Home-Office im LVR-ILR

anlässlich der COVID19-Ausbreitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, sind alle Mitarbeitenden des LVR-Instituts für Landeskunde zunächst bis zum 19. April 2020 angehalten, nach Möglichkeit zuhause zu bleiben. Über die Möglichkeiten des home-office können wir viele unserer Aufgaben weiterhin bearbeiten, direkte Kontakte mit Forschungspartner*innen, bei Vorträgen und Veranstaltungen sind aber momentan nicht möglich.

Sie können weiterhin mit uns in Kontakt treten, nutzen Sie bitte hierfür vorranging die direkte Email an unsere Mitarbeitenden. Leider kommt es bei der automatischen Weiterleitung vom Diensttelefon wegen der aktuellen Überlastung der zentralen Telefonanlage zu Störungen.

Mit den besten Wünschen, bleiben Sie gesund,

Dr. Dagmar Hänel
Institutsleiterin

 

P.S.: Besuchen Sie doch unseren Bereich "Alltag in der Krise – die Krise im Alltag" auf der Homepage des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte. Hier beleuchten wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf regionale Alltagskulturen im Rheinland. 

Rheinlandbefreiungsfeiern 1930

Der SWR berichtet über das Ende der Rheinlandbesetzung 1930 - Beitrag im Portal Rheinische Geschichte

Am 30. Juni 1930 räumte die französische Armee die linksrheinischen Gebiete. Damit endete die alliierte Besetzung des Rheinlands und des Ruhrgebiets nach dem Ersten Weltkrieg. Die in zahlreichen Städten veranstalteten „Befreiungsfeiern“ sind Inhalt eines Rundfunkbeitrages des SWR in Verbindung mit der Heidelberger Historikerin Dr. Birgit Bernard (Gábor Paál im Gespräch mit Birgit Bernard, abrufbar hier).

Einen umfassenden Hintergrundbeitrag von Birgit Bernard finden Sie auch im Portal Rheinische Geschichte. Er beleuchtet die Vorgeschichte der Befreiungsfeiern, deren Umsetzung und politische Aufladung, die mediale Begleitung oder die Bedeutung von Einzelpersönlichkeiten wie Reichspräsident Paul von Hindenburg. Wie immer finden Sie neben entsprechendem Bildmaterial auch weiterführende Textempfehlungen zum Weiterstöbern. 

 

In Memoriam Ellen Eliel-Wallach 1928-2019, Urenkelin des Synagogenerbauers

Bild-Vortrag und moderiertes Gespräch am Weltfrauentag mit Monika Grübel und der Familie von Ellen Eliel-Wallach

Ellen Eliel-Wallach ist am 3. September 2019 im Alter von 91 Jahren in Amsterdam gestorben. Zehn Jahre zuvor war sie unser Ehrengast bei der Eröffnung des LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen. Ellen Eliel-Wallach war ihrer Großtante „Billchen“, die bis 1934 in Rödingen wohnte, und damit dem Rödinger Gebäudeensemble eng verbunden.
Mit der Veranstaltung am Weltfrauentag möchten wir an das Leben von Ellen Eliel-Wallach erinnern. Wir freuen uns sehr, dass ihre Tochter und ihr Sohn und weitere Angehörige dafür extra nach Rödingen anreisen und über ihre Mutter sprechen werden.
Der Familie von Ellen Eliel-Wallach wurde durch die Deutschen unendlich viel Leid zugefügt. Umso dankbarer sind wir, dass sie bereit war, uns über ihr Schicksal und das ihrer Familie zu berichten. Das war nicht immer leicht, denn es sind viele bedrückende und belastende Erinnerungen: die Flucht in die Niederlande, die Deportation in verschiedene Lager seit Dezember 1942, der gewaltsame Tod der Großtante Sibilla Ullmann und die Ermordung des geliebten Vaters Richard Wallach in Auschwitz. Dann der schwere Neubeginn in Amsterdam nach 1945. 
Durch viele Gespräche und Begegnungen war es uns möglich, die Geschichte der Familie Ullmann vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute im LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen vorzustellen. Es ist eine individuelle Familiengeschichte, die aber auch beispielhaft für viele rheinisch-jüdische Familien steht. Durch die Geschichte der Familie Ullmann erhalten unsere Besucher*innen Einblicke in „Jüdisches Leben im Rheinland“ vom 18. Jahrhundert bis heute. Dabei war Ellen eines besonders wichtig: Dass wir Kindern und Jugendlichen diese Geschichte erzählen und ihnen vermitteln, wohin es führt, wenn Menschen ausgegrenzt und entrechtet werden, nur weil sie jüdisch sind.

„Ich hoffe, dass viele Schulkinder hierher kommen, sich das Haus und die Synagoge ansehen und den Jugendlichen erklärt wird, wie Juden auf dem Land gelebt haben. Es soll ein Ort der Besinnung und Erinnerung sein.“
Aus der Rede von Ellen Eliel-Wallach bei der Eröffnung des LVR-KULTURHAUS 2009

Trotz der vielen und leidvollen Erfahrungen war Ellen ein humorvoller Mensch. Beim Erzählen verfiel sie gelegentlich in die rheinische Mundart ihrer Kindheit. Und immer wieder haben wir auch mit ihr über die Widrigkeiten des Alltagslebens gelacht.
Mit dieser Veranstaltung wollen wir Ellen Eliel-Wallach ehren und ihrer Familie für die immer konstruktive Unterstützung unserer Arbeit danken! 

Monika Grübel, Judaistin im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn und Leiterin des LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen. 
Dr. med. Miriam Eliel und Prof. Dr. Eric Eliel, Tochter und Sohn von Ellen Eliel-Wallach.

 

Sonntag, 8. März 2020, 15:00 Uhr, Eintritt: 3,- Euro (inkl. Besichtigung der Gebäude und der Dauerausstellung)

LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen | Mühlenend 1 | 52445 Titz-Rödingen | E-Mail: landsynagoge@lvr.de