1609 bis 1794 - Vom jülisch-klevischen Erbfolgestreit bis zum Ende des Ancien Regime

Klaus Müller (Korschenbroich)

Der Trierer Hexentanzplatz, Flugblatt von 1594. (Stadtbibliothek/ Stadtarchiv Trier)

1. Politische Geschichte vom jülich-klevischen Erbfolgestreit bis zum Ende des Spanischen Erbfolgkrieges (1609-1715)

 

1.1 Die Auseinandersetzungen um die Erbfolge in den jülich-klevischen Landen

Der kin­der­lo­se Tod Her­zog Jo­hann Wil­helms von Jü­lich-Kle­ve-Berg (Re­gent­schaft 1592-1609) am 25.3.1609 lös­te ei­nen Streit um sein Er­be aus, in dem macht­po­li­ti­sche, kon­fes­sio­nel­le und dy­nas­ti­sche In­ter­es­sen der füh­ren­den eu­ro­päi­schen Staa­ten auf­ein­an­der stie­ßen. Wäh­rend der Kai­ser ei­ne Schieds­rich­ter­rol­le be­an­spruch­te und die Fes­tung Jü­lich be­set­zen ließ, setz­ten sich die lu­the­ri­schen Fürs­ten Jo­hann Si­gis­mund von Bran­den­burg (Re­gent­schaft 1608-1619) und Wolf­gang Wil­helm von Pfalz-Neu­burg, oh­ne ei­ne recht­li­che Ent­schei­dung ab­zu­war­ten, in den Be­sitz der Ter­ri­to­ri­en. Im Ver­trag von Dort­mund (10.6.1609) ver­stän­dig­ten sich die „Pos­se­die­ren­den“ auf ei­ne ge­mein­sa­me Ver­wal­tung der Ver­ei­nig­ten Her­zog­tü­mer, nach­dem sie den Stän­den ih­re Pri­vi­le­gi­en und den kon­fes­sio­nel­len Sta­tus quo zu­ge­si­chert hat­ten. Sie fan­den Un­ter­stüt­zung bei Kö­nig Hein­rich IV. von Frank­reich (Re­gent­schaft 1589-1610) und den Ge­ne­ral­staa­ten, die ein habs­bur­gi­sches Über­ge­wicht am Nie­der­rhein nicht dul­den woll­ten. Den Aus­bruch ei­nes Krie­ges ver­hin­der­te die Er­mor­dung Hein­richs IV. (1610).

Zu­neh­men­de Span­nun­gen zwi­schen den Pos­se­die­ren­den lie­ßen sie Un­ter­stüt­zung in den ri­va­li­sie­ren­den kon­fes­sio­nel­len La­gern su­chen. 1613 trat Wolf­gang Wil­helm zur ka­tho­li­schen Kir­che über, Jo­hann Si­gis­mund nahm das re­for­mier­te Be­kennt­nis an. Die all­ge­mei­ne Scheu vor ei­nem Krieg führ­te je­doch am 12.11.1614 zu dem von Eng­land, Frank­reich und den Ge­ne­ral­staa­ten ver­mit­tel­ten Ver­trag von Xan­ten, der die Ver­wal­tung der Her­zog­tü­mer auf­teil­te: Bran­den­burg er­hielt Kle­ve, Mark, Ra­vens­berg und Ra­ven­stein, Pfalz-Neu­burg Jü­lich und Berg. Die Ab­ma­chung sorg­te da­für, dass die po­li­ti­sche Struk­tur des Rhein­lands von mitt­le­ren und klei­ne­ren Ter­ri­to­ri­en ge­prägt blieb.

Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg, Kupferstich von Dominicus Custos (um 1560-1612), um 1600/1602.

 

1.2 Das Rheinland im Dreißigjährigen Krieg

Kei­nes die­ser Län­der hat in dem schon seit 1648 so be­zeich­ne­ten Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg ei­ne ak­ti­ve Rol­le ge­spielt. Von sei­nen Aus­wir­kun­gen wur­de das Rhein­land zu un­ter­schied­li­chen Zei­ten und in un­ter­schied­li­chem Ma­ße be­trof­fen. Noch be­vor der 1609 ab­ge­schlos­se­ne zwölf­jäh­ri­ge Waf­fen­still­stand zwi­schen Spa­ni­en und den Ge­ne­ral­staa­ten 1621 aus­ge­lau­fen war, wa­ren Trup­pen der Kriegs­par­tei­en in die nie­der­rhei­ni­schen Lan­de ein­ge­drun­gen. 1614 setz­ten sich die Spa­ni­er in We­sel und die Ge­ne­ral­staa­ten in Em­me­rich und Rees fest. Die Spa­ni­er nah­men 1622 die von den Hol­län­dern be­setz­te Fes­tung Jü­lich ein, die Ge­ne­ral­staa­ten ver­trie­ben die Spa­ni­er 1629 aus We­sel. Ob­wohl Pfalz-Neu­burg und Kur­k­öln zwi­schen den Kon­flikt­par­tei­en neu­tral zu blei­ben such­ten, ver­moch­ten sie ih­re Lan­de nicht wirk­sam vor Trup­pen­durch­zü­gen, Ein­quar­tie­run­gen und Kont­ri­bu­ti­ons­er­pres­sun­gen zu schüt­zen.

1632 be­setz­ten dann Schwe­den und kai­ser­li­che Trup­pen Tei­le von Berg und Kur­k­öln und drang­sa­lier­ten vor al­lem die länd­li­che Be­völ­ke­rung. De­ren Lei­den er­reich­te sei­nen Hö­he­punkt im so ge­nann­ten Hes­sen­krieg. 1641 rück­te ein Heer der mit Frank­reich und Schwe­den ver­bün­de­ten Land­grä­fin Ama­lie von Hes­sen-Kas­sel (1602-1651) zur Be­kämp­fung der Kai­ser­li­chen an den Nie­der­rhein. Es zog vom Her­zog­tum Kle­ve über Berg in das Kur­fürs­ten­tum Köln, wo es am 17.1.1642 bei Kem­pen sei­ne Geg­ner be­sieg­te.

Ei­ni­ger­ma­ßen si­cher blieb im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg nur die Reichs­stadt Köln. Ihr Glau­be leg­te ei­gent­lich den An­schluss an die ka­tho­li­sche Sei­te na­he, ih­re Han­dels­in­ter­es­sen ver­bo­ten je­doch ei­ne of­fe­ne Par­tei­nah­me ge­gen die Ge­ne­ral­staa­ten. Meist ge­lang ihr die Be­wah­rung ei­ner be­waff­ne­ten Neu­tra­li­tät. So konn­te sie zahl­rei­chen Flücht­lin­gen aus al­len Stän­den Zu­flucht bie­ten.

Zwi­schen die Fron­ten der Kriegs­par­tei­en ge­riet auch das Kur­fürs­ten­tum Trier un­ter der Re­gie­rung Phil­ipp Chris­toph von Sö­terns. Hat­te er zu­nächst die spa­ni­sche Of­fen­si­ve ge­gen die Kur­pfalz be­grü­ßt, wand­te er sich seit 1627 er­bit­tert von den sei­ne In­ter­es­sen miss­ach­ten­den Habs­bur­gern ab und Frank­reich zu. 1632 schloss er mit die­sem und Schwe­den Schutz- und Neu­tra­li­täts­ver­trä­ge, in de­nen er die Auf­nah­me fran­zö­si­scher Gar­ni­so­nen in sei­ne Fes­tun­gen Eh­ren­breit­stein und Phil­ipps­burg zu­ge­stand. Im Jahr nach der schwe­di­schen Nie­der­la­ge bei Nörd­lin­gen (1634) nah­men die Spa­ni­er die Stadt Trier ein; Sö­tern muss­te für fast zehn Jah­re in kai­ser­li­chem Ge­wahr­sam blei­ben. Kriegs­be­ding­te ho­he Steu­er­for­de­run­gen der Fürs­ten an ih­re Un­ter­ta­nen, aber auch das au­to­ri­tä­re Ver­hal­ten des Kur­fürs­ten von Trier und Her­zog Wolf­gang Wil­helms von Pfalz-Neu­burg führ­ten zu Kon­flik­ten mit ih­ren Land­stän­den, oh­ne al­ler­dings de­ren Stel­lung in der Ter­ri­to­ri­al­ver­fas­sung zu er­schüt­tern.

1.3 Das Rheinland im Spannungsfeld des französisch-habsburgischen Gegensatzes (1648-1715)

Der West­fä­li­sche Frie­den 1648 führ­te nicht zu ter­ri­to­ria­len Ver­än­de­run­gen im Rhein­land. Er un­ter­strich aber durch die An­er­ken­nung des Kriegs- und Bünd­nis­rechts der Reichs­stän­de de­ren au­ßen­po­li­ti­sche Hand­lungs­frei­heit. Die Fest­le­gung des kirch­li­chen Be­sitz­stands auf das Jahr 1624 si­cher­te die Exis­tenz kon­fes­sio­nel­ler Min­der­hei­ten. Der bis 1659 an­dau­ern­de Kriegs­zu­stand zwi­schen Spa­ni­en und Frank­reich zog das Rhein­land wei­ter­hin in sei­nen Bann. So blie­ben Städ­te und Fes­tun­gen von frem­den Trup­pen be­setzt. Aus Jü­lich zo­gen die Spa­ni­er erst 1660 ab; die Ge­ne­ral­staa­ten muss­ten die von ih­nen be­setz­ten nie­der­rhei­ni­schen Plät­ze erst 1672 räu­men. Die Be­völ­ke­rung litt vor al­lem un­ter der Sol­da­tes­ka des in spa­ni­schen Diens­ten ste­hen­den Her­zogs Karl von Loth­rin­gen (1604-1675).

Philipp Christoph von Sötern, Erzbischof von Trier und Fürstbischof von Speyer, Porträt, Kupferstich von Wolf Kilian (1581-1662), vor 1662. (Stadtbibliothek/ Stadtarchiv Trier)

 

Seit 1651 ver­such­ten rhei­ni­sche Fürs­ten, den Frie­den durch die Bil­dung von Unio­nen oder As­so­zia­tio­nen zu si­chern. Aus der 1654 zwi­schen Kur­k­öln, Kur­trier, Müns­ter und Pfalz-Neu­burg ver­ein­bar­ten „Rhei­ni­schen Al­li­an­z“ ging der spä­ter so be­zeich­ne­te Rhein­bund her­vor, an des­sen Spit­ze sich der Main­zer Kur­fürst Jo­hann Phil­ipp von Schön­born (Epis­ko­pat 1647-1673) setz­te. Da sei­ne In­itia­to­ren sich vor al­lem durch die Habs­bur­ger be­droht glaub­ten, such­ten sie 1658 An­leh­nung an Frank­reich als Ga­ran­ten des West­fä­li­schen Frie­dens. Der An­griff Lud­wigs XIV. (Re­gent­schaft 1643-1715) auf die Spa­ni­schen Nie­der­lan­de im Jah­re 1667 lei­te­te je­doch ei­ne po­li­ti­sche Neu­ori­en­tie­rung im Rhein­land ein. 1668 wur­de der auf zehn Jah­re ab­ge­schlos­se­ne Rhein­bund nicht er­neu­ert. Die fran­zö­si­sche Ag­gres­si­on ge­gen Hol­land führ­te zum An­schluss auch rhei­ni­scher Fürs­ten, des Kur­fürs­ten von Trier und Phil­ipp Wil­helms von Pfalz-Neu­burg (Re­gent­schaft 1653-1690), an den Kai­ser. Der 1679 in Nim­we­gen ab­ge­schlos­se­ne Frie­den stell­te den Vor­kriegs­zu­stand am Rhein wie­der her. Für die Zer­stö­run­gen und die der Be­völ­ke­rung auf­er­leg­ten Kont­ri­bu­tio­nen gab es kei­ne Ent­schä­di­gung.

Von der 1680 ein­set­zen­den Re­uni­ons­po­li­tik, das hei­ßt der An­ne­xi­on lehn­recht­lich von Frank­reich ab­hän­gi­ger Ge­bie­te, war auch das Kur­fürs­ten­tum Trier be­trof­fen, des­sen Haupt­stadt ge­walt­sam ent­fes­tigt wur­de. Ei­ne schwe­re Lei­dens­zeit für das Rhein­land be­gann mit dem 1688 aus­bre­chen­den Krieg um die Nach­fol­ge auf dem Köl­ner Erz­stuhl und das pfäl­zi­sche Er­be, das 1685 die in Düs­sel­dorf re­si­die­ren­den Pfalz-Neu­bur­ger an­ge­tre­ten hat­ten. Die fran­zö­si­sche Po­li­tik der ver­brann­ten Er­de führ­te 1689 zur Zer­stö­rung zahl­rei­cher Städ­te und Schlös­ser. Die Stadt und das Ober­stift Trier blie­ben bis 1698 in fran­zö­si­scher Hand. Die von Trup­pen Lud­wigs XIV. be­setz­ten Plät­ze Bonn und Kai­sers­werth wur­den bei der Rück­erobe­rung durch sei­ne Geg­ner weit­ge­hend zer­stört. Der 1697 in Ri­js­wi­jk ge­schlos­se­ne Frie­den, der dem He­ge­mo­nie­stre­ben des Son­nen­kö­nigs Ein­halt ge­bot, brach­te für das Rhein­land kei­ne grund­le­gen­den Ver­än­de­run­gen.

Philipp Wilhelm von der Pfalz, Gemälde, um 1685. (Stadtmuseum Düsseldorf)

 

Im 1701 aus­bre­chen­den Spa­ni­schen Erb­fol­ge­krieg hat­te die Be­völ­ke­rung er­neut un­ter Kampf­hand­lun­gen, Ein­quar­tie­run­gen und Kont­ri­bu­tio­nen zu lei­den. Der An­schluss des Köl­ner Kur­fürs­ten Jo­seph Cle­mens an Lud­wig XIV. öff­ne­te die­sem die Fes­tun­gen des Kur­staa­tes. 1702 muss­te Kai­sers­werth von Trup­pen des fest an der Sei­te sei­nes kai­ser­li­chen Schwa­gers ste­hen­den Jo­hann Wil­helms von der Pfalz und Bran­den­burgs, 1703 Bonn von den Hol­län­dern er­obert wer­den. Schwe­rer traf der Krieg Trier und das Ober­stift, die nur zeit­wei­se von den 1702 wie­der ein­ge­drun­ge­nen Fran­zo­sen be­freit wer­den konn­ten. Über den 1714 ab­ge­schlos­se­nen Frie­den war vor al­lem Kur­fürst Jo­hann Wil­helm er­bit­tert. Auf die 1708 wie­der ge­won­ne­ne fünf­te Kur­wür­de und die Ober­pfalz, die ihm nach der Äch­tung der mit dem Son­nen­kö­nig ver­bün­de­ten Wit­tels­ba­cher Jo­seph Cle­mens und Max Ema­nu­el (Re­gent­schaft 1662-1726) zu­ge­fal­len wa­ren, muss­te er eben­so ver­zich­ten wie auf die er­sehn­te Kö­nigs­wür­de. Ter­ri­to­ria­le Ver­bes­se­run­gen von ei­ni­ger Be­deu­tung er­reich­te nur sein bran­den­bur­gi­scher Ri­va­le. Die­sem sprach der schon 1713 zwi­schen Frank­reich und den See­mäch­ten ab­ge­schlos­se­ne Frie­den von Ut­recht ei­nen Teil des Ober­quar­tiers Gel­dern aus der Erb­schaft Wil­helms von Ora­ni­en (1650-1702) zu, aus der er 1702 be­reits die 1707 zum Fürs­ten­tum er­ho­be­ne Graf­schaft Mo­ers an sich ge­nom­men hat­te.

1.4 Fürsten und Stände

Ob man die Jahr­zehn­te zwi­schen dem West­fä­li­schen Frie­den und dem Aus­bruch der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on als Zeit­al­ter des Ab­so­lu­tis­mus be­zeich­nen kann, in dem die Fürs­ten sich zu un­um­schränk­ten Herr­schern auf­zu­schwin­gen ver­moch­ten, wird in der neue­ren For­schung zu­neh­mend be­zwei­felt. Denn in kei­nem rhei­ni­schen Ter­ri­to­ri­um wur­den stän­di­sche In­sti­tu­tio­nen und Pri­vi­le­gi­en völ­lig be­sei­tigt. Dies gilt ge­ra­de auch für das bran­den­bur­gi­sche Kle­ve. Zwar konn­te Kur­fürst Fried­rich Wil­helm die Stän­de in Land­tags­re­zes­sen von 1660/ 1661 zwin­gen, auf Mit­wir­kung in mi­li­tä­ri­schen und au­ßen­po­li­ti­schen An­ge­le­gen­hei­ten zu ver­zich­ten, ihr Steu­er­be­wil­li­gungs­recht und das In­di­genat, das hei­ßt die Ver­pflich­tung des Lan­des­herrn, be­stimm­te Äm­ter nur an Lan­des­kin­der zu ver­ge­ben, blie­ben je­doch er­hal­ten.

Der fürst­li­chen Po­si­ti­on kam es auch zu­gu­te, dass 1666 ei­ne Ei­ni­gung über die end­gül­ti­ge Tei­lung der nie­der­rhei­ni­schen Ter­ri­to­ri­en mit Jü­lich-Berg er­reicht wur­de. Auch dort ver­schob sich das po­li­ti­sche Ge­wicht zwar zu­guns­ten des Lan­des­herrn, denn in Re­zes­sen von 1672 und 1675 muss­ten die Stän­de zu­ge­ste­hen, „er­kleck­li­ch“ zur Lan­des­ver­tei­di­gung und zur Er­fül­lung von Bünd­nis­pflich­ten bei­zu­tra­gen. Ihr Steu­er­be­wil­li­gungs­recht und das In­di­genat blie­ben je­doch grund­sätz­lich er­hal­ten. Die Ei­ni­gung auf die­se als Staats­grund­ge­setz gel­ten­den Be­schlüs­se wur­de mög­lich, weil es Her­zog Phil­ipp Wil­helm ge­lang, die kamp­fes­mü­den Städ­te durch Zu­ge­ständ­nis­se von der we­ni­ger kom­pro­miss­be­rei­ten Rit­ter­schaft zu tren­nen.

In­ner­stän­di­scher Dis­sens trug auch in an­de­ren Ter­ri­to­ri­en zur Schwä­chung der Lan­des­ver­tre­tung bei. So such­te die vom Adel be­herrsch­te Mo­er­ser Re­gie­rung der Stadt Mo­ers die Land­tags­be­rech­ti­gung strei­tig zu ma­chen; zu An­fang der 1690er Jah­re des 18. Jahr­hun­derts gab es hier wie in Kur­k­öln Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die die pri­vi­le­gier­ten Stän­de be­güns­ti­gen­de Ver­tei­lung der Ab­ga­ben­last.

Zur Stär­kung der fürst­li­chen Ge­walt tru­gen schlie­ß­lich Ver­wal­tungs- und Steu­er­re­for­men bei. Wenn Jo­hann Wil­helm von der Pfalz mit der Ein­rich­tung neu­er nur dem Lan­des­herrn un­ter­ste­hen­der Kom­mis­sa­ri­ats­be­hör­den und der Ein­füh­rung ei­ner das Steu­er­be­wil­li­gungs­recht des Land­tags aus­höh­len­den Ver­brauchs­steu­er kei­nen dau­ern­den Er­folg hat­te, so führ­ten die Re­for­men Kö­nig Fried­rich Wil­helms I. (Re­gent­schaft 1713-1740) in Kle­ve zu ver­stärk­ter staat­li­cher Kon­trol­le durch die 1723 dort ein­ge­rich­te­te Kriegs- und Do­mä­nen­kam­mer so­wie den 1753 nach dem Vor­bild der öst­li­chen Pro­vin­zen be­stell­ten Land­rat, wäh­rend die über­kom­me­ne stän­disch be­herrsch­te Re­gie­rung sich auf Ho­heits-, Jus­tiz- , Kir­chen- und Schul­an­ge­le­gen­hei­ten be­schränkt sah. Die ge­gen hef­ti­gen Wi­der­stand in den west­li­chen Pro­vin­zen durch­ge­setz­te Um­wand­lung der städ­ti­schen Ver­brauchs­steu­ern in ei­ne in die staat­li­chen Kas­sen flie­ßen­de „kö­nig­li­che Ak­zi­se“ führ­te zu ei­ner emp­find­li­chen Ein­schrän­kung der kom­mu­na­len Au­to­no­mie.

In den geist­li­chen Ter­ri­to­ri­en stie­ßen die „ab­so­lu­tis­ti­schen“ Nei­gun­gen der ge­wähl­ten Lan­des­her­ren auf den Wi­der­stand der Dom­ka­pi­tel und der Stän­de. So schei­ter­ten an die­sen Ver­su­che des Köl­ner Kur­fürs­ten Jo­seph Cle­mens, un­be­wil­lig­te Steu­ern zu er­he­ben und ein ste­hen­des Heer auf­zu­stel­len. Wo sich der geist­li­che Lan­des­herr wie in Trier 1729 nach hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die Rechts­ver­hält­nis­se der Rit­ter­schaft mit dem Dom­ka­pi­tel und den ihr Steu­er­be­wil­li­gungs­recht be­haup­ten­den Stän­den ar­ran­gier­te, ge­wann er Spiel­raum für die nach dem Spa­ni­schen Erb­fol­ge­krieg er­for­der­li­chen Auf­bau- und Re­form­maß­nah­men.

2. Politische Geschichte des 18. Jahrhunderts (1715-1794)

Johann Wilhelm von der Pfalz, Gemälde von Jan Frans van Douven (1656-1727), Düsseldorf, um 1715. (Bayerisches Nationalmuseum München)

 

2.1 Das Rheinland im Windschatten des Weltgeschehens (1715-1763)

We­ni­ger denn je ver­füg­te das ter­ri­to­ri­al zer­split­ter­te Rhein­land im 18. Jahr­hun­dert über po­li­ti­sches Ge­wicht, zu­mal die Ge­schi­cke der nie­der­rhei­ni­schen Lan­de aus dem fer­nen Ber­lin be­zie­hungs­wei­se aus Mann­heim, dem Sitz der Pfalz-Neu­bur­ger seit 1716, be­stimmt wur­den. Nach dem Spa­ni­schen Erb­fol­ge­krieg pro­fi­tier­te es zu­nächst zwei Jahr­zehn­te lang von der Kriegs­mü­dig­keit der eu­ro­päi­schen Mäch­te, die es vor­zo­gen, ih­re Kon­flik­te am Kon­fe­renz­tisch zu lö­sen.

Erst der 1733 aus­bre­chen­de Pol­ni­sche Thron­fol­ge­krieg zwi­schen dem Kai­ser und Frank­reich, in dem die rhei­ni­schen Staa­ten ei­ne Par­tei­nah­me ver­mie­den, brach­te preu­ßi­sche und dä­ni­sche Trup­pen zum Leid­we­sen der Be­völ­ke­rung an den Nie­der­rhein, wäh­rend Trier von 1734 bis 1737 von fran­zö­si­schen Ein­hei­ten be­setzt war. Nicht zum Aus­trag ka­men die Strei­tig­kei­ten zwi­schen Preu­ßen und den Wit­tels­ba­chern um die Erb­fol­ge in den Her­zog­tü­mern Jü­lich und Berg, die Fried­rich Wil­helm I. nach dem zu er­war­ten­den Aus­ster­ben der Pfalz-Neu­bur­ger be­an­spruch­te. Un­ter dem Druck der west­eu­ro­päi­schen Gro­ß­mäch­te wich er 1738 zu­rück, und als sein Sohn 1740 als Bünd­nis­part­ner Frank­reichs den Krieg um die ös­ter­rei­chi­sche Erb­fol­ge er­öff­ne­te, konn­te Karl Theo­dor von Pfalz-Sulz­bach mit Un­ter­stüt­zung aus Pa­ris die Re­gie­rung am Nie­der­rhein und in der Pfalz an­tre­ten. Ob­wohl die rhei­ni­schen Fürs­ten sich aus dem Kon­flikt her­aus­zu­hal­ten such­ten, schütz­te dies ih­re Ter­ri­to­ri­en nicht vor Trup­pen­durch­zü­gen und Ein­quar­tie­run­gen.

Schwe­rer be­las­te­te der 1756 mit Fried­richs II. von Preu­ßen (Re­gent­schaft 1740-1786) Ein­fall in Sach­sen be­gin­nen­de Sie­ben­jäh­ri­ge Krieg die rhei­ni­sche Be­völ­ke­rung. Nach­dem der „Um­sturz der Al­li­an­zen“ 1756 Eng­land an die Sei­te Preu­ßens ge­führt und die Fran­zo­sen zu Ver­bün­de­ten Ös­ter­reichs und zu Geg­nern Preu­ßens ge­macht hat­te, be­setz­ten sie und die Ös­ter­rei­cher 1757 das Her­zog­tum Kle­ve und das Fürs­ten­tum Mo­ers. Als Ver­bün­de­te Ma­ria The­re­si­as (Re­gent­schaft 1740-1780) rück­ten die Fran­zo­sen in die Reichs­stadt Köln ein, wäh­rend Karl Theo­dor ih­nen Düs­sel­dorf als Waf­fen- und Ma­te­ri­al­platz über­ließ. Sie muss­ten die Stadt 1758 nur für we­ni­ge Mo­na­te nach ih­rer Nie­der­la­ge in der Schlacht bei Kre­feld ge­gen den in eng­lisch-han­no­ver­schen Diens­ten ste­hen­den Her­zog Fer­di­nand von Braun­schweig-Lü­ne­burg (1721-1792) räu­men.

Ein An­griff des braun­schwei­gi­schen Erb­prin­zen ge­gen ein fran­zö­si­sches Korps schei­ter­te 1760 bei Klos­ter Kamp und da­mit auch der Ver­such die Fes­tung We­sel zu er­obern. Der 1763 im säch­si­schen Jagd­schloss Hu­ber­tus­burg un­ter­zeich­ne­te Frie­den stell­te im Rhein­land den Vor­kriegs­zu­stand wie­der her. Er läu­te­te dort ei­ne fast drei Jahr­zehn­te dau­ern­de Frie­dens­zeit ein.

Karl Theodor von der Pfalz, Gemälde von Anna Dorothea Therbusch, geb. Lisiewksa (1721–1782), 1763. (Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim)

 

2.2 Die Friedensjahrzehnte bis zum Ausbruch der Französischen Revolution

Ab­ge­se­hen von ei­ni­gen Grenz­ber­ei­ni­gungs­ver­trä­gen, die Frank­reich nach dem end­gül­ti­gen An­fall Loth­rin­gens 1766 mit ei­ni­gen rhei­ni­schen Fürs­ten, vor al­lem mit Kur­trier, schloss, lie­ßen sich vor dem En­de des Jahr­hun­derts kei­ne ter­ri­to­ria­len Ver­än­de­run­gen durch­set­zen. So schei­ter­te der Ver­such Karl Theo­dors von der Pfalz, der 1777 die baye­ri­schen Wit­tels­ba­cher be­erbt hat­te, das un­ge­lieb­te Kur­fürs­ten­tum ge­gen die Ös­ter­rei­chi­schen Nie­der­lan­de ein­zu­tau­schen, 1778/1779 an Preu­ßen, das den Macht­zu­wachs des kai­ser­li­chen Ri­va­len im Baye­ri­schen Erb­fol­ge­krieg zu ver­hin­dern wuss­te. Die Wie­der­auf­nah­me des Tausch­pro­jekts, das dem Pfäl­zer den Weg zu ei­nem Kö­nig­reich am Nie­der­rhein bah­nen soll­te, schei­ter­te 1785 er­neut, weil Frank­reich sei­nem ös­ter­rei­chi­schen Ver­bün­de­ten die er­for­der­li­che Un­ter­stüt­zung ver­wei­ger­te.

Mehr Er­folg hat­ten die Habs­bur­ger bei der Be­set­zung des Trie­rer und des Köl­ner Erz­stuhls. 1768 wur­de Cle­mens Wen­zes­laus von Sach­sen un­ter an­de­rem mit Hil­fe Ös­ter­reichs und Frank­reichs Erz­bi­schof von Trier; 1780 ge­lang es, den jüngs­ten Sohn Ma­ria The­re­si­as, Ma­xi­mi­li­an Franz, ge­gen den Wi­der­stand Preu­ßens und Hol­lands zum Ko­ad­ju­tor der Bis­tü­mer Köln und Müns­ter wäh­len zu las­sen.

Die lan­ge Frie­dens­zeit be­güns­tig­te auch im Rhein­land die In­an­griff­nah­me mo­der­ni­sie­ren­der Re­for­men, die die äl­te­re For­schung un­ter der in­zwi­schen um­strit­te­nen Epo­chen­be­zeich­nung „Auf­ge­klär­ter Ab­so­lu­tis­mus“ sub­su­mier­te. So be­trieb der als ei­ner sei­ner Ex­po­nen­ten in An­spruch ge­nom­me­ne kur­k­öl­ni­sche Mi­nis­ter Cas­par An­ton Bel­der­busch ei­ne auf Ein­spa­run­gen am Hof und in der Ver­wal­tung zie­len­de Fi­nanz- und Wirt­schafts­po­li­tik. Der al­lem Prunk ab­hol­de Kur­fürst Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich be­kämpf­te die Kor­rup­ti­on und ar­bei­te­te an der Ver­bes­se­rung des Jus­tiz­we­sens durch die Tren­nung von Recht­spre­chung und Ver­wal­tung. Auch in Trier ließ Cle­mens Wen­zes­laus Re­for­men in Staat und Wirt­schaft durch­füh­ren.

Tief­grei­fen­der wa­ren die Ver­än­de­run­gen in ei­ni­gen welt­li­chen Ter­ri­to­ri­en, vor al­lem in Kle­ve und Mo­ers. Dort wur­de schon seit der Mit­te des 18. Jahr­hun­derts das Jus­tiz­we­sen neu ge­ord­net; die Wirt­schaft, ins­be­son­de­re die Sei­den­in­dus­trie, er­fuhr staat­li­che Un­ter­stüt­zung, aber auch Re­gle­men­tie­rung, nicht im­mer zum Vor­teil des Lan­des. Die zoll­po­li­ti­sche Iso­lie­rung der nie­der­rhei­ni­schen von den preu­ßi­schen Kern­pro­vin­zen wur­de im Wes­ten als Wachs­tums­hemm­nis be­klagt. In Jü­lich-Berg ver­band sich staat­li­che Re­form­po­li­tik mit dem Na­men des vom Ge­dan­ken­gut der Auf­klä­rung ge­präg­ten Statt­hal­ters Graf Jo­hann Lud­wig Franz von Golt­stein (1719-1776). Er sorg­te für Ver­wal­tungs­re­for­men, sa­nier­te die Fi­nan­zen und such­te die von mer­kan­ti­lis­ti­schen Be­schrän­kun­gen weit­ge­hend freie Wirt­schaft zu för­dern.

In der Be­völ­ke­rung stie­ßen die von wohl­mei­nen­den Lan­des­her­ren und Mi­nis­tern durch­ge­führ­ten mo­der­ni­sie­ren­den Re­for­men nicht sel­ten auf Wi­der­stand. Wenn sich fest­stel­len lässt, dass es im Rhein­land des spä­ten 18. Jahr­hun­derts häu­fi­ger als je zu­vor zu städ­ti­schen Un­ru­hen kam, so kam dar­in nicht sel­ten die Furcht vor dem Ver­lust von alt­her­ge­brach­ten Rech­ten und Pri­vi­le­gi­en zum Aus­druck, die auf­ge­klär­te Po­li­ti­ker als „Miss­bräu­che“ be­sei­ti­gen oder ein­schrän­ken woll­ten. Vor al­lem die Zünf­te sa­hen sich durch Ver­su­che, mehr Ge­wer­be­frei­heit zu­zu­las­sen oder An­ders­gläu­bi­gen To­le­ranz zu ge­wäh­ren, be­droht. Dies gilt et­wa für die Reichs­stadt Köln, wo die Zünf­te oder Gaf­feln sich ge­gen die Er­rich­tung ei­nes Bet­hau­ses für die ih­nen wirt­schaft­lich meist über­le­ge­nen Pro­tes­tan­ten wehr­ten.

Wi­der­stand rie­fen auch Plä­ne her­vor, Pfarr­kirch­hö­fe zum Schutz der Ge­sund­heit durch au­ßer­städ­ti­sche Fried­hö­fe zu er­set­zen. Im Grun­de rich­te­ten sich die ge­le­gent­lich so­gar von Tät­lich­kei­ten be­glei­te­ten Pro­test­ak­tio­nen ge­gen die Be­dro­hung tra­di­ti­ons­ge­hei­lig­ter Le­bens­for­men. Hier­zu ge­hör­ten auch alt­über­kom­me­ne Mit­wir­kungs­rech­te der Bür­ger, die man von olig­ar­chi­schen Stadt­o­b­rig­kei­ten oder von be­vor­mun­den­den staat­li­chen In­stan­zen ein­ge­schränkt sah. Wenn sol­che Un­ru­hen über 1789 hin­aus an­dau­er­ten, ist zu fra­gen, ob sie von den re­vo­lu­tio­nä­ren Ide­en von jen­seits des Rheins be­ein­flusst wur­den.

Clemens Wenzeslaus von Sachsen, Gemälde von Heinrich Foelix (1757-1821), nach 1776. (Domschatzkammer Essen)

 

2.3 Der Widerhall der Französischen Revolution im Rheinland (1789-1794)

Über die Vor­gän­ge in Frank­reich wur­de vor al­lem die le­se­kun­di­ge Be­völ­ke­rung durch zahl­rei­che Pres­se­or­ga­ne so­wie durch Flug­schrif­ten gut in­for­miert. Im „Po­li­ti­schen Mer­kur“ des Aa­che­ner Jour­na­lis­ten Franz Daut­zen­berg wur­de ihr die Re­vo­lu­ti­ons­ver­fas­sung von 1791 als „Tri­umph der Ver­nunft und der Men­schen­rech­te“ vor­ge­stellt. Dies war al­ler­dings die Stim­me ei­ner der Auf­klä­rung zu­ge­ta­nen Min­der­heit un­ter den rhei­ni­schen Re­vo­lu­ti­ons­be­ob­ach­tern. Auf die Ra­di­ka­li­sie­rung des Um­stur­zes in Frank­reich re­agier­te auch sie schlie­ß­lich mit zu­neh­men­der Kri­tik. In Städ­ten, in de­nen es seit den 1780er Jah­ren zu Un­ru­hen ge­kom­men war, wie in Trier oder in Köln, wur­den zwar re­vo­lu­tio­nä­re Pa­ro­len laut, nahm auch die Ge­walt­be­reit­schaft zu, aber die Ziel­rich­tung ih­rer für die Er­hal­tung der über­kom­me­nen Ver­hält­nis­se kämp­fen­den Trä­ger blieb un­ver­än­dert.

Ob­wohl von ei­ner re­vo­lu­tio­nä­ren Si­tua­ti­on im Rhein­land so­mit kei­ne Re­de sein konn­te, re­agier­ten die von Um­sturzangst er­füll­ten Ob­rig­kei­ten mit der Ein­stel­lung ih­rer Re­form­po­li­tik und mit Un­ter­drü­ckungs­maß­nah­men ge­gen al­le Re­gun­gen von Wi­der­stand. Als nach dem Aus­bruch des be­waff­ne­ten Kamp­fes zwi­schen Frank­reich und den Mäch­ten der al­ten Ord­nung Re­vo­lu­ti­ons­trup­pen En­de 1792 Tei­le des Rhein­lan­des er­ober­ten und nach mi­li­tä­ri­schen Rück­schlä­gen 1794 er­neut ein­nah­men, ver­hielt sich die von Krieg und Be­sat­zung ge­plag­te Mas­se der Be­völ­ke­rung gleich­gül­tig oder ab­leh­nend.

3. Wirtschafts- und Sozialgeschichte

3.1 Bevölkerungsentwicklung

Nach dem Be­völ­ke­rungs­an­stieg wäh­rend des 16. Jahr­hun­derts ent­wi­ckel­te sich die Ein­woh­ner­zahl je nach Be­trof­fen­heit der Re­gio­nen durch Krie­ge und Epi­de­mi­en im 17. und frü­he­ren 18. Jahr­hun­dert sehr un­ter­schied­lich. Star­ke Be­völ­ke­rungs­ver­lus­te tra­ten im Ver­lauf des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges vor al­lem im Kur­fürs­ten­tum Trier, aber auch in Jü­lich und Berg auf. Pest und ro­te Ruhr ver­hin­der­ten vie­ler­orts ei­ne ra­sche Er­ho­lung. So dürf­te erst ge­gen En­de des 17. Jahr­hun­derts der Vor­kriegs­zu­stand wie­der er­reicht wor­den sein. Das 18. Jahr­hun­dert stand dann wie über­all in Eu­ro­pa im Zei­chen ei­ner be­trächt­li­chen Be­völ­ke­rungs­zu­nah­me, ins­be­son­de­re in Ter­ri­to­ri­en, in de­nen die Wirt­schaft flo­rier­te.

3.2 Die Landwirtschaft

Von Trup­pen­durch­zü­gen und Ein­quar­tie­run­gen wa­ren die länd­li­chen Re­gio­nen am stärks­ten be­trof­fen; nicht sel­ten wur­den dort die Fel­der ver­wüs­tet und wur­de das Vieh weg­ge­führt. In der von man­chen Re­gie­run­gen und Feu­dal­her­ren ge­för­der­ten Wie­der­auf­bau­pha­se nach 1648 bes­ser­te sich all­mäh­lich die La­ge der bäu­er­li­chen Grund­be­sit­zer und der im Rhein­land be­son­ders zahl­rei­chen Päch­ter. Im 18. Jahr­hun­dert setz­te dann ein durch stei­gen­de Nach­fra­ge ei­ner wach­sen­den Be­völ­ke­rung in Gang ge­setz­ter Auf­schwung ein. Stei­gen­de Prei­se er­mu­tig­ten zur Er­wei­te­rung der An­bau­flä­chen und zur In­ten­si­vie­rung der Bo­den­nut­zung durch ver­bes­ser­te Dün­gung. Die Bra­che wich vie­ler­orts der Frucht­wech­sel­wirt­schaft. In agra­risch we­ni­ger be­güns­tig­ten Ge­bie­ten wur­de zu­neh­mend die Kar­tof­fel an­ge­baut, die für das Über­le­ben der wach­sen­den Be­völ­ke­rung im­mer grö­ße­re Be­deu­tung ge­wann.

3.3 Das Gewerbe

Die Krie­ge des 17. Jahr­hun­derts ha­ben die ge­werb­li­che Wirt­schaft in den be­trof­fe­nen Ge­bie­ten zwar zu­rück­ge­wor­fen, den Ab­satz von Rüs­tungs­gü­tern aus den Me­tall ver­ar­bei­ten­den Be­trie­ben in der Ei­fel und im Ber­gi­schen Land aber auch ge­för­dert. In der sich vor al­lem nach dem Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg be­le­ben­den Wirt­schafts­kon­junk­tur, die fast al­le Lan­des­tei­le er­fass­te, ver­stärk­te sich die Ver­la­ge­rung von Ge­wer­ben in die länd­li­chen Re­gio­nen. Die­ser Pro­zess hat­te im 17. Jahr­hun­dert im Aa­che­ner Raum mit der Ent­ste­hung neu­er Stand­or­te der Tuch­her­stel­lung und der Me­tall­ver­ar­bei­tung in Burt­scheid, Vaals, Kor­ne­li­müns­ter, Mons­chau, Im­gen­broich und Stol­berg be­gon­nen. Am Nie­der­rhein ex­pan­dier­te das Kre­fel­der Sei­den­ge­wer­be in die länd­li­che Um­ge­bung. Im Ber­gi­schen pros­pe­rier­ten Tex­til- und Klein­ei­sen­ge­wer­be, auch be­flü­gelt von der re­la­tiv frei­en Wirt­schafts­ver­fas­sung, im Zei­chen der so ge­nann­ten Pro­to­in­dus­tria­li­sie­rung. Wirt­schaft­li­cher Auf­schwung war vor al­lem dort zu ver­zeich­nen, wo sich Ma­nu­fak­tu­ren und Ver­la­ge, die von ih­nen ab­hän­gi­ge länd­li­che Heim­ar­bei­ter be­schäf­tig­ten, eta­blie­ren konn­ten. In zünf­tig do­mi­nier­ten Städ­ten, ins­be­son­de­re in Köln, konn­ten neue Be­trieb­for­men und Ver­fah­rens­wei­sen hin­ge­gen nur schwer Ein­gang fin­den.

3.4 Der Handel

Vom Auf­schwung in den al­ten und mehr noch in den neu­en Ge­wer­be­re­gio­nen pro­fi­tier­te der Han­del. Ob­wohl Sta­pel­rech­te und Zöl­le den Wa­ren­trans­port auf dem Rhein be­hin­der­ten, wuchs der Tran­sit­han­del vor al­lem in der zwei­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts. So nahm der Wert der von ton­an­ge­ben­den Ams­ter­da­mer Kauf­leu­ten ver­schick­ten Ko­lo­ni­al­wa­ren zwi­schen 1753 und 1790 von 4,7 auf 23,7 Mil­lio­nen Gul­den zu. Auch der blü­hen­de Holz­han­del wur­de von den Hol­län­dern do­mi­niert. Ver­such­ten de­ren Flö­ße mit ei­ni­gem Er­folg, den Köl­ner Sta­pel zu um­ge­hen, so ver­moch­te die Reichs­stadt ih­re Po­si­ti­on im Spe­di­ti­ons- und Kom­mis­si­ons­ge­schäft so­wie im Wein- und Ta­bak­han­del weit­ge­hend zu be­haup­ten. Auch klei­ne­re Städ­te wie Düs­sel­dorf, des­sen Händ­ler die wach­sen­de Nach­fra­ge des Ber­gi­schen Lan­des nach Ge­trei­de be­frie­dig­ten, pro­fi­tier­ten von der Han­dels­kon­junk­tur des 18. Jahr­hun­derts. Den lo­ka­len Wa­ren­aus­tausch be­hin­der­ten je­doch wei­ter­hin die schlech­ten Stra­ßen. An­stren­gun­gen zu de­ren Aus­bau un­ter­nahm man vor al­lem im Her­zog­tum Berg nach 1750.

3.5 Sozialgeschichtliche Entwicklungen

Die Struk­tur der länd­li­chen Ge­sell­schaft ver­än­der­te sich im 17. und 18. Jahr­hun­dert nicht grund­le­gend. Fort­ge­setzt ha­ben sich das Ein­drin­gen städ­ti­schen Ka­pi­tals und der Trend zur Be­sitz­zer­split­te­rung in Real­tei­lungs­ge­bie­ten. Dies be­güns­tig­te das für vie­le Zeit­ge­nos­sen be­ängs­ti­gen­de An­wach­sen der länd­li­chen Un­ter­schicht. Klein­bau­ern und Ta­ge­löh­ner, de­nen die Agrar­wirt­schaft kei­ne aus­rei­chen­den Er­werbs­mög­lich­kei­ten mehr bot, ver­ding­ten sich und häu­fig auch ih­re Fa­mi­li­en als Heim­ar­bei­ter im sich aus­brei­ten­den Ver­lags­we­sen. Auch in den Städ­ten be­ob­ach­tet man ei­ne Zu­nah­me der Un­ter­schicht, der am En­de des 18. Jahr­hun­derts fast die Hälf­te der Be­völ­ke­rung an­ge­hö­ren konn­te. Sie stell­te die Ob­rig­kei­ten in Kri­sen­zei­ten vor kaum zu lö­sen­de Pro­ble­me, zu­mal wenn auch Tei­le der ängst­lich an ih­ren Pri­vi­le­gi­en fest­hal­ten­den zünf­ti­gen Mit­tel­schicht vom so­zia­len Ab­stieg be­droht wa­ren.

Das über­kom­me­ne po­li­ti­sche und so­zia­le Sys­tem ver­tei­dig­ten auch die meis­ten An­ge­hö­ri­gen der bes­ser ge­stell­ten Mit­tel- und der Ober­schicht. Ne­ben und im Ge­gen­satz zum al­ten Stadt­bür­ger­tum ent­wi­ckel­te sich je­doch vor al­lem seit dem 18. Jahr­hun­dert ein nicht mehr stän­disch ein­ge­bun­de­nes Bür­ger­tum, dem so un­ter­schied­li­che Grup­pen zu­ge­rech­net wer­den wie staat­li­che Ver­wal­tungs­be­am­te, aka­de­misch ge­bil­de­te Leh­rer, Schrift­stel­ler und vor al­lem Un­ter­neh­mer neu­en Typs, das hei­ßt Ma­nu­fak­tur­be­sit­zer und Ver­le­ger. Die­se be­sa­ßen oft nicht das Bür­ger­recht, be­son­ders wenn sie wie in Aa­chen oder in Köln als „Beisas­sen“ nur ge­dul­de­ten kon­fes­sio­nel­len Mi­no­ri­tä­ten an­ge­hör­ten. Vie­le die­ser Un­ter­neh­mer wa­ren Trä­ger der wirt­schaft­li­chen Dy­na­mik des Jahr­hun­derts. Hin­zu­wei­sen ist bei­spiel­haft auf die dem Men­no­ni­ten­tum an­ge­hö­ren­de Fa­mi­lie von der Ley­en, die das Kre­fel­der Sei­den­ge­wer­be be­herrsch­te, des Wei­te­ren auf die Un­ter­neh­mer der Tex­til und Na­del­fa­bri­ka­ti­on im Gro­ß­raum Aa­chen so­wie des ber­gi­schen Klein­ei­sen­ge­wer­bes.

3.6 Migration ins Rheinland

Vor­an­ge­trie­ben wur­de die öko­no­mi­sche Ent­wick­lung nicht zu­letzt durch seit dem 16. Jahr­hun­dert aus den Nie­der­lan­den, dann aus Frank­reich ein­wan­dern­de pro­tes­tan­ti­sche Glau­bens­flücht­lin­ge, die häu­fig dem ein­hei­mi­schen Hand­werk über­le­ge­ne tech­ni­sche Ver­fah­ren mit­brach­ten. Be­deu­ten­den An­teil an der Mi­gra­ti­on ins Rhein­land hat­ten seit dem 17. Jahr­hun­dert auch Ita­lie­ner, die dort ih­re Wa­ren ab­setz­ten, dann sess­haft wur­den und mit zunft­frei­en Pro­duk­ten wie Lu­xus­wa­ren oder Köl­nisch Was­ser Han­del trie­ben. Er­wähnt sei nur die weit ver­zweig­te Fa­mi­lie Fa­ri­na, die in Düs­sel­dorf und in Köln an­säs­sig war.

Nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg för­der­ten vie­le Lan­des­her­ren die Zu­wan­de­rung in ent­völ­ker­te Städ­te und Dör­fer. Die­se „Peu­plie­rungs­po­li­ti­k“ kam auch jü­di­schen Mi­gran­ten zu­gu­te. Res­te jü­di­scher Be­völ­ke­rung hat­ten sich nach den Ver­trei­bun­gen des Spät­mit­tel­al­ters und des frü­hen 16. Jahr­hun­derts haupt­säch­lich auf dem Lan­de ge­hal­ten. Um 1600 gab es im Kur­fürs­ten­tum Köln aber noch jü­di­sche Ge­mein­den in der Re­si­denz­stadt Bonn und in der Frei­heit Deutz (heu­te Stadt Köln). Seit dem 17. Jahr­hun­dert er­teil­ten die Lan­des­herrn, al­len vor­an die Bran­den­bur­ger im Her­zog­tum Kle­ve, aber auch die Köl­ner und die Trie­rer Kur­fürs­ten vor al­lem aus wirt­schaft­li­chen und fis­ka­li­schen Grün­den wie­der häu­fi­ger Ju­den­schutz­brie­fe und all­ge­mei­ne Ge­leit­kon­zes­sio­nen. Sie ta­ten dies häu­fig ge­gen den Wi­der­stand der Stän­de, ins­be­son­de­re der kom­mer­zi­el­le Kon­kur­renz fürch­ten­den Städ­te. Ju­den­ord­nun­gen re­gel­ten in häu­fig sehr re­strik­ti­ver Wei­se die Rechts­ver­hält­nis­se.

Die so­zia­le La­ge der meis­ten un­ter ho­hem Ab­ga­ben­druck ste­hen­den Ju­den blieb bis zum En­de des 18. Jahr­hun­derts pre­kär. Ei­ner klei­nen Min­der­heit ge­lang es je­doch als Hee­res­lie­fe­ran­ten, Lu­xus­wa­ren­händ­ler und Kre­dit­ge­ber der Fürs­ten reich zu wer­den. Die­se „Hof­ju­den“ über­nah­men häu­fig die Füh­rung der auf ter­ri­to­ria­ler Ebe­ne ge­bil­de­ten „Land­ju­den­schaf­ten“, die un­ter an­de­rem für die Bei­trei­bung der zahl­rei­chen Steu­ern ver­ant­wort­lich wa­ren.

4. Kirchengeschichte

Prise de la Bastille, Gemälde von Jean-Pierre Louis Laurent Houel (1735-1813), 1789.

 

4.1 Konfessionalisierung

Die kir­chen­ge­schicht­li­che Ent­wick­lung der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts stand im Zei­chen der Ver­fes­ti­gung der al­ten Kir­che und der im Re­for­ma­ti­ons­zeit­al­ter ent­stan­de­nen neu­en Glau­bens­ge­mein­schaf­ten. Die­ser von der neue­ren For­schung so be­zeich­ne­te Pro­zess der Kon­fes­sio­na­li­sie­rung wur­de aus Glau­bensei­fer, aber auch aus Macht­stre­ben von den über die Kon­fes­si­on ih­rer Un­ter­ta­nen be­stim­men­den Ter­ri­to­ri­al­fürs­ten vor­an­ge­trie­ben. In Jü­lich-Kle­ve-Berg al­ler­dings setz­ten die 1609 von Bran­den­burg und Pfalz-Neu­burg den Stän­den aus­ge­stell­ten Re­ver­sa­li­en, durch die die Pos­se­die­ren­den sich ver­pflich­te­ten, den kon­fes­sio­nel­len Sta­tus quo auf­recht zu er­hal­ten, der Aus­übung des lan­des­herr­li­chen Re­for­ma­ti­ons­rechts Gren­zen. Den den­noch im­mer wie­der auf­bre­chen­den Kon­flik­ten mach­te erst der 1672 ab­ge­schlos­se­ne Re­li­gi­ons­ver­gleich ein En­de. An­ders als der West­fä­li­sche Frie­de, der das Jahr 1624 als „Nor­mal­jahr“ fest­leg­te, be­zeich­ne­te er ge­nau die Or­te, in de­nen ein vom Glau­ben des Lan­des­herrn ab­wei­chen­der Kul­tus statt­fin­den durf­te.

4.2 Die katholische Kirche

Die Kon­so­li­die­rung der Kon­fes­sio­nen ging ein­her mit ver­stärk­ten Be­mü­hun­gen um ei­ne bes­se­re re­li­giö­se Ver­sor­gung der Un­ter­ta­nen. Auf ka­tho­li­scher Sei­te setz­ten die De­kre­te des Kon­zils von Tri­ent (1545-1563) die Maß­stä­be für ei­ne ent­spre­chen­de Re­form der Kir­che. Die Be­reit­schaft, sie um­zu­set­zen, war in Trier grö­ßer als in Köln, wo sie nur teil­wei­se pu­bli­ziert wur­den. Doch die hier wie dort mit oft ge­gen­re­for­ma­to­ri­schem Ei­fer be­trie­be­ne Er­neue­rung er­folg­te weit­ge­hend in ih­rem Geis­te. Be­son­ders er­folg­reich war die Re­form des Pfarrk­le­rus, in dem das Zö­li­bat zu­neh­mend be­ach­tet wur­de. In sei­nen An­stren­gun­gen für ei­ne Ver­bes­se­rung der Seel­sor­ge wur­de er un­ter­stützt von den Or­den, al­len vor­an den Je­sui­ten, so­wie von den die Volks­fröm­mig­keit pfle­gen­den Bru­der­schaf­ten. Im 18. Jahr­hun­dert such­ten dann von der ka­tho­li­schen Auf­klä­rung be­ein­fluss­te Kir­chen­obe­re de­ren Ein­fluss zu be­schnei­den. Im Zei­chen ei­nes für die Rech­te der Bi­schö­fe ein­tre­ten­den Epis­ko­pa­lis­mus ver­such­ten seit 1769 die rhei­ni­schen Erz­bi­schö­fe die Ju­ris­dik­ti­ons­ge­walt von Päps­ten und Nun­ti­en zu be­gren­zen. Ih­re Be­stre­bun­gen schei­ter­ten 1790.

4.3 Die protestantischen Kirchen

Auch die evan­ge­li­schen Ge­mein­den ha­ben sich im 17. Jahr­hun­dert kon­so­li­diert. Da­bei ge­wan­nen die städ­ti­schen und vor al­lem die ter­ri­to­ria­len Ob­rig­kei­ten zu­neh­men­den Ein­fluss auf die pres­by­te­ri­al-syn­oda­len Or­ga­ni­sa­tio­nen der Re­for­mier­ten. Dies gilt ins­be­son­de­re in Kle­ve und Mo­ers. In Jü­lich-Berg konn­ten sie un­ter kon­fes­si­ons­ver­schie­de­nen Lan­des­her­ren ei­nen grö­ße­ren Frei­raum be­haup­ten. Kon­sis­to­ri­al-syn­oda­le For­men kenn­zeich­nen auch das Ge­mein­de­le­ben der im Rhein­land des 17. und 18. Jahr­hun­derts we­ni­ger zahl­rei­chen Lu­the­ra­ner. Seit dem spä­te­ren 17. Jahr­hun­dert wur­den Ge­mein­den bei­der Glau­bens­rich­tun­gen vom Pie­tis­mus be­ein­flusst, der für ei­ne ver­tief­te, die ge­sam­te Le­bens­pra­xis prä­gen­de Fröm­mig­keit ein­trat. Hin­ge­wie­sen sei nur auf den kurz­zei­tig in Düs­sel­dorf wir­ken­den Joa­chim Ne­an­der so­wie auf Ger­hard Ters­tee­gen, der vor al­lem am Nie­der­rhein als Wan­der­pre­di­ger tä­tig wur­de. Bei­de ge­wan­nen blei­ben­den Ein­fluss als Lie­der­dich­ter.

Das Konzil von Trient in der Kirche Santa Maria Maggiore, Gemälde, spätes 17. Jahrhundert, Original im Museo Diocesano Tridentino, Trient. (Diözesanmuseum Trient)

 

4.4 Hexenverfolgungen

Sie sind zwar oh­ne den von den Kir­chen ge­nähr­ten Teu­fels- und He­xen­glau­ben nicht zu er­klä­ren, stel­len aber den­noch kei­ne nur theo­lo­gisch ver­ständ­lich zu ma­chen­de Er­schei­nung dar. Hö­he­punk­te er­reich­ten die Ver­fol­gun­gen im letz­ten Vier­tel des 16. und in der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts. Zu den sie ver­ur­sa­chen­den Fak­to­ren zählt die neue­re For­schung Teue­rungs­kri­sen und Hun­gers­nö­te, die die ge­ängs­tig­ten Men­schen nach Schul­di­gen su­chen lie­ßen. Oft mein­ten sie die­se in am Ran­de der Ge­sell­schaft le­ben­den ein­sa­men al­ten Frau­en zu fin­den, de­nen sie Scha­den­zau­ber ge­gen Vieh oder Men­schen vor­war­fen. Die Fol­ter sorg­te dann da­für, dass die Be­klag­ten ver­meint­li­che Mit­schul­di­ge „be­sag­ten“. Da­durch konn­te ei­ne re­gel­rech­te Pro­zess­la­wi­ne ent­ste­hen, von der Frau­en und Män­ner so­wie An­ge­hö­ri­ge un­ter­schied­lichs­ter so­zia­ler Mi­lieus er­fasst wer­den konn­ten.

Die He­xen­pro­zes­se wa­ren ein eu­ro­päi­sches Phä­no­men, al­ler­dings mit re­gio­na­len Schwer­punk­ten. Zen­tren des „He­xen­wahn­s“ im Rhein­land bil­de­ten die Kur­fürs­ten­tü­mer Trier und Köln, wäh­rend die nörd­li­cher ge­le­ge­nen Ter­ri­to­ri­en weit­aus we­ni­ger be­trof­fen wa­ren. Als Aus­lö­ser hat man häu­fig de­nun­zie­ren­de Bitt­schrif­ten der Un­ter­ta­nen an ih­re Lan­des­fürs­ten als Ge­richts­her­ren iden­ti­fi­ziert, in de­nen sich nicht sel­ten in­ner­ört­li­che Span­nun­gen nie­der­schlu­gen. Wenn die­se wie im Kur­k­öln Kur­fürst Fer­di­nands von Bay­ern ei­ner be­son­ders ver­fol­gungs­wil­li­gen Ob­rig­keit vor­ge­legt wur­den, konn­te ei­ne sich über vie­le Jah­re er­stre­cken­de Pro­zess­wel­le ent­ste­hen, wie sie dort von 1626 bis 1631 nach­weis­bar ist.

Un­wi­der­spro­chen blie­ben die Ver­fol­gun­gen nicht. Ihr ein­fluss­reichs­ter Kri­ti­ker war im 17. Jahr­hun­dert der Je­su­it Fried­rich von Spee. Zwar be­stritt er die He­xen­leh­re nicht, be­män­gel­te aber die An­wen­dung der Fol­ter und ent­larv­te die nie­de­ren Be­weg­grün­de hin­ter den Be­schul­di­gun­gen. Nach 1648 ver­stan­den es die rhei­ni­schen Ob­rig­kei­ten die Ent­ste­hung neu­er Ver­fol­gungs­wel­len zu ver­hin­dern.

5. Bildungs- und Kulturgeschichte

5.1 Das Bildungswesen

Die Kon­fes­sio­na­li­sie­rung gab auch dem Schul­we­sen ei­nen neu­en Schub. Mehr denn je er­kann­ten die ver­ant­wort­li­chen kirch­li­chen und welt­li­chen Ob­rig­kei­ten die Not­wen­dig­keit, die Un­ter­ta­nen durch die Ver­mitt­lung re­li­giö­ser Bil­dung ge­gen Be­ein­flus­sung durch kon­kur­rie­ren­de Glau­bens­rich­tun­gen zu im­mu­ni­sie­ren. Kir­chen­ord­nun­gen und Sta­tu­ten ver­lang­ten nun die Ein­rich­tung von Schu­len, die dann mehr oder we­ni­ger häu­fig durch Vi­si­ta­tio­nen über­prüft wur­den. So hat sich das pro­tes­tan­ti­sche wie das ka­tho­li­sche Schul­netz im 17. Jahr­hun­dert deut­lich ver­dich­tet. Im Vor­der­grund des Un­ter­richts stand die re­li­giö­se Er­zie­hung. Nicht sel­ten wur­den Le­sen und Schrei­ben an­hand der Bi­bel oder der Ka­te­chis­men ge­lehrt. Rech­nen spiel­te meist ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. Die Ele­men­tar­schu­len schei­nen in der Re­gel Jun­gen und Mäd­chen ge­mein­sam un­ter­rich­tet zu ha­ben. In ei­ni­gen Städ­ten, so in Köln, gab es al­ler­dings Pfarr­schu­len für Mäd­chen.

Schul­trä­ger wa­ren die Pfar­rei­en oder die Kom­mu­nen. Da­ne­ben exis­tier­te in den Städ­ten ein von den Ob­rig­kei­ten meist arg­wöh­nisch be­ob­ach­te­tes Pri­vat- oder Win­kel­schul­we­sen. Bis zum En­de des 18. Jahr­hun­derts ge­lang es nicht, al­le schul­fä­hi­gen Kin­der ganz­jäh­rig zu un­ter­rich­ten und al­le Schu­len mit ge­eig­ne­ten und an­ge­mes­sen be­sol­de­ten Leh­rern zu ver­sor­gen. Fort­schrit­te, die sich nur schwer quan­ti­fi­zie­ren las­sen, sind aber un­ver­kenn­bar. Hier­auf ver­wei­sen die für die Zeit um 1800 er­mit­tel­ten ge­stie­ge­nen Al­pha­be­ti­sie­rungs­ra­ten. Hier­zu dürf­te nicht zu­letzt die in der zwei­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts ein­set­zen­de lan­des­herr­li­che Re­form­po­li­tik bei­ge­tra­gen ha­ben. Leh­rer­se­mi­na­re oder Nor­mal­schu­len, wie sie in Bonn und Ko­blenz ent­stan­den, in de­nen die päd­ago­gi­schen und di­dak­ti­schen Er­kennt­nis­se des Auf­klä­rungs­zeit­al­ters ver­mit­telt wur­den, ver­bes­ser­ten die Aus­bil­dung. Vor­sich­tig er­wei­tert wur­de in ka­tho­li­schen wie pro­tes­tan­ti­schen Schu­len der Fä­cher­ka­non.

Ei­nen Auf­schwung hat­ten seit dem 16. Jahr­hun­dert auch die manch­mal aus La­tein­schu­len her­vor­ge­gan­ge­nen Gym­na­si­en zu ver­zeich­nen. Sie wa­ren in der Re­gel eben­falls streng kon­fes­sio­nell aus­ge­rich­tet, vor al­lem seit die Je­sui­ten so­wie ei­ni­ge Bet­tel­or­den die hö­he­re Bil­dung in die Hand ge­nom­men hat­ten. Der hö­he­ren Mäd­chen­bil­dung ka­men die von den Ur­su­li­nen in ei­ner Rei­he von Städ­ten ins Le­ben ge­ru­fe­nen Ein­rich­tun­gen zu­gu­te. Pro­tes­tan­ti­sche Gym­na­si­en gab es vor al­lem im Her­zog­tum Kle­ve und in der Graf­schaft Mo­ers.

In Duis­burg grün­de­te der Gro­ße Kur­fürst 1655 ei­ne Lan­des­uni­ver­si­tät re­for­miert-kon­fes­sio­nel­ler Prä­gung, de­ren Be­deu­tung al­ler­dings hin­ter den hol­län­di­schen Hoch­schu­len und auch der Köl­ner streng ge­gen­re­for­ma­to­risch ori­en­tier­ten In­sti­tu­ti­on zu­rück­blieb. De­ren Be­har­rungs­wil­len setz­te Kur­fürst Max Franz mit der 1786 er­öff­ne­ten Bon­ner Uni­ver­si­tät ei­ne dem Geist der ka­tho­li­schen Auf­klä­rung ver­pflich­te­te Ho­he Schu­le ent­ge­gen. In kirch­lich kon­ser­va­ti­ven Krei­sen ver­däch­tig­te man ih­re Pro­fes­so­ren man­geln­der Recht­gläu­big­keit. Auch die Trie­rer Uni­ver­si­tät öff­ne­te sich in der zwei­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts mo­der­nen Lehr­me­tho­den, die der Pra­xis mehr Ge­wicht ga­ben.

In der ver­las­se­nen Re­si­denz­stadt Düs­sel­dorf ent­stand 1775 nach ei­ner sich län­ger hin­zie­hen­den Grün­dungs­pha­se ei­ne von dem Ga­le­ri­ein­spek­tor Lam­bert Kra­he (1712-1790) ge­lei­te­te Kunst­aka­de­mie. Über die blo­ße Lehr­tä­tig­keit hin­aus ver­folg­te sie auch das Ziel, im Pu­bli­kum die Re­geln gu­ten Ge­schmacks zu ver­brei­ten.

Der Trierer Hexentanzplatz, Flugblatt von 1594. (Stadtbibliothek/ Stadtarchiv Trier)

 

5.2 Höfische Kultur

Be­deu­ten­de kul­tu­rel­le Leis­tun­gen gin­gen im 17. und 18. Jahr­hun­dert vor al­lem von den geist­li­chen und welt­li­chen Hö­fen aus. Es er­scheint be­zeich­nend, dass auch städ­ti­sche Kir­chen­bau­ten wie die ba­ro­cke Je­sui­ten­kir­che St. Ma­riä Him­mel­fahrt in Köln oder die Je­sui­ten- und Hof­kir­che St. An­dre­as in Düs­sel­dorf durch fürst­li­che Geld­ge­ber, Erz­bi­schof Fer­di­nand von Köln be­zie­hungs­wei­se Her­zog Wolf­gang Wil­helm von Pfalz-Neu­burg, ge­för­dert wur­den.

Von ei­nem wah­ren Bau­fie­ber er­fass­te Herr­scher lie­ßen Pracht­bau­ten er­rich­ten, von de­nen ei­ni­ge noch heu­te an ei­ne längst ver­gan­ge­ne Epo­che rhei­ni­scher Kul­tur­ge­schich­te er­in­nern. Schlös­ser soll­ten der Machtre­prä­sen­ta­ti­on die­nen und den Rang do­ku­men­tie­ren, den die Auf­trag­ge­ber in der eu­ro­päi­schen Fürs­ten­ge­sell­schaft ein­nah­men oder be­an­spruch­ten. So ori­en­tier­te sich das von dem Ve­ne­zia­ner Mat­teo Al­ber­ti (1647- cir­ca 1735) für den ehr­gei­zi­gen Jo­hann Wil­helm von der Pfalz ent­wor­fe­ne Jagd­schloss Bens­berg an Lud­wigs XIV. Ver­sailles und Karls II. (Re­gent­schaft 1660-1685) Win­ches­ter Cast­le.

Das den An­spruch auf Stadt­herr­schaft ver­sinn­bild­li­chen­de Rei­ter­stand­bild des Kur­fürs­ten auf dem Düs­sel­dor­fer Markt­platz schuf der Nie­der­län­der Ga­bri­el Gru­pel­lo (1644-1730). Auch die be­rühm­te Kunst­samm­lung, die der Fürst mit eben­so­viel Sach­ver­stand wie Lei­den­schaft zu­sam­men­trug und für die er ein 1714 fer­tig ge­stell­tes Ga­le­rie­ge­bäu­de, ei­nen der ers­ten Mu­se­ums­bau­ten in Eu­ro­pa, er­rich­ten ließ, stand im Dienst der Selbst­dar­stel­lung. Be­deu­ten­de Bau­wer­ke ent­stan­den auch noch nach dem To­de Jo­hann Wil­helms (1716), als die Stadt zur Ne­ben­re­si­denz ab­ge­sun­ken war. Kur­fürst Karl Theo­dor be­auf­trag­te 1747 den Aa­che­ner Bau­meis­ter Jo­hann Jo­seph Cou­ven mit dem Bau ei­nes neu­en Jä­ger­hau­ses. 1763 wur­de Schloss Jä­ger­hof fer­tig ge­stellt. Da­mals war die „Mai­son de Plaisance“ des Loth­rin­gers Ni­co­las de Pi­ga­ge (1723-1796) in Ben­rath noch im Bau. Er konn­te erst 1770 ab­ge­schlos­sen wer­den.

Do­mi­nier­te am Düs­sel­dor­fer Hof im frü­hen 18. Jahr­hun­dert nie­der­län­di­scher, deut­scher und ita­lie­ni­scher Kunst­ge­schmack, so wa­ren die Köl­ner Kur­fürs­ten Jo­seph Cle­mens und Cle­mens Au­gust An­hän­ger fran­zö­si­scher Kunst­sti­le. Die be­deu­tends­ten Zeug­nis­se ih­rer Bau­tä­tig­keit, das Bon­ner Re­si­denz- und das Pop­pels­dor­fer Lust­schloss so­wie die Som­mer­re­si­denz Au­gus­tus­burg in Brühl gin­gen im We­sent­li­chen auf die Pla­nun­gen fran­zö­si­scher Ar­chi­tek­ten zu­rück. Den In­nen­aus­bau von Schloss Brühl ver­trau­te Cle­mens Au­gust al­ler­dings dem ge­nia­len Bal­tha­sar Neu­mann an.

Die­ser und an­de­re deut­sche Künst­ler be­ein­fluss­ten auch die Schlös­ser der Trie­rer Kur­fürs­ten Franz Ge­org von Schön­born und Jo­hann Phil­ipp von Wal­der­dorff. Von ih­nen ist frei­lich nur das rechts­rhei­ni­sche Schloss En­gers er­hal­ten. War der Stil die­ser Bau­ten noch von Ba­rock und Ro­ko­ko ge­prägt, so stand das 1786 un­ter dem letz­ten Trie­rer Kur­fürs­ten, Cle­mens Wen­zes­laus von Sach­sen, fer­tig ge­stell­te Ko­blen­zer Re­si­denz­schloss be­reits un­ter dem Ein­fluss des fran­zö­si­schen Klas­si­zis­mus.

5.3 Städtische Kultur

Un­ter den li­te­ra­risch be­deu­ten­den Ge­stal­ten des 17. Jahr­hun­derts ist vor al­lem auf den Ba­rock­dich­ter Fried­rich von Spee und sei­ne „Trutz­nach­ti­gal­l“, ei­ne Samm­lung geist­li­cher Lie­der, zu ver­wei­sen. Li­te­ra­ten sei­nes Ran­ges sucht man im Rhein­land des 18. Jahr­hun­dert ver­ge­bens. Zu nen­nen wä­ren al­len­falls der Köl­ner Sa­ti­ri­ker Hein­rich Lin­den­born oder der Kunst­samm­ler und Au­tor Ba­ron Hüpsch.

Dem im 18. Jahr­hun­dert wohl­ha­ben­der wer­den­den Bür­ger­tum ist ei­ne Rei­he präch­ti­ger Wohn­häu­ser zu ver­dan­ken. Zu ver­wei­sen ist auf die zum Teil noch er­hal­te­nen Häu­ser in Aa­chen und Mons­chau, die Bau­meis­ter Cou­ven und sein Sohn Ja­kob er­rich­te­ten. In Kre­feld ließ der Sei­den­fa­bri­kant Con­rad von der Ley­en von Mar­tin Ley­del (1783-1838) En­de des 18. Jahr­hun­derts sein Stadt­pa­lais bau­en, das heu­te als Rat­haus ge­nutzt wird.

Zu den kul­tu­rel­len Leis­tun­gen des Bür­ger­tums ge­hö­ren auch die seit der zwei­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts ent­ste­hen­den Le­se­ge­sell­schaf­ten, in de­nen sich ein li­te­ra­risch in­ter­es­sier­tes auf­ge­klär­tes Pu­bli­kum zu Lek­tü­re und Dis­kus­si­on zu­sam­men­fand. Wich­tig für die Ver­brei­tung auf­klä­re­ri­schen Ge­dan­ken­guts wa­ren des Wei­te­ren die Frei­mau­rer­lo­gen, in de­nen sich wie in den Le­se­ge­sell­schaf­ten ei­ne über­stän­di­sche Eli­te ver­sam­mel­te. Da­ne­ben gab es zahl­rei­che in­for­mel­le Zir­kel, de­ren be­kann­tes­ter der Kreis um die Brü­der Fried­rich Hein­rich und Jo­hann Ge­org Ja­co­bi in Düs­sel­dorf war. Die­ser pu­bli­zier­te von 1774 bis 1776 die Zeit­schrift „Iris“, zu de­ren Bei­trä­gern auch Jo­hann Wolf­gang von Goe­the (1749-1832) ge­hör­te.

Zum Auf­le­ben des deut­schen Zeit­schrif­ten­mark­tes tru­gen auch an­de­re Rhein­län­der bei. Hin­ge­wie­sen sei nur auf den Aa­che­ner Franz Daut­zen­berg und den Köl­ner Pries­ter Jo­hann Bap­tist Geich. Die­se zähl­ten zu dem klei­nen Kreis von Auf­klä­rern, die sich auch nach dem Ein­marsch der Fran­zo­sen für die Re­vo­lu­ti­on be­geis­ter­ten und in ih­rem Sin­ne wirk­ten.

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Zitationshinweis

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Müller, Klaus, 1609 bis 1794 - Vom jülisch-klevischen Erbfolgestreit bis zum Ende des Ancien Regime, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Epochen/1609-bis-1794---vom-juelisch-klevischen-erbfolgestreit-bis-zum-ende-des-ancien-regime/DE-2086/lido/57ab23395bb740.19018833 (17.08.2018)