Biographie Dora Philippson Dora Philippson war vor 1933 Studienrätin für Mathematik, Physik und Chemie an Lyzeen in Bonn und Berlin. 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert, gehörte sie zu den wenigen überlebenden Bonner Juden. Sie kam zurück in ihre Heimatstadt, war maßgeblich am Wiederaufbau der hiesigen Synagogengemeinde beteiligt und hat 1954 die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Bonn mitgegründet.
Biographie Heinrich Müller Heinrich Müller leitete von 1935 bis 1944 die Bonner Außenstelle des Sicherheitsdienstes der SS (SD). Der gelernte Zahnarzt und überzeugte Nationalsozialist war führend an der Verfolgung von Bonner Juden und Zwangsarbeitern beteiligt. Nach der NS-Zeit und mehrjähriger Haft konnte er ein unauffälliges Leben im Ruhrgebiet führen.
Biographie David Wolffsohn Der aus Litauen stammende Kaufmann David Wolffsohn, der von 1888 bis zu seinem Tod 1914 in Köln lebte, war wie sein Freund Max Bodenheimer einer der ersten deutschen Zionisten. Nach dem Tod Theodor Herzls (1860-1904) amtierte er von 1905/1907 bis 1911 als dessen Nachfolger als Präsident der Zionistischen Weltorganisation. Unter seiner Leitung wurden wichtige zionistische Einrichtungen nach Köln verlegt, das somit für wenige Jahre als eine „Hauptstadt des Zionismus" gelten konnte.
Orte und Räume Stadt Bonn Die ältesten menschlichen Spuren im heutigen Bonner Stadtgebiet, ein Dutzend Faustkeile, gefunden im Bad Godesberger Ortsteil Muffendorf, werden in die Altsteinzeit datiert (circa 50.000 vor Christus). Auch für die Nachfolgezeit sind Archäologen immer wieder auf Überreste menschlicher Existenz in Bonn gestoßen.
Biographie Marie Kahle Marie Kahle hat als Frau des Bonner Orientalistikprofessors Paul Kahle zusammen mit dem ältesten ihrer fünf Söhne im November 1938 nach den Verwüstungen der Pogromnacht verfolgten jüdischen Mitbürgern aus christlichem Mitgefühl geholfen. Diese in den Augen des Hitlerregimes volksverräterische Tat führte zu ihrer Drangsalierung durch die Gestapo, der Relegation ihres ältesten Sohnes von der Universität, der Entlassung ihres Mannes aus seiner Professur und schließlich zur Flucht der ganzen Familie nach England.
Thema Die Universität Bonn und der Geist Wilhelm von Humboldts Die Universität Bonn war mit ihrer Gründung am 18. Oktober 1818 die dritte neue Universität Preußens innerhalb von nur acht ereignisreichen Jahren zwischen Sieg und Niederlage, reformerischem Aufbruch und Beharrung. Ihr vorausgegangen waren die Universitäten Berlin und Breslau, mit denen sie lange Zeit zunächst eine Namenslosigkeit und schließlich ihren Namen – Friderico-Guilhelmina, Friedrich-Wilhelms-Universität – teilte.