Der 46. Deutsche Wandertag 1937 in Mayen

Bürgerliche Vereinsidylle im Dritten Reich?

Wolfgang Schmid (Winningen)

Die Einladung zum 46. Deutschen Wandertag im Juli 1937 in Mayen, oben abgebildet die Genovevaburg in Mayen. (Eifelverein Mayen)

1. Einleitung

Ein un­schein­ba­rer Ge­denk­stein an der Ro­ten Brü­cke, 2014 durch ei­ne lo­bens­wer­te In­itia­ti­ve der Orts­grup­pe May­en des Ei­fel­ver­eins wie­der in­stand ge­setzt[1], er­in­nert an ein na­he­zu ver­ges­se­nes Er­eig­nis der Maye­ner Stadt­ge­schich­te: Vom 16.-20.7.1937 fand hier der 46. Deut­sche Wan­der­tag statt. Wir wer­den mit ei­ner An­kün­di­gung der Ver­an­stal­tung be­gin­nen, dann die Fra­ge stel­len, was ein Deut­scher Wan­der­tag ist, wer der ver­an­stal­ten­de Ver­ein war und wel­che Rol­le der Sport be­zie­hungs­wei­se das Wan­dern im Drit­ten Reich ge­spielt ha­ben. Im drit­ten Teil soll die Ver­an­stal­tung in May­en nä­her vor­ge­stellt und im Vier­ten ei­ne Ant­wort auf die Fra­ge nach dem Aus­maß der Ver­stri­ckung be­zie­hungs­wei­se In­stru­men­ta­li­sie­rung der Wan­der­be­we­gung durch das Drit­te Reich ge­sucht wer­den. Da­zu ge­hört auch die Fra­ge, was da­mit ge­meint ist, wenn in der Ein­la­dung da­zu auf­ge­for­dert wird, „in Ei­feler Trach­t“ zu er­schei­nen.

2. „Erscheint zum Reichswandertag in Mayen … in Eifeler Tracht“

Im April 1937 er­schien in der Zeit­schrift „Die Ei­fel. Das schö­ne deut­sche Grenz­land im Wes­ten“ ei­ne Ein­la­dung: „May­en / die Stadt der Bur­gen und Tür­me rüs­tet zum fest­li­chen Emp­fang.“ Zu­nächst wer­den in dem Ar­ti­kel aus­führ­lich die Glanz­lich­ter von Stadt und Re­gi­on ge­schil­dert: Burg Bür­res­heim, die Stadt May­en mit ih­rem schie­fen Kirch­turm, das Rat­haus und der Markt­platz, die Ge­no­ve­va­burg und das 1921 er­öff­ne­te Ei­fel­ver­eins­mu­se­um, der ab 1933 ent­stan­de­ne Mär­chen­hort und der Aus­sichts­turm auf dem Hoch­s­im­mer.

„Die Ba­salt­in­dus­trie, die vor dem Krie­ge bei­na­he 5000 Volks­ge­nos­sen Ar­beit und Brot gab, lag lan­ge Jah­re un­tä­tig dar­nie­der. Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher In­itia­ti­ve und Tat­kraft war es vor­be­hal­ten, sie zu ei­nem gro­ßen Tei­le wie­der in Gang zu brin­gen. Heu­te hö­ren wir wie­der den so ver­trau­ten me­lo­di­schen Zwei­klang, der durch das Be­hau­en der Ba­salt­la­vab­lö­cke her­vor­ge­ru­fen wird. Ein herz­li­ches Lied der Ar­beit, das über das wei­te Gru­ben­feld her­auf­tönt.“ Ver­fas­ser des Ar­ti­kels ist Ge­org Schlitt , der Schrift­füh­rer der Orts­grup­pe May­en.[2] 

Der 1938 errichtete Erinnerungsstein des Eifelvereins Mayen zum Gedenken an den 46. Deutschen Wandertag 1937 in Mayen. (Eifelverein Mayen)

 

Dann wird das Pro­gramm ver­öf­fent­licht: Don­ners­tags rei­sen die Teil­neh­mer zum "gro­ßen Deut­schen Wan­der­tag" an. Am Frei­tag gibt es Sit­zun­gen der Fach­aus­schüs­se. Die Wan­de­rer kön­nen mit „Gro­ßkraft­wa­gen“ ei­ne „Ta­ges­fahrt zu den Tal­sper­ren des Grenz­krei­ses Schlei­den“ un­ter­neh­men und da­bei auch die Or­dens­burg Vo­gel­sang be­sich­ti­gen. Al­ter­na­tiv gibt es ei­ne Bus­fahrt ent­lang der Mo­sel nach Co­chem. Am Sams­tag tagt der „Füh­rer­ra­t“, die Vor­sit­zen­den­run­de des Dach­ver­ban­des, nach­mit­tags wird die hei­mat­kund­li­che Aus­stel­lung „Die Ei­fel in Kunst, In­dus­trie und Hand­wer­k“ er­öff­net, zu­dem gibt es ei­nen „Spa­zier­gang der an­we­sen­den Da­men“ nach Schloss Bür­res­heim. An­schlie­ßend fin­det die Haupt­ver­samm­lung des Ei­fel­ver­eins statt und abends der „Be­grü­ßungs- und Hei­mat­aben­d“. Der Sonn­tag be­ginnt mit „Got­tes­diens­ten“, da­nach fol­gen die Haupt­ver­samm­lung, ein Platz­kon­zert und an­schlie­ßend der Fest­zug mit ei­ner öf­fent­li­chen Kund­ge­bung. An­schlie­ßend brin­gen Son­der­zü­ge die Teil­neh­mer zu den nächst ge­le­ge­nen Bahn­hö­fen. Die Un­ent­weg­ten kön­nen mon­tags noch ei­ne Bus­fahrt zum Nür­burg­ring und dann über Daun und Müns­ter­ei­fel nach Dernau (mit Wein­pro­be) ma­chen.

Im Mai­heft er­schien ein kur­zer Nach­trag: „Ei­feler Trach­ten kom­men wie­der zu Eh­ren! Er­scheint zum Reichs­wan­der­tag (!) in May­en nach Mög­lich­keit in Ei­feler Tracht!“[3] Die far­ben­fro­hen Stoff­mus­ter der Trach­ten sei­en nicht nur ein Kul­tur­gut, son­dern auch ei­ne wich­ti­ge Er­werbs­quel­le, „Hand­ge­webt und hand­ge­macht, das ist ech­te Eif­ler Tracht.“ Die Wan­de­rer wer­den al­so ge­be­ten, sich nicht als Wan­de­rer zu ver­klei­den, son­dern in Ei­feler Tracht zu er­schei­nen, um ih­re Zu­ge­hö­rig­keit und ih­ren Stolz auf die Ei­fel zum Aus­druck zu brin­gen. Der Ver­fas­ser „G. Schl.“ war der wort­ge­wal­ti­ge Schrift­füh­rer Ge­org Schlitt, der sei­nen zahl­rei­chen Ar­ti­keln nach zu ur­tei­len Par­tei­ge­nos­se war.

Der 'Tagungsplan' bzw. das Programm des 46. Deutschen Wandertages in Mayen, 1937, erster Teil. (Eifelverein Mayen)

 

3. Wandervereine im Dritten Reich

1937 war das 1000-jäh­ri­ge Reich vier Jah­re alt und hat­te die Olym­pia­de von 1936 weid­lich da­zu ge­nutzt, sich der Welt­öf­fent­lich­keit im bes­ten Licht zu prä­sen­tie­ren. Der Be­griff Macht­er­grei­fung be­deu­tet, dass sich 1933 schnell und oft auch zu­nächst un­be­merkt ein to­ta­li­tä­res Re­gime eta­blie­ren konn­te, das mit Bra­chi­al­ge­walt und mas­si­ven Rechts­ver­stö­ßen die Wei­ma­rer Re­pu­blik und ih­re In­sti­tu­tio­nen be­sei­tig­te. Nach der Kom­mu­nal­wahl vom 12.3.1933 hat­te die NS­DAP in May­en 9, das Zen­trum 8, die SPD 5 und die KPD 2 Sit­ze. We­ni­ge Ta­ge spä­ter war der Stadt­rat aus­ge­schal­tet.

In ei­nem to­ta­li­tä­ren Staat wur­de auch der Sport gleich­ge­schal­tet. Zur Ideo­lo­gie des Her­ren­men­schen ge­hör­te ein ge­stähl­ter Kör­per, der durch Sie­ge im Krieg die Über­le­gen­heit der ari­schen Ras­se un­ter Be­weis stell­te. Im Frie­den wa­ren Wett­kämp­fe wie die olym­pi­schen Som­mer­spie­le von 1936 an­ge­sagt, bei de­nen aus­ge­rech­net der „schwar­ze Ame­ri­ka­ner“ Jes­se Owens (1913-1980) vier Gold­me­dail­len ge­wann. Sport war nicht nur ideo­lo­gisch wich­tig, er dien­te zu­dem der Kör­per­er­tüch­ti­gung der Ju­gend, der Weh­r­er­tüch­ti­gung der künf­ti­gen Sol­da­ten und bot au­ßer­dem ei­ne her­vor­ra­gen­de Mög­lich­keit, brei­te Krei­se der Be­völ­ke­rung und vor al­lem die Ju­gend or­ga­ni­sa­to­risch zu er­fas­sen so­wie po­li­tisch zu in­dok­tri­nie­ren. Des­halb wur­den die mit­glie­der­star­ken Sport­or­ga­ni­sa­tio­nen der Ar­bei­ter­schaft oder kirch­li­che Grup­pen wie die Pfad­fin­der zer­schla­gen und gleich­schal­tet.

Der zweite Teil des 'Tagungsplanes' zum 46. Deutschen Wandertag in Mayen, 1937. (Eifelverein Mayen)

 

Fe­der­füh­rend war da­bei Hans von Tscham­mer und Os­ten (1897-1943), der als An­füh­rer von SA-Schlä­ger­trupps ein­schlä­gi­ge Er­fah­run­gen ge­sam­melt hat­te. Er wur­de im April 1933 Reichs­kom­mis­sar für Tur­nen und Sport und im Ju­li 1933 Reichs­sport­füh­rer. 1934 wur­de der Deut­sche Reichs­bund für Lei­bes­übun­gen ge­grün­det. Der Reichs­ver­band der deut­scher Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne war gleich­zei­tig „Grup­pe 1 des Fach­am­tes Berg­stei­gen und Wan­dern im Reichs­bund für Lei­bes­übun­gen“. 1938 wur­de er in den Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Reichs­bund für Lei­bes­übun­gen um­ge­wan­delt. Die­ser war in 15 Fachäm­ter und zehn Fach­ver­bän­de ge­glie­dert. Die Wan­de­rer fan­den sich mit 2.961 Ver­ei­nen und 198.346 Mit­glie­dern (da­von 28.536 Frau­en) in Ab­tei­lung 18 wie­der, die Berg­stei­ger bil­de­ten mit 168.450 Mit­glie­dern die Ab­tei­lung 17. An der Spit­ze des Reichs­ver­bands der deut­schen Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne stand der Reichs­wan­der­füh­rer Fer­di­nand Wer­ner (1876-1961).

Wer­ner war Leh­rer, Lan­des­his­to­ri­ker und Mit­glied der His­to­ri­schen Kom­mis­si­on für Hes­sen. Er war in ver­schie­de­nen völ­ki­schen Par­tei­en ak­tiv, zu­nächst in der Deutsch­so­zia­len Par­tei, dann im Deutsch­völ­ki­schen Schutz- und Trutz­bund und in der Deutsch­na­tio­na­len Volks­par­tei, für die er seit 1924 im Reichs­tag saß. 1933 wech­sel­te er zur NS­DAP und wur­de der ers­te na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Hes­sens. Die Po­pu­la­ri­tät Wer­ners, der bes­tens in der Re­gi­on ver­netzt war (er war Vor­sit­zen­der des Oden­wald­klubs und des Reichs­bun­des der Kin­der­rei­chen), lie­fer­te ei­nen Deck­man­tel für die Macht­er­grei­fung in Hes­sen. Nach ei­nem Macht­kampf mit dem Reichs­statt­hal­ter Ja­kob Spren­ger (1884-1945) wur­de Wer­ner im Sep­tem­ber 1933 ent­las­sen und 1936 als Lei­ter des hö­he­ren Schul­we­sens in Schle­si­en nach Bres­lau ver­setzt.

Wer­ner blieb wei­ter­hin Füh­rer des Reichs­ver­ban­des deut­scher Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne, wo er viel zur ideo­lo­gi­sche In­dok­tri­na­ti­on der Wan­der­be­we­gung bei­trug: „Un­ver­zagt wie Dü­rers Rit­ter zwi­schen Tod und Teu­fel müs­sen wir den uns vor­be­stimm­ten Weg ver­fol­gen. … Deut­sches Wan­der­tum ist deut­scher Wil­le.“ Den letz­ten Satz schrieb er auch un­ter ei­nen „Neu­jahrs­gruß des Deut­schen Wan­der­füh­rer­s“ an die Mit­glie­der des Ei­fel­ver­eins.[4] 1938 be­grü­ß­te Wer­ner im Ok­to­ber­heft der Zeit­schrift „Deut­sches Wan­dern“ die „Wan­der­ka­me­ra­den im Su­de­ten­deutsch­land als Brü­der vom ge­mein­sa­men Geis­te im Gro­ß­rei­che Adolf Hit­lers.“ Im Au­gust 1940 lud er zum „Kriegs­wan­der­ta­g“ in Mar­burg ein, bei dem in An­be­tracht der Zeit­um­stän­de auf Fah­nen- und Wim­pel­ein­zug, Auf- und Vor­bei­marsch der Tau­sen­de … und öf­fent­li­che Kund­ge­bun­gen“ ver­zich­tet wur­de. Seit 1935 hat­te sich der Reichs­ver­band der deut­schen Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne der Ein­füh­rung ei­ner Ein­heits­sat­zung des NS-Reichs­ver­ban­des für Lei­bes­übun­gen wi­der­setzt, 1940/1941 kam es in die­ser Fra­ge zu so mas­si­ven Aus­ein­an­der­set­zun­gen, dass Wer­ner zu­rück­trat; er wur­de durch den Lan­des­haupt­mann der Rhein­pro­vinz, Hein­rich Haa­ke (1892-1945), er­setzt.

Auch der Ei­fel­ver­ein wur­de 1933 gleich­ge­schal­tet. Der Ver­ein er­hielt ei­ne neue Sat­zung, wo­nach aus dem Vor­sit­zen­den der Ver­eins­füh­rer wur­de. Die Vor­sit­zen­den der Orts­grup­pen er­nann­ten die Mit­glie­der des Vor­stan­des, es gab kei­ne Sit­zun­gen mehr, auf de­nen Be­schlüs­se ge­fasst wur­den, son­dern nur noch Ver­samm­lun­gen und Be­fehls­aus­ga­ben. Der Vor­sit­zen­de muss­te Mit­glied der NS­DAP sein. Ju­den und So­zi­al­de­mo­kra­ten wur­den aus­ge­schlos­sen. Im Rah­men der Gleich­schal­tung wur­de die Ju­gend­ar­beit der HJ und dem BDM über­tra­gen. Auch für die Tou­ris­mus­wer­bung und die Wirt­schafts­för­de­rung wa­ren jetzt an­de­re Dienst­stel­len zu­stän­dig. Es blie­ben Wan­dern und die Kul­tur­ar­beit, die der NS-Pro­pa­gan­da sehr wich­tig er­schien.

4. „Mitten im schönen Eifelland: Jahresschau der deutschen Wanderer / Großkundgebung in Mayen“

Noch ein Wort zu den Deut­schen Wan­der­ta­gen: Das 19. Jahr­hun­dert war das Jahr­hun­dert der Ver­ei­ne. Und so ent­stan­den im Ge­fol­ge von Ro­man­tik und Bie­der­mei­er Wan­der­ver­ei­ne, die die För­de­rung der Ge­sel­lig­keit, aber auch die tou­ris­ti­sche Er­schlie­ßung der Re­gi­on zum Ziel hat­ten. So zum Bei­spiel der 1888 ge­grün­de­te Ei­fel­ver­ein, der Wes­ter­wald­ver­ein und der Huns­rück­ver­ein. Die Ver­ei­ne schlos­sen sich zu Dach­ver­bän­den zu­sam­men, 1883 wur­de der Deut­sche Wan­der­ver­band ge­grün­det, der heu­te 57 Wan­der­ver­ei­ne mit 600.000 Mit­glie­dern in 3.000 Orts­grup­pen ver­tritt. Er ver­an­stal­tet seit 1883 jähr­lich den Deut­schen Wan­der­tag, der in den 1930er Jah­ren als „Reichs­tref­fen der deut­schen Wan­de­rer“ be­zeich­net wur­de.

Die Fest­schrift der Orts­grup­pe May­en des Ei­fel­ver­eins von 1938 be­rich­tet, dass sich die Stadt 1933 in Frank­furt be­wor­ben hat­te, dies 1934 in Plau­en und 1935 in Frei­burg wie­der­holt hat­te und es 1936 in Ei­se­nach ge­lang, den „Reichs­wan­der­ta­g“ (!) für May­en zu ge­win­nen. In der of­fi­zi­el­len Dank­sa­gung des Ei­fel­ver­eins wer­den als Haupt­ver­ant­wort­li­che Bür­ger­meis­ter Ru­dolf Neu­en­ho­fer, der Orts­grup­pen­vor­sit­zen­de, der Leh­rer Ja­cob Hür­ter, und „der rüh­ri­ge, hei­mat­be­geis­ter­te Ge­org Schlit­t“ ge­nannt.[5] 

Im Ar­chiv der Orts­grup­pe hat sich ein ma­schi­nen­schrift­li­ches Ex­em­plar der „Richt­li­ni­en für die Ar­beit der Aus­schüs­se zur Durch­füh­rung des Reichs­wan­der­ta­ges (!)“ er­hal­ten.[6] Die „Richt­li­ni­en“ las­sen ein ho­hes Maß an Pro­fes­sio­na­li­tät er­ken­nen. Für das ge­müt­li­che Zu­sam­men­sein am Frei­tag­abend soll­ten hu­mo­ris­ti­sche Bei­trä­ge vor­be­rei­tet und Lie­der her­aus­ge­sucht so­wie hek­to­gra­phiert wer­den. Für die Kaf­fee­rast beim Spa­zier­gang der „Da­men“ soll­te der Be­sit­zer des Wald­frie­dens für „et­was Kon­zer­t“ sor­gen, „na­tür­lich auf sei­ne Kos­ten“. Den Be­grü­ßungs­abend soll­te Bür­ger­meis­ter Neu­en­ho­fer lei­ten, und zwar „oh­ne Zeit­ver­lust und rei­bungs­los.“ Da­bei soll­te er stän­dig Tuch­füh­lung hal­ten mit dem eben­falls ver­an­stal­tungs­er­fah­re­nen Ge­heim­rat Karl Leo­pold Kauf­mann (1863-1944), dem Vor­sit­zen­den des Ei­fel­ver­eins. Ge­plant war der Auf­tritt von zwei Hu­mo­ris­ten, ei­nem Dop­pel­quar­tett Maye­ner Sän­ger und ei­ner Tanz­grup­pe, „die die Wein­poe­sie des Rhei­nes, der Mo­sel und der Ahr tän­ze­risch dar­stellt.“ Die Her­stel­lung der Wein­fla­schen aus Pap­pe wur­de eben­so de­tail­liert ge­re­gelt wie die Be­schaf­fung der Schein­wer­fer und die Auf­stel­lung ei­ner Laut­spre­cher­an­la­ge.

Ge­re­gelt wur­de auch der Ver­kauf der „Fest­ab­zei­chen“ und der Pro­gram­me. Bei je­dem Deut­schen Wan­der­tag wer­den an­steck­ba­re Zei­chen ver­kauft, die die Teil­neh­mer aus­wei­sen. In May­en ent­schied man sich für ei­nen „Wan­der­bur­schen“, ein von Hel­ler-Kunst aus Holz ge­sägt und bunt be­mal­ter ruck­sack­tra­gen­der Wan­der­bur­sche, den jun­ge Mäd­chen auf den Stra­ßen ver­kauf­ten. Le­bens­gro­ße „Wan­der­bur­schen“ wur­den in der Stadt auf­ge­stellt. Bei der gro­ßen Kund­ge­bung auf dem Markt­platz muss­te der Fah­nen­ein­marsch ge­re­gelt wer­den, be­treffs des „Mas­sen­chors der Maye­ner Ge­sangs­ver­ei­ne“ war mit dem „Kreis­sän­ger­füh­rer“ zu ver­han­deln und ei­ne Laut­spre­cher­an­la­ge auf­zu­bau­en. Ge­plant war wei­ter ein „Ver­gnü­gungs­par­k“, für den Schau­stel­ler Bu­den auf­stel­len soll­ten. Es ist er­staun­lich, mit wie we­nig Auf­wand da­mals ei­ne Gro­ß­ver­an­stal­tung or­ga­ni­siert wur­de, es gab kei­ne Not­fall­plä­ne, kein Rot-Kreuz-Zelt und auch kei­ne Se­cu­ri­ty.

Au­ßer­dem wur­de ein of­fi­zi­el­les Pro­gramm ge­druckt: Un­ter ei­nem Bild der Ge­no­ve­va­burg liest man: „Ein­la­dung zum 46. Deut­schen Wan­der­tag des Reichs­ver­ban­des der deut­schen Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­ne vom 16. bis 20. Ju­li 1937 in May­en. Fri­schauf zur fro­hen Wan­der­fahrt in die Ei­fel! Bei sämt­li­chen Ver­an­stal­tun­gen wird Wan­der­klei­dung (!) ge­tra­gen.“[7]  Po­li­ti­scher wird dann schon das Gruß­wort. „Wan­der­ka­me­ra­den! Kommt heu­er wie­der in hel­len Scha­ren zum Deut­schen Wan­der­tag ... Euch er­war­tet ein eben­so schö­nes wie ei­gen­ar­ti­ges Grenz­land! Euch emp­fängt ei­ne ech­te deut­sche Volks­ge­mein­schaft und Hei­mat­wan­de­rer-Ge­sin­nung … Heil Hit­ler Eu­er Wer­ner.“ Dar­un­ter folgt das et­was we­ni­ger mar­tia­li­sche das Gruß­wort des Ei­fel­ver­eins­vor­sit­zen­den Karl Leo­pold Kauf­mann. Die­ser war Land­rat in Malme­dy und Eus­kir­chen, ein re­nom­mier­ter Lan­des­his­to­ri­ker, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Ver­eins für Ge­schicht­li­che Lan­des­kun­de der Rhein­lan­de, Eh­ren­dok­tor der Uni­ver­si­tät Bonn und von 1904 bis 1938 Vor­sit­zen­der des Ei­fel­ver­eins. Und das, ob­wohl er zu kei­nem Zeit­punkt Mit­glied der NS­DAP war (laut freund­li­cher Aus­kunft des Bun­des­ar­chivs Ber­lin vom 20. 4. 2015).

Weitere Mitteilungen zum 'Tagungsplan' des 46. Deutschen Wandertages in Mayen, 1937. (Eifelverein Mayen)

 

Auf der Rück­sei­te sind ei­ni­ge or­ga­ni­sa­to­ri­sche Hin­wei­se ab­ge­druckt. Die Teil­nah­me­ge­bühr be­trug 3 Mark, da­für gab es ne­ben dem Wan­der­tags­zei­chen meh­re­re Fest­schrif­ten, Wan­der­kar­ten und frei­en Ein­tritt, zum Bei­spiel in Schloss Bür­res­heim (Bus 40 Pfen­ni­ge). Zim­mer stan­den zur Ver­fü­gung in Gast­häu­sern (2,75 M) und in Pri­vat­häu­sern (2,35 M), bei­des „ein­schl. gu­tem Früh­stück und Be­die­nungs­gel­d“. Als Mit­tag­es­sen gab es zum „Ein­heits­preis“ von 1,30 M ei­nen Ein­topf, „mit Ein­la­ge“ für zu­sätz­lich 0,70 M.

Über den Ver­lauf des Deut­schen Wan­der­tags in May­en sind wir vor al­lem aus der Pres­se recht gut in­for­miert. Auf der ei­nen Sei­te hat die Mit­glie­der­zeit­schrift des Ei­fel­ver­eins, die seit 1933 von dem li­ni­en­treu­en His­to­ri­ker und Jour­na­lis­ten Vik­tor Baur (1898-1967) re­di­giert wur­de, aus­führ­lich dar­über be­rich­tet. Um­fang­reich ist auch die Be­richt­er­stat­tung in der Maye­ner Aus­ga­be des Na­tio­nal­blat­tes.[8] Ei­ne Rei­he von Ar­ti­keln er­schien im Ko­blen­zer Ge­ne­ral-An­zei­ger und in der Ko­blen­zer-Volks-Zei­tung (Mi­kro­film im Stadt­ar­chiv Ko­blenz). In­ter­es­san­ter­wei­se fin­det man in der Ko­blen­zer Lo­kal­aus­ga­be des Na­tio­nal­blat­tes kei­nen[9] und in der Trie­rer ge­ra­de ein­mal am 19. Ju­li ei­nen klei­nen Ar­ti­kel (Bi­blio­thek des Pries­ter­se­mi­nars Trier). Die Sitt­lich­keits­pro­zes­se ge­gen die Ko­blen­zer Barm­her­zi­gen Brü­der oder der Tod sie­ben deut­scher Berg­stei­ger am Nan­ga Par­bat fan­den ein we­sent­lich grö­ße­res Me­di­en­echo. Es lässt sich fest­hal­ten: Der Deut­sche Wan­der­tag in May­en war für die gleich­ge­schal­te­te Pres­se kein The­ma von über­re­gio­na­ler Be­deu­tung.

Die Ju­li­aus­ga­be der „Ei­fel“ ist ganz dem 46. Deut­schen Wan­der­tag ge­wid­met. Vier Gruß­wor­te er­öff­nen das Heft. Der Schirm­herr, der Gau­lei­ter und Ober­prä­si­dent der Rhein­pro­vinz, Jo­sef Ter­bo­ven (1898-1945), stellt fest, der Wan­der­tag sei „aus­ge­rich­tet nach na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Zie­len.“ Der „Deut­sche Wan­der­füh­rer“ Fer­di­nand Wer­ner be­ginnt: „Treu und deutsch und pflicht­be­wu­ßt tut ein rech­ter Wan­de­rer an dem Plat­ze, an den ihn das Schick­sal ge­stellt hat, sein Werk bis an das En­de sei­ner Ta­ge.“ Der „Vor­sit­zen­de des Ei­fel­ver­ein­s“ – nicht „Ver­eins­füh­rer“ – Kauf­mann ver­weist auf das im fol­gen­den Jahr an­ste­hen­de Ju­bi­lä­um: 50 Jah­re lang ha­be dann der Ei­fel­ver­ein das „Grenz­lan­d“ ge­för­dert. Er wünscht sich, dass das „deut­sche Wan­der­tum“ und das „schö­ne Hei­mat­werk … all­zeit so fest und trut­zig ste­hen wie die stol­zen feu­er­ge­türm­ten Vul­kan­ber­ge um die schö­ne Stadt des 46. Deut­schen Wan­der­ta­ges.“ Schlie­ß­lich be­grü­ßt Bür­ger­meis­ter Neu­en­ho­fer die Gäs­te sei­ner „ehr­wür­di­gen Kul­tur­stadt“ ... mit ih­rer „rei­chen ge­schicht­li­chen Ver­gan­gen­heit.“ Sie sei ein „Edel­sitz treu-deut­scher Men­schen, voll von köst­li­chen Heim­lich­kei­ten, Spitz­we­gidyl­len und ra­gen­den Wahr­zei­chen ei­ner jahr­hun­der­te­al­ten Ge­schich­te, aus­ge­stat­tet mit schö­nen städ­te­bau­li­chen An­la­gen, mit Stät­ten des Ge­wer­be­flei­ßes und der Kunst.“[10]

Im fol­gen­den Ar­ti­kel stellt Neu­en­ho­fer sei­ne Stadt vor und ver­weist auf die „drü­cken­de Fremd­herr­schaf­t“ der na­po­leo­ni­schen Zeit und den Auf­stieg un­ter der preu­ßi­schen Re­gie­rung. Dann liest man fett und mit Ein­zug (der Schrift­lei­ter ver­stand sein Hand­werk): „Aus hoff­nungs­lo­ser Zeit und tie­fem Nie­der­gang der Kriegs- und Nach­kriegs­zeit, die schon das Wort von der ‚s­ter­ben­den Stadt an der Net­te‘ ge­prägt hat­te, ist May­en un­ter dem be­le­ben­den Früh­lings­sturm der Ret­tungs­tat Adolf Hit­lers er­wacht und dem Le­ben zu­rück­ge­ge­ben wor­den.“ Kauf­mann weist noch ein­mal dar­auf hin, dass bei dem Fest­zug am Sonn­tag Ei­feler Tracht, „wo sol­che ge­tra­gen wird (!) er­wünsch­t“ sei, an­sons­ten „Wan­der­an­zug.“ Das Mit­füh­ren der Wim­pel und das Tra­gen des Ver­eins- und Fest­ab­zei­chens sei Pflicht.[11] Der 1938 be­ru­fe­ne Ge­schäfts­füh­rer des Ei­fel­ver­eins, der Lan­des­his­to­ri­ker Dr. Emil Kim­pen (ge­stor­ben 1965), be­han­delt das The­ma „Ei­fel und Ei­fel­ver­ein“, in dem er u. a. die Leis­tun­gen des Ver­eins im 19. Jahr­hun­dert lobt und den Ver­lust des „treu­deut­schen Ge­bie­tes, der Krei­se Eu­pen und Malme­dy“ be­klagt.[12] Be­saß der Be­griff „Hei­ma­t“ ei­ne von den brau­nen Macht­ha­bern miss­brauch­te po­li­ti­sche Kom­po­nen­te, so gilt das auch für die „treu­deut­schen Ge­bie­te“, das Saar­land, Lu­xem­burg, Ar­lon und „Deut­schost­bel­gi­en“. Was die West­for­scher ins­be­son­de­re an der Uni­ver­si­tät Bonn er­ar­bei­te­ten, dien­te den brau­nen Macht­ha­bern nach 1939 als wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge ih­rer An­ne­xi­ons­plä­ne. Die­se The­men spie­len in den Or­ga­nen des Ei­fel­ver­eins ei­ne wich­ti­ge Rol­le, und auch Kauf­mann hat sich in­ten­siv mit der Er­for­schung des Land­krei­ses be­schäf­tigt. Da­nach stellt Ernst Nick (1888-1971) das Ei­fel­ver­eins­mu­se­um und die „Bü­che­rei des Ei­fel­ver­ein­s“ auf der Ge­no­ve­va­burg vor.[13] 

Den of­fi­zi­el­len Be­richt über das Maye­ner Gro­ße­reig­nis ver­fass­te Schrift­lei­ter Vik­tor Baur. In mo­na­te­lan­ger Vor­be­rei­tung hät­ten in Zu­sam­men­ar­beit mit „Par­tei und Be­hör­de die star­ke und em­si­ge Orts­grup­pe des Ei­fel­ver­eins, treu­er Hü­ter der hei­mat­li­chen und kul­tu­rel­len Be­lan­ge im Ei­fel­lan­d“, die­se Ver­an­stal­tung vor­be­rei­tet.[14] Am Frei­tag­vor­mit­tag be­gan­nen dann die Sit­zun­gen, bei de­nen der Reichs­wan­der­füh­rer, in sei­ner „herz­li­chen, ziel­kla­ren Art und sei­nem ge­sun­den Op­ti­mis­mus“, im­mer wie­der neue Ak­zen­te setz­te. Die Ver­hand­lun­gen wa­ren „er­füllt von die­sem Stre­ben nach Hö­he, Licht und Klar­heit.“ Die Spra­che er­in­nert in ih­rer Dra­ma­tik an zeit­ge­nös­si­sche Wo­chen­schau­en. Am Frei­tag­abend gab es ein Tref­fen der „wa­cke­ren Käm­pen von meh­re­ren Dut­zend deut­scher Ge­birgs- und Wan­der­ver­ei­nen … mit fröh­li­chem Gruß, ge­stähl­te Wan­der­män­ner und auch vie­le Wan­der­frau­en“. Es sind die „Füh­rer und Vä­ter der gro­ßen deut­schen Wan­der­fa­mi­lie“, ein Be­griff der in den 1950er und 60er Jah­ren wei­ter­hin ger­ne ver­wen­det wur­de. Dies war kein Zu­fall, denn Dr. Kim­pen war bis 1955 Ge­schäfts­füh­rer des Ver­eins und Dr. Baur bis 1966 Schrift­lei­ter der Ei­fel­ver­ein­s­pu­bli­ka­tio­nen.

Die Einladung zum 46. Deutschen Wandertag im Juli 1937 in Mayen, oben abgebildet die Genovevaburg in Mayen. (Eifelverein Mayen)

 

Am Sams­tag be­grü­ß­te ein Fah­nen­meer die Wan­de­rer. Ne­ben den Fah­nen des Rei­ches wa­ren die Flag­gen der Bur­gen, Schlös­ser und be­wehr­ten Städ­te der Ei­fel ge­hisst. „Zu Fuß, mit Bahn, Kraft­wa­gen und Au­to­bus“ ström­ten die Wan­de­rer zu­sam­men und be­herrsch­ten das Stadt­bild. Über­all spür­te man den „Gleich­klang des Blu­tes und den Zu­sam­men­klang deut­schen Wan­der- und Hei­mat­wil­lens.“ Die Haupt­ver­samm­lung des Ei­fel­ver­eins über­geht Baur und streift auch nur kurz den „Be­grü­ßungs- und Hei­mat­aben­d“. Über die­sen sind wir aus der Lo­kal­pres­se recht gut in­for­miert. Mit­wir­ken­de wa­ren der Gau­mu­sik­zug des Reichs­ar­beits­diens­tes Gau 24 Mit­tel­rhein, der Man­do­li­nen­club Wan­der­lust aus Nie­der­bre­chen und der Män­ner­ge­sangs­ver­ein Lie­der­ta­fel aus May­en. Hin­zu ka­men der Ba­ri­ton Heinz Ra­ma­cher und der Te­nor Wal­ter Sturm, am Flü­gel Em­ma Sa­ge­biel und als Spre­cher Edu­ard von der Be­ke. Sen­de­lei­ter war „Pg. A. Herb.“ Ne­ben dem Reichs­rund­funk zeich­ne­te die „Kreis­kul­tur­stel­le der NS­DA­P“ für die Ver­an­stal­tung ver­ant­wort­lich. Über die Lie­der so­wie die hu­mo­ris­ti­schen und die Mund­art­bei­trä­ge be­rich­tet die Maye­ner Aus­ga­be des Na­tio­nal­blat­tes aus­führ­lich: „Vie­le lus­ti­gen Ge­schich­ten aus dem Le­ben un­se­rer Bau­ern, die sich trotz ih­rer har­ten Ar­beit ei­nen ur­wüch­si­gen der­ben Hu­mor be­wahrt ha­ben, gab es zu er­zäh­len …“ Der Reichs­sen­der Frank­furt strahl­te am Diens­tag un­ter dem Ti­tel „Frisch auf zum rüst‘gen Wan­dern durchs schö­ne Ei­fel­lan­d“ ei­ne zwei­stün­di­ge Sen­dung aus. Pla­ka­te kün­dig­ten „Zwei Stun­den Froh­sinn beim Rund­fun­k“ an und mahn­ten ein pünkt­li­ches Er­schei­nen der Gäs­te an, denn bei Be­ginn der Auf­zeich­nung wur­den die Tü­ren ver­schlos­sen. „... durch das Mi­kro­phon soll Ei­feler Lust und Fröh­lich­keit in vol­len Tö­nen durch den Ae­ther schwin­gen.“

Am Sonn­tag­mor­gen be­gann die Haupt­ver­samm­lung des deut­schen Ge­birgs- und Wan­der­ver­ban­des.[15] „Un­ge­zähl­te Fähn­lein und Wim­pel bil­de­ten Spa­lier“. Der Deut­sche Wan­der­füh­rer be­grü­ß­te zahl­rei­che Eh­ren­gäs­te. Ober­prä­si­dent Jo­sef Ter­bo­ven ließ sich von Karl Eu­gen Del­len­busch (1901-1959), Vi­ze­prä­si­dent des Re­gie­rungs­be­zirks Ko­blenz, ver­tre­ten. Del­len­busch er­in­ner­te an den Deut­schen Wan­der­tag von 1932 in Mett­lach, „als das Saar­ge­biet noch un­frei war. … Das west­deut­sche Grenz­land ist deutsch, froh und frei.“ Man ver­misst nicht nur den Lan­des­haupt­mann, son­dern auch die po­li­ti­sche Pro­mi­nenz: We­der Gau­lei­ter Gus­tav Si­mon (1900-1945) noch Kreis­lei­ter Hei­li­ger (1914-1978) lie­ßen sich bli­cken. Aus der An­we­sen­heits­lis­te der Haupt­ver­samm­lung er­fah­ren wir, dass Kauf­manns Nach­fol­ger Dr. Jo­sef Schramm (1901-1991), seit 1934 stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der, an­we­send war. Im­mer­hin se­hen wir auf ei­nem Fo­to vom Fest­zug Schramm ge­mein­sam mit Ge­heim­rat Kauf­mann und Schatz­meis­ter Bern­hard Vo­nach­ten – al­le drei üb­ri­gens oh­ne Arm­bin­de. Aus der Teil­neh­mer­lis­te der Ver­samm­lung des Ei­fel­ver­eins er­fah­ren wir, dass der Lan­des­haupt­mann hier durch Lan­des­ver­wal­tungs­rat Grei­ner ver­tre­ten wur­de; Ver­tre­ter ent­sand­ten au­ßer­dem die Reichs­bahn­di­rek­ti­on Saar­brü­cken, die Reichs­post­di­rek­ti­on Ko­blenz und der Lan­des­frem­den­ver­kehrs­ver­band Rhein­land.[16]  Aus ei­nem Be­richt der Ko­blen­zer Volks­zei­tung vom 19. Ju­li geht au­ßer­dem die An­we­sen­heit von Forst­meis­ter Neuwin­ger, der die per­sön­li­chen Grü­ße des Reichs­forst­meis­ters Her­mann Gö­ring (1893-1946) über­mit­tel­te, der Wehr­macht und der Kreis­füh­rung des Reichs­bun­des für Lei­bes­übun­gen, des Gau­ob­man­nes für Wan­dern und des Ju­gend­her­bergs­werks her­vor.

Die Mayener Markstraße während des 46. Deutschen Wandertages im Juli 1937. (Eifelarchiv, Abteilung: Stadt Mayen)

 

Der Hö­he­punkt des Wan­der­ta­ges wa­ren der Fest­zug und die Kund­ge­bung am Sonn­tag­nach­mit­tag.[17] Es ver­sam­mel­ten sich „be­geis­ter­te Wan­de­rer aus al­len deut­schen Gau­en, schön nach Ver­ei­nen und Grup­pen ge­ord­net.“ Das ist heu­te nicht an­ders. „Brau­send schmet­tern die Mu­sik­ka­pel­len durch die Stra­ßen. Und fest­lich be­weg­te sich der lan­ge Zug, vor­an die Glie­de­run­gen der Par­tei (!) durch das al­te Städt­chen. Un­ge­zähl­te Fah­ne und Wim­pel wer­den da­her­ge­tra­gen, hell glit­zern sie auf im hel­len Son­nen­licht des herr­li­chen Ta­ges, üp­pig bunt ist das Bild der Wan­der- und Hei­mat­trach­ten.“ Ne­ben den Fah­nen und Trach­ten be­geis­tert sich der Ver­fas­ser für die Ju­gend: „viel Ju­gend, ge­sun­de, hei­mat­be­wu­ß­te, deut­sche Wan­der­ju­gend mar­schiert im Zu­ge.“ Die Wan­der­ver­ei­ne – so Baur 1937 – gäl­ten oft­mals als „über­al­ter­te Be­we­gun­g“, die Zahl der Ju­gend­li­chen ins­be­son­de­re im Ei­fel­ver­ein be­le­ge je­doch das Ge­gen­teil. Ins­ge­samt ge­se­hen sei der Fest­zug ein „viel­tau­send­fa­ches, ju­beln­des Be­kennt­nis zu Hei­mat und Wan­der­tum, zu deut­scher Art.“ Nicht zu­letzt durf­te auch ein Gruß an „die deut­schen Brü­der, die jen­seits un­se­rer Gren­ze woh­nen“, nicht feh­len. Nicht min­der en­thu­si­as­tisch war der Be­richt im Ko­blen­zer Ge­ne­ral-An­zei­ger am 20. Ju­li: „Das war die Heer­schau des deut­schen Wan­der­tums. Ob jung oder alt, al­le mar­schier­ten sie fro­hen Blicks und stol­zen Her­zens da­her, ein Bild vol­ler Kraft und ech­ter deut­scher Le­bens­be­ja­hung.“

Der Fest­zug mün­de­te auf den Markt­platz, wo sich die Wan­de­rer auf­stell­ten. Bür­ger­meis­ter Neu­en­ho­fer rich­te­te Wor­te an „vie­le Tau­sen­de deut­sche Wan­de­rer, de­nen er da­für dankt, dass sie im kern­deut­schen May­en und im Ei­feler Grenz­land zum gro­ßen Hei­mat­be­kennt­nis zu­sam­men­ge­kom­men sind.“[18] Beim Um­zug zum 47. Deut­schen Wan­der­tag 1938 in Stutt­gart sol­len 12.000 Wan­de­rer mit­mar­schiert sein. In May­en wa­ren es nach ei­nem Pro­to­koll des Haupt­vor­stan­des cir­ca 6.000, da­von 1.500 aus dem Ei­fel­ver­ein. Mit ei­nem „Be­kennt­nis zum Füh­rer und den Lie­dern der Na­ti­on klang die Kund­ge­bun­g“ aus.

Den Ab­schluss der Ver­an­stal­tung bil­de­te ein Feu­er­werk, ein künst­li­cher Vul­kan­aus­bruch. Zu er­wäh­nen ist noch die Aus­stel­lung „Die Ei­fel in Kunst, In­dus­trie und Hand­wer­k“. Aus­stel­lungs­lei­ter war Pro­fes­sor Carl Bur­ger (1875-1950), ge­zeigt wur­den sei­ne Ar­bei­ten aus Ba­salt, wei­ter die Wer­ke der Web­leh­re­rin und Schrift­stel­le­rin El­se Pfef­fer­korn (1894-1979) und Bil­der der Ei­fel­ma­ler Fritz von Wil­le (1860-1941), Pitt Kreuz­berg (1888-1966) , Jo­seph Streib (1869-1940), Gus­tav Fen­kohl (1872 -1950) und Al­fred Hol­ler (1888-1954), Er­zeug­nis­se der Heim­we­be­rei Schal­ken­meh­ren und Lom­mers­heim, gra­vier­te Schie­fer­plat­ten und Fo­to­map­pen aus May­en, die als ge­schmack­vol­le Rei­se­an­den­ken gal­ten, „Töp­fer­wa­re der Stein­zeug­wer­ke Plein aus Spei­cher“ und „Hel­ler­kunst aus dem Krei­se Daun.“[19] 

Große Kundgebung mit Fahneneinmarsch auf dem Marktplatz während des 46. Deutschen Wandertages in Mayen, 1937.

 

Zu der Aus­stel­lung gab es am Sonn­tag ei­ne Rund­funk­re­por­ta­ge, ei­ne Ein­la­ge zum Mit­tags­kon­zert. Der „Sen­de­lei­ter Pg. Her­b“ be­rich­te­te über den Wan­der­tag und führ­te In­ter­views (Zwie­ge­sprä­che) mit der Lei­te­rin der Kunst­ge­werb­li­chen We­be­rei in Lom­mers­dorf, mit Ober­leh­rer Scholl­mey­er, der sich um die „Ver­wer­tung ein­hei­mi­schen Ma­te­ri­als zu Rei­se­an­den­ken“ be­müh­te, und „mit dem Schrift­füh­rer des Ei­fel­ver­eins G. Schlitt.“ Dass auch die künst­le­ri­sche Dar­stel­lung der hei­mat­li­chen Land­schaft, der Bau­ern und Ar­bei­ter als Me­di­um der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Pro­pa­gan­da be­nutzt wur­de, sei nur am Ran­de er­wähnt. Das NS-Ge­mein­schafts­werk Kunst und Künst­ler führ­te im Som­mer 1936 ins­ge­samt 79 aus­ge­wähl­te Künst­ler in den Kreis May­en, die „Her­mann-Gö­ring-Meis­ter­schu­le für Ma­le­rei“ wur­de 1938 in Kro­nen­burg (heu­te Ge­mein­de Dal­heim) ein­ge­weiht.

5. Mitwanderer – Mitläufer?

Der Bei­trag konn­te kei­ne gro­ßen Skan­da­le und kei­ne Ent­hül­lun­gen aus May­ens brau­ner Zeit prä­sen­tie­ren. Die gab es si­cher­lich, und es ist ei­ne wich­ti­ge Auf­ga­be der Stadt­ge­schichts­for­schung, sich mit die­sem The­ma ein­mal et­was aus­führ­li­cher zu be­fas­sen. Aber un­ser The­ma war der 46. Deut­sche Wan­der­tag von 1937, und hier han­del­te es sich um ein eher un­spek­ta­ku­lä­res Er­eig­nis. Dies hal­te ich für ein wich­ti­ges Er­geb­nis: Es gab im Drit­ten Reich al­so auch Plät­ze der Idyl­le, Or­te, an de­nen die gu­te al­te Zeit still­stand und an die sich die Men­schen in ei­ner Zeit be­schleu­nig­ten Wachs­tums und ra­pi­der Ver­än­de­run­gen – Neu­en­ho­fer be­zeich­net es als „be­le­ben­den Früh­lings­stur­m“ – zu­rück­zie­hen konn­ten.

Der Deut­sche Wan­der­tag von 1937 führ­te 6.000 Be­su­cher nach May­en. Beim Lu­kas­markt sind es heu­te 25.000 bis 30.000 Per­so­nen. Es han­del­te sich al­so um ei­ne in­ter­ne Ver­an­stal­tung der Wan­der­be­we­gung und des gast­ge­ben­den Ei­fel­ver­eins. Auf den ers­ten Blick ent­steht das Bild ei­ner weit­ge­hend po­li­tik­frei­en Zo­ne: Man ver­misst pro­mi­nen­te Gäs­te aus Par­tei und Ver­wal­tung, das Me­di­en­echo war be­schei­den, das er­hal­te­ne Bild­ma­te­ri­al eben­falls. Das Drit­te Reich hat­te of­fen­sicht­lich am Wan­der­tag we­nig In­ter­es­se und igno­rier­te ihn weit­ge­hend. Die we­ni­gen Po­lit­funk­tio­nä­re, die an­we­send wa­ren oder Gruß­wor­te ge­schrie­ben hat­ten, lie­fer­ten Pro­ben der NS-Pro­sa, die Ver­tre­ter des Ei­fel­ver­eins be­dien­ten sich mehr (Baur, Schlitt) oder we­ni­ger (Kauf­mann) der zeit­ge­nös­si­schen Po­lit­phra­sen, wo­bei man stets hin­ter­fra­gen muss, ob man Be­grif­fe wie Hei­mat und Grenz­land oder Sym­bo­le wie die Wim­pel und die Tracht mit tra­di­tio­nel­len In­hal­ten oder in der ideo­lo­gisch auf­ge­la­de­nen Form ver­stand, die das Drit­te Reich, das sie al­le ok­ku­piert hat­te, ih­nen bei­maß.

Ein Jahr zu­vor hat­ten die olym­pi­schen Som­mer­spie­le in Ber­lin statt­ge­fun­den. Das Drit­te Reich in­ves­tier­te er­heb­li­che Sum­men, für 100 Mil­lio­nen Reichs­mark wur­den ein Olym­pia­sta­di­on für 100.000 Zu­schau­er er­rich­tet, wei­ter die Wald­büh­ne, ein Füh­rer­turm und ein olym­pi­sches Dorf. Deutsch­land prä­sen­tier­te sich der Welt­öf­fent­lich­keit als fried­lie­ben­des, gut re­gier­tes, im Auf­schwung be­find­li­ches Land. Nie zu­vor wur­den olym­pi­sche Spie­le so ziel­stre­big me­di­al ver­mark­tet. 1.800 Jour­na­lis­ten ka­men nach Ber­lin, die Spie­le wur­den im Rund­funk über­tra­gen, 3.000 Sen­dun­gen in 40 Län­dern aus­ge­strahlt. Le­ni Rie­fen­stahl (1902-2003) dreh­te ei­nen Film, der vie­le Prei­se ein­heims­te. Das Drit­te Reich konn­te nicht nur auf zahl­rei­che Me­dail­len, son­dern auch auf ei­ne hal­be Mil­li­ar­de Reichs­mark Ein­nah­men und ei­nen gro­ßen Pro­pa­gan­da­er­folg stolz sein.

Dies war nicht das ein­zi­ge Mal, dass die Macht­ha­ber des Drit­ten Reichs das Aus­land täusch­ten. 1938 ver­kün­de­te der bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­ter Cham­ber­lain (1869-1940) aus Mün­chen zu­rück­keh­rend „Frie­den für un­se­re Zeit“, und 1933 er­leb­ten die Pil­ger aus Frank­reich, Lu­xem­burg und Bel­gi­en bei der Hei­lig-Rock-Wall­fahrt die SA-Män­ner als freund­li­che und hilfs­be­rei­te Zeit­ge­nos­sen. 1937 – wäh­rend des Deut­schen Wan­der­ta­ges – fan­den die pro­pa­gan­dis­tisch weid­lich aus­ge­schlach­te­ten Sitt­lich­keits­pro­zes­se ge­gen Geist­li­che statt und 1936 – im Olym­pia­jahr – be­setz­te die Wehr­macht das ent­mi­li­ta­ri­sier­te Rhein­land. Die Deut­schen Wan­der­ta­ge in May­en und im saar­län­di­schen Mett­lach setz­ten al­lein schon durch die Wahl der Or­te po­li­ti­sche Zei­chen.

Nicht nur die Olym­pia­de von 1936 bie­tet sich als Ver­gleichs­bei­spiel an, son­dern auch die Er­stei­gung des Nan­ga Par­bat. Nach­dem deut­sche Berg­stei­ger kei­nen Zu­gang zum eng­li­schen Mount Ever­est, zum ita­lie­ni­schen K2 und zum fran­zö­si­schen An­na­pur­na hat­ten, ver­such­ten sie ab 1932 ei­ne Erst­be­stei­gung. Der Nan­ga Par­bat galt als „Schick­sals­berg der Deut­schen“, weil bei den ver­schie­de­nen Ex­pe­di­tio­nen die Hälf­te der deut­schen Berg­stei­ge­reli­te – ins­ge­samt 31 Men­schen – ums Le­ben kam. 1932 schei­ter­te ein Ver­such, 1934 gab es meh­re­re To­te, 1937 wur­den 16 Men­schen un­ter ei­ner La­wi­ne be­gra­ben, de­ren Lei­chen 1938 von Paul Bau­er (1896-1990) ge­bor­gen wur­den. 1939 un­ter­nahm Hein­rich Har­rer (1912-2006) ei­nen wei­te­ren Ver­such, der sich in dem Buch „Sie­ben Jah­re in Ti­be­t“ nie­der­schlug. Erst 1953 ge­lang die Erst­be­stei­gung.

Der Kampf um den „Schick­sals­berg der Deut­schen“ spiel­te in der NS-Pro­pa­gan­da ei­ne gro­ße Rol­le, da er die Stär­ke und Op­fer­be­reit­schaft der ari­schen Her­ren­ras­se ver­deut­lich­te. Paul Bau­er war ein ge­frag­ter Sach­buch­au­tor, des­sen Bü­cher mit bril­lan­ten schwarz-weiß-Fo­tos aus­ge­stat­tet wa­ren. Al­ler­dings war Bau­er auch Spit­zen­funk­tio­när im Reichs­bund für Lei­bes­übun­gen und an der Gleich­schal­tung der Berg­wan­der­ver­ei­ne be­tei­ligt, im Krieg Ma­jor bei den Ge­birgs­jä­gern und spä­ter bei de­ren Ve­te­ra­nen­ver­bän­den ak­tiv. Der Al­pen­ver­ein brauch­te nicht groß gleich­ge­schal­tet zu wer­den, denn hier grü­ßen sich die Gip­fel­stür­mer mit ei­nem „Berg Heil“, frei­lich schon seit 1848. Ju­den wur­den aus dem Deut­schen und Ös­ter­rei­chi­schen Al­pen­ver­ein be­reits 1924 aus­ge­schlos­sen, und das Über­nach­ten in den Hüt­ten war nur Ari­ern er­laubt. In­so­fern müs­sen wir auch hier er­heb­li­che Un­ter­schie­de zwi­schen den Ver­ei­nen be­rück­sich­ti­gen.

6. Autobahn und Eifeltracht – was blieb vom Dritten Reich?

Noch heu­te wer­den der Au­to­bahn­bau, die Be­sei­ti­gung der Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit und der wirt­schaft­li­che Auf­schwung nach 1933 viel­fach als Er­fol­ge des Drit­ten Reichs ver­stan­den. Es han­delt sich um die lang­fris­ti­gen Fol­gen ei­ner ge­schick­ten Pro­pa­gan­da, die nicht nur die Zeit­ge­nos­sen dies glau­ben ließ. Be­dau­er­li­cher­wei­se hat sich auch der Ei­fel­ver­ein nicht nur vor die­sen Kar­ren span­nen las­sen, son­dern frei­wil­lig ge­spannt und sei­ne Pu­bli­ka­tio­nen für Lo­bes­hym­nen auf den Füh­rer zur Ver­fü­gung ge­stellt. Al­ler­dings, und auch das muss man zur Eh­ren­ret­tung des Ver­eins sa­gen, in ei­ner sehr über­schau­ba­ren Zahl von Bei­trä­gen.

Ein „Hö­he­punk­t“ ist da­bei ein Leit­ar­ti­kel des li­ni­en­treu­en Schrift­lei­ters Dr. Vik­tor Baur über die „Ei­fel im Auf­stie­g“, der mit ei­nem Fo­to „Der Füh­rer auf Burg Vo­gel­sang in der Ei­fel“ il­lus­triert wird.[20] Baur lobt die „stol­zen Wer­ke des Auf­bau­es“, dar­un­ter die Or­dens­burg Vo­gel­sang und die Tal­sper­ren in der Nord­ei­fel, fer­ner den Bau von Stra­ßen, Ka­ser­nen und Ju­gend­her­ber­gen und nicht zu­letzt den Nür­burg­ring. Als Zwei­tes fei­ert er die „ver­hei­ßungs­vol­le kul­tu­rel­le Auf­wärts­ent­wick­lun­g“. Ne­ben zwei Füh­rer­be­su­chen und zahl­rei­chen KdF-Rei­sen­den weist er auf die Ei­fel­ma­le­rei hin und nennt die Her­mann-Gö­ring-Meis­ter­schu­le in Kro­nen­burg. „Bo­den­stän­di­ge Hei­mat­kunst mar­schiert in der Ei­fel mäch­tig vor­an, mag es sich nun da­bei han­deln um be­sag­te Schnitz­kunst oder um die klas­si­sche Stein­metz­kunst von May­en, um die Kunst­töp­fe­rei und Ke­ra­mik in Spei­cher und an ei­ni­gen an­de­ren Ei­fel­or­ten oder um die Web- und Wirk­kunst von Hel­len­thal, Lom­mers­dorf und Schal­ken­meh­ren –, im­mer ist die­se Kunst bo­den­stän­dig, erd­ver­wach­sen und hei­mat­treu. Und das We­sent­li­che da­bei ist auch das, daß die­se gan­zen Din­ge ech­ter Hei­mat­kunst auch in das Ei­fel­volk selbst in brei­tem Ma­ße ein­drin­gen und mit den man­nig­fa­chen ähn­li­chen Be­stre­bun­gen von Par­tei und Reichs­nähr­stand Wohn­kul­tur und Le­bens­art, Tracht und Brauch­tum art­ei­gen und le­ben­dig mit­ge­stal­ten hal­fen.“

Stimmt das al­les, was Baur be­haup­tet? Die Töp­fer­werk­statt in Spei­cher nahm ih­ren Fa­brik­be­trieb be­reits um 1920 auf, An­na Dros­te-Leh­nert (1892-1976) för­der­te die Heim­we­be­rei in Schal­ken­meh­ren (Maar­tuch) seit 1922, eben­so die künst­le­risch und li­te­ra­risch am­bi­tio­nier­te El­se Pfef­fer­korn (1894-1979), die 1926 ein Päd­ago­gik-Ex­amen ab­leg­te, um als Wan­der­leh­re­rin das Fach We­be­rei un­ter­rich­ten zu kön­nen; 1936 mach­te sie in Trier die Meis­ter­prü­fung als „Wan­der­web­meis­te­rin“. Der „Ei­fel­ma­ler“ Fritz von Wil­le hat­te sei­ne bes­te Schaf­fens­pha­se in den 1880er und 1890er Jah­ren. Der Bau de­s Nür­burg­rin­ges er­folg­te als Not­stands­maß­nah­me in den Jah­ren 1925/1927, die Ju­gend­her­ber­ge in May­en er­öff­ne­te die Orts­grup­pe des Ei­fel­ver­eins 1929 und die spä­te­re A 48 wur­de erst 1939/1941 be­gon­nen, und zwar von lu­xem­bur­gi­schen Zwangs­ar­bei­tern. Baur sagt al­so nicht ganz die Wahr­heit, wenn er den kul­tu­rel­len Auf­schwung der Ei­fel al­lein den neu­en Macht­ha­bern zu­schreibt, aber er hat auch nicht so ganz Un­recht, denn Kunst und Kunst­ge­wer­be, Trach­ten und Volks­tum wur­den im Drit­ten Reich in­ten­siv ge­för­dert.

Bei der Fra­ge der Ei­feler Tracht soll­ten wir zum Ab­schluss noch ei­nen Mo­ment ver­wei­len. 1937 hat­te Ge­org Schlitt an die Le­ser der Ei­fel­zeit­schrift ap­pel­liert: „Ei­feler Trach­ten kom­men wie­der zu Eh­ren! Er­scheint zum Reichs­wan­der­tag in May­en nach Mög­lich­keit in Ei­feler Tracht!“[21]. Zwei Wor­te ma­chen stut­zig: „wie­der“ und „nach Mög­lich­keit.“ Das hei­ßt: Vie­le po­ten­ti­el­le Be­su­cher tru­gen kei­ne Tracht und sie be­sa­ßen auch kei­ne mehr. Die­se Deu­tung un­ter­streicht der fol­gen­de Satz: „Um den schö­nen Ei­feler Trach­ten in al­len Volks­krei­sen wie­der Ein­gang zu ver­schaf­fen und da­durch der Nach­welt auch den lands­mann­schaft­li­chen Cha­rak­ter der Ei­fel le­ben­dig zu er­hal­ten, be­ab­sich­ti­gen (!) be­reits ver­schie­de­ne Orts­grup­pen, stän­di­ge Trach­ten­grup­pen ins Le­ben zu ru­fen.“ Dann lobt Schlitt die „Ei­feler Heim­we­be­rei“ na­ment­lich in Hel­len­thal und Schal­ken­meh­ren, die „wich­ti­ge Er­werbs­quel­le“ und „wert­vol­les Kul­tur­gut“ zu­gleich sei­en. Au­ßer­dem kä­men sie bei ih­rer „ent­zü­cken­den Mach­art nie aus der Mo­de“ und sei­en, ähn­lich wie die „Dirndl-Klei­der“ zu­dem un­ge­heu­er prak­tisch.

Gab es al­so 1937 gar kei­ne Ei­feler Tracht mehr? Und wur­de sie, wie das ge­nann­te Dirndl, im Drit­ten Reich (neu) er­fun­den? Ei­ner der bes­ten Ken­ner der Ei­feler Volks­kul­tur, Adam Wre­de (1875-1960), schrieb 1913: „Was man in der Ei­fel noch Volks­tracht nen­nen oder zu ihr rech­nen kann, ist im Ver­schwin­den be­grif­fen. Leicht er­klär­li­cher­wei­se hat sich be­son­ders das jün­ge­re Ge­schlecht der Ei­feler auch schon der städ­ti­schen Mo­de und ‚Kon­fek­ti­on‘ zu­ge­wandt. So sieht man denn in ein­zel­nen Stri­chen vor­nehm­lich nur äl­te­re Män­ner den her­kömm­li­chen Kit­tel in star­ker blau­er Lein­wand tra­gen und in ihm selbst des Sonn­tags in der Kir­che er­schei­nen. … Von der frü­he­ren Frau­en­tracht hat sich auch nur noch we­nig er­hal­ten.“ 

In sei­ner „Ei­feler Volks­kun­de“ von 1922 kann sich Wre­de dann schon dar­über freu­en, dass in den Krei­sen Malme­dy und Schlei­den wie­der schö­ne Stof­fe ent­ste­hen. Der blaue Kit­tel sei ab 1880 nach und nach von der städ­ti­schen Mo­de ver­drängt wor­den. Auch der „alt­über­lie­fer­te Kopf­putz der Frau­en und Mäd­chen“ sei „seit Be­ginn die­ses Jahr­hun­derts gänz­lich ge­schwun­den.“ Die An­zahl der Zeit­zeu­gen, die das Ver­schwin­den der al­ten Trach­ten be­klag­ten, lie­ße sich si­cher­lich ver­meh­ren, so ver­such­te An­na Leh­nert be­reits vor 1927, „Frau­en und Mäd­chen zu ver­an­las­sen, mit mir die­se Stof­fe der al­ten Trach­ten zu tra­gen. Pa­ter Pau­els schrieb 1930: „Ich dach­te der Zeit, von der der Va­ter uns so oft er­zähl­te, da die gan­ze Fa­mi­lie selbst­ge­web­tes Zeug trug; die Män­ner blau ge­färb­te Lei­nen­ho­sen und Ja­cken, die Frau­en die kleid­sa­men, bunt­ge­streif­ten Tir­ti­grö­cke“[22]. Ei­ne auf­schluss­rei­che Quel­len­grup­pe sind Fo­tos aus den 1920er und 1930er Jah­ren, et­wa von Fa­mi­li­en­fei­ern oder von Wan­de­run­gen des Ei­fel­ver­eins, die die Dar­ge­stell­ten stets im feins­ten Zwirn zei­gen.

In den 1930er Jah­ren wur­de die Ei­fel­t­racht al­so von ver­schie­de­nen Sei­ten ge­för­dert und ge­for­dert, auf der ei­nen Sei­te von der Kunst­ge­wer­be- und von der Hei­mat­be­we­gung (Ei­fel­ver­ein) und auf der an­de­ren Sei­te vom Drit­ten Reich. Dies im Ein­zel­fall sau­ber zu tren­nen, ist schwie­rig, aber nicht das Ziel die­ses Bei­trags, denn wir soll­ten zum Schluss wie­der auf die Wan­der­be­we­gung zu­rück­kom­men. 1937 er­schien der Ar­ti­kel „Ei­feler We­be­rei im Grenz­krei­se Schlei­den“ ei­nes un­ge­nann­ten Au­tors[23] „Das Be­stre­ben, al­te Ei­fel­t­racht wie­der zu be­le­ben, und da­durch die Ver­bun­den­heit der Be­woh­ner mit der Schol­le zu ver­tie­fen, führ­te Pfar­rer [Leo­pold] Wig­gers [1895-1979] zu Lom­mer­dorf da­zu, nach al­ten Trach­ten der Ei­fel for­schen zu las­sen. Dem Di­rek­tor der Hand­wer­ker­schu­le [Werk­schu­le] in Köln [Nach der Gleich­schal­tung Meis­ter­schu­le der Han­se­stadt Köln], Pro­fes­sor [Karl] Bert­hold [1889-1975], ge­lang es, sie in ei­nem Trach­ten­bu­che zu fin­den, und an­hand die­ser Vor­la­ge schuf dann die Hand­wer­ker­schu­le Vor­bild und Schnitt und ent­warf die Stoff­pro­ben.“

Ein Bild des Ei­fel­ma­lers Cur­ti­us Schul­ten (1893-1967) zeigt ein Mäd­chen in der „neu er­stan­de­nen Ei­fel­t­rach­t“: Ein Mie­der­rock mit wei­ßer Blu­se und halb­lan­gen Puff­är­meln, dar­über ein Mie­der und ei­ne en­ge Ja­cke, wei­ter Schür­ze und Hals­tuch und ei­ne Hau­be. „Die Tracht soll nicht et­wa nur der bäu­er­li­chen Frau­en­welt vor­be­hal­ten sein; in ih­rer däf­ti­gen (!) hand­ge­web­ten Art, wie in der Form und Far­be, ist sie viel­mehr als das Kleid der Ei­fel ge­dacht.“ Dar­auf hof­fen auch die Heim­we­ber im „Grenz­kreis“ Schlei­den, wo der­zeit 20 Web­stüh­le in Be­trieb sind. „Der gro­ße vor­lie­gen­de Auf­trags­be­stand si­chert schon jetzt ar­beits­lo­sen Volks­ge­nos­sen für min­des­tens ein Jahr den Le­bens­un­ter­halt.“

1939 grün­de­te die Reichs­frau­en­füh­re­rin Ger­trud Scholtz-Klink (1902-1999) die Mit­tel­stel­le Deut­sche Tracht, die von Ger­trud Pe­sen­dor­fer (1895-1982) als Reichs­be­auf­trag­te für Trach­ten­ar­beit ge­lei­tet und am Ti­ro­ler Volks­kunst­mu­se­um in Inns­bruck an­ge­sie­delt wur­de – die baye­ri­schen und ös­ter­rei­chi­schen Al­pen­be­woh­ner hielt man für we­ni­ger von der Zi­vi­li­sa­ti­on ver­dor­ben als die der Mit­tel­ge­bir­ge, hier hoff­te man, noch „ur­wüch­si­ge“ und „rei­ne“ Trach­ten vor­zu­fin­den. Die För­de­rung der Tracht war al­so ei­ne po­li­ti­sche An­ge­le­gen­heit, der von den Macht­ha­bern ei­ne gro­ße Be­deu­tung zu­ge­mes­sen wur­de. Da­bei gab es ei­nen grund­sätz­li­chen Wi­der­spruch zwi­schen der Agrar­ro­man­tik auf der ei­nen (Blut und Bo­den, Schol­le, Erb­hof­bau­er) und der Mo­der­ni­tät des städ­ti­schen Le­bens wie auch der Mo­de auf der an­de­ren Sei­te. Ein wei­te­rer Wi­der­spruch be­stand in der Uni­for­mie­rung der gleich­ge­schal­te­ten Ge­sell­schaft (Braun­hem­den) und der bun­ten In­di­vi­dua­li­tät re­gio­na­ler oder lo­ka­ler Trach­ten. Aber da­hin­ter steckt wohl eben­falls ei­ne Bot­schaft: Bau­ern oder Wan­de­rer in Tracht sym­bo­li­sier­ten bei Gro­ß­ver­an­stal­tun­gen die Stäm­me be­zie­hungs­wei­se Gaue, die das Reich bil­de­ten.

Die För­de­rung von Trach­ten ist al­so ein Rück­ver­weis auf die an­geb­lich in­tak­te Le­bens- und Ar­beits­welt des Bau­ern­tums in vor­in­dus­tri­el­ler Zeit und hat ein po­li­ti­sches Ziel: Wer Trach­ten trägt, bringt sei­ne Zu­ge­hö­rig­keit zur Dorf­ge­mein­schaft, sei­ne Hei­mat­ver­bun­den­heit und Schol­len­ge­bun­den­heit zum Aus­druck. Das Land ist da­bei ein po­si­tiv ver­klär­tes Ge­gen­mo­dell zur Stadt, die be­reits in der kul­tur­pes­si­mis­ti­schen Li­te­ra­tur des 18. Jahr­hun­derts, dann in der Hei­mat­be­we­gung und auch im Drit­ten Reich stets mit den At­tri­bu­ten „kran­k“ und „de­ka­den­t“ be­legt wur­de. Die Tracht als tra­di­tio­nel­les Kleid des ari­schen Erb­hof­bau­ern soll­te aber – wie der Ar­ti­kel über die Ei­fel­mo­de ge­zeigt hat – von al­len Be­woh­nern der Re­gi­on ge­tra­gen wer­den. In­so­fern konn­ten durch­aus auch die Mit­glie­der der Orts­grup­pe May­en in Ei­fel­t­racht – oder was man da­für hielt – auf­mar­schie­ren.

Ein Pa­ra­de­bei­spiel für die In­stru­men­ta­li­sie­rung der Tracht ist das ur­baye­ri­sche Dirndl, das es auch dem Maye­ner Ge­org Schlitt an­ge­tan hat­te. Es kam in den 1880er Jah­ren als Kom­bi­na­ti­on von Mie­der, Rock und Schür­ze in der städ­ti­schen Ober­schicht in Mo­de, man trug es vor al­lem bei der Som­mer­fri­sche, so dass es aufs Land zu­rück­im­por­tiert wur­de. Im Drit­ten Reich wur­de es für die at­trak­ti­ve und selbst­be­wuss­te deut­sche Frau „ent­ka­tho­li­sier­t“, in­dem man den ge­schlos­se­nen Kra­gen ent­fern­te und den Blick auf den Aus­schnitt frei­gab. Au­ßer­dem kürz­te man die Är­mel, um wie bei der „Ei­fel­t­rach­t“ den Blick auf die Ar­me frei­zu­ge­ben. Dass Trach­ten nicht nur Ge­mein­schaf­ten bil­de­ten, son­dern auch Per­so­nen­grup­pen aus­schlos­sen, zeigt das Ver­bot für Ju­den und Nich­ta­ri­er wie Ost­ar­bei­ter, sie zu tra­gen.

Zwei Fol­ge­run­gen sind fest­zu­hal­ten: Bei der Ana­ly­se der Rol­le der Wan­der-, aber auch der Trach­ten­be­we­gung im Drit­ten Reich­zeigt sich ein au­ßer­or­dent­lich kom­ple­xes Bild, weil be­reits zu­vor ei­ne Hei­mat- be­zie­hungs­wei­se Grenz­land­be­we­gung be­stand, die glaub­te, in den Pro­gram­men des Drit­ten Reichs ih­re al­ten Zie­le wie­der­zu­er­ken­nen. Die neu­en Macht­ha­ber ha­ben den Ar­bei­tern, den Bau­ern und den Wan­de­rern sehr viel ver­spro­chen, was sich ei­gent­lich ge­gen­sei­tig aus­schloss und dann durch die Kriegs­vor­be­rei­tung auch nicht um­set­zen ließ. Die 1930er Jah­ren wa­ren ei­ne Zeit des wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Auf­schwungs, der pro­pa­gan­dis­tisch bes­tens ver­mark­tet wur­de; zu­dem pro­fi­tier­ten vie­le Volks­ge­nos­sen von den „Wohl­ta­ten“ des Re­gimes. Zu die­ser durch­aus kom­ple­xen Struk­tur ge­hört, dass es den Wan­der­ver­ei­nen ge­lang, Rück­zugs­or­te für bie­der­mei­er­li­che Idyl­le zu be­wah­ren, in de­nen Po­li­tik ei­ne zu­min­dest ge­rin­ge­re Rol­le spiel­te als an an­de­ren Or­ten. Das Drit­te Reich hat die­se Frei­räu­me to­le­riert. Der Zu­wachs an Mit­glie­dern des Ei­fel­ver­eins be­legt, dass die­ses Kon­zept auch an­ge­sichts der NS-Mas­sen­or­ga­ni­sa­tio­nen sehr er­folg­reich war.

Zum Zwei­ten be­sit­zen in den Wan­der- und Trach­ten­ver­ei­nen die Schlag­wor­te Tra­di­ti­on und Hei­mat ei­nen ho­hen Stel­len­wert. Wir konn­ten se­hen, wie das Drit­te Reich vie­le Ele­men­te ad­ap­tier­te, zum Teil mo­di­fi­zier­te und um­deu­te­te und so­mit lang­fris­tig dis­kre­di­tier­te. Was die Be­ur­tei­lung der Si­tua­ti­on wei­ter kom­pli­ziert, ist die Tat­sa­che, dass das Jahr 1945 kei­nen gra­vie­ren­den Ein­schnitt be­deu­te­te, son­dern dass es zahl­rei­che Kon­ti­nui­täts­li­ni­en in die Nach­kriegs­zeit gab. Häu­fig setz­ten die glei­chen Per­so­nen in den glei­chen Po­si­tio­nen über Jahr­zehn­te hin­weg und oh­ne grö­ße­re in­halt­li­che Ver­än­de­run­gen ih­re Ar­beit fort. Dies gilt für Karl Eu­gen Del­len­busch wie für Jo­sef Schramm, für Vic­tor Baur und Emil Kim­pen, aber auch für Ger­trud Pe­sen­dor­fer. So konn­te es in den 1950er Jah­ren zu ei­nem wei­te­ren Hö­he­punkt der Hei­mat­be­we­gung kom­men (Hei­mat­fil­me, Hei­mat­ro­ma­ne), der durch die Ver­trie­be­nen­ver­bän­de, die bei ih­ren Ver­an­stal­tun­gen auch heu­te noch in „al­ten Trach­ten“ auf­mar­schie­ren, durch­aus auch re­van­chis­ti­sche Zü­ge be­saß.

Quellen

Ab­kür­zun­gen: 
DE: Die Ei­fel 1933-1943. [on­line]
EVB: Ei­fel­ver­eins­blatt bis 1933. [on­line
EK: Ei­fel­ka­len­der ab 1926. [on­line]
EA: Ei­fel­ar­chiv May­en.

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Enthüllung des neu errichteten Gedenksteins zur Erinnerung an den 46. Deutschen Wandertag, 1938. (Eifelverein Mayen)

 
Anmerkungen
  • 1: DE 2015, S. 60
  • 2: DE 1937, S. 33-37
  • 3: DE 1937, S. 58
  • 4: DE 1941, S. 1
  • 5: DE 1937, S. 91
  • 6: EA
  • 7: EA
  • 8: EA
  • 9: EA
  • 10: DE 1937, S. 73
  • 11: DE 1937, S. 75
  • 12: DE 1937, S. 76-78
  • 13: DE 1937, S. 84-87
  • 14: DE 1937, S. 89-91
  • 15: DE 1937, S. 90-91
  • 16: DE 1937, S. 98
  • 17: DE 1937, S. 90-91
  • 18: DE 1937, S. 90-91
  • 19: DE 1937, S. 91-92
  • 20: DE 1938, S. 1-3
  • 21: DE 1937, S. 58
  • 22: EK 1930, S. 89-90
  • 23: EK 1937, S. 122-123
Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die exakte URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Schmid, Wolfgang, Der 46. Deutsche Wandertag 1937 in Mayen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/der-46.-deutsche-wandertag-1937-in-mayen/DE-2086/lido/5b83fd551b4f89.98754927 (18.09.2018)