Home-Office im LVR-ILR

anlässlich der COVID19-Ausbreitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, sind alle Mitarbeitenden des LVR-Instituts für Landeskunde zunächst bis zum 19. April 2020 angehalten, nach Möglichkeit zuhause zu bleiben. Über die Möglichkeiten des home-office können wir viele unserer Aufgaben weiterhin bearbeiten, direkte Kontakte mit Forschungspartner*innen, bei Vorträgen und Veranstaltungen sind aber momentan nicht möglich.

Sie können weiterhin mit uns in Kontakt treten, nutzen Sie bitte hierfür vorranging die direkte Email an unsere Mitarbeitenden. Leider kommt es bei der automatischen Weiterleitung vom Diensttelefon wegen der aktuellen Überlastung der zentralen Telefonanlage zu Störungen.

Mit den besten Wünschen, bleiben Sie gesund,

Dr. Dagmar Hänel
Institutsleiterin

 

P.S.: Besuchen Sie doch unseren Bereich "Alltag in der Krise – die Krise im Alltag" auf der Homepage des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte. Hier beleuchten wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf regionale Alltagskulturen im Rheinland. 

In Memoriam Ellen Eliel-Wallach 1928-2019, Urenkelin des Synagogenerbauers

Bild-Vortrag und moderiertes Gespräch am Weltfrauentag mit Monika Grübel und der Familie von Ellen Eliel-Wallach

Ellen Eliel-Wallach ist am 3. September 2019 im Alter von 91 Jahren in Amsterdam gestorben. Zehn Jahre zuvor war sie unser Ehrengast bei der Eröffnung des LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen. Ellen Eliel-Wallach war ihrer Großtante „Billchen“, die bis 1934 in Rödingen wohnte, und damit dem Rödinger Gebäudeensemble eng verbunden.
Mit der Veranstaltung am Weltfrauentag möchten wir an das Leben von Ellen Eliel-Wallach erinnern. Wir freuen uns sehr, dass ihre Tochter und ihr Sohn und weitere Angehörige dafür extra nach Rödingen anreisen und über ihre Mutter sprechen werden.
Der Familie von Ellen Eliel-Wallach wurde durch die Deutschen unendlich viel Leid zugefügt. Umso dankbarer sind wir, dass sie bereit war, uns über ihr Schicksal und das ihrer Familie zu berichten. Das war nicht immer leicht, denn es sind viele bedrückende und belastende Erinnerungen: die Flucht in die Niederlande, die Deportation in verschiedene Lager seit Dezember 1942, der gewaltsame Tod der Großtante Sibilla Ullmann und die Ermordung des geliebten Vaters Richard Wallach in Auschwitz. Dann der schwere Neubeginn in Amsterdam nach 1945. 
Durch viele Gespräche und Begegnungen war es uns möglich, die Geschichte der Familie Ullmann vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute im LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen vorzustellen. Es ist eine individuelle Familiengeschichte, die aber auch beispielhaft für viele rheinisch-jüdische Familien steht. Durch die Geschichte der Familie Ullmann erhalten unsere Besucher*innen Einblicke in „Jüdisches Leben im Rheinland“ vom 18. Jahrhundert bis heute. Dabei war Ellen eines besonders wichtig: Dass wir Kindern und Jugendlichen diese Geschichte erzählen und ihnen vermitteln, wohin es führt, wenn Menschen ausgegrenzt und entrechtet werden, nur weil sie jüdisch sind.

„Ich hoffe, dass viele Schulkinder hierher kommen, sich das Haus und die Synagoge ansehen und den Jugendlichen erklärt wird, wie Juden auf dem Land gelebt haben. Es soll ein Ort der Besinnung und Erinnerung sein.“
Aus der Rede von Ellen Eliel-Wallach bei der Eröffnung des LVR-KULTURHAUS 2009

Trotz der vielen und leidvollen Erfahrungen war Ellen ein humorvoller Mensch. Beim Erzählen verfiel sie gelegentlich in die rheinische Mundart ihrer Kindheit. Und immer wieder haben wir auch mit ihr über die Widrigkeiten des Alltagslebens gelacht.
Mit dieser Veranstaltung wollen wir Ellen Eliel-Wallach ehren und ihrer Familie für die immer konstruktive Unterstützung unserer Arbeit danken! 

Monika Grübel, Judaistin im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn und Leiterin des LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen. 
Dr. med. Miriam Eliel und Prof. Dr. Eric Eliel, Tochter und Sohn von Ellen Eliel-Wallach.

 

Sonntag, 8. März 2020, 15:00 Uhr, Eintritt: 3,- Euro (inkl. Besichtigung der Gebäude und der Dauerausstellung)

LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen | Mühlenend 1 | 52445 Titz-Rödingen | E-Mail: landsynagoge@lvr.de

Dr. August Bender. Landarzt und SS-Sturmbannführer

Buchvorstellung mit Nico Biermanns, Aachen

Über SS-Sturmbannführer Dr. August Bender aus Kreuzau referiert Nico Biermanns, Geschichtsstudent der RWTH Aachen, am Sonntag, 26. Januar um 14 Uhr im LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen. Die Biografie des Landarztes erschien 2019 in der Reihe „Kritische Beiträge zur Lokal- und Regionalgeschichte“. Dr. August Bender war in der NS-Zeit als Lagerarzt im KZ Buchenwald tätig und an zahlreichen Häftlingsselektionen beteiligt. In der Nachkriegszeit erklärte er vor der bundesdeutschen Justiz, dass er sich „völlig schuldlos fühle“. Schon 1948 war er wieder in Düren-Vettweiß als beliebter Landarzt tätig und pflegte Kontakt zu ehemaligen Kameraden und verurteilten NS-Verbrechern. Sich mit seiner eigenen Vergangenheit kritisch auseinanderzusetzen, war er nicht bereit.

Die Menora im LVR-KULTURHAUS stammt aus dem Besitz von Dr. Bender. Der LVR ließ seine Provenienz 2011 durch Dr. Ursula Reuter erforschen und machte die Ergebnisse öffentlich zugänglich. 

 

Sonntag, 26. Januar, 14:00 Uhr, Eintritt: 3,- Euro

LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen | Mühlenend 1 | 52445 Titz-Rödingen | E-Mail: landsynagoge@lvr.de