Zeittafel 1074

3.10.1074

Erzbischof Anno II. von Köln erhebt im Kölner Stift St. Kunibert die Gebeine der beiden Märtyrer Ewald

 Die beiden Angelsachsen mit dem Namen Ewald wirkten am Ende des 7. Jahrhunderts in der Sachsenmissionierung. Beda Venerabilis (672/673-735) überliefert ihr Martyrium, jedoch nicht den Ort, wo es stattfand, nach lokalen Überlieferungen soll das in Aplerbeck (heute Stadt Dortmund) gewesen sein. Ihre Gebeine wurden nach Köln überführt. Ihr Festtag im Kölner Heiligenkalender ist der 22. Oktober, im Paderborner der 3. Oktober.  

900-1099

Gründung des Klosters Steinfeld (heute Gemeinde Kall) durch die Grafen von Are

Das Eigenkloster der Grafen von Are wandelte der Kölner Erzbischof Friedrich I. 1121 in ein Regularkanonikerstift um, das sich um 1138 dem Prämonstatenserorden anschloss. Aufhebung im Zuge der Säkularisation 1802.

997-1221

In Aachen besteht das Kloster Salvatorberg

Der Plan für ein Kloster auf dem Salvatorberg geht auf Kaiser Otto III. (Regierungszeit 983 -1002) zurück, der das Kloster zusammen mit dem Adalbertstift und dem Benediktinerkloster Burtscheid bei Aachen als Teil des Ausbaus von Aachen als Herrschaftssitz konzipierte. Ob sich zu dieser Zeit dort bereits ein Kloster konstituierte, ist unbekannt. Anfang des 13. Jahrhunderts ist dort ein Zisterzienserinnenkloster bezeugt, das 1220/1221 in das Kloster Burtscheid übersiedelte.

1050-1099

Ältester Koblenzer Zolltarif

Er ist enthalten in einer gefälschten Urkunde  vom 5.6.1104, in der Kaiser Heinrich IV. (Regierungszeit 1056-1106) dem Trierer Simeonstift den Besitz des Koblenzer Zolls bestätigt. Der Zolltarif ist eine der wichtigsten Quellen der mittelrheinischen Wirtschafts-, Handels- und Verkehrsgeschichte des Mittelalters.

12.-29.4.1074

Aufstand in Köln gegen Erzbischof Anno II.

Anlass war die Beschlagnahmung eines Kaufmannsschiffes im Kölner Rheinhafen durch den Erzbischof. Dem Sohn des Schiffseigners gelang es, gegen den Übergriff des Stadtherrn die Kölner Bevölkerung zu mobilisieren. Anno musste verkleidet und im Schutz der Dunkelheit durch ein Schlupfloch in der Stadtmauer aus der Stadt fliehen. Von Neuss aus gelang ihm der Gegenschlag gegen die aufsässigen Kölner, über die er ein strenges Strafgericht abhielt.