biographie Johann Maria Farina Johann Maria Farina entwickelte die Rezeptur des Eau de Cologne und legte damit den Grundstein für die bis heute weltweit bekannte Firma „Farina Gegenüber". Geboren wurde er am 8.12.1685 in Santa Maria Maggiore (Italien) und zog um 1700 auf Anregung seines Onkels nach Köln. Der Onkel, der ebenfalls Johann Maria Farina hieß, war gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus Santa Maria Maggiore im Val Vigezzo nach Maastricht ausgewandert, um dort Handel zu treiben.
Biographie Friedrich IV. von Wied Erzbischof Friedrich IV. von Wied sollte das Kölner Erzstift aus der Finanzmisere befreien, die sein Vorgänger Johann Gebhard von Mansfeld hinterlassen hatte. Doch stattdessen weitete sich eine formale Auseinandersetzung zu einem so heftigen Streit aus, dass Friedrich am Ende von seinem Amt zurücktrat.
Biographie Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach war Fürstäbtissin der freiweltlichen Frauenstifte Essen und Thorn, die in Personalunion verbunden waren. In Essen regierte sie während der letzten Blütezeit des Stifts. Die in Teilen erhaltene Barock- beziehungsweise Rokoko-Ausstattung der Essener Stifts- wie der Johanneskirche und der Kapelle des von ihr gestifteten Waisenhauses in Steele ist ihr zu verdanken und zeigt den großen Einfluss der Jesuiten während ihrer Regierungszeit in Essen.
Biographie Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg Franz Ludwig, der ohne zu höheren Weihen gelangt zu sein im Laufe seines Lebens vier Bischofsstühle besetzte, trat in der Reichskirche der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch Reformen des Rechts- und Verwaltungswesens, sein Bekenntnis zur Gegenreformation und sein Mäzenatentum hervor. Am 24.7.1664 wurde Franz Ludwig als neuntes Kind des Kurfürsten Philipp Wilhelm von der Pfalz (Regierungszeit als Pfalzgraf 1653-1690, ab 1685 als Kurfürst) und der Elisabeth Amalia Magdalena von Hessen-Darmstadt (1635-1709) in Neuburg an der Donau geboren.